Vor- und Nachteile des Wissensmanagements


Hausarbeit, 2004

21 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

I N H A L T S V E R Z E I C H N I S

1 Einleitung

2 Was ist Wissensmanagement?
2.1 Begriffsdefinitionen
2.1.1 Wissen
2.1.2 Management
2.1.3 Wissensmanagement
2.2 Bausteine des Wissensmanagements
2.3 Wissensmanagement - Instrumente
2.3.1 Incentive-Systeme
2.3.2 Benchmarking
2.3.3 Coaching
2.3.4 Gruppen- und Projektarbeit
2.3.5 Internet/Intranet
2.3.6 Patenkonzept
2.3.7 Qualitätszirkel
2.3.8 Yellow pages
2.4 Nutzen von Wissensmanagement
2.5 Probleme in der Praxis

3 Das Märchen von Schneewittchen und dem roten Apfel

4 Märchenimpulse als Repräsentanten der klassischen Vor- und Nachteile
4.1.1 Hierarchie versus Netzwerk
4.1.2 Support von Visionen und initiativen Ideen
4.1.3 Teamwork
4.1.4 Markterforschung, Produktentwicklung und Realisierungsprozess

5 Schlussbemerkung

6 Und die Moral von der Geschicht`

7 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Ressource Wissen gewinnt in der Wirtschaft immer stärkere Bedeutung. In der Übergangszeit von der Industrie- zur Informationsgesellschaft erfolgte eine regelrechte Flut an theoretischen Veröffentlichungen auf diesem Gebiet: permanenter Wandel der Umwelt, Globalisierung und erhöhte Verfügbarkeit von Informationen und Wissen, Wissensexplosion bei gleichzeitig ständig sinkender Halbwertszeit von Wissen und der Einsatz von immer mehr Informations- und Kommunikationstechnologie erzeugen Handlungsbedarf. Aus dieser Kontroverse heraus ist das Konzepts des Wissensmanagements entstanden.

Wissensmanagement ist mittlerweile ein weit gefächertes und viel genutztes Konzept der Wirtschaftsunternehmen geworden, damit diese den aktuellen Markterfordernissen und –standards dauerhaft gerecht werden können.

Als Einstieg zu dieser Hausarbeit werde ich zunächst in Kapitel 2 die Begriffe „Wissen“, „Management“ und „Wissensmanagement“ definieren, sowie einen Überblick über die Bausteine des Wissensmanagements geben und eine Auswahl an Instrumenten vorstellen. In Kapitel 3 bildet dann das Märchen „Schneewittchen und der rote Apfel“ die Grundlage für das zentrale Thema der Seminararbeit. Aus diesem Märchen lassen sich metaphorisch einige Elemente des Wissensmanagements herauslösen. Diese Impulse des Märchens werde ich in Kapitel 4 vorstellen und dazu nutzen, um Stärken und Schwächen des Wissensmanagementkonzepts in der reellen Wirtschaftssituation aufzuzeigen. In der Schlussbemerkung werde ich die theoretischen Ansätze des Wissensmanagements mit eigene Erfahrungen und Eindrücken vergleichen.

2 Was ist Wissensmanagement?

Zum Thema Wissensmanagement existieren viele Definitionen. Eine eindeutige und allgemein gültige Erläuterung zu finden, ist diffizil. In diesem Kapitel werde ich daher die Begriffe „Wissen“, „Management“ sowie „Wissensmanagement“ als Grundlage für die Hausarbeit abgrenzen.

2.1 Begriffsdefinitionen

2.1.1 Wissen

Hierarchisch wird „Wissen“ in drei Ebenen unterschieden: „Daten“, „Informationen“ und „Wissen“. Eine deutliche Separation dieser Ebenen ist allerdings nicht möglich; die Übergänge sind fließend. So ist z.B. ein Kundentermin ein „reines“ Datum. Die während des Gesprächs dokumentierten Resultate sind die Informationen. Das generierte Wissen entsteht erst aus den Erfahrungen aus dem Gespräch sowie den daraus folgenden Handlungen. Dementsprechend lässt sich Wissen aus Fähigkeiten und Kenntnissen zusammensetzen, welches mit Erfahrungen, Gefühlen, Werten und Ahnungen verbunden wird. Wissen ist eine immaterielle Ressource, deren Wert sich durch ständigen Gebrauch und Teilung erhöht. Bewertbar wird das Wissenskapital erst in seiner Anwendung und somit rückblickend. Wissen ist ein sehr vielschichtig angelegtes Gut.

Die wichtigste Differenzierung des Wissensmanagements sind implizites und explizites Wissen. Implizites Wissen bezeichnet das für Unternehmen nicht zugängliche, also individuelle Wissen. Öffentliches und allgemein zugängliches Wissen wird als explizites Wissen charakterisiert.

2.1.2 Management

Lexikalisch wird „managen“ mit leiten, geschickt organisieren und betreuen definiert. Management ist jedoch mittlerweile kein Instrument mehr, dass nur in den Führungsetagen der Unternehmen angewandt wird. Es entstehen sogar immer vielseitigere Methoden des Managements wie z.B. Selbstmanagement, Zeitmanagement oder Qualitätsmanagement.[1]

2.1.3 Wissensmanagement

Hinter dem Konzept des Wissensmanagements, das aus der Zusammenfassung der Begriffe „Wissen“ und „Management“ entstanden ist, steht in den heutigen Unternehmenskulturen die organisatorische Fähigkeit, den Umgang mit der Ressource Wissen auf allen Ebenen zu verbessern.[2] Idee soll dabei sein, das individuelle Wissen einzelner Mitarbeiter zu gewinnen und zu sichern sowie dieses allen Bereichen der Organisationen zugänglich zu machen.

Ein interessanter Aspekt ist die kontinental differenzierte Auffassung des Wissensmanagementbegriffs: In Europa steht hauptsächlich das Messen von Wissen im Mittelpunkt[3], in Amerika das Managen von Wissen[4] und in Japan das Generieren von neuem Wissen[5].

Trotz unterschiedlicher Interpretationen zielt der Einsatz von Wissensmanagement in allen Unternehmen auf den Umgang mit generierten Wissen ab. Ein Hauptziel aller Organisationen ist es daher in der heutigen Zeit, die Ressource Wissen genau so wie die Produktionsfaktoren Arbeit oder Kapital sichtbar und nutzbar zu machen, um durch die Steuerung der Wissensprozesse zusätzliche Wettbewerbsvorteile zu realisieren.

2.2 Bausteine des Wissensmanagements

Die hinter der Idee des Wissensmanagements liegende Philosophie erscheint im Grundprinzip sehr abstrakt. Das Projekt „Wissensmanagement“ wird in einem Unternehmen deshalb als ein kontinuierlicher Prozess verstanden und muss im internen Unternehmensablauf zunächst etabliert werden, um auch in den praktischen Anwendungen bestehen zu können.

Dieser kontinuierliche Verbesserungsprozess kann mit einem Wissenskreislauf gleichgesetzt werden, der sich in sieben Bausteine aufteilt (Vgl. Abb.1). Um diesen Vorgang in Bewegung zu setzen, müssen zunächst in einem internen Audit die gewünschten Hauptprozesse und –aufgaben definiert und unter Berücksichtigung der einzelnen Wissensbausteine nachgeprüft werden. Nach diesem Vorgang findet die Erarbeitung des individuell maßgeschneiderten Konzeptes für die jeweiligen Organisation statt.

Abb.1 Der Wissenskreislauf

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: eigene Bearbeitung

Die einzelnen Bausteine lassen sich in einem kurzen Überblick wie folgt beschreiben[6]:

1. Wissensziele formulieren: Eindeutige Zielsetzungen und die Konkretisierung von Wissenszielen helfen dem Unternehmen, das für die Organisation relevante Wissen zu definieren.[7] Sie bilden die Grundstruktur für die Wissensbasis und bestimmen Fokus und Umfang der Aktivitäten zum zielgerichteten Aufbau bzw. zur Bewahrung des Wissens, um Geschäftsziele wie Prozessverbesserungen, Potentialtransparenz, Erfolg und Marktführerschaft, Kundenzufriedenheit und -orientierung zu erreichen.
2. Wissen identifizieren: Auf dieser Stufe findet ein Vergleich zwischen den Soll- und Ist-Anforderungen statt. Dadurch erhält das Unternehmen eine fundierte Transparenz über intern und extern vorhandenes Wissen, über fehlendes Wissen und über die Träger des Wissens. Diese Stufe bildet die Grundstufe für die Wissensverteilung.
3. Wissen erzeugen: Die Identifikation von Wissensfeldern lässt vorhandene Wissenslücken sichtbar werden, die durch Neuerwerb und Erzeugung z.B. mithilfe entsprechender Bildungsmaßnahmen, geschlossen werden können.
4. Wissen speichern und teilen: Die reine Erzeugung des Wissens führt langfristig nur dann zum Erfolg, wenn das erlernte Wissen in Form von Speichermedien nutzbar aufbewahrt und für Dritte zugänglich gemacht wird. Ein optimaler Zugriff auf die Wissensquellen erleichtert die Transparenz des Wissens innerhalb der Organisationen.
5. Wissen anwenden: Die Anwendung des im Unternehmen vorhandenen Wissens in konkreten Aufgaben und Prozessen ist der Schlüssel für den Unternehmenserfolg und damit auch für den eigentlichen Nutzen von Wissensmanagement.
6. Wissen verlernen: Die Anforderungen an die Unternehmen werden durch die Marktanforderungen und die Bedingungen der Umwelt geprägt. Diese Rahmenbedingungen ändern sich laufend und zwingt die Unternehmen zu ständiger Anpassung der Prozesse und Aufgabenfelder. Folglich müssen auch die Wissensfelder und –prozesse aktualisiert und angepasst werden. Es handelt sich um einen bewussten Prozess des Verlernens, in dem das Unternehmen die Erneuerung und Überholung alter Wissensfelder zu neuen beabsichtigt.
7. Wissen bewerten: Die Bewertung von Wissen im Unternehmen hat zum Ziel, den Erfolg der anfänglich gesetzten Wissensziele in der Umsetzung zu messen.

Die nähere Betrachtung der einzelnen Wissensbausteine macht deutlich, dass sich ein Unternehmen, dass diese Schritte im Sinne des Wissensmanagements beherzigt, in einer beständigen Weiterentwicklung befindet und auf keinen Fall stagniert.

[...]


[1] Vgl. Lucko, Sandra; Trauner, Bettina, Wissensmanagement, Hanser Verlag, München/Wien 2002.

[2] Vgl. Probst, G.; Romhart, K.: Faktor Wissen, in Manager Bilanz, 4, S.6-10, 1997.

[3] Vgl. Edvinsson, L., Brüning,G.: Aktivposten Wissenskapital: Unsichtbare Wertebilanzierbar machen. Wiesbaden, Gabler 2000.

[4] Vgl. Stewart, T.A.: Der vierte Produktionsfaktor: Wachstum- und Wettbewerbsvorteile durch Wissensmanagement. München, Carl Hanser 1997.

[5] Vgl. Nonaka, I., Takeuchi, H.:Die Organisation des Wissens: wie japanische Unternehmen eine brachliegende Ressource nutzbar machen. Frankfurt/Main, New York, Campus 1997.

[6] Vgl. Lucko, Trauner; S.31 ff

[7] Vgl. Bergmann, Karin: Wissensziele festlegen. In: Report Wissensmanagement – Wie deutsche Firmen ihr Wissen profitabel machen, Hrsg. Antoni, Sommerlatte, www.symposium.de/wissen

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Vor- und Nachteile des Wissensmanagements
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Erziehungswiss. Institut / Lehrstuhl für Betriebspädagogik)
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
21
Katalognummer
V26786
ISBN (eBook)
9783638290241
Dateigröße
592 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vor-, Nachteile, Wissensmanagements
Arbeit zitieren
Betriebspädagogin M.A. Anke Kristin Bojahr (Autor), 2004, Vor- und Nachteile des Wissensmanagements, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26786

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