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Die Bedeutung von Arthur Schopenhauer für das Denken Max Horkheimers

Titre: Die Bedeutung von Arthur Schopenhauer für das Denken Max Horkheimers

Thèse de Bachelor , 2014 , 51 Pages

Autor:in: Stanley Baldauf (Auteur)

Philosophie - Mémoires générales, Epoques
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Max Horkheimer gilt mit seinem Entwurf zum Programm der Sozialforschung und den frühen Ausführungen zum Fortgang der Kritischen Theorie als einer der bedeutendsten Denker im Kreis des Instituts für Sozialforschung und auch darüber hinaus. Beschäftigt man sich aufmerksam mit seinem philosophischem Gesamtwerk, begegnet einem durchaus häufig der Name des Begründers des philosophischen Pessimismus: Arthur Schopenhauer. Ob in zahlreichen Aufsätzen oder in mit ihm geführten Interviews; über Horkheimers gesamtes Werk verteilt, lassen sich Reminiszenzen an
Schopenhauer finden. Gerade in Bezug auf die kontroversen Punkte in der Entwicklung des
Horkheimerschen Denkens sowie der Kritischen Theorie im Laufe des 20. Jahrhunderts, die häufig
als resignative Wendung charakterisiert wird, stellt sich fast unweigerlich die Frage, welche
Bedeutung Arthur Schopenhauer für das Denken Max Horkheimers hatte: Ist der Einfluss lediglich
symbolischer Natur oder muss man seinem Werk eine tiefgreifendere Wirkung auf Horkheimer
zuschreiben?
Folgende Arbeit wird versuchen eine Antwort auf diese und damit einhergehende Fragen zu finden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Arthur Schopenhauer: Einführende Darstellung

2.1. Die Welt als Wille und Vorstellung

2.1.1. Erkenntnistheoretische Überlegung: Die Anschauung des Anschauenden

2.1.2. Metaphysische Überlegungen: Die Dechiffrierung der Welt

2.1.3. Ästhetische Überlegungen: Die willenlose Erkenntnis

2.1.4. Ethische Überlegungen: Die Verneinung des Willens

3. Max Horkheimer

3.1. Schopenhauers Rolle in Horkheimers Jugend

3.2. Vom Cornelius Schüler zum Leiter des Instituts für Sozialforschung

3.3. Theoretische und historische Umstände der Beschäftigung mit Schopenhauer

3.4. Schopenhauers Einfluss auf Horkheimers Spätwerk

3.4.1. Pessimismus als kritische Aufhebung der bisherigen Kritischen Theorie

3.4.2. Georg Lukács Vorwurf der indirekten Apologetik

3.4.3. Metaphysische Verlassenheit & die Abschaffung des Leids

3.4.4. Neue Perspektiven der Kritischen Theorie

3.4.5. Die pessimistische Begründung der Moral

3.4.6. Reibungspunkte zwischen Schopenhauer und der Kritischen Theorie

3.4.7. Abschließende Gedanken zur Bedeutung der ästhetischen Betrachtungen

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Arthur Schopenhauers Philosophie für das Denken Max Horkheimers, insbesondere in dessen Spätwerk. Dabei wird analysiert, inwieweit der pessimistische Gehalt von Schopenhauers Willensmetaphysik als Korrektiv oder Ergänzung zur Kritischen Theorie fungiert, um gesellschaftliche Krisenphänomene im Kontext der Nachkriegszeit besser zu erfassen.

  • Die erkenntnistheoretischen und metaphysischen Grundzüge des Schopenhauer-Systems.
  • Die Entwicklung von Horkheimers Denken von den Jugendschriften bis zur Spätphase.
  • Die kritische Rezeption des Schopenhauer-Einflusses im Vergleich zur marxistischen Theorie.
  • Die philosophische Begründung von Solidarität und Mitleid jenseits traditioneller Metaphysik.
  • Das Verhältnis von pessimistischer Weltdeutung und dem Ziel der gesellschaftlichen Emanzipation.

Auszug aus dem Buch

2.1.2 Metaphysische Überlegungen: Die Dechiffrierung der Welt

Verbleibt Kant viel mehr bei der Nennung des Dinges an Sich und lässt ihm im Verlauf seiner Erkenntnistheorie relativ wenig Interesse zukommen, „kann die Schopenhauersche Philosophie mit solcher bedachtsam hingenommenen Unbegreiflichkeit sich nicht abfinden“25.

Dass Schopenhauer nicht bereit dazu ist, die Frage nach dem wesenhaften Ding an Sich im Status der kantschen Philosophie zu belassen, beweist ferner ein Blick auf seine Bemerkungen über die Naturwissenschaften. Selbige sind für ihn immer nur Annäherungen an die Wahrheit, getragen von empirischen Anschauungen der Wirklichkeit, an deren kausale Verbindungen man sich dem Satz vom Grunde folgend annähert. Dabei sei es jedoch nicht möglich über die Welt als Vorstellung hinaus zu gehen und damit die Frage nach dem „Warum“ der beispielsweise im Reich der Naturwissenschaften geltenden Naturgesetze zu beantworten. Damit markiert Schopenhauer die Grenze der Naturwissenschaft, deren Schaffen sich im Erkennen von Ursachen und Motiven von einzelnen Erscheinungen erschöpft. Wo das wissenschaftliche Zuständigkeitsgebiet der Physik endet, - nämlich beim letzten Grund - beginnt die Metaphysik.

Unbefriedigt von der Unsichtbarkeit eines Wesens der Dinge lenkt Schopenhauer seinen Blick auf die Leibhaftigkeit des erkennenden Subjekts. Diese Erweiterung der Perspektive, den Erkenntnis und Denkprozess nicht als rein geistiges Phänomen, sondern als gebunden an einen Leib zu begreifen, führt Schopenhauer zum Willen als metaphysisches Prinzip. Am Leib zeigen sich zahlreiche Manifestationen des Willens; vor allen Dingen vom Bewusstsein nicht gesteuerte Prozesse wie Hunger sowie Durst und der Trieb beide zu stillen oder der Sexualtrieb leiten Schopenhauer zur Willensmetaphysik, denn jegliche „Aktion des Leibes ist nichts anderes als der objektivierte, d.h. in die Anschauung getretene Akt des Willens.“26.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, welche Bedeutung das Werk Schopenhauers für die Entwicklung der Kritischen Theorie bei Max Horkheimer hatte.

2. Arthur Schopenhauer: Einführende Darstellung: Dieser Teil expliziert die Grundbegriffe von Schopenhauers Philosophie, insbesondere das System von Wille und Vorstellung sowie seine Ethik und Ästhetik.

3. Max Horkheimer: Das Hauptkapitel beleuchtet Horkheimers intellektuelle Biografie und untersucht detailliert, wie er Schopenhauers pessimistische Philosophie in sein Denken integriert und kritisch verarbeitet.

4. Schluss: Das Schlusskapitel resümiert, dass Horkheimer Schopenhauer als wichtiges Korrektiv begreift, welches ihn in einer Phase des historischen Pessimismus unterstützt, ohne die Hoffnung auf eine bessere Gesellschaft vollständig aufzugeben.

Schlüsselwörter

Max Horkheimer, Arthur Schopenhauer, Kritische Theorie, Wille und Vorstellung, Pessimismus, Metaphysik, Dialektik der Aufklärung, Mitleid, Solidarität, Individuum, Gesellschaftskritik, Materialismus, Vernunft, Entfremdung, Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Einfluss des philosophischen Pessimismus von Arthur Schopenhauer auf das Denken von Max Horkheimer, insbesondere auf die Transformation der Kritischen Theorie in der Nachkriegszeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Willensmetaphysik Schopenhauers, die ideologiekritische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Realität, das Verhältnis von Individuum und Kollektiv sowie die Frage der Begründbarkeit von Moral und Solidarität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu analysieren, ob und wie Horkheimer Schopenhauers pessimistische Ansätze in sein materialistisches Konzept integriert hat, um das Versagen der Vernunftgeschichte und die Totalität der verwalteten Welt theoretisch zu erfassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophiegeschichtliche und ideologiekritische Analyse, die Horkheimers Spätwerke und Aufsätze mit den Primärtexten Schopenhauers vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Horkheimers verschiedene Schaffensperioden durchleuchtet, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Rezeption des "pessimistischen" Schopenhauer als notwendigem Korrektiv zu Hegels Geschichtsoptimismus liegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlüsselwörter sind Horkheimer, Schopenhauer, Kritische Theorie, Pessimismus, Wille, Solidarität und Entfremdung.

Wie unterscheidet Horkheimer seinen pessimistischen Ansatz von dem Lukács'?

Während Lukács Schopenhauer als "indirekten Apologeten" des Kapitalismus kritisiert, sieht Horkheimer in der pessimistischen Negativität einen Vorschein der Kritischen Theorie, da sie keinen falschen metaphysischen Trost anbietet.

Welche Rolle spielt der Begriff des Mitleids im Spätwerk Horkheimers?

Horkheimer transformiert Schopenhauers Mitleidsethik in ein auf die Leiblichkeit und Sterblichkeit gegründetes Motiv der Solidarität zwischen allen Kreaturen, das als letzte Möglichkeit fungiert, angesichts gesellschaftlicher Kälte Menschlichkeit zu bewahren.

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Résumé des informations

Titre
Die Bedeutung von Arthur Schopenhauer für das Denken Max Horkheimers
Université
University of Leipzig
Auteur
Stanley Baldauf (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
51
N° de catalogue
V268039
ISBN (ebook)
9783656591290
ISBN (Livre)
9783656591283
Langue
allemand
mots-clé
bedeutung arthur schopenhauer denken max horkheimers
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Citation du texte
Stanley Baldauf (Auteur), 2014, Die Bedeutung von Arthur Schopenhauer für das Denken Max Horkheimers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268039
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Extrait de  51  pages
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