Die aktuelle Krise, die uns seit 2008 beschäftigt, besitzt viele unterschiedliche Namen, wie Wirtschaftskrise, Liquiditätskrise, Euro-Krise, Bankenkrise oder auch Finanzkrise. Was allerdings feststeht ist, dass zum ersten Mal seit der großen Depression von 1929 wieder alle relevanten Länder und Märkte gleichzeitig von einer Krise betroffen sind. Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit drei Phasen der Finanzmarktkrise, welche teilweise parallel ablaufen und teilweise aufeinander aufbauen. Die sogenannte Subprime- bzw. Hypotheken Krise, welche durch eine Immobilienblase ausgelöst wurde, war der Ausgangspunkt der heutigen Krise. Daraus folgte eine Banken- bzw. Liquiditätskrise und schlug sich letztlich auch in einer Euro-Krise nieder.
Diese Hausarbeit erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern versucht die komplexen Zusammenhänge in einer einfach verständlichen Weise kurz und prägnant darzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Leitfrage/Leitthese
1.3 Eingrenzung des Themas
1.4 Forschungsstand
2. Hypotheken-Krise
2.1 Subprime-Mortages
2.2 Risikostreuung und die Rolle der Ratingagenturen
2.3 Das Platzen der Immobilienblase
2.4 Zwischenfazit
3. Banken und Liquiditätskrise
3.1 Lehman Brothers Pleite und die Auswirkungen
3.2 Auswirkungen auf das deutsche Bankensystem
3.3 Zwischenfazit
4. Euro-Krise
4.1 Vor- und Nachteile der gemeinsamen Währungsunion
4.2 Griechenlands Rolle in der Euro-Krise
4.3 Zwischenfazit
5. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit befasst sich mit der Analyse der Finanzmarktkrise, indem sie deren Ursprünge in der US-amerikanischen Subprime-Krise untersucht, die Eskalation zur weltweiten Banken- und Liquiditätskrise durch die Insolvenz von Lehman Brothers nachzeichnet und abschließend die komplexen strukturellen Hintergründe der Euro-Krise beleuchtet, wobei der Schwerpunkt auf den Auswirkungen in den USA und dem Euro-Raum liegt.
- Entstehung und Dynamik der Immobilienblase in den USA
- Die systemische Bedeutung der Lehman-Brothers-Insolvenz
- Stabilisierungsmaßnahmen für das deutsche Bankensystem
- Strukturelle Ursachen und Herausforderungen der europäischen Währungsunion
- Politische und ökonomische Faktoren der Krise in Griechenland
Auszug aus dem Buch
2.1 Subprime-Mortages
Nachdem der Markt an regulären Hypothekennehmern gesättigt war, weiteten die Banken ihre Kredite auch auf Kreditnehmer mit geringen Bonitäten aus. Diese sogenannten Subprime-Mortages stellen zweitklassige Hypotheken dar, die mit einem größeren Ausfallrisiko behaftet sind als reguläre Hypothekenkredite, da die Kreditnehmer sich diese Kredite eigentlich gar nicht leisten können und nur wenige bis gar keine Sicherheiten besitzen. Durch die steigenden Immobilienpreise waren die Banken der Meinung, dass sich die Kredite selbst refinanzieren würden und im Notfall eine Umschuldung stattfinden könne, wobei die Häuser als Sicherheiten dienen würden. Diese Subprime-Mortages basieren auf einer variablen Verzinsung, die sich am Leitzins orientiert. Da dieser im Jahr 2003 knapp über 1% lag, waren die Konditionen anfangs sehr günstig und verlockend für die Kreditnehmer.
Diese Art der Kredite war von der damaligen Regierung unter G.W. Bush nicht nur so gewollt, sondern wurde sogar subventioniert. Man vertrat die Meinung, dass die Selbstverwirklichung in einem Eigenheim zum amerikanischen Traum gehöre. Daher wollte man auch US-Bürgern aus einkommensschwachen Bevölkerungsschichten eine eigene Immobilie ermöglichen. Im Jahr 2003 wurde ein Volumen von ca. 332 Mrd. US-$ an solchen Krediten vergeben, im Jahr 2006 waren dies bereits etwa 600 Mrd. US-$.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die verschiedenen Phasen der Finanzmarktkrise seit 2008 vor und definiert die Leitthese, dass die Insolvenz von Lehman Brothers die Krise maßgeblich auslöste.
2. Hypotheken-Krise: Das Kapitel beschreibt, wie eine Politik günstigen Geldes und riskante Subprime-Kredite zur Entstehung einer Immobilienblase und deren anschließendem Platzen führten.
3. Banken und Liquiditätskrise: Hier werden die weltweiten Auswirkungen des Forderungsverkaufs, die systemkritische Pleite von Lehman Brothers sowie die Rettungsmaßnahmen für das deutsche Bankensystem detailliert.
4. Euro-Krise: Dieses Kapitel analysiert die Euro-Krise als Resultat tiefer Strukturprobleme und unsolider Finanzpolitik, ergänzt durch die spezifische Rolle Griechenlands.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Ursachen der Krise vielfältig sind, unterstreicht die Notwendigkeit der getroffenen Stabilisierungsmaßnahmen und bewertet die Zukunftsaussichten im Euro-Raum.
Schlüsselwörter
Finanzmarktkrise, Subprime-Krise, Lehman Brothers, Immobilienblase, Ratingagenturen, Liquiditätskrise, Euro-Krise, Staatsschulden, Bankenrettung, Eigenkapitalquote, Interbankenhandel, Wirtschaftsgeschichte, Haushaltspolitik, Risiko, USA.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Entstehung und den Verlauf der Finanzmarktkrise ab 2008, beginnend bei der Immobilienblase in den USA bis hin zur nachfolgenden Euro-Schuldenkrise.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen das Kreditverhalten im US-Immobilienmarkt, das systemische Risiko von Banken, staatliche Rettungspakete sowie die strukturelle Schwäche der europäischen Währungsunion.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Leitthese der Arbeit ist die Untersuchung der Annahme, dass die Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers der ausschlaggebende Auslöser für die globale Finanzmarktkrise war.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine strukturierte Literaturanalyse, die aktuelle Fachliteratur und Berichterstattungen nutzt, um die historische Entwicklung der Krisenereignisse aufzuarbeiten.
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die drei Bereiche Hypotheken-Krise, die globale Banken- und Liquiditätskrise sowie die spezifischen strukturellen Problematiken der Euro-Zone.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Finanzmarktkrise, Subprime-Mortages, Lehman Brothers, Euro-Krise, Liquiditätsengpässe, Strukturprobleme und Bankenregulierung.
Warum war die Lehman-Pleite für das deutsche Bankensystem so bedeutsam?
Die Insolvenz löste eine globale Vertrauenskrise aus, die den Interbankenhandel austrocknen ließ, wodurch auch deutsche Institute wie die IKB oder die HRE, die in riskante US-Papiere investiert hatten, in existenzielle Schieflage gerieten.
Welche Rolle spielte der Staat bei der Bewältigung der Krise in Deutschland?
Der Staat intervenierte massiv durch Verstaatlichungen (z.B. Hypo Real Estate), Kreditgarantien über den Finanzmarktstabilisierungsfonds (SoFFin) sowie Konjunkturpakete zur Stützung der Realwirtschaft.
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- Richard Riemer (Autor), 2014, Die Finanzmarktkrise. Ein Überblick, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268088