Diejenigen, die mit der Lyrik des „Hermetikers aus Hagen“, wie ihn Wolfgang Werth nannte in Kontakt kommen, finden nur schwer Zugang zu seiner Lyrik. Der Grund dafür ist zum einen Meisters Stil und seine Thematik. Thematisch setzte sich Meister in seiner Lyrik zeitlebens mit philosophischen Themen wie Sein, Zeit, Ewigkeit und Tod auseinander. Sprachlich ist Ernst Meister sehr eigenwillig und ungewöhnlich. Ab dem Gedichtband „Unterm Schafspelz“ wird die expressionistische Lyrik mit der „surreal-bildhaften“ Sprache Meisters immer knapper, karger und hermetischer. Der Vergleich Meisters mit Kandinsky jedoch bedürfte wahrscheinlich erst einer künstlerisch-literarischen Untersuchung und scheint aber auf Anhieb naheliegend.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Ernst Meister: Mensch, Leben, Werk
1.2 Dichter oder Denker? Lyrik Ernst Meisters und Kritik
1.3 Quellen, Literatur und Forschungsstand
1.4 Themenfindung und wissenschaftliche Rezeption
2. Meister und das Phänomen „Tod“
2.1 Annäherungsversuche
2.1.1 Biographischer Hintegrund und die „Gedanken eines Jahres“
2.2 Poetologische Bewältigungsstrategien
3. „Im Zeitspalt“: Zwischen zwei Ewigkeiten
3.1 Gedichtauswahl und Interpretation
3.1.1 „Ach, in der“
3.1.2 „Lang oder kurz ist die Zeit“
3.1.3 „Es will sich“
4. „Auf das Ende sehen“: Schlussbetrachtungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Ernst Meisters lyrische Auseinandersetzung mit dem Tod im Gedichtband „Im Zeitspalt“. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Meister das sprachlich eigentlich nicht erfassbare Phänomen des Sterbens durch poetologische Strategien und Metaphorik zu bewältigen versucht und welche Rolle sein Verständnis von Bewusstsein, Sein und Ewigkeit dabei spielt.
- Biografische und poetologische Grundlagen von Ernst Meister
- Analyse der Todesmetaphorik in den Prosatexten und Gedichten
- Untersuchung der "Poetologie des Sterbens" im Spätwerk
- Interpretation ausgewählter Gedichte aus „Im Zeitspalt“
- Reflexion über die Grenzen von Sprache und Erkenntnis angesichts des Todes
Auszug aus dem Buch
3.1.1 „Ach, in der“
Ach, in der
eigenen, ach,
in der Todeshaut...
Wir haben,
wenn wir uns wissen,
nur einigermaßen
gewonnen,
denn das Treiben geschieht
im Rücken, niemand
kommt hinter sich.
Da vorn
ist das Grab.
Wie die Luft
ein Geranke bewegt,
Blumen sich regen,
damit sind innen
manchmal
die Augen befaßt.
(IZ 19)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen biographischen Überblick über Ernst Meister, beleuchtet seine Rezeption als Dichter und Denker und ordnet den Forschungsstand zum Thema ein.
2. Meister und das Phänomen „Tod“: Hier wird Meisters theoretische und biographische Annäherung an das Thema Tod analysiert, insbesondere durch seine Prosatexte und die daraus abgeleiteten poetologischen Bewältigungsstrategien.
3. „Im Zeitspalt“: Zwischen zwei Ewigkeiten: In diesem Hauptteil erfolgt die detaillierte Interpretation ausgewählter Gedichte, um Meisters spezifische Todes- und Zeitvorstellungen exemplarisch aufzuzeigen.
4. „Auf das Ende sehen“: Schlussbetrachtungen: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über Meisters unermüdliches, wenn auch sprachlich an Grenzen stoßendes Bestreben, das Sterben poetisch greifbar zu machen.
Schlüsselwörter
Ernst Meister, Im Zeitspalt, Lyrik, Tod, Sterben, Poetologie, Todesmetaphorik, Spätwerk, Existenz, Bewusstsein, Ewigkeit, Sprachphilosophie, Hermetik, Nicht-Sein, Erkenntnis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die lyrische Behandlung des Themas Tod im Werk des deutschen Dichters Ernst Meister, insbesondere in seinem Band „Im Zeitspalt“.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Konzepte von Sein, Zeit, Bewusstsein und Sterben sowie Meisters Versuch, das "Nichts" des Todes poetisch zu fassen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Meisters „Poetologie des Sterbens“ zu ergründen und aufzuzeigen, wie er mit sprachlichen Mitteln versucht, die existenzielle Grenze des Todes zu thematisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein biografisch-intertextueller Ansatz gewählt, der mit einer werkimmanenten Gedichtanalyse kombiniert wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Meisters theoretische Auseinandersetzung mit dem Tod sowie die konkrete Interpretation dreier ausgewählter Gedichte aus dem Band „Im Zeitspalt“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Todesmetaphorik, Spätwerk, Existenz, Erkenntnis, Sprachphilosophie und hermetische Lyrik charakterisiert.
Warum wird gerade der Band „Im Zeitspalt“ analysiert?
Dieser Band gilt als Höhepunkt von Meisters Spätwerk, in dem die Auseinandersetzung mit dem Tod besonders radikal und intensiv stattfindet.
Wie geht Meister mit der Unbeschreibbarkeit des Todes um?
Meister nutzt verschiedene ästhetische und semantische Strategien, etwa durch Metaphern-Umkehrung oder das Spiel mit dem Kontrast zwischen dem "Nichts" und der Wirklichkeit.
Erfolgt eine christliche Interpretation des Todes?
Nein, die Arbeit stellt heraus, dass Meisters Todesvorstellungen eher nihilistisch geprägt sind und keinen klassischen Jenseitsglauben beinhalten.
- Quote paper
- Ralf Hikschl (Author), 2011, Ernst Meisters „Poetologie des Sterbens“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268113