Ein römischer Junge begibt sich auf die Suche nach Informationen über seine Mutter - Perpetua. Er besucht das Stadtarchiv, fragt einen Christen... und setzt sich mit der Frage auseinander, ob das Opfer seiner Mutter nachvollziehbar oder abzulehnen ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Thema
1.1 Thema der Stunde
1.2 Lehrplanbezug
1.3 Sachanalyse
2. Pädagogisch-psychologische Überlegungen
2.1 Situation der Klasse
2.2 Bedeutung des Themas für die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler
3. Planung der Unterrichtsstunde
3.1 Stellung der Stunde in der Stundensequenz
3.2 Lernziele
3.3 Methodisch-didaktische Überlegungen und geplanter Verlauf
4. Verlaufsskizze
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Schülerinnen und Schülern der 7. Jahrgangsstufe die Thematik der Christenverfolgungen im Römischen Reich durch einen narrativen und handlungsorientierten Zugang nahezubringen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei, ob das Martyrium als beispielhaftes Bekenntnis oder als egoistische Handlung wahrgenommen wird, indem die Lernenden aus der Perspektive eines gleichaltrigen Jungen, Lucius, eine biografische Spurensuche nach seiner Mutter Perpetua unternehmen.
- Narrative Vermittlung historischer Zusammenhänge durch die Figur des Lucius
- Analyse historischer Quellen (z.B. Plinius-Brief, Märtyrerakten) im Kontext von Gruppenarbeit
- Reflexion über ethische Wertekonflikte im Spannungsfeld von Familie und Überzeugung
- Förderung der Urteilskompetenz durch biografisches Lernen und Rollenübernahme
- Transfer der historischen Thematik auf aktuelle gesellschaftliche Relevanz
Auszug aus dem Buch
RECHTSPRECHUNG ÜBER DIE CHRISTEN
Eure Suche nach Informationen über Perpetua gestaltet sich leicht. Denn einer eurer Väter ist Prozess-Anwalt. Er ist zwar nicht so berühmt wie Cicero, aber er müsste auf jeden Fall etwas über Lucius‘ Mutter wissen. Denn eine vornehme Frau kann nicht verschwinden, ohne dass nach ihr gesucht wird – oder ist da gar ein Verbrechen geschehen?
Als ihr das Arbeitszimmer des Prozess-Anwalts betretet, ist er gerade sehr beschäftigt. Er erinnert sich jedoch an den Fall Perpetua und schickt euch in ein Nebenzimmer. Nach einer Weile bringt er euch einige Akten und erläutert, Vivia Perpetua aus vornehmem Hause und ihre Sklavin Felicitas wurden verhaftet, weil sie sich auf die Taufe vorbereiteten. Nach einem Verhör wurden sie zum Tode verurteilt.
Er holt noch eine Seite aus der Akte heraus: „Dieser Brief hier bestimmt unsere Rechtsprechung im Falle der sog. Christen.“
Lest den Brief ganz sorgfältig, tragt die Regeln im Umgang mit Christen auf dem Puzzle-Stück zusammen und überlegt, ob Perpetua ihrem Urteil hätte entkommen können.
Der Statthalter Plinius Secundus holt kaiserlichen Rat ein, wie er mit Christen umzugehen hat und beschreibt sein bisheriges Vorgehen:
Zunächst habe ich gefragt, ob die als Christen Angezeigten zugeben, Christen zu sein. Bejahten sie es, drohte ich ihnen mit der Todesstrafe und stellte ein zweites und drittes Mal dieselbe Frage. Blieben sie bei ihrem Glauben, ließ ich sie zur Hinrichtung abführen.
Ich hole eiligst deinen Rat ein, weil die Zahl der Gefährdeten sogar in den ländlichen Gebieten ständig zunimmt.
Zwei Monate später antwortet Kaiser Trajan:
Lieber Secundus, bei der Prüfung der Anklagen gegen diese Leute, die man Dir als Christen anzeigte, hast du das richtige Verfahren befolgt.
Eine feste Regel lässt sich nicht aufstellen. Aufzuspüren sind die Leute nicht. Werden sie angezeigt und vorgeführt, so muss man sie bestrafen. Dabei ist zu beachten: Wer bestreitet, Christ zu sein, und dies durch die Tat beweist, soll begnadigt werden. Anonyme Anklageschriften dürfen keine Beachtung finden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Thema: Dieses Kapitel führt in das Thema der Lehrprobenstunde ein und verankert es im Lehrplan für die 7. Jahrgangsstufe.
2. Pädagogisch-psychologische Überlegungen: Hier werden die Klassensituation analysiert und die Bedeutung der Thematik für die altersspezifische Identitätsentwicklung der Schülerinnen und Schüler dargelegt.
3. Planung der Unterrichtsstunde: Dieses Kapitel erläutert die Einbettung der Stunde in die laufende Sequenz, die Lernziele sowie das didaktische Vorgehen.
4. Verlaufsskizze: Diese Zusammenfassung gibt einen tabellarischen Überblick über die zeitliche Struktur, die Phasen, Inhalte und eingesetzten Medien der Unterrichtsstunde.
Schlüsselwörter
Martyrium, Christenverfolgung, Römische Geschichte, Perpetua, Biografisches Lernen, Lucius, Identitätsentwicklung, Religionslehre, Kaiseropfer, Unterrichtsplanung, Handlungsorientierung, Quellenarbeit, Werturteilsbildung, Kirchengeschichte, Religionsunterricht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die Planung einer Lehrprobenstunde im Fach Evangelische Religionslehre zum Thema „Martyrium – Bekenntnis oder Egoismus“ für eine 7. Klasse am Gymnasium.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Christenverfolgungen im Römischen Reich, die historische Rolle des Martyriums, das Konzept des Kaiseropfers und die Bedeutung dieser historischen Ereignisse für die heutige Lebenswelt der Schüler.
Was ist das primäre Ziel der Stunde?
Die Schüler sollen die Vorwürfe gegen Christen verstehen, die rechtliche Lage bei Christenprozessen erforschen und eigene Kriterien für die Beurteilung von Martyrium entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein narrativer und handlungsorientierter Ansatz gewählt, bei dem Schüler durch die Perspektive einer fiktiven Figur (Lucius) und die Arbeit mit historischen Quellen (Puzzle-Methode) forschend lernen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Analyse der Christenverfolgungen, der Situation der Klasse, der methodischen Planung des Unterrichts sowie der konkreten Quellenarbeit, etwa anhand des Briefwechsels zwischen Plinius und Trajan.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind unter anderem Martyrium, Perpetua, handlungsorientierter Religionsunterricht, Quellenanalyse und Identitätsbildung im Jugendalter.
Warum spielt die Figur des Lucius eine so zentrale Rolle?
Lucius dient als Identifikationsfigur, die es ermöglicht, die abstrakte historische Materie personalisiert und motivierend zu erschließen, wodurch die Schüler Empathie entwickeln und einen persönlichen Zugang zum Thema finden.
Welche Rolle spielt die Gruppenarbeit im Unterrichtsentwurf?
Die Gruppenarbeit dient dazu, Kooperationsfähigkeit zu fördern und die Bearbeitung komplexer historischer Quellen durch arbeitsteilige „Suchaufträge“ zu erleichtern, deren Ergebnisse am Ende zu einem Gesamtbild zusammengefügt werden.
- Arbeit zitieren
- Pavla Hecht (Autor:in), 2013, Martyrium. Bekenntnis oder Egoismus?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268138