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Ältere Migranten aus der Türkei im deutschen Gesundheitssystem

Title: Ältere Migranten aus der Türkei im deutschen Gesundheitssystem

Presentation (Elaboration) , 2004 , 30 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Diplom-Pflegewirt (FH) Peter-Michael Schulz (Author)

Nursing Science - Miscellaneous
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Einleitung

In Deutschland leben und arbeiten 2,1 Millionen türkische Menschen. Einige wohnen hier schon seit vierzig Jahren. Man holte sie als „Gastarbeiter“, um den Wohlstand unseres Landes zu ermöglichen. Sie übten hier, nicht selten unter den erbärmlichsten Zuständen und Bedingungen (vgl. z.B. Wallraff, G., 1985; Katsoulis, H., 1978), ihren Beruf aus und sie zahlten auch in die Kassen des deutschen Steuer- und Sozialversicherungssystems ein. Inzwischen werden diese ersten Migranten alt, krank oder pflegebedürftig und benötigen professionelle Hilfe, welche ihnen schließlich ja auch gesetzlich zusteht. Die türkischen Mitbürger haben, so wie auch andere Bevölkerungsgruppen, ihre eigenen kulturspezifischen, individuellen Bedürfnisse. Diese sollten bei einer beratenden und/oder pflegerischen Unterstützung beachtet werden. Im Rahmen eines Referates möchte ich einige dieser migrantenspezifischen Besonderheiten vorstellen. Zunächst werde ich kurz die wichtigsten Daten zu dem Herkunftsland nennen. Dann möchte ich auf die Geschichte der Einwanderung, auf die einzelnen Phasen, bis hin zur heutigen Lage eingehen und die Merkmale der derzeitigen Entwicklung aufzeigen. Danach widme ich mich im Vortrag der Thematik: „Migration und Alter“ und werfe dabei einen kurzen Blick auf die häufigsten Religionen dieser Bevölkerungsgruppe. Dem folgen dann einige Aussagen zu der aktuellen Gesundheitssituation, zu den Bedürfnissen und zu den Präferenzen der älteren Gastarbeiter. Vor dem abschließenden Fazit möchte ich noch die bestehenden Zugangsbarrieren von Institutionen und Einrichtungen benennen.

Einige Daten zu dem Herkunftsland Türkei

Wie in der folgenden Übersicht deutlich zu erkennen ist, handelt es sich bei der Türkei um ein sehr facettenreiches, heterogenes Land. Es ist geprägt von einem Reichtum an ethnischen Bevölkerungsgruppen und Sprachen. Im Laufe des vergangenen 20. Jahrhunderts hat die Türkei einige tiefgreifende Veränderungen erfahren. Durch umfassende Reformen entstand unter Kemal Atatürk aus einem islamisch geprägten Kalifenstaat 1923 eine moderne Republik. Der Islam wurde 1928 als Staatsreligion abgeschafft und 1937 der Laizismus (Trennung von Staat u. Religion) als festgeschriebenes Prinzip in der Verfassung übernommen. Seit 1948 ist die Türkei Gründungsmitglied der OEEC, seit 1949 Mitglied im Europarat und seit 1952 Teil der Nato. Die Bevölkerung musste zwei Militärputsche (1960 und 1980) und die dann folgenden Militärregierungen ertragen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einige Daten zu dem Herkunftsland Türkei

3. Migrationsgeschichte und ihre Phasen

3.1. Phasen der Migration nach 1945

3.2. Merkmale der gegenwärtigen Entwicklung

3.3. Ebenen der Integration

4. Migration und Alter

4.1. Die Lebenslage älterer Migranten

4.2. Die Religionen der türkischen Migranten

4.3. Die gesundheitliche Situation der „Gastarbeiter“ heute

4.4. Bedürfnisse und Präferenzen älterer Migranten

4.5. Migrationstypische Zugangsbarrieren

5. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Lebenssituation älterer türkischer Migranten in Deutschland auseinander, die als sogenannte „Gastarbeiter“ der ersten Generation maßgeblich zum Wohlstand des Landes beigetragen haben. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die kulturspezifischen Bedürfnisse, gesundheitlichen Belastungen und institutionellen Zugangsbarrieren dieser Bevölkerungsgruppe zu schaffen, um eine bedürfnisorientierte und migrantengerechte Unterstützung in Pflege und Beratung zu ermöglichen.

  • Historische Entwicklung der Arbeitsmigration nach Deutschland
  • Soziale und gesundheitliche Lebenslagen der älteren ersten Migrantengeneration
  • Bedeutung von Religion und Tradition in der Pflegesituation
  • Bekanntheit und Inanspruchnahme von Altenhilfe-Angeboten
  • Identifikation von Zugangsbarrieren zu medizinischen und sozialen Diensten

Auszug aus dem Buch

4.1. Die Lebenslage älterer Migranten

Die Lebenslage der älteren Migranten wird häufig durch eine weiterhin bestehende Rückkehrorientierung, einen stärkeren Rückzug in ethnische Enklaven und durch geringe finanzielle Ressourcen geprägt (vgl. Hielen, M., Tyll, S., 2003, 73 ff). Dies möchte ich an dieser Stelle etwas näher erläutern:

(1) Bestehende Rückkehrorientierung:

Viele Einwanderer lebten, bzw. leben in einem ständigen Provisorium, da sich ihre persönliche Lebensplanung weiterhin auf ihr Herkunftsland bezieht. Ihr Migrationsziel bleibt die Rückkehr in die Heimat. Gründe für einen Verbleib, trotz der bestehenden Rückkehrorientierung sind nicht selten (vgl. Hielen, M., Tyll, S., 2003, 73 ff):

- die familiären Motive (z.B. nachgeholte Familie/Kinder in Deutschland),

- die gesundheitlichen Motive (z.B. bessere gesundheitliche Versorgung in Deutschland),

- die sozialen Gründe (z.B. Frauen befürchten Verlust von Selbstständigkeit),

- die Enttäuschungen (z.B. nicht erreichtes ursprüngliches Migrationsziel, wie finanzieller Wohlstand),

- die Entfremdung vom Heimatland (z.B. durch Verlust sozialer Beziehungen zum Heimatland).

Migranten, welche sich schon früh auf einen endgültigen Verbleib eingestellt haben, fällt die Integration in die Gesellschaft häufig leichter. Sie verfügen dann oft auch über einen besseren Zugang zu institutionellen Hilfen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Lebenssituation der ersten türkischen Migrantengeneration dar, die nun im Alter auf pflegerische Unterstützung angewiesen ist, und definiert das Ziel der Arbeit, migrantenspezifische Bedürfnisse zu beleuchten.

2. Einige Daten zu dem Herkunftsland Türkei: Das Kapitel liefert einen Überblick über die Kennzahlen der Türkei und skizziert den Wandel von einem Kalifenstaat zur modernen Republik unter Berücksichtigung politischer und gesellschaftlicher Umbrüche.

3. Migrationsgeschichte und ihre Phasen: Es wird die chronologische Entwicklung der Zuwanderung in Deutschland aufgezeigt, von der Arbeitsmigration ab 1961 über den Anwerbestopp 1973 bis hin zur faktischen Niederlassung ab 1980.

3.1. Phasen der Migration nach 1945: Dieser Abschnitt unterteilt die Migrationsgeschichte in die Phase der aktiven Anwerbung von Arbeitskräften und den nachfolgenden Anwerbestopp, der zu einer verstärkten Familienzusammenführung führte.

3.2. Merkmale der gegenwärtigen Entwicklung: Das Kapitel analysiert aktuelle Trends wie die Vereinsbildung, den Aufbau eines türkischstämmigen Mittelstands und die veränderte Bildungs- und Studienfächerwahl der Migranten.

3.3. Ebenen der Integration: Hier werden die theoretischen Ebenen der Integration – gesellschaftlich, rechtlich, kulturell und politisch – definiert und das Verfahren der Einbürgerung in Deutschland erläutert.

4. Migration und Alter: Es wird die demografische Entwicklung älterer Migranten dargestellt, bei der türkische Einwanderer die mengenmäßig größte Gruppe im Alter von über 60 Jahren bilden.

4.1. Die Lebenslage älterer Migranten: Das Kapitel beleuchtet den Einfluss der Rückkehrorientierung, den Rückzug in ethnische Enklaven und die finanziellen sowie gesundheitlichen Ressourcen im Alter.

4.2. Die Religionen der türkischen Migranten: Dieser Abschnitt beschreibt die Bedeutung von Religion am Lebensabend und differenziert zwischen den Glaubensrichtungen Sunniten und Aleviten sowie deren Relevanz für den Pflegealltag.

4.3. Die gesundheitliche Situation der „Gastarbeiter“ heute: Das Kapitel zeigt auf, dass Migranten aufgrund belastender Arbeitsbedingungen im Erwerbsleben über einen schlechteren Gesundheitszustand als Einheimische verfügen.

4.4. Bedürfnisse und Präferenzen älterer Migranten: Hier werden Informationsstand, Inanspruchnahme von Hilfen und die ausgeprägte Ablehnung gegenüber einer stationären Heimversorgung thematisiert.

4.5. Migrationstypische Zugangsbarrieren: Das Kapitel identifiziert Hindernisse auf Seiten der älteren Migranten wie auch auf Seiten der Institutionen, die eine bedarfsgerechte Versorgung erschweren.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und schlägt Lösungsansätze vor, insbesondere den Wandel vom Defizitansatz hin zu interkulturellen, bedürfnisorientierten Angeboten.

Schlüsselwörter

Migration, Gastarbeiter, Türkei, Alter, Lebenslage, Integration, Gesundheit, Pflege, Religion, Zugangsbarrieren, Altersvorsorge, interkulturelle Pflege, Sozialberatung, Migrationsgeschichte, Altenhilfe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Lebenssituation älterer türkischer Migranten der ersten Generation in Deutschland und wie diese im Alter auf professionelle Pflege und soziale Unterstützung angewiesen sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Migrationsgeschichte, die gesundheitliche Belastung durch frühere Arbeitsbedingungen, religiöse Bedürfnisse im Alter und die Barrieren beim Zugang zu deutschen Hilfs- und Pflegesystemen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, auf die besonderen Bedürfnisse älterer Migranten aufmerksam zu machen und Empfehlungen für eine bedürfnisorientierte sowie interkulturell ausgerichtete Pflegepraxis zu geben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Auswertung bestehender sozialwissenschaftlicher Studien, Statistiken und Fachliteratur zur Situation älterer Migranten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Migration, die Darstellung der Lebenslagen im Alter, spezifische Aspekte wie Religion und Gesundheit sowie die Untersuchung der Inanspruchnahme von Altenhilfe-Angeboten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Migration, Gesundheit im Alter, interkulturelle Pflege, Zugangsbarrieren und die Lebenssituation von Gastarbeitern charakterisieren.

Warum lehnen viele türkische Migranten die Heimversorgung ab?

Die Ablehnung resultiert aus einer Kombination von mangelndem Bekanntheitsgrad der Angebote, der Angst vor kultureller Entfremdung und dem Wunsch nach einer Versorgung durch Personal der eigenen Nationalität und Herkunft.

Welche Bedeutung hat der „healthy migrant“-Effekt im Alter?

Der Begriff beschreibt, dass Einwanderer bei ihrer Ankunft oft gesünder als die einheimische Bevölkerung waren, jedoch durch die langfristigen Belastungen der Arbeit in Deutschland heute eine höhere Morbidität und Chronifizierung von Krankheiten aufweisen.

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Details

Title
Ältere Migranten aus der Türkei im deutschen Gesundheitssystem
College
Alice Salomon University of Applied Sciences Berlin AS  (ASFH - Pflege/Pflegemanagement)
Course
Beratungsprozesse im Pflege- u. Gesundheitssektor
Grade
1,0
Author
Diplom-Pflegewirt (FH) Peter-Michael Schulz (Author)
Publication Year
2004
Pages
30
Catalog Number
V26815
ISBN (eBook)
9783638290418
ISBN (Book)
9783638649162
Language
German
Tags
Migranten Türkei Gesundheitssystem Beratungsprozesse Pflege- Gesundheitssektor
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Pflegewirt (FH) Peter-Michael Schulz (Author), 2004, Ältere Migranten aus der Türkei im deutschen Gesundheitssystem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26815
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