Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Didactique de l'Allemand - Littérature, Œuvres

Orakelspruch und Geschwisterinzest in Schillers Tragödie "Die Braut von Messina"

Versuch einer psychoanalytischen Deutung

Titre: Orakelspruch und Geschwisterinzest in Schillers Tragödie "Die Braut von Messina"

Essai , 2012 , 5 Pages , Note: bestanden

Autor:in: Sabrina Thorwesten (Auteur)

Didactique de l'Allemand - Littérature, Œuvres
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Die Braut von Messina zählt zu Schillers klassischen Dramen.
Für sein Werk hat Schiller keine Quellen im eigentlichen Sinne benutzt, er ließ sich jedoch durch einige Werke anregen.
Der Stoff zur Braut von Messina ist vom Dichter frei erfunden, allerdings ist unbestritten, Schiller weist ja selber darauf hin, dass das griechische Drama König Ödipus von Sophokles den Bezugspunkt bildet
Schiller ging es in seinem Werk Die Braut von Messina um die Konstruktion einer Konstellation, wie er sie am Ödipus des Sophokles bewunderte, ein von den Protagonisten nicht erkanntes Schicksal, das sie unerkannt beherrschte und dem sie notwendig unterliegen mussten.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Literarische Einordnung

2.1 Quellen und Anregungen

2.2 Das klassische Drama

3. Psychoanalytische Deutungsansätze

3.1 Motiv-Konstellationen

3.2 Familiäre Konflikte und Schicksalsbewältigung

4. Analyse der tragischen Struktur

4.1 Bedeutung des Orakelspruchs

4.2 Schuld und Schicksal in der Moderne

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Schillers Tragödie "Die Braut von Messina" unter psychoanalytischen Gesichtspunkten, wobei insbesondere die Verknüpfung von Orakelspruch und Geschwisterinzest als zentrale Motive analysiert werden, um die tragische Entwicklung des Fürstenhauses nachzuvollziehen.

  • Psychoanalytische Deutung von Schillers Dramatik
  • Die Rolle des Orakelspruchs und familiärer Fluchmotive
  • Motivik des Geschwisterinzests und der erotischen Rivalität
  • Analyse der klassischen Dramenstruktur bei Schiller
  • Schuld, Schicksal und deren moderne Interpretation

Auszug aus dem Buch

Psychoanalytische Aspekte der Motiv-Konstellation

Schiller ging es in seinem Werk Die Braut von Messina um die Konstruktion einer Konstellation, wie er sie am Ödipus des Sophokles bewunderte, ein von den Protagonisten nicht erkanntes Schicksal, das sie unerkannt beherrschte und dem sie notwendig unterliegen mussten. Hierzu hätte allerdings das Inzest-Motiv ausgereicht, Schiller aber hat das Thema von den verfeindeten Brüdern mit dem Motiv der erotischen Rivalität hinzugefügt. Diese Motiv-Konstellation löste erst die Diskussion über die Gründe von Krieg und Frieden im Volk von Messina aus. Hier scheint auch das Erbe des philosophischen Arztes erneut deutlich zu werden, welcher seine Gestalten in künstlichen und kunstvollen Ordnungen und Zuordnungen aufbaut, um an ihnen psychische und soziale Befunde und deren Anamnese zu diagnostizieren. Die Erschaffung bestimmter Strukturen erlaubt es dem Autor, die Verhaltensmechanismen seiner Protagonisten und ihre analytisch nach und nach hervortretenden Gründe wie in einem individual- und massenpsychologischen Experiment zu zeigen.

Bei Schillers Die Braut von Messina ist es deshalb angebracht, nicht alleine von einem sophokleischen Erbe, sondern auch von einem freudianischen Ausblick zu sprechen. „Der Starke achtet es/ Gering, die leise Quelle zu verstopfen,/ Weil er dem Strome mächtig wehren kann.“ (V.44-46). Was aber, wenn der Starke, wie in König Ödipus, schwach wird oder gar stirbt wie der Fürst in Die Braut von Messina, denn dann wird die verschwiegene Quelle psychischer Deformation zum alles mit sich reißenden und alles zerstörenden Schwefelstrom (vgl. V.399). Donna Isabella ist, wie Iokaste, durch die Zumutung ihr Kind töten zu lassen, beschädigt. Und Beatrice, als Kind verstoßen, wie Ödipus, versucht unbewusst die Wunde durch Inzest zu schließen. Die Gründe für den Bruderzwist bleiben Ungewiss (vgl. V.410-411).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Entstehungsgeschichte des Dramas ein und beleuchtet Schillers Anspruch an das klassische Drama.

2. Literarische Einordnung: Hier werden die Quellen, Anregungen durch andere Autoren sowie die formale Einordnung in das klassische Drama vorgenommen.

2.1 Quellen und Anregungen: Dieser Abschnitt erläutert die Einflüsse von Sophokles, Walpole und anderen Autoren auf Schillers Stoffwahl.

2.2 Das klassische Drama: Hier wird Schillers Verständnis von Kunst und deren Darstellungs- und Wahrheitswert im Kontext seines Werkes diskutiert.

3. Psychoanalytische Deutungsansätze: Das Kapitel verknüpft die dramatische Handlung mit psychologischen Deutungsmustern, insbesondere im Hinblick auf Schillers Methode als „philosophischer Arzt“.

3.1 Motiv-Konstellationen: Hier wird analysiert, wie Schiller durch die Kombination von Inzest-Motiv und Rivalität psychische Deformationen seiner Charaktere konstruiert.

3.2 Familiäre Konflikte und Schicksalsbewältigung: Die Untersuchung der familiären Schuldstrukturen zeigt, wie das Schicksal durch das interessegeleitete Handeln der Figuren ersetzt wird.

4. Analyse der tragischen Struktur: Dieses Kapitel betrachtet das Ende des antiken Götterfluchs und die Verinnerlichung der Tragödie innerhalb der Fürstenfamilie.

4.1 Bedeutung des Orakelspruchs: Hier wird erörtert, wie das antike Orakelmotiv durch Träume und deren widersprüchliche Auslegung in die Moderne transformiert wird.

4.2 Schuld und Schicksal in der Moderne: Die Uneindeutigkeit der Schuld bewirkt eine reflektierte Darstellung des Auseinanderbrechens der gesellschaftlichen Totalität.

Schlüsselwörter

Friedrich Schiller, Die Braut von Messina, Psychoanalyse, Ödipus, Inzest-Motiv, Geschwisterrivalität, Schicksal, Schuld, Klassik, Dramentheorie, literarische Quellen, Motivforschung, Donna Isabella, Tragödie, Familienkonflikt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einer psychoanalytischen Deutung von Schillers Tragödie "Die Braut von Messina" und untersucht, wie der Autor antike Motive in moderne Strukturen überführt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind die Motive des Orakelspruchs, des Geschwisterinzests, der erotischen Rivalität sowie die familiäre Verinnerlichung des Schicksalsbegriffs.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die spezifische Konstruktion einer Motiv-Konstellation freizulegen, die es Schiller ermöglicht, psychische Befunde seiner Protagonisten wie in einem Experiment zu diagnostizieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein literaturwissenschaftlicher Ansatz gewählt, der insbesondere psychoanalytische Deutungsmuster (im Sinne eines "philosophischen Arztes") auf die dramatische Struktur anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Quellen und die formale Einordnung, geht tief in die psychoanalytische Motivik ein und untersucht, wie Schuld und Schicksal in der Moderne neu bewertet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Schiller, Die Braut von Messina, Psychoanalyse, Inzest, Schicksal, Schuld, Sophokles und dramatische Motiv-Konstellation.

Inwiefern beeinflusst das sophokleische Erbe die Struktur des Dramas?

Schiller nutzt die analytische Methode des sophokleischen Dramas, wobei er jedoch den antiken Götterfluch durch eine psychologische, familiär bedingte Tragik ersetzt.

Welche Rolle spielen die Träume der Charaktere?

Die Träume dienen als moderne Entsprechung des antiken Orakels und spiegeln durch ihre widersprüchliche Deutung das Auseinanderbrechen der gesellschaftlichen Totalität wider.

Fin de l'extrait de 5 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Orakelspruch und Geschwisterinzest in Schillers Tragödie "Die Braut von Messina"
Sous-titre
Versuch einer psychoanalytischen Deutung
Université
RWTH Aachen University
Note
bestanden
Auteur
Sabrina Thorwesten (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
5
N° de catalogue
V268182
ISBN (ebook)
9783656587316
ISBN (Livre)
9783656587347
Langue
allemand
mots-clé
Schiller Braut von Messina Inzest
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sabrina Thorwesten (Auteur), 2012, Orakelspruch und Geschwisterinzest in Schillers Tragödie "Die Braut von Messina", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268182
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  5  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint