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Altera Vox - Die andere Stimme. 'The faceless' Medea in Afghanistan

Prä- und Postfigurationen einer Frauenfigur in Khaled Hosseinis "A Thousand Splendid Suns" und Christa Wolfs "Medea. Stimmen" im Vergleich

Título: Altera Vox - Die andere Stimme. 'The faceless' Medea in Afghanistan

Tesis de Maestría , 2013 , 91 Páginas , Calificación: 2.0

Autor:in: Oriana Omaj (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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„Medea du Schöne dreh dich nicht um […, sonst] jagen sie dich durch unsere Literaturen.“ (Helga M. Novak)
Zwei Bilder: Medea aus der antiken Mythologie und eine verschleierte Kindfrau in Afghanistan.

Unterschiedlicher könnten die Kulissen für den Entwurf dieser Arbeit nicht sein, und dennoch treffen sich diese beide Figuren, tauschen sich aus, tauschen permanent Plätze aus und resultieren in einer produktiven Kongruenz, die aus mythologischen und fiktionalen Figureninteraktion besteht. Der Medea-Mythos kommt in einer Zeitspanne von 2.400 Jahren auf eine stolze Zahl von mehr als 300 Über- und Bearbeitungen, von Euripides bis in die postmoderne Gegenwart, und hat sich so bis heute nicht nur einen sicheren Rang in der Mythosbearbeitung in den antiken Tragödien, in der Kunst, in Dramenwerken und nicht zuletzt in der Literatur errungen, sondern eine enorme Größe gewonnen und ist so zum Mammut-Mythos geworden, der jede Zeit und jeden Raum zu sprengen droht. Für diesen „Medea-Boom“ ist noch längst kein Ende in Sicht. Je markanter der Mythos der Medea, desto weniger manifest zeigen sich die Züge einer kleinen Heroine, einer Kindfrau, in der figurenkompositorischen Gegenüberstellung des komparatistischen literaturwissenschaftlichen Vergleichs. Im Schatten der Medea wirkt alles andere blass, und eine unbedeutende Kindfrau aus Afghanistan kann sich erst recht schwer behaupten.

Medea, die Schrecklich-Schöne, ist als eine „mythische Figur, die in ihren Anspielungen auf die Gegenwart doch zugleich das Fremde und Unverfügbare des Mythos gegenwärtig hält“, zugleich „Spielmaterial und Ordnungsmodell“. Eine fiktionale Figur in einem interkulturellen Bildungsroman des 21. Jahrhunderts muss dagegen noch in diese Schuhe wachsen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Femininer ‚Modus‘

2.1 Körper

2.2 Bildung und Identität

2.3 Liebe und Mutterstatus

3. Die Geschlechterproblematik

3.1 Machtmodelle und Machtdynamik

3.2 Gendertravestie mit Maskeneffekt

3.3 Die Femme fatale als Bestie der Rache – oder doch Justitia?

4. Die Schuldproblematik

4.1 (Medea) Mariam. Retrospektiven des ‚Fremden‘

4.2 (Medea) Mariam – die Bastardin

4.3 (Medea) Laila – die Hure

4.4 (Medea) Laila – die Verführerin

4.5 Mariam und Medea als Opfer

5. Die Symbolik

5.1 Die Kleidersymbolik

5.2 Die Farbsymbolik

5.3 Wasser und Brunnensymbolik

5.4 Namen und Nummern

5.5 Sonne und Mond

6. Die Grenzproblematik

6.1 Begriffsdefinition der Liminalität

6.2 Raumgrenzen

6.3 Zeitgrenzen

6.4 Medea-Vision

6.5 Passion-Christi-Modell

6.5.1 Die Inkarnation

6.5.2 Der Leidensweg

6.5.3 Kreuzigung mit Auferstehung

6.5.4 Das neue Jerusalem

7. Stil und Sprache

7.1 Christa Wolfs Medea. Stimmen

7.2 Khaled Hosseinis A Thousand Splendid Suns

7.3 Bilder und Erinnerungen

8. Mythos oder Fiktion – Ent- und Remythologisierung?

9. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld und die Kongruenzen zwischen der mythologischen Frauenfigur Medea in Christa Wolfs Werk und den Figuren Mariam und Laila in Khaled Hosseinis Roman. Ziel ist es, durch eine intertextuelle und interkulturelle Analyse aufzuzeigen, wie diese Figuren als Konstrukte weiblicher Identität innerhalb patriarchal geprägter Strukturen fungieren und welche Rolle dabei Prä- und Postfigurationen spielen.

  • Intertextuelle Vergleiche zwischen antiker Mythologie und moderner Belletristik
  • Analyse der Konstruktion von Weiblichkeit und Identität in verschiedenen Kulturkreisen
  • Untersuchung von Machtmodellen, Schuldproblematik und Symbolik als Instrumente der Unterdrückung und Befreiung
  • Erforschung der Konzepte von Gendertravestie, Liminalität und der Vision als transzendentalem Element

Auszug aus dem Buch

3.1 Machtmodelle und Machtdynamik

Während das Matriarchat zur Egalität tendiert, zeichnet sich das Patriarchat durch eine deutlich hierarchisch geprägte Ordnung aus, die im Hinblick auf das Geschlecht die Frau dem Mann unterordnet. Diese Ordnung der Ungleichheit herrschte so auch im antiken Korinth. Die Figur Medea in MS verstößt gegen die sich daraus ergebenden Normen des Patriarchats, und in ihrem eigenen Land Kolchis gibt es Anzeichen eines gestörten Gleichgewichts zwischen den Geschlechtern, gegen die sich auch hier zur Wehr setzt. Sie flieht aus Kolchis und verlässt Land und Familie, weil sie etwas Störendes hinter der vergeblich harmonischen Atmosphäre am Königshof wahrnimmt: Aietes hat seinen Sohn Absyrtos, nachdem diese zum Schein einen Tag die Regentschaft innehatte, hinterhältig durch die wilden Weiber ermorden lassen. Damit wollte er vermeiden, dass ein kleiner Junge und mit diesem ein matriarchales, feminines Bündnis in Form von Idya und Medea ihm den Thron streitig könnten. In Medeas Monolog über den Brudermord wirft Christa Wolf die Frage auf: „[...] und ich dachte, wie uralt dieses Opfer der Söhne durch die Väter ist, die nicht abtreten wollen [...]?“ Wenn aber Medea in ihrer Flucht – zuerst von Kolchis nach Korinth und danach von Korinth ins Unbestimmte – die Möglichkeit sieht, nach einer geeigneten Lösung für sich selbst und mit ihr für das Feminine zu suchen, und diese Möglichkeit dann ergreift, übernehmen die weiblichen Figuren in TSS – zuerst Mariam und danach Laila – eine reale „Geschlechteridentität“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der interkulturellen Prä- und Postfiguration weiblicher Identitäten anhand der Figuren Medea, Mariam und Laila ein.

2. Femininer ‚Modus‘: In diesem Kapitel wird der feminine Modus unter Berücksichtigung von Körper, Bildung und dem Mutterstatus untersucht.

3. Die Geschlechterproblematik: Hier werden patriarchale Machtstrukturen und die Rolle der Frau sowie das Phänomen der Gendertravestie und der Femme fatale diskutiert.

4. Die Schuldproblematik: Das Kapitel beleuchtet die individuellen Schicksale von Medea, Mariam und Laila unter dem Aspekt von Fremdheit, Bastard-Status und Opferrollen.

5. Die Symbolik: Eine Analyse zentraler Symbole wie Kleidung, Farben, Wasser und Himmelskörper zur Untermauerung der Identitätskonzepte.

6. Die Grenzproblematik: Dieses Kapitel behandelt Liminalität, Raum- und Zeitgrenzen sowie das visionäre Potential der Figuren und das Passion-Christi-Modell.

7. Stil und Sprache: Eine literaturwissenschaftliche Untersuchung der Erzählweisen und Bildsprache in den Werken von Christa Wolf und Khaled Hosseini.

8. Mythos oder Fiktion – Ent- und Remythologisierung?: Reflexion darüber, wie moderne Texte Mythen dekonstruieren und neu interpretieren.

9. Resümee: Eine abschließende Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich der interkulturellen Relevanz und der Transformation weiblicher Identität.

Schlüsselwörter

Medea, Christa Wolf, Khaled Hosseini, Tausend strahlende Sonnen, Patriarchat, Matriarchat, Gendertravestie, Liminalität, Intertextualität, Femininer Modus, Identitätsbildung, Mythos, Schuldproblematik, Gender, Machtdynamik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Magisterarbeit untersucht die interkulturelle und intertextuelle Verbindung zwischen antiken Mythen (verkörpert durch Medea) und modernen Romanen (vertreten durch Mariam und Laila in Hosseinis Werk), um die Konstruktion von Frauenfiguren in patriarchalischen Gesellschaften zu analysieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Rolle des Patriarchats, die Symbolik von Weiblichkeit, die Problematik von Schuld und Fremdheit sowie die literarische Darstellung von Identitätskrisen und deren Überwindung.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, zu zeigen, wie die weiblichen Hauptfiguren trotz restriktiver gesellschaftlicher Rahmenbedingungen durch „Gendertravestie“ oder visionäre Akte eine eigene Identität und Handlungsfähigkeit gewinnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche, komparative Methode angewandt, die auf mythologischer, intertextueller und kulturtheoretischer Analyse basiert, um die Figuren in einen größeren kontextuellen Zusammenhang zu stellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Aspekte des „femininen Modus“: von körperlichen Attributen und Bildungsdefiziten über die Machtstrukturen in Korinth und Afghanistan bis hin zur symbolischen Bedeutung von Farben, Raum und Zeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselbegriffen gehören Gendertravestie, Liminalität, intertextuelle Prä- und Postfiguration sowie der Vergleich zwischen Medea als antiker Mythosfigur und den modernen Frauenfiguren Mariam und Laila.

Wie unterscheidet sich die Rolle von Medea von der von Mariam und Laila?

Während Medea eine antike, teils göttliche Figur darstellt, die ihre Autonomie durch mythische Rebellion sucht, agieren Mariam und Laila als reale, unterdrückte Frauen in einer von Taliban und religiösen Dogmen geprägten afghanischen Gesellschaft.

Welche Bedeutung hat das „Passion-Christi-Modell“ in der Arbeit?

Das Modell dient als interpretatorischer Rahmen, um zu veranschaulichen, wie die Figuren durch Leiden, Inkarnation und letztlich ein „neues Jerusalem“ (bzw. eine symbolische Befreiung) aus der Opferrolle in eine transzendente oder heilbringende Position treten.

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Detalles

Título
Altera Vox - Die andere Stimme. 'The faceless' Medea in Afghanistan
Subtítulo
Prä- und Postfigurationen einer Frauenfigur in Khaled Hosseinis "A Thousand Splendid Suns" und Christa Wolfs "Medea. Stimmen" im Vergleich
Universidad
University of Tubingen  (Neuphilologie)
Calificación
2.0
Autor
Oriana Omaj (Autor)
Año de publicación
2013
Páginas
91
No. de catálogo
V268272
ISBN (Ebook)
9783656583684
ISBN (Libro)
9783656583691
Idioma
Alemán
Etiqueta
altera stimme medea afghanistan prä- postfigurationen frauenfigur khaled hosseinis thousand splendid suns christa wolfs stimmen vergleich
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Oriana Omaj (Autor), 2013, Altera Vox - Die andere Stimme. 'The faceless' Medea in Afghanistan, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268272
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