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Gewalt in Märchen

Titel: Gewalt in Märchen

Hausarbeit , 2008 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Florian Biehl (Autor:in)

Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die literarische Gattung des Märchens existiert schon weltweit seit vorschriftlicher Zeit in mündlichen Überlieferungen und Volksweisen. Etwa ebenso alt wie das Märchen selbst ist ein Kritikpunkt, der heute noch mindestens genauso aktuell ist, wie er es schon vor hunderten von Jahren war. Bereits bei Plato findet sich Kritik an der dargebrachten Grausamkeit, welche sich mit fast ausnahmsloser Regelmäßigkeit in den übermittelten Erzählungen wieder findet.
Exemplarisch werden vier Geschichten aus den „Kinder- und Hausmärchen“ der Gebrüder Grimm betrachtet: „Rotkäppchen“, „Blaubart“, „Wie Kinder Schlachtens mit einander gespielt haben“ und „Frau Trude“. In diesen Märchen wird die Gewalt an sich, sowie die Begründung und die Aussageabsicht des Gewaltmomentes analysiert werden.
Ebenso wird der kultur-historische Kontext, in dem die Märchen entstanden sind betrachtet und mit der heutigen Sichtweise verglichen.
Abschließend werden mögliche Auswirkungen, die die geschilderten Gewalttaten auf Kinder ausüben können, besprochen sowie die Gewalt in den Märchen mit der Gewalt in ihren filmischen Umsetzungen verglichen.
Ziel ist die Klärung der Frage, welche Funktion Gewalt in Märchen besitzt und ob aus ihr zwangsläufig ein negativer Einfluss auf Kinder entsteht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.Begriffserklärung

3. Rotkäppchen

4. Blaubart

5. Frau Trude

6. Wie Kinder Schlachtens miteinander gespielt haben

7. Kultur-historische Bezüge in Märchen

8. Auswirkungen auf Kinder und Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen der Untersuchung

Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktion von Gewalt in klassischen Märchen, analysiert die Formen der Gewaltdarstellung in ausgewählten Werken der Gebrüder Grimm und klärt, ob diese zwangsläufig einen negativen Einfluss auf die kindliche Entwicklung ausüben.

  • Analyse von Gewaltmustern in Märchen anhand von vier Fallbeispielen.
  • Untersuchung der kultur-historischen Kontexte zur Entstehungszeit der Erzählungen.
  • Gegenüberstellung der Wahrnehmung von Gewalt durch Kinder versus Erwachsene.
  • Reflexion über die pädagogische Funktion von Märchen und Ängsten.
  • Vergleich der schriftlichen Märchenvorlagen mit deren medialen Transformationen.

Auszug aus dem Buch

3. Rotkäppchen

Exemplarisch werden nun die Elemente der Gewalt und Grausamkeit an spezifischen Märchen exakter veranschaulicht. Den Beginn macht hierbei die grimmsche Fassung des Märchens vom „Rotkäppchen“.

Ein junges Mädchen soll in den Wald zur Großmutter gehen, um dieser Wein und Kuchen vorbeizubringen. Doch noch bevor die Heldin des Märchens an ihrem Ziel angelangt, wird die alte Dame vom großen, bösen Wolf bei lebendigem Leibe gefressen. Als Rotkäppchen am Haus ihrer Großmutter ankommt, bemerkt sie nicht, dass anstatt derer der Wolf, verkleidet als Großmutter, im Bett liegt. Nach einer kurzen Unterhaltung wird das junge Mädchen ebenfalls gefressen – allerdings befreit ein Jäger sowohl Rotkäppchen als auch Großmutter, indem er dem nach seinem Mahl schlafenden Wolf den Bauch aufschneidet, die beiden herausholt, den Wolfsbauch mit Wackersteinen auffüllt und selbigen zunäht (ähnlich wie bei der Geschichte „Der Wolf und die sieben Geißlein“). Durch das Gewicht der Steine ist der Wolf nicht im Stande zu fliehen und stirbt.

Auch hier unterscheidet sich die Wahrnehmung der Gewalt wieder dahingehend bei der Betrachtung, von wem sie ausgeübt wird. Das Auffressen durch den Wolf, welches in seiner Gräuel noch mal verstärkt wird, da er beide bei lebendigem Leibe verspeist, ist die böse Tat, welche es zu rächen gilt.

Als „richterliche Instanz“ taucht hier der Jäger auf, dessen Gewaltanwendung sich in zwei Teile spalten lässt. Das Aufschneiden des Bauches geschieht, um Rotkäppchen und seine Großmutter zu befreien. Somit ist hier die erste Gewaltanwendung lediglich Mittel, um das Märchen zu seinem guten Ende zu führen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Kritik an Märchen ein und stellt die Forschungsfrage nach der Funktion von Gewalt sowie deren Auswirkungen auf Kinder.

2.Begriffserklärung: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Märchen und Gewalt im Kontext der Erzählstruktur und beleuchtet das binäre Gut-Böse-Schema.

3. Rotkäppchen: Das Märchen dient als Fallbeispiel für Gewalt und zeigt auf, wie Gewaltanwendung durch den Helden zur moralischen Rechtfertigung eingesetzt wird.

4. Blaubart: Die Analyse der Geschichte verdeutlicht, wie grausame Gewalt als Instrument der Spannungserzeugung oder als moralische Bestrafung fungiert.

5. Frau Trude: Dieses Kapitel interpretiert das Märchen als Warnung vor Neugierde und als Spiegelbild zeitgeschichtlicher Ängste vor gesellschaftlichen Außenseitern.

6. Wie Kinder Schlachtens miteinander gespielt haben: Hier wird ein untypisches Märchen analysiert, das eher als Bericht fungiert und die Grenze zwischen kindlichem Spiel und realer Gewalt thematisiert.

7. Kultur-historische Bezüge in Märchen: Der Abschnitt ordnet die im Märchen geschilderten Grausamkeiten in den Kontext mittelalterlicher Bestrafungspraktiken und biblischer Prinzipien ein.

8. Auswirkungen auf Kinder und Zusammenfassung: Abschließend wird diskutiert, warum Märchen trotz ihrer Brutalität für die kindliche Entwicklung wertvoll sein können und dass die wissenschaftliche Debatte noch viele Fragen offenlässt.

Schlüsselwörter

Märchen, Gewalt, Grausamkeit, Gebrüder Grimm, Kindererziehung, Psychologie, Kulturgeschichte, Rotkäppchen, Blaubart, Medienwirkung, Strafvollzug, Angst, Moral, Pädagogik, Rezeption.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Gattung des Märchens und hinterfragt die Funktion der darin enthaltenen Gewaltdarstellungen sowie deren mögliche Wirkung auf Kinder.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Gewalt, der Analyse spezifischer Märchenstoffe, dem kultur-historischen Kontext der Strafen und der psychologischen Perspektive der Märchenrezeption durch Kinder.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Klärung, welche Funktion die Gewalt in Märchen besitzt und ob daraus zwangsläufig ein negativer Einfluss auf die jungen Rezipienten entsteht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die primäre Märchentexte mit enzyklopädischen Definitionen und fachwissenschaftlicher Literatur (wie von Lutz Röhrich) vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden vier exemplarische Märchen („Rotkäppchen“, „Blaubart“, „Frau Trude“ und „Wie Kinder Schlachtens miteinander gespielt haben“) hinsichtlich ihrer Gewaltmomente und pädagogischen Aussichten untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Märchen, Gewalt, Grausamkeit, Kindererziehung, Kulturgeschichte und moralische Rechtfertigung.

Inwiefern unterscheidet sich die Wahrnehmung von Gewalt bei Kindern von der bei Erwachsenen?

Laut der Arbeit empfinden Kinder gewaltsame Szenen oft nicht als brutal, sondern als Bestandteil der Märchenlogik, während Erwachsene diese Taten isoliert und ethisch kritisch bewerten.

Warum wird die Geschichte „Wie Kinder Schlachtens miteinander gespielt haben“ als Sonderfall eingestuft?

Dieses Beispiel fällt aus der Reihe, da es keinen klassischen Märchencharakter besitzt, sondern eher wie ein zeitgenössischer Bericht mit konkreten Ortsangaben fungiert, was zu seiner späteren Entfernung aus der Sammlung führte.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gewalt in Märchen
Hochschule
Universität des Saarlandes
Note
1,0
Autor
Florian Biehl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
15
Katalognummer
V268280
ISBN (eBook)
9783656585824
ISBN (Buch)
9783656585732
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gewalt märchen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Florian Biehl (Autor:in), 2008, Gewalt in Märchen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268280
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Leseprobe aus  15  Seiten
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