Die Schulzeit ist für junge Menschen wohl eine der prägensten und nachhaltigsten Erfahrungen ihres bisherigen Lebens. Mit Grundschule und Abschluss am Gymnasium verbringen sie im Regelfall dreizehn Jahre im schulischen Umfeld und das auch noch zum Großteil in einer Lebensphase, die sowieso von großen Veränderungen geprägt ist: der Pubertät.
Welche Faktoren es nun genau sind, die einen jungen Menschen in der Entwicklung seiner Persönlichkeit beeinflussen, wie diese dabei in Wechselwirkung zueinander stehen und welche Konsequenzen das für den Lehrenden hat, soll im hier folgenden Text beschrieben werden.
Ausserdem wird noch unter dem Punkt „Schulklasseneffekte“ speziell der Einfluss von verschiedenen Schulklassenformen und deren Gestaltung auf das Verhalten von Schülern und Schülergruppen beschrieben sowie mit der Studie zur „Schulischen Selektion und Selbstkonzeptentwicklung“ ein praktisches Beispiel für verschiedene Schülerentwicklungen und deren Ursachen gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Persönlichkeit?
3. Was beeinflusst Persönlichkeitsentwicklung?
3.1. Eltern
3.2. Peers
3.3. Schule
4. Schulklasseneffekte
4.1. Klassengröße
4.2. Raumgestaltung
4.3. Sitzordnung
4.4. Geschlechterverteilung
5. Schulische Selektion und Selbstkonzeptentwicklung
5.1. Die Gruppen
5.2. Die Beobachtungsphasen
5.3. Ergebnisse
6. Zusammenfassung / Konsequenzen für Lehrende
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die komplexen Einflussfaktoren auf die Persönlichkeitsentwicklung während der Schulzeit. Ziel ist es, das Zusammenspiel von schulischen und außerschulischen Einflüssen zu beleuchten und daraus Handlungsempfehlungen für Lehrkräfte abzuleiten, um Schüler in dieser prägenden Lebensphase individuell zu unterstützen.
- Wechselwirkung zwischen Elternhaus, Peers und Schule
- Einfluss der Klassengestaltung (Größe, Raum, Sitzordnung)
- Auswirkungen schulischer Selektionsverfahren auf das Selbstkonzept
- Herausforderungen für Lehrkräfte im pädagogischen Alltag
- Bedeutung individueller Förderung in der Pubertät
Auszug aus dem Buch
3. Was beeinflusst Persönlichkeitsentwicklung?
Die Entwicklung der Persönlichkeit eines Menschen ist, wie oben schon angedeutet, nicht völlig selbstbestimmt, sondern zu einem großen Teil von externen Einflüssen geprägt. Für einen Schüler sind das, zusammengefasst, drei Gruppen von Menschen: Zunächst die Eltern oder die Familie als Vermittler von sozialen und intellektuellen Grundlagen. Danach die schulischen und außerschulischen Freunde und Altersgenossen, „Peers“ genannt und zuletzt die Schule bzw. die Lehrer als Bildungsinstanz und „Schauplatz“ zur Einübung gesellschaftlicher Normen und Regeln.
3.1. Eltern
Noch vor dem Schuleintritt sind es die Eltern, die in ihrer Rolle als Erziehende dem Kind soziale Grundfähigkeiten und gesellschaftliche Normen vermitteln. Sie sind Vorbild für das soziale Interaktionsverhalten des Kindes als auch Vorbild für die sprachlichen Fähigkeiten. Diese werden in den Kindergärten und Grundschulen weiter ausgebaut. Doch verschwinden die Eltern natürlich nicht aus dem Einflussbereich des Schülers, wenn er älter wird.
Sie werden „zur „Coaching“-Instanz“, die den Kindern hilft, mit schwierigen Situationen, mit denen sie in der Schulzeit konfrontiert werden, umzugehen. Sie helfen bei Problemen mit den Hausaufgaben, geben private Rückmeldungen auf gute und schlechte Schulnoten; helfen, mit Misserfolgen umzugehen bzw. diesen präventiv entgegenzuwirken und helfen bei sozialen Problemsituationen mit anderen Schülern oder auch Lehrern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Schulzeit als prägende Lebensphase und umreißt die Fragestellung nach den Faktoren der Persönlichkeitsentwicklung sowie schulischen Effekten.
2. Was ist Persönlichkeit?: Dieses Kapitel definiert Persönlichkeit als Gesamtsystem zeitstabiler, individueller Merkmale und unterteilt diese bei Schülern in drei spezifische Verhaltenssysteme.
3. Was beeinflusst Persönlichkeitsentwicklung?: Es werden die drei zentralen Einflussgruppen – Eltern, Peers und Schule – identifiziert und deren wechselseitige Bedeutung für den Heranwachsenden erläutert.
4. Schulklasseneffekte: Das Kapitel analysiert, wie Klassengröße, Raumgestaltung, Sitzordnung und Geschlechterverteilung das Lernklima und die Entwicklung der Schüler beeinflussen.
5. Schulische Selektion und Selbstkonzeptentwicklung: Anhand einer Studie werden die Auswirkungen von Selektionsmaßnahmen auf das Selbstkonzept von Schülern in unterschiedlichen Gruppen untersucht.
6. Zusammenfassung / Konsequenzen für Lehrende: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt Lehrkräften Empfehlungen für den Umgang mit individuellen Schülerbedürfnissen im stressigen Schulalltag.
Schlüsselwörter
Persönlichkeitsentwicklung, Erziehung, Schule, Eltern, Peers, Schulklasseneffekte, Klassengröße, Sitzordnung, Selbstkonzept, Schulische Selektion, Pubertät, Leistungsdruck, Sozialisation, Individuelle Förderung, Lehr-Lern-Prozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den verschiedenen Einflüssen, die die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen während ihrer gesamten Schulzeit nachhaltig prägen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Einfluss des familiären Umfelds, der Bedeutung von Gleichaltrigen, den Auswirkungen der schulischen Rahmenbedingungen und der Entwicklung des Selbstkonzepts.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie externe Faktoren (Eltern, Lehrer, Peers) und schulische Bedingungen die Entwicklung eines Schülers beeinflussen, um für Lehrkräfte ein besseres Verständnis für individuelle Lernprozesse zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse verschiedener entwicklungspsychologischer und pädagogischer Studien, darunter Arbeiten von Fend, Stöckli, Jerusalem und Buff.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Einflussinstanzen, die Analyse von Klassenstruktureffekten sowie die Auswertung einer Studie zur schulischen Selektion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Persönlichkeitsentwicklung, Selbstkonzept, Schulklasseneffekte, schulische Selektion und das soziale Umfeld eines Schülers.
Wie wirkt sich die Klassengröße auf die Schüler aus?
Studien zeigen, dass Klassen mit 21 bis 25 Schülern optimale Bedingungen bieten, da der Lehrer individueller auf Schüler eingehen kann und der Stresspegel sowohl für Lehrende als auch Lernende reduziert wird.
Welche Konsequenzen ergeben sich für Lehrkräfte?
Lehrkräfte sollten die Individualität jedes Schülers anerkennen, flexibel auf Klassendynamiken reagieren und bei Problemen auch das außerschulische Umfeld (Eltern/Freunde) in Betracht ziehen.
- Arbeit zitieren
- Florian Biehl (Autor:in), 2007, Persönlichkeitsentwicklung und Erziehung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268314