Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne

Apokalyptische Perspektiven in Kleists "Das Erdbeben in Chili"

Kleists Inszenierung des Untergangs und der göttlichen Rettung / Bestrafung in ‚Das Erdbeben in Chili‘

Titre: Apokalyptische Perspektiven in Kleists "Das Erdbeben in Chili"

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2013 , 29 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Susanne Hahn (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Die Sünde ist die schlimmste Tat innerhalb des Christentums. Sie bringt den Menschen ab von dem Weg des Glaubens und dem Gottes. In der Bibel gibt es Lösungen, wie Sünden vergeben oder bestraft werden, um die Welt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. In Heinrich von Kleists Werk „Das Erdbeben in Chili“ spielen der christliche Glaube und die Bedeutung der begangenen Sünden eine zentrale Rolle.
Josephe und Jeronimo führen ein sündenvolles Leben, welches von der Gesellschaft und dem Christentum nicht toleriert wird. Trotz des Aufzeigens der Schlechtigkeit ihrer Taten, lässt das Liebespaar von ihren Sünden nicht ab und bringt ihr Vergehen mit der Geburt des Bastards zu einem Höhepunkt.
Nachdem beide vom Gericht zu öffentlichen Hinrichtungen verurteilt wurden, erschüttert Chili ein plötzliches Erdbeben, welches die gesamte Stadt zerstört und unzählige Menschenleben kostet. An diesem Augenblick der Geschehnisse entstehen zwei grundsätzlich unterschiedliche Perspektiven des Erdbebens, welches jedoch von beiden Blickwinkeln als Vorbote der Apokalypse erkannt wird: Josephe und Jeronimo scheinen zu erkennen, dass Gott sie retten will und sie in Sicherheit bringen möchte, damit die kleine Familie ein neues Leben außerhalb der Stadt Chili beginnen kann, vor allem, nachdem alle Menschen, die die beiden zu Tode verurteilten, während des Bebens umkamen. Die Christenmenschen sehen jedoch hinter dem Erdbeben einen Vorboten der Apokalypse die nur mit dem Tod der beiden Sünder verhindert werden kann.
Inwiefern die beiden Perspektiven der Apokalypse durch Kleist in Szene gesetzt werden, sowie auf welche Geschehnisse Bezug genommen wird, soll im Zentrum der nun folgenden wissenschaftlichen Arbeit stehen. Zunächst, um die Hintergründe der Novelle nachvollziehen zu können, muss der Fokus auf das Christentum bezüglich der Sünden, der Bestrafung und der Johannesoffenbarung gesetzt werden. Anschließend folgt die historische Grundlage des Werkes und die beiden Perspektiven des Erdbebens, welche detailliert betrachtet werden. Doch zunächst steht im Vordergrund die Sünde im christlichen Glauben, die innerhalb des Werkes Kleists eine zentrale Rolle spielt.
 

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Apokalyptische Perspektiven. Kleists Inszenierung des Untergangs und der göttlichen Rettung / Bestrafung in ‚Das Erdbeben in Chili‘

2.1 Der christliche Glaube und die Johannes Offenbarung

2.1.1 Sünden

2.1.2 Biblische Offenbarung

2.2 Historischer Kontext

2.3 Die verschiedenen Perspektiven der Katastrophe

2.3.1 Josephes und Jeronimos rettende Sicht

2.3.1.1 Göttliche Zeichen Jeronimos und das apokalyptische Beben

2.3.1.2 Josephes himmlische Rettung und der Tod der Sünder

2.3.1.3 Garten Eden

2.3.1.3 Fazit

2.3.2 Die Sicht der Christenmenschen

2.3.2.1 Sünder als Ursache des Bebens

2.3.2.2 Rettung durch Opferung der Sünder

2.3.2.3 Fazit

3. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Heinrich von Kleist in seiner Novelle „Das Erdbeben in Chili“ zwei gegensätzliche Perspektiven auf eine Naturkatastrophe inszeniert: die subjektive Erfahrung der rettenden göttlichen Fügung aus Sicht der Protagonisten und die Deutung als göttliche Strafmaßnahme für begangene Sünden aus Sicht der christlichen Gemeinschaft.

  • Die christliche Sündenlehre und ihre Bedeutung für die Handlung
  • Die Einbettung biblischer Offenbarungsbilder in die Novelle
  • Der historische Kontext und dessen literarische Transformation durch Kleist
  • Die gegensätzlichen Interpretationen des Erdbebens als Apokalypse
  • Der gesellschaftliche Wandel von der Rettung zur barbarischen Gewalt

Auszug aus dem Buch

2.3.1.1 Göttliche Zeichen Jeronimos und das apokalyptische Beben

Innerhalb der Novelle finden sich an diversen Stellen, auch im Hinblick auf die Handlung selbst, Anzeichen für göttliche Wunder bzw. die Intervention Gottes im positiven Sinne für Jeronimo und Josephe. Diese göttlichen Zeichen sind es, die beide dazu veranlassen zu glauben, dass sie von Gott selbst vor dieser Apokalypse aus einem bestimmten Grund gerettet wurden. Das erste Zeichen findet sich bereits innerhalb des ersten Satzes, in dem es heißt:

„In St. Jago […] stand gerade in dem Augenblicke der großen Erderschütterung […] ein junger, auf ein Verbrechen angeklagter Spanier, namens Jeronimo Rugera, an einem Pfeiler des Gefängnisses, in welches man ihn eingesperrt hatte, und wollte sich erhenken [sic].“

Nachdem seine heimliche Geliebte Josephe ebenfalls aufgrund ihrer von der Gesellschaft verachteten Liebesbeziehung zum Tode verurteilt wurde, sieht Jeronimo keinen anderen Ausweg, als sich selbst schon vorher das Leben zu nehmen. Aber bevor er den Weg in den Selbstmord beschreiten konnte, wurde seine Handlung durch das Erdbeben unterbrochen. Das Erdbeben lässt das Gefängnis auseinanderbrechen und schenkt ihm seine Freiheit und das Leben wieder. Bereits hier lässt sich aufgrund des Timings – d.h., dass das Erdbeben genau in dem Moment ausbricht, in dem Jeronimo Selbstmord begehen will – mutmaßen, dass es eine göttliche Fügung ist, dass der Mann daran gehindert und stattdessen in die Freiheit geschickt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung der Sünde im christlichen Kontext und das Werk Kleists ein, um die zentrale Fragestellung nach der doppelten Perspektivität auf das Erdbeben zu begründen.

2. Apokalyptische Perspektiven. Kleists Inszenierung des Untergangs und der göttlichen Rettung / Bestrafung in ‚Das Erdbeben in Chili‘: Dieses Hauptkapitel analysiert das christliche Sündenverständnis, historische Hintergründe und stellt die zwei gegensätzlichen Deutungsmuster der Katastrophe einander gegenüber.

3. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Analyseergebnisse und betont, dass Kleist durch den Perspektivwechsel den Leser dazu anregt, die Ambivalenz zwischen göttlicher Rettung und menschlicher Fanatisierung kritisch zu hinterfragen.

Schlüsselwörter

Heinrich von Kleist, Das Erdbeben in Chili, Apokalypse, Sünde, christlicher Glaube, Johannes Offenbarung, Naturkatastrophe, Strafpredigt, Fanatismus, göttliche Rettung, Perspektivwechsel, Literaturanalyse, St. Jago, Sündenfall, Weltgericht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die Novelle „Das Erdbeben in Chili“ von Heinrich von Kleist und untersucht, wie das Erdbeben von den verschiedenen Charakteren unterschiedlich gedeutet wird – einerseits als göttliche Rettung für das Liebespaar und andererseits als göttliche Strafe für die Gemeinschaft.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Felder sind die christliche Moral und Sündenlehre, die biblische Apokalyptik, die historische Kontextualisierung der Novelle sowie die soziologische Dynamik einer fanatisierten Menschenmenge.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit fragt danach, inwiefern Kleist die gegensätzlichen Perspektiven auf die Apokalypse inszeniert und auf welche biblischen und historischen Ereignisse er sich dabei bezieht, um die moralische Ambivalenz des Geschehens zu unterstreichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär genutzt?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text eng am Werk interpretiert und durch den Einbezug theologischer und historischer Quellen fundiert.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Im Hauptteil werden zunächst die christlichen Hintergründe geklärt, bevor die Sichtweise der Protagonisten (Josephe und Jeronimo) auf das Beben als Wunder den Analysen der Christenmenschen gegenübergestellt wird, welche in der Katastrophe ein Weltgericht sehen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Begriffe wie Apokalypse, christliche Ethik, göttliche Intervention und die Dynamik von Kollektiv und Individuum in Krisensituationen sind entscheidend.

Warum wird das Erdbeben von den Christenmenschen als Vorbote der Apokalypse gedeutet?

Da in der Bibel die Zerstörung ganzer Städte oft als Strafe für kollektive Sünden auftritt, sehen die Bewohner die Existenz der „Sünder“ Jeronimo und Josephe als Gefahr für das Überleben der gesamten Gemeinschaft, was durch eine Predigt religiös legitimiert wird.

Welche Rolle spielt die Keule im Finale der Novelle?

Die Keule dient Kleist als Symbol für den Rückfall der vermeintlich „zivilisierten“ Christen in archaisch-barbarische Zustände, da sie ihre moralischen Gebote zugunsten einer blinden und fanatischen Mordlust aufgeben.

Wie verändert sich die Wahrnehmung des „Garten Eden“ im Verlauf der Novelle?

Was für Josephe und Jeronimo anfangs als paradiesischer Ort der göttlichen Rettung erscheint, bietet keinen dauerhaften Schutz vor der gesellschaftlichen Verfolgung, sobald sie sich wieder in das öffentliche Leben der Stadt begeben.

Fin de l'extrait de 29 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Apokalyptische Perspektiven in Kleists "Das Erdbeben in Chili"
Sous-titre
Kleists Inszenierung des Untergangs und der göttlichen Rettung / Bestrafung in ‚Das Erdbeben in Chili‘
Université
University of Erfurt
Note
1,7
Auteur
Susanne Hahn (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
29
N° de catalogue
V268323
ISBN (ebook)
9783656584919
ISBN (Livre)
9783656584889
Langue
allemand
mots-clé
apokalyptische perspektiven kleists erdbeben chili inszenierung untergangs rettung bestrafung chili‘
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Susanne Hahn (Auteur), 2013, Apokalyptische Perspektiven in Kleists "Das Erdbeben in Chili", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268323
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  29  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint