Kapitalstrukturentscheidungen sind Finanzierungsentscheidungen. Deshalb werden zunächst in Kapitel 2 die veränderten Finanzierungsrahmenbedingungen bedingt durch Basel II kurz dargestellt. Danach werden die für die Diskussion der Kapitalstruktur relevanten Teilbereiche der Unternehmensfinanzierung aufgezeigt. Dazu werden die von KMU zugänglichen Finanzierungsarten nach der Herkunft systematisiert, die Charakteristiken des jeweiligen Kapitals dargelegt und die Finanzierungszielsetzungen erläutert. Kapitel 3 deckt die Grundlagen zum Verständnis der Kapitalstruktur ab. Diese beinhalten die Kennzahlen, die zur quantitativen Messung der Kapitalstruktur dienen, die Auswirkungen des finanzwirtschaftlichen Leverage-Effektes, die Bedeutung des Risikos und der Zusammenhang sowie die mathematische Darstellung der Kapitalkosten und des Unternehmenswertes.
Kapitel 4 widmet sich den Theorien, die sich mit der optimalen Kapitalstruktur auseinandersetzen. Für eine bessere Einordnung dieser Theorien wird dabei zuerst auf den Rahmen der Forschungslehre eingegangen, aus dem sich diese Theorien entwickelt haben. So können die Theorien in kapitalkostentheoretische und neuere Kapitalstrukturtheorien unterschieden werden. Nach einer vergleichenden Würdigung der vorgestellten Theorien werden die Erkenntnisse dieser Arbeit zusammengefasst und im Sinne einer Handlungsempfehlung für die Eruierung einer optimalen Kapitalstruktur für Unternehmer von KMU dargestellt. Kapitel 6 fasst die in dieser Arbeit gewonnenen Erkenntnisse zusammen und schließt mit einem Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG UND ZIELSETZUNG DER ARBEIT
1.2 AUFBAU DER ARBEIT
2. UNTERNEHMENSFINANZIERUNG
2.1 VERÄNDERTE RAHMENBEDINGUNGEN (BASEL II)
2.2 SYSTEMATISIERUNG DER FINANZIERUNGSARTEN
2.2.1 Innenfinanzierung
2.2.2 Außenfinanzierung
2.2.3 Alternativen zu den herkömmlichen Finanzierungsmitteln
2.3 CHARAKTERISTIKEN DES KAPITALS
2.3.1 Eigenkapital
2.3.2 Fremdkapital
2.3.3 Mezzaninkapital
2.4 FINANZIERUNGSZIELSETZUNGEN
2.4.1 Liquidität
2.4.2 Rentabilität
2.4.3 Sicherheit bzw. Risiko
2.4.4 Unabhängigkeit
3. GRUNDLAGEN KAPITALSTRUKTUR
3.1 KENNZAHLEN IN BEZUG AUF DIE KAPITALSTRUKTUR
3.1.1 Verschuldungsgrad
3.1.2 Eigenkapitalquote
3.1.3 Eigenkapitalrentabilität
3.1.4 Gesamtkapitalrentabilität
3.2 FINANZWIRTSCHAFTLICHER LEVERAGE-EFFEKT
3.2.1 Leverage-Chance
3.2.2 Leverage-Risiko
3.3 RISIKO
3.3.1 Allgemeines und operatives Risiko
3.3.2 Kapitalstrukturrisiko
3.3.3 Kombinierter Risikoeffekt
3.4 KAPITALKOSTEN UND UNTERNEHMENSWERT
3.4.1 Zusammenhang
3.4.2 Mathematische Darstellung
4. THEORIEN ZUR OPTIMALEN KAPITALSTRUKTUR
4.1 THEORIENENTWICKLUNG IM RAHMEN DER FORSCHUNGSLEHRE
4.2 KAPITALKOSTENTHEORETISCHE ANSÄTZE
4.2.1 Traditioneller Ansatz
4.2.1.1 Annahmen
4.2.1.2 Modellansätze zum optimalen Verschuldungsgrad
4.2.1.3 Kritische Würdigung
4.2.2 Modigliani & Miller-Ansatz
4.2.2.1 Annahmen des Modells ohne Steuern
4.2.2.2 Irrelevanz der Kapitalstruktur
4.2.2.3 Kritische Würdigung
4.2.3 Trade-off Theorie
4.2.3.1 Steuerlicher Effekt
4.2.3.2 Insolvenzkosten
4.2.3.3 Kritische Würdigung
4.3 NEUERE KAPITALSTRUKTURTHEORIEN
4.3.1 Agency-Kosten
4.3.2 Unternehmenszyklen
4.3.3 Umweltdynamischer Ansatz
4.4 VERGLEICHENDE WÜRDIGUNG DER EINZELNEN THEORIEN
5. VORSCHLAG EINER OPTIMALEN KAPITALSTRUKTUR
5.1 GESTALTUNG DER KAPITALSTRUKTUR
5.1.1 Optimale Kapitalstruktur nach Rentabilitätskriterien
5.1.2 Implikationen der risikodifferenzierten Fremdkapitalzinsen
5.1.2.1 Kreditverteuerung
5.1.2.2 Risiko
5.1.3 Berücksichtigung der Geschäftstätigkeit
5.1.4 Individualisierte optimale Kapitalstruktur
5.2 STÄRKUNG DER EIGENKAPITALQUOTE
5.3 WEITERE ASPEKTE DER KAPITALSTRUKTUR
6. ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Aspekte einer optimalen Kapitalstruktur für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vor dem Hintergrund veränderter Finanzierungsrahmenbedingungen durch Basel II. Das primäre Ziel ist es, Unternehmern eine Orientierungshilfe zur aktiven Gestaltung ihrer Finanzierungsstruktur zu geben, um trotz drohender Kreditverteuerungen wettbewerbsfähig zu bleiben und ein optimales Rating zu erzielen.
- Analyse der veränderten Finanzierungsbedingungen durch Basel II für KMU.
- Systematisierung der für KMU relevanten Finanzierungsarten und deren Charakteristika.
- Untersuchung theoretischer Modelle zur Kapitalstruktur (traditioneller Ansatz, Modigliani & Miller, Trade-off Theorie).
- Bewertung der Einflussfaktoren wie Unternehmenszyklus, Umweltdynamik und Agency-Kosten.
- Entwicklung eines individualisierten Ansatzes zur Ermittlung einer optimalen Kapitalstruktur.
Auszug aus dem Buch
Systematisierung der Finanzierungsarten
Die Finanzierungsarten lassen sich nach der Herkunft des Kapitals systematisieren. Dabei wird das Kapital dem Unternehmen entweder durch Maßnahmen von außen oder von innen zur Verfügung gestellt. Man unterscheidet deshalb in Außen- und Innenfinanzierungsarten. Eine weitere Finanzierungssystematik orientiert sich an der Rechtstellung der Kapitalgeber, es wird zwischen Eigen- und Fremdkapitalgebern unterschieden. Im folgenden werden die für die Mehrheit der KMU zugänglichen Finanzierungsalternativen dargestellt, die untenstehende Abbildung zeigt diese im Überblick auf. Auf Finanzierungsinstrumente, die auf dem Kapitalmarkt angeboten werden, wird nicht eingegangen.
Unter Innenfinanzierung versteht man die Freisetzung von Unternehmenskapital in liquide Mittel. Beträge aus Desinvestitionen, Umsatzerlöse und Zins- und Dividendenerträge aus Kapitalanlagen sind Finanzierungsmöglichkeiten, die unternehmensintern generiert wurden. Wenn diesen in der Entstehungsperiode keine auszahlungswirksamen Aufwände gegenüberstehen, können diese zur internen Finanzierung genutzt werden. Das Innenfinanzierungspotential wird anhand der Kennzahl des finanzwirtschaftlichen Cash Flows ermittelt, der die Nettozahlungsströme einer Periode und somit das Innenfinanzierungspotential des Unternehmens aufzeigt.
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Dieses Kapitel erläutert die besondere Situation von KMU hinsichtlich ihrer Finanzierung, die durch Basel II und begrenzte Zugangsmöglichkeiten zum Kapitalmarkt geprägt ist.
UNTERNEHMENSFINANZIERUNG: Hier werden die veränderten Rahmenbedingungen durch Basel II analysiert und verschiedene Finanzierungsarten sowie deren Charakteristika systematisiert.
GRUNDLAGEN KAPITALSTRUKTUR: Dieses Kapitel liefert die quantitativen Grundlagen zur Messung der Kapitalstruktur, inklusive Kennzahlen und der Bedeutung des Leverage-Effekts sowie der Kapitalkosten.
THEORIEN ZUR OPTIMALEN KAPITALSTRUKTUR: Hier erfolgt eine tiefgehende Untersuchung klassischer und neuerer Kapitalstrukturtheorien, um deren Relevanz für die Praxis zu bewerten.
VORSCHLAG EINER OPTIMALEN KAPITALSTRUKTUR: In diesem Kapitel wird ein konkreter Vorschlag erarbeitet, wie KMU unter Berücksichtigung ihrer individuellen Geschäftstätigkeit eine optimale Kapitalstruktur gestalten können.
ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit einer aktiven, individuell angepassten Finanzierungsplanung.
Schlüsselwörter
Kapitalstruktur, KMU, Basel II, Eigenkapitalquote, Fremdkapital, Finanzierungsplanung, Unternehmensfinanzierung, Leverage-Effekt, Kapitalkosten, Unternehmenswert, Innenfinanzierung, Außenfinanzierung, Rating, Insolvenzkosten, Unternehmenszyklen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten und Kriterien für kleine und mittlere Unternehmen, eine optimale Kapitalstruktur in einem durch Basel II veränderten Finanzierungsumfeld zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Systematisierung von Finanzierungsarten, die theoretische Fundierung von Kapitalstrukturentscheidungen und die praktische Anwendung von Steuerungskennzahlen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Ziel ist es, KMU-Unternehmern eine Hilfestellung zur aktiven Kapitalstrukturpolitik zu bieten, um Finanzierungskosten zu optimieren und die Bonität für Banken zu verbessern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturgestützte theoretische Analyse durchgeführt, ergänzt durch mathematische Modellierungen (Leverage-Effekt, WACC) und praxisnahe Handlungsanleitungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Unternehmensfinanzierung, die mathematischen Grundlagen der Kapitalstrukturmessung, eine theoretische Diskussion der Kapitalstrukturtheorien sowie einen konkreten Leitfaden für KMU.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Kapitalstruktur, KMU, Basel II, Eigenkapitalquote, Kapitalkosten und Rating.
Warum ist die Eigenkapitalquote für KMU besonders relevant?
Im Rahmen von Basel II dient die Eigenkapitalquote als zentraler Indikator für das Ausfallrisiko, was direkte Auswirkungen auf die Zinskonditionen bei Bankkrediten hat.
Wie integriert die Autorin die "Umweltdynamik" in ihre Untersuchung?
Die Autorin nutzt den umweltdynamischen Ansatz, um zu zeigen, dass KMU in einem volatilen Umfeld eher eine konservativere, eigenkapitalstärkere Struktur anstreben sollten, um flexibel zu bleiben.
- Quote paper
- Master of Arts in International Finance and Accounting Anna Kerl (Author), 2004, Aspekte einer optimalen Kapitalstruktur für kleine und mittlere Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26834