Das Ding an sich in Kants 'Vernunft des reinen Verstands' und Schopenhauers 'Welt als Wille und Vorstellung'


Hausarbeit, 2011
14 Seiten, Note: 3,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kantund das Ding an sich
a. Kant
b. Das Ding an sich

3. Schopenhauer und das Ding an sich
a. Schopenhauer
b. Das Ding an sich

4. Vergleich

5. Schlussbetrachtung

6. Eid der selbständigen Anfertigung

7. Literatur

Einleitung

Die Unterscheidung von Traum und Wirklichkeit fällt den Menschen  manchmal schwer. Könnte es nicht sein, dass es auch innerhalb der Wirklichkeit problematisch ist, Erscheinung von Realität zu unterscheiden, ohne dass sich der einzelne Mensch darüber im Klaren ist? Sowohl Kant als auch Schopenhauer stellten sich diese Frage und kamen zu der Überzeugung, dass es mehr geben müsse, als die dem Subjekt erscheinende Welt. In „Die Welt als Wille und Vorstellung“ und „Kritik der reinen Vernunft“ stellen Schopenhauer und Kant eine Philosophie vor, welche von dem Ding an sich ausgeht, welches das wahre Wesen der Gegenstände und bei Schopenhauer auch das der Menschen beschreibt.

In der folgenden Hausarbeit werde ich mich mit eben dieser Idee beschäftigen und das Ding an sich bei Kant wie auch den Willen, welchen Schopenhauer das Ding an sich nennt, herausstellen, um sie anschließend miteinander zu vergleichen. Abschließend wird eine kritische Betrachtung des Grundgedankens des Dinges an sich erfolgen.

2. Kant und das Ding an sich

a. Kant

Durch sein Werk „Kritik der reinen Vernunft“, welches 1781 das erste Mal erschien, wollte Kant – wie die meisten anderen Philosophen auch – eine Wende der Philosophie bewirken,indem er die Möglichkeiten der Metaphysik (griechisch: meta = über; physis = Natur) und deren Wahrheitsanspruch kritisierte, damit auch die Philosophie endlich den sicheren Gang der Wissenschaft einschlagen könne. Der Begriff „Kritik“ bedeutet in diesem Fall genauere Betrachtung und Überprüfung.

Begriffe der reinen Vernunft sind für Kant solche, welche rein aus der Vernunft unter Isolierung von Sinnlichkeit und Empfindung (Wirkung des Gegenstands auf die Vorstellungsfähigkeit) oder auch Erfahrung entsprungen sind.  In seinem Werk der Tranzendentalphilosophie beschäftigt sich Kant mit der Kritik dieser Begriffe in Abgrenzung zu den anderen, sinnlichen, welche der Erfahrung, nicht allein der Vernunft entspringen.  Eine Unterscheidung, die die bisherige Methaphysik so nicht vorgenommen hat.

Begriffe der Erfahrung, so Kants Hypothese, werden als Objekte apriorisch wahrgenommen und subjektiv in Abhängigkeit von Raum und Zeit geformt. Ihnen zu Grunde läge allerdings das unerkannte Ding an sich, worüber der Mensch nichts weiß. Die Erkenntnis wird erlangt durch die Wahrnehmung der Zeit und Raum unterliegenden Gegenstände und der dienenden, kategorisierenden Arbeit des Verstandes. Erkenntnis kann dabei den Begriff ihres Gegenstandes entweder bloß bestimmen (theoretische Erkenntnis der Vernunft) oder auch wirklich machen (praktische Erkenntnis der Vernunft). Der apriorische Teil müsse dabei immer klar erkennbar bleiben, um eine Vermischung zu vermeiden.

b. Das Ding an sich

Da die Metaphysik bloße Begriffe enthalte, gänzlich aus Erfahrungsbelehrungen bestünde und es ihr bis jetzt nicht möglich gewesen sei, den sicheren Gang der Wissenschaft einzuschlagen, sondern sie viel mehr immer noch herumtappe, häufig ins Stocken gerate und von ständigem Zurückgehen geprägt sei, womit sie eher einem „Kampfplatz“ [XIV] als einer sicheren Wissenschaft gleiche, wagt Kant den Versuch eines transzendentalen Gedankenkonstrukts, um mit der Metaphysik besser voran zu kommen.

Man könne entweder annehmen, dass sich die Begriffe nach dem Gegenstande richten- jedoch stellte sich dann die Frage, woher das Wissen über diese a priori, also unter Ausschluss aller Erfahrung, käme- oder aber die Gegenstände/Erfahrungen richteten sich nach den Begrifflichkeiten, wobei die Erfahrung selbst eine Erkenntnisart sei, welche Verstand erfordere, dessen Regeln ein jeder in sich als a priori gegeben voraussetzen müsse. Seine Hypothese, welche ähnlich der Kopernikus‘ ist, lautet: „Nicht die Dinge bestimmen uns, sondern wir bestimmen die Dinge“ (Baumgartner 39). Erfahrungen, welche erst im Zuge der Erkenntnis entstehen, werden von Kant als a posteriori bezeichnet.

Kant geht davon aus, dass man die Dinge nicht so sieht, wie sie „an sich“ eigentlich sind. Die Dinge an sich existieren unabhängig von menschlicher Erkenntnis und sind somit auch kein Gegenstand der Erfahrung: „Wir können nur Erscheinungen erkennen, keine Dinge an sich“. (Baumgartner 39) Man kann von ihnen nichts wissen, da sie nicht erkennbar sind:„Überhaupt nichts, was im Raume angeschaut wird, (ist) eine Sache an sich (…), und das, was wir äußere Gegenstände nennen, (ist) nichts anderes als bloße Vorstellung unserer Sinnlichkeit. (Kant 84). Wissen könne man nur empirisch belegbare Gegenstände, das Ding an sich könne dagegen nur gedacht werden . Es müsse jedoch existieren, da sonst „Erscheinungen ohne etwas sein, was da erscheint“ (XXVI). Ein Schatten kann schließlich auch nicht erscheinen, ohne dass da etwas ist, das den Schatten wirft, wenn es auch nicht erblickbar ist. „Alle unsere Anschauungen (sind) nichts als die Vorstellung von Erscheinungen“ (Kant 110), welche also a posteriori auftreten. Dass Gegenstände erscheinen, bedeute allerdings nicht, dass sie nur Schein seien, es bedeute lediglich, dass sie sich vom Ding an sich unterscheiden:„Das Ding an sich sei ein Ideal, das die Aufhebung der Zufälligkeit der Erkenntnis einer möglichen Erfahrung in Anspruch nimmt“ (Dalbosco 32). Den Beweis für die Existenz eines Ding an sich könnten allerdings keinerlei Experimente beweisen, alleine der Verstand sei dazu im Stande. Sollten die natureigenen Probleme des Verstandes durch die Unterscheidung des bisher nicht Unterschiedenen gelöst werden, so sei die Hypothese bewiesen. „Wie (können) eben diesen Gegenstand auch als Ding an sich selbst, wenn auch gleich nicht erkennen, so doch wenigstens denken“ (Kant 21).Es stehen sich in der Metaphysik die Erfahrung und die Vernunft gegenüber, welche Kant miteinander vereinen will. Durch die Unterscheidung von ‚Ding an sich‘ und ‚Erscheinung‘ sowie ‚Denken‘ und ‚Erkennen‘ sei eben dies möglich (vergl. Baumgartner 65). Sein Zweck sei die „Einschränkung der Erfahrung“ (Dalbosco 36).

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Das Ding an sich in Kants 'Vernunft des reinen Verstands' und Schopenhauers 'Welt als Wille und Vorstellung'
Hochschule
Universität Kassel
Note
3,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V268374
ISBN (eBook)
9783656586906
ISBN (Buch)
9783656586876
Dateigröße
502 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ding, kants, vernunft, verstands, schopenhauers, welt, wille, vorstellung
Arbeit zitieren
Melissa Grönebaum (Autor), 2011, Das Ding an sich in Kants 'Vernunft des reinen Verstands' und Schopenhauers 'Welt als Wille und Vorstellung', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268374

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