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Die postmoderne Metropolis: Kennzeichen und Entwicklungsprozesse am Beispiel von Los Angeles

Title: Die postmoderne Metropolis: Kennzeichen und Entwicklungsprozesse am Beispiel von Los Angeles

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 35 Pages , Grade: 1,70

Autor:in: Andre Eichmann (Author)

Geography / Earth Science - Demographics, Urban Management, Planning
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Summary Excerpt Details

Los Angeles hat in den letzten Jahrzehnten unter Stadtgeographen und Stadtsoziologen große Aufmerksamkeit gefunden und mittlerweile wohl Chicago als weltweit bestuntersuchte Stadt verdrängt. L.A. hat sich als modellhafter bzw. paradigmatischer Ort der postmodernen Stadt etabliert, der sich in seiner Komplexität und Widersprüchlichkeit der Geometrie klassischer Stadtmodelle weitgehend entzieht (Gans et al. 2006, S. 309).
Von Los Angeles lernen heißt vielmehr die komplexe Geographie der Stadt ernst zu nehmen und die Vielzahl der Phänomene in ihrer Außergewöhnlichkeit zu beobachten und zu verstehen. Ziel einer derartigen Beschäftigung ist es nicht die Stadt als Entwicklungsmodell der zukünftigen Stadtentwicklung darzustellen, sondern die Besonderheiten der Stadt als allgemein gültige Tendenzen der Stadtentwicklung zu untersuchen. Die Tendenzen, die in dieser Stadt auftreten und auch in Großstädten wie New York, Chicago oder Washington D.C. zu beobachten sind, gelten als Ausdruck der postmodernen Stadtforschung und stellen die ökonomischen, gesellschaftstheoretischen und politischen Ansätze der Postmoderne dar (Dear 2002, S. 21).
Die in Los Angeles entwickelte Vorstellung von postmoderner Stadtforschung stellt einen Sonderfall da, in dem in den letzten 20 Jahren eine Gruppierung von Wissenschaftlern entstanden ist, die als L.A. School bezeichnet wird. Diese Gruppe genießt innerhalb des akademischen Kreises der anglo-amerikanischen Stadtforschung große Aufmerksamkeit und propagieren die zentrale Bedeutung von L.A. und die Bedeutsamkeit, der von ihnen geforderten theoretischen Neuausrichtung der Stadtforschung. Der Stadtwissenschaftler Edward Soja hat eine Untersuchung von L.A. damit begründet, dass eine einzigartige Vielfalt von Entwicklungsprozessen in Los Angeles mit enormer Deutlichkeit zu beobachten ist und somit die Gesetzmäßigkeiten der Stadtentwicklung unter den gegebenen politisch-wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erkenntlich werden (Fröhlich 2003, S. 7).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Los Angeles – a place where it all comes together

2 Die postmoderne Metropolis Los Angeles

2.1 Der Weg zur Postmetropolis

2.1.1 Amerikanisierung und Re-Hispanisierung

2.1.2 Infrastruktur als Wachstumsvoraussetzung

2.1.3 Industrielle Zeitalter

2.1.4 Gegenwärtige Situation

2.1.5 Bevölkerungszuwachs und ethnischer Wandel

2.2 Dimensionen der ökonomischen Restrukturierung

2.2.1 Transformationsprozesse auf dem ethnischen Arbeitsmarkt

2.2.2 Armut in Los Angeles

2.3 Globalization in Los Angeles

3 Postmoderne Stadtentwicklung in Los Angeles

3.1 Wirtschaftliche Entwicklungsdynamik

3.2 Postmoderne Stadtgesellschaft in einer Fractal City

3.2.1 Mosaikhafte Stadtlandschaft

3.2.2 Diskriminierung

3.3 Postmoderne Stadtstrukturen

3.3.1 Postsuburbanisierung – Exopolis, Edge City & Outer City

3.3.2 The outside becoming inside – Die Innenstadt wird zur Peripherie

3.3.3 Gated Communities

3.3.4 Smart Growth & Grow Greener

3.3.5 Keno Capitalism

3.4 Postmoderne Raumkontrolle

3.4.1 Place Making

3.4.2 BIDs

3.4.3 Homeless Dumping und andere Methoden der indirekten Steuerung

3.4.4 Skid row

3.4.5 Taking Burgess back to the future

3.5 Postmoderne Stadtpolitiken

3.5.1 Minimal Cities

3.5.2 CIDs

3.6 Postmoderne Stadtrepräsentation

3.6.1 Hyperrealität

3.6.2 Mediale Repräsentation der Stadt

3.6.3 Stadt als Themenpark

3.7 Postmoderne und das Mensch-Natur-Verhältnis

4 Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht Los Angeles als paradigmatisches Beispiel für die postmoderne Metropole. Ziel ist es, die komplexen Entwicklungsprozesse und die spezifische Geographie der Stadt zu analysieren, um die Besonderheiten der dortigen Stadtentwicklung als Ausdruck postmoderner Trends in globalen Großstädten zu verstehen, anstatt Los Angeles lediglich als singuläres Modell zu betrachten.

  • Die ökonomische Restrukturierung und ihre Folgen für den Arbeitsmarkt.
  • Die sozio-ökonomische Polarisierung und ethnische Fragmentierung der Stadtgesellschaft.
  • Neue postmoderne Stadtstrukturen wie Exopolis, Edge Cities und Gated Communities.
  • Mechanismen der postmodernen Raumkontrolle und der Umgang mit Obdachlosigkeit.
  • Die mediale Stadtrepräsentation und die "Disneyfizierung" urbaner Räume.

Auszug aus dem Buch

3.3.5 Keno Capitalism

Als Muster der räumlichen Anordnung verschiedener Landnutzungen und Bevölkerungskonzentrationen ist das von Dear/Flusty (1998) entworfene Schema des keno capitalism zu sehen. Dieses Modell einer postmodernen Stadtstruktur ist jedoch als Ausgangspunkt für eine Debatte über die neuartige Stadtgestalt zu sehen und nicht als allgemeingültiges Modell für alle Metropolen oder gar als Ersatz für bisherige Modelle aufzufassen. Es ist also nur eine Skizze einer neuen Stadtentwicklung, in der beispielsweise Grundelemente der Stadt wie Industriezonen oder Grünflächen fehlen.

Das in Abbildung 8 wiedergegebene Modell von ein paar wichtigen Elementen der Region Los Angeles umfasst neue Raumstrukturen wie edge cities, post-fordistische Produktionskomplexe, die gestiegene Heterogenität kultureller Gruppierungen und die stärkere Polarisierung der Gesellschaft. Diese genannten empirischen Aufzählungen wandeln Dear/Flusty in das Schema eines Postmodern Urbanism um, hinter dem sich nicht nur der Stadtentwicklungsprozess mit seinen Einflussfaktoren verbirgt, sondern auch die konkret räumliche Gestalt der Stadt. Die einzelnen Felder werden dabei nicht von Verkehrswegen bestimmt sondern von den sogenannten interdictory spaces und dem desinformation highway gebildet. Die interdictory spaces, also verbietende Räume, sind Regionen der Stadt, die aufgrund von Überwachung durch beispielsweise private Akteure sich von bestimmten potentiellen Nutzern auszugrenzen versuchen und diese abschrecken wollen. Der Hautpunkt des keno capitalism ist ein Stadtentwicklungsprozess der quasi-zufälligen Investitionsentscheidungen, die die Struktur der Stadt in Form von neuen Unternehmenszentralen (corprate citadels), Bürostandorten (edge cities), Unterhaltungseinrichtungen (spectacle), Vergnügungsparks (theme parks) oder sonstigen Konsumangeboten (consumption opportunities) weiterentwickeln.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Los Angeles – a place where it all comes together: Einleitung in die Bedeutung von Los Angeles als paradigmatischer Ort der postmodernen Stadtforschung.

2 Die postmoderne Metropolis Los Angeles: Analyse der historischen Entwicklung von der spanischen Siedlung zur modernen Metropole sowie Darstellung des demographischen und ethnischen Wandels.

3 Postmoderne Stadtentwicklung in Los Angeles: Untersuchung der wirtschaftlichen Dynamik, gesellschaftlicher Fragmentierung, räumlicher Strukturen und Kontrollmechanismen in Los Angeles.

4 Fazit: Zusammenfassende Bewertung von Los Angeles als ideales Fallbeispiel für globale Stadtentwicklungstendenzen und die Rolle von Symbolen wie dem Bonaventure Hotel.

Schlüsselwörter

Los Angeles, Postmoderne, Stadtentwicklung, Global City, Sozio-ökonomische Polarisierung, Fractal City, Exopolis, Gated Communities, Keno Capitalism, Raumkontrolle, BIDs, Skid Row, Disneyfizierung, Urbanität, Stadtforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Los Angeles als ein zentrales Beispiel für die postmoderne Stadt und untersucht, wie dortige Entwicklungsprozesse allgemeine Tendenzen der postmodernen Stadtforschung widerspiegeln.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die ökonomische Restrukturierung, ethnische Segregation, neue Raumstrukturen (z.B. Edge Cities), Methoden der sozialen Raumkontrolle und die kulturelle Repräsentation der Stadt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die spezifische Geographie von Los Angeles zu verstehen und zu zeigen, wie sie als Ausdruck ökonomischer, gesellschaftstheoretischer und politischer Ansätze der Postmoderne fungiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse und der Auswertung stadtgeographischer sowie stadtsoziologischer Modelle, um die Stadtentwicklung unter gegebenen politisch-wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu erklären.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil werden die Transformation des Arbeitsmarktes, die Rolle von Migrationsbewegungen, die Entstehung "festungsartiger" Stadtstrukturen und die staatliche sowie private Steuerung des Stadtraums detailliert diskutiert.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind unter anderem "Fractal City", "Postmetropolis", "Keno Capitalism", "Place Making" und "Disneyfizierung".

Was genau versteht man unter dem "Keno Capitalism" im Kontext von Los Angeles?

Es handelt sich um ein von Dear und Flusty entworfenes Modell, das eine Stadtstruktur beschreibt, in der durch quasi-zufällige Investitionsentscheidungen und sogenannte "interdictory spaces" eine fragmentierte, kontrollierte und durch Konsumangebote geprägte Stadtlandschaft entsteht.

Wie geht die Stadt politisch mit Obdachlosigkeit um?

Die Arbeit beschreibt eine Strategie der direkten und indirekten Raumkontrolle, wie z.B. durch die "Sleeping Ordinance", Videoüberwachung, Umbenennung von Stadtvierteln zur Aufwertung und das gezielte "außer Sicht schaffen" von Obdachlosen in Gebieten wie Skid Row.

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Details

Title
Die postmoderne Metropolis: Kennzeichen und Entwicklungsprozesse am Beispiel von Los Angeles
College
University of Augsburg
Course
Hauptseminar Geographische Stadtforschung
Grade
1,70
Author
Andre Eichmann (Author)
Publication Year
2013
Pages
35
Catalog Number
V268463
ISBN (eBook)
9783656595090
ISBN (Book)
9783656595076
Language
German
Tags
Los Angeles Metropolis Postmoderne
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andre Eichmann (Author), 2013, Die postmoderne Metropolis: Kennzeichen und Entwicklungsprozesse am Beispiel von Los Angeles, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268463
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