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Bindung und Bindungsstörung. Diagnostische Berührungspunkte zweier distinkter Konzepte

Titre: Bindung und Bindungsstörung. Diagnostische Berührungspunkte zweier distinkter Konzepte

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2012 , 31 Pages , Note: 6.0

Autor:in: Katja Margelisch (Auteur)

Psychologie - Psychologie du développement
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In der vorliegenden Arbeit wurde der Frage nach einer möglichen Verknüpfung der Bindungstheorie und der diagnostischen Kriterien einer Bindungsstörung nachgegangen. Dabei wurde untersucht, ob sich ein distinkter Einfluss der Bindungsqualität auf die Entstehung und Aufrechterhaltung der Subtypen der Bindungsstörung aufzeigen lässt und inwiefern der Bindungstheorie in der Erklärung der Bindungsstörung Grenzen gesetzt sind.
Die Bindungsstörung („reactive attachment disorder“ nach DSM-IV) betrifft eine relativ neue Diagnose mit bisher nur vage formulierten Kriterien. In vielen empirischen Arbeiten wird implizit davon ausgegangen, dass sich die Ätiologie der Bindungsstörung hauptsächlich aus der Bindungstheorie ableiten lässt. Letztendlich bleibt jedoch unklar, wo die Berührungspunkte der beiden Konzepte bestehen, wo sie sich ergänzen und wo sie klar abgegrenzt werden müssen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Bindungstheorie: Kategorien von Bindungsmustern

1.1 Organisierte Hauptbindungskategorien

1.2 Desorganisierte Bindung

1.3 Bindungsrepräsentation: Innere Arbeitsmodelle

2 Reaktive Bindungsstörung (DSM-IV)

2.1 Definition und Klassifikation

2.2 Symptomatik und Verlauf

3 Berührungspunkte zwischen Bindungstheorie und Bindungsstörungen

4 Limitationen der Bindungstheorie im Verständnis der Bindungsstörungen

5 Diskussion

6 Fazit: Implikationen für weiterführende Forschung und Praxis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der Bindungstheorie und der diagnostischen Kategorie der reaktiven Bindungsstörung (RAD). Ziel ist es zu klären, inwiefern Bindungsstörungen als direkte Folge von Bindungsproblemen verstanden werden können und wo die konzeptionellen Grenzen und Schnittstellen beider Ansätze liegen.

  • Grundlagen der Bindungstheorie und verschiedene Bindungsmuster
  • Definition und Klassifikation der reaktiven Bindungsstörung nach DSM-IV
  • Empirische und theoretische Berührungspunkte zwischen Bindung und Bindungsstörung
  • Kritische Analyse der Limitationen bindungstheoretischer Ansätze bei der Diagnose von Bindungsstörungen
  • Implikationen für die klinische Praxis und zukünftige Forschungsrichtungen

Auszug aus dem Buch

1.2 Desorganisierte Bindung

In einigen Forschungsarbeiten konnte festgestellt werden, dass sich manche Kinder nicht in die drei organisierten Bindungsmuster einteilen lassen (Bakermans-Kranenburg et al, 2005; Lyons-Ruth & Jacobvitz, 2008; von Ijzendoorn & Bakermans-Kranenburg, 2003). So suchen Kinder mit desorganisierter (bzw. hochunsicherer oder atypischer) Bindung in Situationen erhöhter Belastung und starker innerer Erregung keinen Kontakt zur Bindungsperson. Während ihr Cortisolspiegel dabei beträchtlich ansteigt, können sie auf keine geordnete Verhaltensstrategie zurückgreifen und ihr Verhalten nicht kohärent organisieren (Ziegenhain, 2009; Ziegenhain & Fegert, 2012). Sie zeigen starre Verhaltensweisen wie starke Gehemmtheit, körperliches Erstarren, motorische Stereotypien und Furchtreaktionen (Brisch, 2009; Ziegenhain & Fegert, 2012).

Desorganisation gilt nicht als eigenes, viertes Bindungsmuster, obwohl es in der Literatur oft aus statistischen Gründen als solches dargestellt wird (Grossmann & Grossmann, 2008). Desorganisiertes Bindungsverhalten erscheint in vielerlei Form als Störung innerhalb der drei organisierten Bindungsmuster, wobei damit ein mehr oder weniger dauerhafter Zusammenbruch von Aufmerksamkeits- und Verhaltensstrategien durch den Verlust der Orientierung an der Bindungsperson beschrieben wird (Grossmann & Grossmann, 2008). Ein solches Verhalten wird häufiger bei Kindern mit traumatischer Erfahrung beobachtet (Brisch, 2009). Das bizarre Konfliktverhalten wird als Furcht interpretiert, die aufgrund einschneidender Erlebnisse zustande kam, wobei sich die Kinder entweder vor der Bezugsperson fürchten oder sich die Furcht der Bindungsperson auf die Ängste des Kindes überträgt (Ziegenhain & Fegert, 2012). Dies führt zu einem unlösbaren Konflikt: Die Furcht aktiviert das kindliche Bindungssystem und daher muss das Kind den Kontakt zur Bindungsperson suchen. Ist die Bindungsperson, bei der es Schutz sucht, gleichzeitig die Person sein, die seine Furcht verursacht, kollabieren seine Verhaltensstrategien (Bakermans-Kranenburg et al., 2005; Ziegenhain & Fegert, 2012).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Relevanz der Bindungstheorie und die Fragestellung nach der Ätiologie der reaktiven Bindungsstörung.

1 Bindungstheorie: Kategorien von Bindungsmustern: Erläuterung der klassischen Bindungstypen und der Bedeutung innerer Arbeitsmodelle für die kindliche Entwicklung.

2 Reaktive Bindungsstörung (DSM-IV): Definition und klinische Klassifikation der RAD sowie Beschreibung ihrer Symptomatik und Verläufe.

3 Berührungspunkte zwischen Bindungstheorie und Bindungsstörungen: Analyse des Zusammenhangs zwischen Bindungserfahrungen und der Ausbildung einer Bindungsstörung.

4 Limitationen der Bindungstheorie im Verständnis der Bindungsstörungen: Darstellung der Grenzen der Bindungstheorie bei der Erklärung komplexer, multideterminierter Störungsbilder wie der RAD.

5 Diskussion: Kritische Auseinandersetzung mit der Inkonsistenz der bisherigen Forschungslage und der Notwendigkeit einer differenzierteren diagnostischen Abklärung.

6 Fazit: Implikationen für weiterführende Forschung und Praxis: Zusammenfassende Handlungsempfehlungen für Forschung und die Arbeit mit betroffenen Kindern.

Schlüsselwörter

Bindungstheorie, Bindungsstörung, RAD, reaktive Bindungsstörung, desorganisierte Bindung, innere Arbeitsmodelle, Entwicklungspsychopathologie, DSM-IV, ICD-10, Bindungsqualität, Fürsorgequalität, psychische Störungen, Kindesmissbrauch, Trauma, Diagnostik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretische und klinische Verbindung zwischen der Bindungstheorie nach Bowlby/Ainsworth und dem diagnostischen Krankheitsbild der reaktiven Bindungsstörung (RAD).

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Bindungsmuster bei Kindern, die Definition der RAD nach DSM-IV, die Rolle von frühen Deprivationserfahrungen sowie die Schnittstellen und Unterschiede zwischen Bindungsstörungen und Bindungsverhalten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, ob die Bindung als grundlegender ätiologischer Faktor das Auftreten von Bindungsstörungen hinreichend erklären kann oder ob es sich um distinkte, eigenständige Konzepte handelt.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um ein theoretisches Literatur-Review, das aktuelle Forschungsergebnisse zusammenführt, kritisch diskutiert und auf deren diagnostische Kohärenz hin untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Bindungstheorie, die Definition der RAD, die Analyse von Berührungspunkten beider Konzepte und eine kritische Diskussion ihrer Limitationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Bindungstheorie, reaktive Bindungsstörung, desorganisierte Bindung, Ätiologie, Diagnostik und Fürsorgequalität.

Warum wird die "Strange Situation" kritisch betrachtet?

Die Arbeit weist darauf hin, dass die "Strange Situation" kein direktes Diagnostik-Instrument für Bindungsstörungen ist und die Ergebnisse bei extrem institutionalisierten Kindern verzerrt oder ungenügend aussagekräftig sein können.

Was ist die zentrale Erkenntnis bezüglich der Diagnostik?

Die Autorin betont, dass eine RAD-Diagnose nicht allein auf Risikofaktoren wie Heimunterbringung basieren sollte, da Symptomüberlappungen mit anderen Störungen bestehen und die Ätiologie bei psychischen Störungen stets multideterminiert ist.

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Résumé des informations

Titre
Bindung und Bindungsstörung. Diagnostische Berührungspunkte zweier distinkter Konzepte
Université
University of Bern
Cours
Entwicklungspsychopathologie
Note
6.0
Auteur
Katja Margelisch (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
31
N° de catalogue
V268474
ISBN (ebook)
9783656595359
ISBN (Livre)
9783656595304
Langue
allemand
mots-clé
bindung bindungsstörung diagnostische berührungspunkte konzepte
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Katja Margelisch (Auteur), 2012, Bindung und Bindungsstörung. Diagnostische Berührungspunkte zweier distinkter Konzepte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268474
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Extrait de  31  pages
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