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Was bedeutet Toleranz? Und inwiefern ist sie im Rawls’schen Staat verwirklicht?

Título: Was bedeutet Toleranz? Und inwiefern ist sie im Rawls’schen Staat verwirklicht?

Ensayo , 2012 , 11 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Diplom Designer Tobias Schmidt (Autor)

Política - Filosofía política e historia de las ideas
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Auf die Frage, ob er tolerant sei, pointiert der bayrische Kabarettist Gerhard Polt mit gewohnt sarkastischem Unterton, antwortete er „Spezi, für meinen Bedarf g'langts." Und so stellt er zurecht die Frage, was das eigentlich heiße, „tolerant zu sein“? Der folgende Text beschäftigt sich mit der Bedeutung des Begriffs Toleranz. Dabei soll geklärt werden, wie tolerantes Verhalten definiert werden kann, und wie vermeintliche, sich aus der Definition ergebende Widersprüche, unter der Zuhilfenahme eines Textes von John Horton, aufgelöst werden können. Im Anschluss soll untersucht werden, inwiefern Toleranz in einem Rawls’schen Staat verwirklicht ist. Hierzu werde ich vorab den Rawls’sche Staat in seinen Grundzügen skizzieren, und dabei insbesondere die Bedingungen des Urzustandes darstellen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Toleranz

2. Der Urzustand in der Rawls’schen Gerechtigkeitstheorie

3. Toleranz im Rawls’schen Staat

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Spannungsfeld und die konzeptionellen Verbindungen zwischen dem Begriff der Toleranz und der Gerechtigkeitstheorie von John Rawls. Das primäre Ziel ist es, zu klären, wie Toleranz definiert werden kann, welche Paradoxien dabei entstehen und inwiefern das Prinzip der Toleranz in einem nach Rawls gerechten Staat verwirklicht ist.

  • Definition und normative Voraussetzungen von Toleranz
  • Auflösung von Toleranz-Paradoxien nach John Horton
  • Die Grundzüge der Rawls’schen Gerechtigkeitstheorie
  • Die Funktion des Urzustands und des Schleiers des Nichtwissens
  • Wechselwirkung von Freiheit, Gleichheit und Toleranz im Rawls’schen Staatsmodell

Auszug aus dem Buch

1. Toleranz

Der Begriff >Toleranz< lässt sich unter Erfüllung folgender Bedingungen definieren: Eine Person A ist gegenüber einer Eigenschaft, Haltung, Handlung, o.ä. X einer Person B tolerant wenn gleichzeitig gilt:

(1) A lehnt X ab.

(2) A geht nicht gegen X vor.

(3) A hätte die Möglichkeit, gegen X vorzugehen.

Diese Definition soll nun durch folgende Fragen präzisiert werden: Warum lehnt A die Eigenschaft, Handlung, Haltung o.ä. X ab? Eine Ablehnung in diesem Zusammenhang muss auf eine vorher stattgefundene Meinungsbildung der Person A beruhen. Insofern muss davon ausgegangen werden, dass es Gründe für diese Ablehnung gibt. Weiter soll davon ausgegangen werden, dass diese Gründe rational sind und einer Argumentation standhalten. Sinnvollerweise kann (1) somit ergänzt werden: A lehnt X – aus guten Gründen – ab.

Weiter stellt sich die Frage, warum A nicht gegen X vorgeht? Auch hier bedarf es einer Präzisierung: Es soll nicht davon ausgegangen werden, das A ein Vorgehen unterlässt, weil er sich seiner Meinung nicht mehr sicher ist. Würde sein Verhalten darauf basieren, würde man nicht von tolerantem, sondern eher von indifferentem Verhalten sprechen. Es muss also weitere, übergeordnete Gründe geben, die A zu dem Verhalten veranlassen, eine für falsch gehaltene Eigenschaft, Haltung, Handlung, o.ä. X des B dennoch zu tolerieren. Solche übergeordneten Gründe können die Achtung vor individueller Freiheit / Autonomie sein. So kann (2) vervollständigt werden: A geht nicht gegen X vor, aus Achtung vor der individuellen Freiheit / Autonomie des B.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Toleranz: Dieses Kapitel definiert Toleranz als ein normatives Konstrukt, das auf der Ablehnung einer Sache basiert, bei gleichzeitigem Verzicht auf Vorgehen aus Respekt vor der individuellen Autonomie.

2. Der Urzustand in der Rawls’schen Gerechtigkeitstheorie: Hier wird das Gedankenexperiment des Urzustands sowie der „Schleier des Nichtwissens“ vorgestellt, um die Herleitung der Gerechtigkeitsgrundsätze zu erläutern.

3. Toleranz im Rawls’schen Staat: Dieses Kapitel zeigt auf, dass Toleranz sowohl eine notwendige Voraussetzung für als auch ein direktes Resultat des Rawls’schen Modells der gleichen Freiheit für alle ist.

4. Zusammenfassung: Der abschließende Teil reflektiert die Stabilität des Liberalismus und wirft die Frage auf, ob eine durch Freiheit geförderte pluralistische Gesellschaft neue Differenzen in der Auffassung von Werten erzeugen könnte.

Schlüsselwörter

Toleranz, John Rawls, Gerechtigkeitstheorie, Urzustand, Schleier des Nichtwissens, Liberalismus, Freiheit, Gleichheit, Autonomie, John Horton, Paradoxien, pluralistische Gesellschaft, Maximin-Prinzip, Vernünftigkeit, Wertepluralismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den philosophischen Begriff der Toleranz und prüft dessen Integration und Umsetzung innerhalb des staatstheoretischen Modells von John Rawls.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die Definition von Toleranz, die Auflösung logischer Paradoxien im Toleranzbegriff sowie die Bedingungen des Rawls’schen Urzustands.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Toleranz im Rawls’schen Staat kein Zufallsprodukt ist, sondern eine notwendige Bedingung für die Verwirklichung gleicher Freiheitsrechte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt die Analyse von Begriffen, die kritische Diskussion existierender philosophischer Texte (insb. von John Horton) und die Rekonstruktion des Rawls’schen Gedankenexperiments.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Bedingungen für tolerantes Verhalten erarbeitet, anschließend die Rawls’sche Gerechtigkeitstheorie samt Urzustand und Maximin-Prinzip skizziert und diese mit dem Toleranzbegriff synthetisiert.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Toleranz, Rawls’sche Gerechtigkeitstheorie, Urzustand, Schleier des Nichtwissens, Freiheit, Gleichheit und Autonomie.

Wie löst der Autor das Problem der „grenzenlosen Toleranz“?

Unter Rückgriff auf John Horton argumentiert der Autor, dass Toleranz dort ihre Grenze findet, wo die Freiheit selbst – und damit die Grundlage der Toleranz – bedroht ist.

Welche Rolle spielt der „Schleier des Nichtwissens“ bei Rawls?

Er sorgt dafür, dass Individuen im Urzustand keine Kenntnis über ihre soziale Position oder Talente haben, was sie zur Wahl von Gerechtigkeitsgrundsätzen zwingt, die für alle Menschen gleichermaßen vorteilhaft sind.

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Detalles

Título
Was bedeutet Toleranz? Und inwiefern ist sie im Rawls’schen Staat verwirklicht?
Universidad
LMU Munich  (PPW)
Curso
Politikwissenschaftlicher Vertiefungskurs
Calificación
1,7
Autor
Diplom Designer Tobias Schmidt (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
11
No. de catálogo
V268592
ISBN (Ebook)
9783656597285
ISBN (Libro)
9783656597179
Idioma
Alemán
Etiqueta
toleranz rawls’schen staat
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Diplom Designer Tobias Schmidt (Autor), 2012, Was bedeutet Toleranz? Und inwiefern ist sie im Rawls’schen Staat verwirklicht?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268592
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