Mehr als 70.000 Frauen in Deutschland erkranken jedes Jahr an Brustkrebs. Somit ist jede achte bis zehnte Frau davon betroffen. Diese Zahlen belegen, dass es sich um eine der häufigsten Krebserkrankungen in der Bundesrepublik handelt. Doch wie erkennt man diesen Krebs frühzeitig? Gibt es Möglichkeiten zur Prävention? Und wie kann man ihn überwinden?
Dieser Band widmet sich zum einen der Vorbeugung und Früherkennung von Mammakarzinomen sowie verschiedener Behandlungsmöglichkeiten bei einer Brustkrebserkrankung.
Aus dem Inhalt: Risikofaktoren, Prävention, Früherkennung und Gentest, Symptome und Diagnostik.
Inhaltsverzeichnis
Das Mammakarzinom: Diagnostik und Therapie von Martin Smollich
1. Inzidenz, Risikofaktoren, Prävention, Früherkennung und Diagnostik
2. Therapie des Primärtumors
3. Rezidiv und Metastasen
4. Ausblick
Brustkrebsrisiko und Gentest – Flop oder Fortschritt? von Prof. Dr. med. Hans, E. W.W. Sachs, Frauenarzt, Psychotherapeut, i.R.
Einleitung
Der Unterschied zwischen Mutation und Genregulation
Die Chromosomentheorie der Vererbung
Was ist ein Gen?
Was ist Genregulation?
Brustkrebs – eine Erbkrankheit?
Die bio-psycho-soziale oder psychosomatische Sicht des Brustkrebses der Frau
Neurobiologische Grundlagen der psychosomatischen Betrachtungsweise
Das psychogene Risikoprofil von Brustkrebskranken
Zusammenfassung
Verwendete und weiterführende Literatur
Brustkrebs – Ein Überblick von Kim Busch
1. Einleitung
2. Allgemein
3.Brustkrebs
4. Therapiemöglichkeiten
5.Früherkennung/Vorsorgeuntersuchung
6.Schlussfolgerung
Entscheidungsdifferenzen von Patientinnen und ihren Ärzten bezüglich der Beurteilung des Benefits von Therapieoptionen. Ergebnisse der „Gut Informieren – Gemeinsam Entscheiden!“ – Studie von Dragan Radosavac
1. Zusammenfassung
2. Einleitung
2.1. Grundlegende Fragestellung
2.1.1.Fragestellung
2.2. Stand der Forschung
2.2.1. Therapieentscheidung
2.2.2. Entscheidungsfindung mittels Berechnungsprogrammen
2.3. Leitlinien
2.3.1 St. Gallen Consensus-Meeting
2.3.2. St. Gallen-Konferenz 2003 und 2005
2.3.3. St. Gallen 2007
2.3.4. S3-Leitlinie
2.3.5. AGO-Leitlinien
2.3.6. Leitlinien und individuelle Patientencharakteristika
2.4. Beteiligung der Patientinnen – Shared Decision
2.4.1. Definition und Aktualitätsabschätzung
2.4.2. Patientenbeteiligung – Realität und Wunsch
2.4.3. Faktoren, welche die Entscheidung der Patienten beeinflussen
2.4.4. Ärztliche Bereitschaft zur Teilnahme am Shared Decision Model
2.4.5. Effekte auf die Behandlungsqualität und Krankenhausdauer
2.5. Aufbau und Struktur der Studie
3 Material und Methoden
3.1. Pilotphase
3.1.1. Projektentwicklung
3.1.2. Durchführung
3.1.3. Ergebnisse der Pilotphase
3.1.4. Überprüfung der Fragebögen auf Verständlichkeit und Validität
3.2. Durchführung der Umfrage
3.2.1. Fallzahlabschätzung
3.2.2. Rekrutierung von Patientinnen
3.2.3. Rekrutierung von Ärztinnen und Ärzten
3.2.4. Rekrutierung von teilnehmenden Brustzentren
3.2.5. Entwicklung der Internetseite
3.2.6. Anpassung der Fragebögen
3.2.7. Aussenden der Fragebögen
3.2.8. Rücklauf
3.2.9. Statistische Auswertung
4 Ergebnisteil
4.1 Anamnestische Patientinnen-Daten
4.2 Anamnestische Ärztinnen- und Arzt-Daten
4.3. Gegenüberstellung der fallbezogenen Patientinnen- und ärztlichen Entscheidung
4.3.1. Entscheidung zur kurativen Chemotherapie (CTX) bei einem Gesamtüberleben (OS) von 60% (5 Jahre) ohne Therapie
4.3.2. Entscheidung zur kurativen CTX bei einem OS von 80% (5 Jahre) ohne Therapie
4.3.3. Entscheidung zur kurativen fünfjährigen Antihormonetherapie bei einem OS von 60% (5 Jahre) ohne Therapie
4.3.4. Entscheidung zur kurativen fünfjährigen Antihormontherapie bei einem OS von 80% (5 Jahre) ohne Therapie
4.3.5. Entscheidung zur kurativen fünfjährigen Aromatasehemmertherapie bei einem OS von 92% (5 Jahre) mit Tamoxifen
4.3.6. Entscheidung zur kurativen fünfjährigen Aromatasehemmertherapie bei einem OS von 82% (10 Jahre) mit Tamoxifen und anschließender Gabe eines Aromatasehemmers
4.3.7. Entscheidung zur kurativen einjährigen Antikörpertherapie bei einem OS von 60% (5 Jahre) ohne Therapie
4.3.8. Entscheidung zur kurativen einjährigen Antikörpertherapie bei einem OS von 80% (5 Jahre) ohne Therapie
4.3.9. Entscheidung zur kurativen Radiatio zur Steigerung der Rezidivfreiheit von 60% (5 Jahre) ohne Therapie
4.3.10. Entscheidung zur kurativen Radiatio zur Steigerung der rezidivfreiheit von 80% (5 Jahre) ohne Therapie
4.3.11. Entscheidung zur kurativen Radiatio zur Steigerung des OS von 60% (5 Jahre) ohne Therapie
4.3.12. Entscheidung zur kurativen Radiatio zur Steigerung des OS von 80% (5 Jahre) ohne Therapie
4.3.13. Entscheidungsgrundlage zur komplementären/alternativen Therapie in der kurativen Situation
4.3.14. Entscheidung zur kurativen komplementären Therapie zur Steigerung des OS von 60% (5 Jahre) ohne Therapie
4.3.15. Entscheidung zur kurativen komplementären Therapie zur Steigerung des OS von 80% (5 Jahre) ohne Therapie
4.3.16. Entscheidung zur palliativen CTX bei einer Lebenserwartung von 6 Monaten ohne Therapie
4.3.17. Entscheidung zur palliativen sechsmonatigen CTX bei einer Lebenserwartung von 2 Jahren ohne Therapie
4.3.18. Entscheidung zur palliativen antihormonellen Therapie bei einer Lebenserwartung von 6 Monaten ohne Therapie
4.3.19. Entscheidungen zur palliativen antihormonellen Therapie bei einer Lebenserwartung von 2 Jahren
4.3.20. Entscheidung zur palliativen Antikörpertherapie bei einer Lebenserwartung von 6 Monaten ohne Therapie
4.3.21. (Entscheidung zur palliativen Antikörpertherapie bei einer Lebenserwartung von 2 Jahren ohne Therapie
4.3.22. Entscheidung zur palliativen Radiatio bei einer Lebenserwartung von 6 Monaten ohne Therapie
4.3.23. Entscheidung zur palliativen Radiatio bei einer Lebenserwartung von 2 Jahren
4.3.24. Entscheidung zur palliativen Bisphosohonattherapie bei einer Lebenserwartung von 6 Monaten ohne Therapie
4.3.25. Entscheidung zur palliativen Bisphosohonattherapie bei einer Lebenserwartung von 2 Jahren ohne Therapie
4.3.26. Entscheidungsgrundlage zur komplementären/alternativen Therapie in der palliativen Situation
4.2.27. Entscheidung zur palliativen komplementären/alternativen Therapie bei einer Lebenserwartung von 6 Monaten ohne Therapie
4.2.28. Entscheidung zur palliativen komplementären/alternativen Therapie bei einer Lebenserwartung von 2 Jahren ohne Therapie
5 Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die subjektiven und individuellen Vorstellungen von Patientinnen sowie onkologisch tätigen Ärzten hinsichtlich des notwendigen Benefits von verschiedenen Therapieoptionen bei Brustkrebs (Mammakarzinom) in kurativen und palliativen Situationen zu ermitteln. Es soll analysiert werden, ob und inwieweit unterschiedliche Erwartungshaltungen zwischen den Gruppen bestehen, um in Zukunft ein patientenzentrierteres Aufklärungsgespräch und eine fundiertere Therapieentscheidung zu ermöglichen.
- Analyse von Entscheidungsdifferenzen bei Brustkrebsbehandlungen zwischen Patientinnen und Medizinern.
- Einfluss soziodemographischer Faktoren auf die Therapieentscheidung und Risikowahrnehmung.
- Evaluierung der partizipativen Entscheidungsfindung (Shared Decision Making) im klinischen Alltag.
- Vergleich von Benefit-Erwartungen bei adjuvanten und palliativen Therapieregimen.
- Integration von psychosozialen Aspekten und Lebensqualität in die onkologische Entscheidungsfindung.
Auszug aus dem Buch
Der Unterschied zwischen Mutation und Genregulation
Etwa seit 1986 kam die Hypothese auf, Brustkrebs können bei einem (kleinen) Teil der Patientinnen erblich sein. Ein „molekulares Mammogramm“ schien der Fortschritt zu sein (Batt, 1994, pg. 169). Ich denke, man muss heute Leserinnen und verängstigten Frauen auch sagen, was ist ein Gen und wie funktioniert es, wenn man von einer möglichen erblichen Bedingtheit der Brustkrebserkrankung spricht.
Für die Ausprägung der genetischen Information ist einmal der Text der DNS Sequenz verantwortlich. Eine Änderung dieses Textes nennen wir Mutation. Viel wichtiger aber ist das Zusammenspiel der Gene mit der Umwelt des Zytoplasmas der Zelle, das selbst umweltabhängig ist (Klima, Nahrung, Psyche z.B., vgl. Bahnsen 2006, pg. 34-35). Gene unterliegen einem ständigen Wechsel zwischen einem aktiven und inaktiven Zustand. Sie werden an- und abgeschaltet. Diese Abläufe heißen GENREGULATION. Das Wissen darüber wird in der Diskussion über die genetische Entstehung von Krankheiten bzw. das Aufrechterhalten von Gesundheit meist völlig ausgeblendet.
In kaum einem anderen Gebiet der Geistesgeschichte der Menschheit sind so viele Nobelpreise verliehen worden wie auf dem Gebiet der Genforschung. Speziell zur Genregulation haben drei Forscherpersönlichkeiten bzw. – gruppen den Nobelpreis erhalten: Barbara McClintock, USA, erhielt 1983 mit 81 (!) Jahren den Nobelpreis für ihre Arbeiten zur Genregulation an Maiskolben. James D. Watson (USA) und Francis H.C. Crick (Brite) bekamen 1962 den Nobelpreis für das Knacken des genetischen Kodes (Doppelhelixstruktur der Desoxyribonukleinsäure/DNS). Und schließlich konnten sich die beiden Franzosen Francis Jacob und James Monod 1965 über den Nobelpreis für ihr Genregulationsmodell (Jacob-Monod-Modell der Genregulation) freuen. In ihrer als preiswürdig anerkannten wissenschaftlichen Arbeit hatten sie durch ein angebliches Versehen Babara McClintocks Untersuchungsergebnisse nicht zitiert.
Zusammenfassung der Kapitel
Das Mammakarzinom: Diagnostik und Therapie von Martin Smollich: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über Inzidenz, Risikofaktoren und aktuelle Leitlinien zur Diagnostik und Behandlung des Mammakarzinoms. Es werden sowohl die chirurgischen als auch die adjuvanten Therapieoptionen sowie deren Bedeutung für die Heilungschancen erläutert.
Brustkrebsrisiko und Gentest – Flop oder Fortschritt? von Prof. Dr. med. Hans, E. W.W. Sachs: Der Autor diskutiert kritisch die genetische Fixierung bei der Brustkrebsdiagnostik und betont die Bedeutung von Genregulation und psychosozialen Umweltfaktoren. Er argumentiert gegen eine zu starke Fokussierung auf Gentests als alleinige Entscheidungsgrundlage für invasive Eingriffe.
Brustkrebs – Ein Überblick von Kim Busch: Dieses Kapitel bietet eine allgemeinverständliche Einführung in den anatomischen Aufbau der Brust, die Entstehung von Tumoren und die gängigen Therapie- sowie Früherkennungsmöglichkeiten. Es dient als Aufklärung für Betroffene und Interessierte.
Entscheidungsdifferenzen von Patientinnen und ihren Ärzten bezüglich der Beurteilung des Benefits von Therapieoptionen. Ergebnisse der „Gut Informieren – Gemeinsam Entscheiden!“ – Studie von Dragan Radosavac: Diese Studie untersucht die unterschiedlichen Erwartungen von Patientinnen und Ärzten an den Nutzen (Benefit) onkologischer Therapien anhand zahlreicher Fallbeispiele. Es werden Methoden zur Verbesserung des partizipativen Entscheidungsprozesses in der Onkologie vorgestellt.
Schlüsselwörter
Brustkrebs, Mammakarzinom, Genregulation, Psychosomatik, Therapieentscheidung, Früherkennung, Shared Decision Making, Patienteneduktion, Adjuvante Therapie, Palliativmedizin, Lebensqualität, Tumorbiologie, Risikowahrnehmung, onkologische Forschung, Gesundheitsaufklärung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Früherkennung und Behandlung von Brustkrebs, wobei insbesondere das Spannungsfeld zwischen medizinischen Standards, genetischen Risikofaktoren und der psychosomatischen sowie individuellen Perspektive der Patientinnen beleuchtet wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der medizinischen Diagnostik und Therapie, den molekularbiologischen Grundlagen der Genregulation sowie der wissenschaftlichen Untersuchung der Entscheidungsfindung von Patientinnen und Ärzten im onkologischen Kontext.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel der Studie von Dragan Radosavac ist es, die Diskrepanz zwischen den Erwartungen von Patientinnen und Ärzten bezüglich des therapeutischen Nutzens zu erfassen, um zukünftig partnerschaftlichere und patientenzentriertere Entscheidungen zu ermöglichen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine Literaturanalyse zu medizinischen Leitlinien und Genetik mit einer großflächigen Umfrage (Studie), die Fallbeispiele nutzt, um subjektive Einschätzungen und Präferenzen von Patientinnen und onkologisch tätigen Ärzten quantitativ zu erheben und statistisch auszuwerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine medizinische Übersicht (Smollich), eine kritische Auseinandersetzung mit Genetik und Psychosomatik (Sachs), eine grundlegende Einführung in das Thema Brustkrebs (Busch) sowie die detaillierte Präsentation der Studienergebnisse zur Entscheidungsdifferenz (Radosavac).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Brustkrebs, Genregulation, Shared Decision Making, Therapieentscheidung, Psychosomatik und Patientenorientierung charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Genregulation in dieser Publikation?
Sie dient als wissenschaftliches Gegenargument zur einseitigen Fokussierung auf rein genetische Defekte (Mutationen). Der Autor Sachs argumentiert, dass die Umwelt und die Art und Weise der Regulation der Gene (z. B. durch Stress, Zuwendung oder Lebensstil) eine entscheidende Rolle für die Entstehung von Krankheit oder Gesundheit spielen.
Was ist das zentrale Ergebnis der Studie von Radosavac zur Entscheidungsfindung?
Die Studie zeigt signifikante Unterschiede in der Erwartungshaltung: Während Ärzte bereits mit einem relativ geringen Benefit eine Therapie rechtfertigen, verlangen Patientinnen oft deutlich höhere Wirksamkeitsnachweise, um die mit der Behandlung verbundenen Nebenwirkungen und Belastungen in Kauf zu nehmen.
- Quote paper
- Prof. Dr. med. Hans E. W. W. Sachs (Author), Kim Busch (Author), Martin Smollich (Author), Dragan Radosavac (Author), 2014, Der Feind in deiner Brust. Früherkennung und Behandlung von Brustkrebs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268643