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Das Jugendproblem am Anfang des 20. Jahrhunderts

Title: Das Jugendproblem am Anfang des 20. Jahrhunderts

Term Paper , 2010 , 13 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Renata Ellermann (Author)

History of Europe - Newer History, European Unification
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Der wirtschaftliche und soziale Wandlungsprozess der Industrialisierung veränderte grundlegend das gesellschaftliche System des Deutschen Kaiserreichs im 19. Jahrhundert. Die moderne Industriegesellschaft musste neuartige soziale Probleme lösen. Eines davon war das „Jugendproblem“, das noch vor dem Ersten Weltkrieg zur ersten Entfaltung der staatlichen Jugendpflege führte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Jugendpflege

2. Jugendprobleme

2.1. Freizeitentwicklung und finanzielle Unabhängigkeit

2.2. Frühe Entlassung aus der Schulpflicht

2.3. Generationsdiskrepanz

3. Staatlich geförderte Jugendpflege

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Anfänge der staatlich geförderten Jugendpflege im Deutschen Kaiserreich zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ziel ist es, das Verständnis des damaligen „Jugendproblems“ zu analysieren und zu hinterfragen, inwiefern die staatlichen Maßnahmen eine adäquate Antwort auf die Herausforderungen der Zeit darstellten.

  • Historischer Hintergrund der Jugendpflege
  • Ursachen und Wahrnehmung von Jugendproblemen um 1900
  • Die Rolle der Freizeitgestaltung und Konsumkontrolle
  • Konflikte zwischen Generationen und pädagogische Lösungsansätze
  • Staatliche Einflussnahme und deren innenpolitische Ziele

Auszug aus dem Buch

2.3. Generationsdiskrepanz

In den durch die Industrialisierung neu entstandenen Metropolen hatte sich in kurzer Zeit ein jugendliches Industrieproletariat gebildet. Die Großstadtjugend war dem erzieherischen Einfluss seiner Eltern entronnen. Die besorgniserregende Generationsdifferenz machte sie zu einem erzieherischen Problem. Die Elterngeneration, die zu größten Teil noch vom Lande stammte und versuchte an ihren alten Lebensgewohnheiten und Wertvorstellungen festzuhalten, hatte selbst Schwierigkeiten mit der Anpassung an die großstädtische Lebensweise. Sie konnte der heranwachsenden Generation kein Wegweiser sein. Die Jugend war hinsichtlich der Aneignung des städtischen Lebensraumes auf sich alleine gestellt. Die Modernisierungsgewinner, die selbstbewusste Jugend, die an Zeitgeist und Lebensstil der Großstadt angepasst war, nutzte die Bildungsangebote der Jugendvereine für den sozialen Aufstieg aus dem Arbeitermilieu in den neuen Mittelstand. Die Modernisierungsverlierer, die Unangepassten an die bürgerlichen Normenerwartungen, hauptsächlich aus dem ungelernten Arbeitermilieus, waren schwer erreichbar.

Die Lösung des Generationsproblems rief eine Reihe von Jugendhilfemaßnahmen ins Leben. Einige davon waren erfolgreich und hatten eine Vorbildfunktion, wie die innovative Vereinskonzeption von Pastor Clemens Schultz. 1898 gründete der Pastor in Hamburg seinen ersten Lehrlingsverein. Das neue an seinem Konzept war, dass er das kirchliche, ideologische und politische Element aus der Jugendarbeit ausschloss. Er wollte die Jugend nicht als Mittel weder zum kirchlichen, noch ideologischen, noch politischen Zweck machen. Sein Ziel war die „Jungens von der Straße“ zu erreichen. Nicht die „christlichen brave“ Jugend, sondern diejenigen, die im Generationskonflikt alleine gelassen wurden. Freundschaft und Selbstbestimmung waren für die Großstadtjugend von Bedeutung und danach musste sich auch die Jugendpflege orientieren. Der Erzieher der Jugend musste versuchen, ein wahrer Freund zu werden. Verständnis, Vertrauen, Selbstlosigkeit und Fortschrittlichkeit sollten die Leitprinzipien der Jugendarbeit sein. Die Aufgabe der Jugendarbeit sah Schultz eher als Hilfe in Persönlichkeitsbildung und in Erziehung zur Autonomie als zur Integration und Bewahrung traditionellen Werten.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung führt in den historischen Kontext der Industrialisierung ein und definiert die Leitfrage hinsichtlich der staatlichen Jugendpflege als Antwort auf das „Jugendproblem“.

1. Jugendpflege: Das Kapitel beleuchtet die Entstehung der Jugendpflege als bürgerlich-kirchliche Tradition und beschreibt den staatlichen Eingriff durch den Erlass von 1911 zur Förderung einer vaterländischen Erziehung.

2. Jugendprobleme: Hier werden die Wahrnehmung der gefährdeten Jugend und die verschiedenen Ansätze zur Problemlösung, wie die Kontrolle von Freizeit und Konsum, diskutiert.

2.1. Freizeitentwicklung und finanzielle Unabhängigkeit: Dieses Unterkapitel analysiert den Anstieg der Freizeit bei Jugendlichen und die damit verbundenen Ängste der bürgerlichen Gesellschaft vor moralischem Verfall.

2.2. Frühe Entlassung aus der Schulpflicht: Die Autorin thematisiert hier die pädagogischen Bedenken hinsichtlich der frühen Schulentlassung mit 14 Jahren und Forderungen nach Fortbildungspflicht.

2.3. Generationsdiskrepanz: Dieses Kapitel erläutert den Bruch zwischen der landwirtschaftlich geprägten Elterngeneration und der in Metropolen lebenden Jugend sowie innovative Ansätze wie die von Pastor Schultz.

3. Staatlich geförderte Jugendpflege: Es wird dargelegt, wie der Staat ab 1911 konservative Konzepte implementierte und dabei fortschrittliche pädagogische Ansätze zugunsten einer Integration in die bürgerliche Ordnung verdrängte.

Fazit: Das Fazit stellt fest, dass die staatliche Politik die Emanzipationsbedürfnisse der Jugendlichen ignorierte und das „Jugendproblem“ somit nicht nachhaltig löste.

Schlüsselwörter

Jugendpflege, Jugendproblem, Industrialisierung, Deutsches Kaiserreich, staatliche Jugendfürsorge, Schulpflicht, Freizeitgestaltung, Generationskonflikt, Erziehung, Industrieproletariat, bürgerliche Normen, Sozialpolitik, Emanzipation, Jugendamt, Pädagogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Anfängen staatlicher Jugendpflege im Deutschen Kaiserreich zu Beginn des 20. Jahrhunderts und untersucht, wie die Gesellschaft damals auf das sogenannte Jugendproblem reagierte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die historische Einordnung der Jugendpflege, die Wahrnehmung von Jugendlichen als gefährdete Gruppe sowie die pädagogischen und politischen Konzepte zur Kontrolle und Erziehung der schulentlassenen Jugend.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu analysieren, wie Jugendprobleme wahrgenommen und begründet wurden und inwieweit die staatlichen Maßnahmen von 1911 als angemessene Reaktion auf diese Herausforderungen zu bewerten sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung zeitgenössischer Quellen, wie Erfahrungsberichten und Berichten von Fachtagungen der damaligen Zeit, basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die verschiedenen Konzepte zur Jugendpflege, die Gründe für die Wahrnehmung von Jugendproblemen (wie Freizeitentwicklung und Generationsdiskrepanz) und die Auswirkungen der staatlichen Jugendförderung dargestellt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Jugendpflege, Industrialisierung, Generationsdiskrepanz, staatliche Fürsorge, soziale Kontrolle und pädagogische Konzepte.

Was war der Grundgedanke der traditionellen Jugendpflege bezüglich der Freizeit der Jugendlichen?

Die traditionelle Jugendpflege zielte vor allem auf die Kontrolle von Freizeit und Konsum ab, um die Arbeiterjugend vor Gefahren wie Alkoholmissbrauch oder Vergnügungssucht zu bewahren.

Wie unterschied sich das Konzept von Pastor Clemens Schultz von der staatlichen Jugendpflege?

Schultz setzte auf Vertrauen, Freundschaft und Persönlichkeitsbildung zur Erziehung zur Autonomie, während die staatliche Jugendpflege die Integration in eine bürgerliche und patriotische Ordnung erzwang.

Warum wird die staatliche Jugendpflege des Kaiserreiches als Konzeptionsphase bezeichnet?

Obwohl sie konservativ geprägt war, legte sie den organisatorischen Grundstein für das spätere Jugendamt, das in der Weimarer Zeit durch das Reichsjugendwohlfahrtsgesetz institutionalisiert wurde.

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Details

Title
Das Jugendproblem am Anfang des 20. Jahrhunderts
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Grade
1,7
Author
Renata Ellermann (Author)
Publication Year
2010
Pages
13
Catalog Number
V268719
ISBN (eBook)
9783656589532
ISBN (Book)
9783656589471
Language
German
Tags
jugendproblem anfang jahrhunderts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Renata Ellermann (Author), 2010, Das Jugendproblem am Anfang des 20. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268719
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