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Frederick Jackson Turner, Theodore Roosevelt und die Vorstellung des American West um 1900

Imagination und Mental Mapping einer Region

Title: Frederick Jackson Turner, Theodore Roosevelt und die Vorstellung des American West um 1900

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 27 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: B.A. Erik Weihmann (Author)

History - America
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Im Jahre 1888 gründete sich in Washington D.C. die bis heute bestehende National Geographic Society (NGS), mit dem Ziel philanthropischer Wissenschaftler wie Alexander Graham Bell und A.W. Greeley, geographisches Wissen in die breite Gesellschaft hineinzutragen. Die klassische Vorgehensweise ist dabei die Übermittlung von Informationen über Karten. Dieser Prozess des ‚mappings‘ beschränkt sich aber nicht nur auf „Karten im engeren Sinn […], sondern wird zu einem allgemeinen (metaphorischen) Ordnungsmuster,zu einem Modell der Organisation von Wissen“. Die Funktionen von Karten beschränken sich daher nicht nur auf die Darstellung der natürlichen Gegebenheiten,sondern sie sind auch in der Form eine ‚mental‘ oder ‚cognitive mapping‘ identitätsstiftend und assoziierend; Räume werden mit bestimmten, sie charakterisierenden Zuschreibungen versehen, die visuell über die Karte bewusst, wie unbewusst abrufbar bin und buchstäblich eine Karte vor dem inneren Auge des Betrachters erscheinen lassen. Die Anfertigung der Karten selbst wie deren Rezeption durch die Betrachterschaft sind kulturelle Praxen, d.h. sie drücken existierende, als auch gewünschte Organisationsmodelle einer Gesellschaft aus.
Das Anliegen der vorliegenden Arbeit ist es, zu ergründen wie der geographisch bemessbaren Region des American West über den Prozess des ‚mental mapping‘ Eigenschaften, Sehnsüchte, Möglichkeiten, und nicht zuletzt sozialkonstituierende Charakteristika in der Vorstellungswelt der US-Amerikanischen Bevölkerung zugesprochen wurden, die für das Selbstverständnis der US-Gesellschaft als relevant schienen.

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Inhaltsverzeichnis

I. Einführung

II. American West und Raumtheorie – eine theoretische Grundlegung

II-1 Der American West als Region – Was ist der Gegenstand?

II-2 Raumwissenschaften – Mental/Cognitive Mapping – und Geschichte

III. Frederick Jackson Turner, Geschichte als Raumgeschichte und die Frontier-These als Raumkonzeption um 1900

III-1 Turners Auffassung von der Bedeutung der Geschichte und ihrer Forschung

III-2 Turners Frontier-These als cognitive mapping des American West

IV. Theodore Roosevelts Leben im American West

IV-1 Theodore Roosevelt - der Jäger in der Wildnis der Frontier

IV-2 Konflikt und Leben mit den Native Americans an der Frontier

V. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Wahrnehmung und kognitive Verarbeitung des American West um 1900 anhand der Schriften von Frederick Jackson Turner und Theodore Roosevelt. Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Region als sozial generiertes Konstrukt zur Identitätsbildung der US-Gesellschaft beitrug und inwieweit Prozesse des "Mental Mapping" zur Integration und nationalen Selbstvergewisserung genutzt wurden.

  • Die Rolle der Frontier als raumbildendes und nationales Konstrukt.
  • Analyse theoretischer Raumkonzepte und kognitiver Kartierungen ("Mental Mapping").
  • Vergleich der Sichtweisen Turners und Roosevelts auf den amerikanischen Westen.
  • Die Bedeutung von Zivilisierungsprozessen und des Umgangs mit der "Wildnis".
  • Kulturelle und politische Implikationen des Frontier-Mythos für das US-Selbstverständnis.

Auszug aus dem Buch

Theodore Roosevelt - der Jäger in der Wildnis der Frontier

“[…] When the sun rose next day, the third we were out, the sky was clear, and we two horsemen at once prepared to make a hunt. Some three miles off to the south of where we were camped, the plateau on which we were sloped off into a great expanse of broken ground, with chains upon chains of steep hills, separated by deep valleys, winding and branching in every direction, their bottoms filled with trees and brushwood. Toward this place we rode, intending to go into it some little distance, and then to hunt along through it near the edge. As soon as we got down near the brushy ravine we rode along without talking, guiding the horses as far as possible on earthy places, where they would neither stumble nor strike their feet against stones, and not letting our rifle-barrels or spurs clink against any thing. Keeping outside of the brush, a little up the side of the hill, one of us would ride along each side of the ravine, examining intently with our eyes every clump of trees or brushwood. For some time we saw nothing, but, finally, as we were riding both together round the jutting spur of a steep hill, my companion suddenly brought his horse to a halt, and pointing across the shelving bend to a patch of trees well up on the opposite side of a broad ravine, asked me if I did not see a deer in it. I was off the horse in a second, throwing the reins over his head. We were in the shadow of the cliff-shoulder, and with the wind in our favor; so we were unlikely to be observed by the game. I looked long and eagerly toward the spot indicated, which was about a hundred and twenty-five yards from us, but at first could see nothing. By this time, however, the experienced plainsman who was with me was satisfied that he was right in his supposition, and he told me to try again and look for a patch of red. I saw the patch at once, just glimmering through the bushes, but should certainly never have dreamed it was a deer if left to myself. Watching it attentively I soon saw it move enough to satisfy me where the head lay; kneeling on one knee and (as it was a little beyond point-blank range) holding at the top of the portion visible, I pulled trigger, and the bright-colored patch disappeared from among the bushes. The aim was a good one, for, on riding up to the brink of the ravine, we saw a fine white-tail buck lying below us, shot through just behind the shoulder; he was still in the red coat, with his antlers in the velvet.[…]”

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einführung: Die Einleitung etabliert das Konzept des "Mental Mapping" und führt in die Fragestellung ein, wie der American West als kulturelles Konstrukt zur Identitätsfindung der USA beitrug.

II. American West und Raumtheorie – eine theoretische Grundlegung: Dieses Kapitel liefert den theoretischen Rahmen, indem es Raum als soziales Konstrukt definiert und Begriffe wie "Mental/Cognitive Mapping" in den geschichtswissenschaftlichen Kontext einbettet.

III. Frederick Jackson Turner, Geschichte als Raumgeschichte und die Frontier-These als Raumkonzeption um 1900: Hier wird Turners Frontier-These als kognitives Werkzeug zur nationalen Identitätsbildung und Interpretation der US-Geschichte untersucht.

IV. Theodore Roosevelts Leben im American West: Dieses Kapitel analysiert Roosevelts persönliche Erfahrungen im Westen und seinen Umgang mit der Wildnis sowie den indigenen Völkern als Ausdruck seiner Ideologie.

V. Schlussbemerkungen: Das Fazit fasst zusammen, wie der Mythos des American West als "mental map" auch über die Besiedlung des Kontinents hinaus als Ideologiebestandteil der US-Gesellschaft fortwirkt.

Schlüsselwörter

American West, Frontier-These, Mental Mapping, Frederick Jackson Turner, Theodore Roosevelt, Identitätsbildung, Raumtheorie, Nationalcharakter, Zivilisierung, Wildnis, Cognitive Mapping, Frontier, US-Imperialismus, Sozialdarwinismus, Kulturpraxen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Frederick Jackson Turner und Theodore Roosevelt den amerikanischen Westen um 1900 nicht nur als geographischen Raum, sondern als imaginiertes Konzept ("Mental Map") zur Konstruktion eines nationalen Identitätsgefühls nutzten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Raumtheorie, der Bedeutung der "Frontier" für den US-Nationalcharakter, der Rolle der Zivilisierung und dem Vergleich zwischen physischer Realität und kultureller Imagination der Region.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Turner und Roosevelt durch ihre Schriften und ihr Handeln den Westen zu einer Projektionsfläche für soziale, politische und nationale Wunschvorstellungen transformierten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen interdisziplinären Ansatz aus Geschichtswissenschaft und Raumtheorie, um mittels Quellenanalysen (insbesondere Turners "Frontier-These" und Roosevelts Jagd-Erzählungen) die Funktion von Raumsemantiken zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des "Mental Mapping", die Analyse von Turners Auffassung von Geschichte als Raumgeschichte sowie eine Fallstudie zu Theodore Roosevelts Frontier-Erfahrungen und seinem Umgang mit indigenen Bevölkerungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind "Frontier-These", "Mental Mapping", "Nationalcharakter" und "American West".

Wie unterscheidet sich Roosevelts Sichtweise von der Turners in Bezug auf Native Americans?

Während Turner den Konflikt mit den Indigenen primär als unvermeidbaren, evolutionsgeschichtlichen Prozess beschreibt, betont Roosevelt eher eine (ambivalente) pragmatische Integration und die Anerkennung spezifischer Rechtsstandards, bei gleichzeitigem sozialdarwinistischem Grundverständnis.

Welche Rolle spielt die "Frontier" heute laut der Schlussbetrachtung?

Der Autor argumentiert, dass der Frontier-Gedanke als tief verwurzelter Mythos fortbesteht und sich in neuen Kontexten (wie Weltraumexploration oder moderner regionaler Identitätspolitik) immer wieder neu manifestiert.

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Details

Title
Frederick Jackson Turner, Theodore Roosevelt und die Vorstellung des American West um 1900
Subtitle
Imagination und Mental Mapping einer Region
College
University of Erfurt  (Philosophische Fakultät – Historisches Seminar)
Course
Raum: Der 'Spatial Turn' in den Geschichtswissenschaften anhand von Beispielen aus der US-Geschichte
Grade
1,7
Author
B.A. Erik Weihmann (Author)
Publication Year
2010
Pages
27
Catalog Number
V268730
ISBN (eBook)
9783656597261
ISBN (Book)
9783656597186
Language
German
Tags
USA Geschichte Nordmarika Theodore Roosevelt Amerika Vereinigte Staaten von Amerika Nordamerika
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Erik Weihmann (Author), 2010, Frederick Jackson Turner, Theodore Roosevelt und die Vorstellung des American West um 1900, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268730
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