„Kunst ist die Vermittlerin des Unaussprechlichen“
Eine kluge Lebensweisheit von Johann Wolfgang Goethe. Mit dieser Weisheit vermittelt er zwischen Menschen und Kunst und zeigt, dass letztere nicht nur Darstellungszweck für Schönheit und Lebensunschuld ist.
Obwohl viele Bilder uns beim ersten Anblick schon beeindrucken, sieht man erst beim zweiten Blick die Botschaft, die uns ein Künstler mit seinem Bild vermitteln will. Nicht selten sind es Botschaften, die bezwecken sollen, dass Menschen sich von ihrer Schein- oder Traumwelt abwenden und sich der Realität zuwenden.
Das sind oft Bilder aus der Gattung der Stillleben. Jeder Gegenstand hat eine Bedeutung und will dem Betrachter etwas vermitteln, sei es etwas Begehrenswertes wie Reichtum und Macht oder etwas Zerstörerisches wie Krieg, Leid oder die Vergänglichkeit allen Lebens.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Die Bildgattungen
1.1 Das Altar- und Andachtsbild
1.2 Mythos, Märchen, dichterische Überlieferung
1.3 Die Architektur
1.4 Das Tierbild
1.5 Die Landschaftsmalerei
1.6 Die Porträtkunst
1.7 Die Genremalerei
1.8 Die Historienmalerei
1.9 Das Stillleben
2. Das Stillleben
2.1 Die Entstehung des Begriffes „Stillleben“
2.2 Entwicklung von Stillleben
2.2.1 Antike
2.2.2 Mittelalter
2.2.3 Protorenaissance und Renaissance
2.2.4 Autonome Stillleben
2.2.5 Barock
2.2.6 18. Jahrhundert
2.2.7 19. Jahrhundert
2.2.8 20. Jahrhundert
2.2.9 Fotografische Stillleben
3. Untergattungen von Stillleben
3.1 Blumenstillleben
3.2 Früchtestillleben
3.3 Jagdstillleben
3.4 Markt- und Küchenstillleben
3.5 Vanitas- Stillleben
4. Vanitas- Stillleben
4.1 Definition von Vanitas
4.2 Entwicklung von Vanitas- Stillleben
4.3 Der geschichtliche Hintergrund
4.4 Die Entwicklung in den anderen Ländern
4.5 Die drei großen Gruppen der Vanitas- Bildgegenstände
4.5.1 Symbole des weltlichen Lebens
4.5.2 Symbole der Vergänglichkeit
4.5.3 Symbole des Christentums
4.6 Bedeutung der Sinnbilder
4.6.1 Sinnbilder des weltlichen Lebens
4.6.2 Sinnbilder der Vergänglichkeit
4.6.3 Christliche Sinnbilder
4.7 Zusätzliche verwendete Vanitaszeichen
4.8 Pieter Claesz und David Bailly
4.8.1 Pieter Claesz- Vanitas- Stillleben mit Geige und Glaskugel
4.8.2 David Bailly- Selbstporträt mit Vanitassymbolen
5. Spätere Entwicklung des Vanitas und zeitgenössische Umsätzung
5.1 Zeitgenössische Umsätzung
5.2 Damien Hirst
5.2.1 Seine umstrittenen Werke
5.2.2 Künsterlische Werke mit Anspielung auf die Vergänglichkeit
5.2.1.1. Pharmacy
5.2.1.2. For the love of God
5.3 Alben Covers und Songtexte
5.3.1 Haggard- Awaking centuries
5.3.2 Dark the Suns- All ends in Silence
5.3.3 Abyss of Pain- Professing through terror
5.3.4 In Flames- Sounds of a playground fading
5.4 Gegenüberstellung von Alt und Neu
5.4.1 Red Hot Chili Peppers- I´m with you versus Jacques de Gheyn- Vanitas
5.4.2 Pieter Claesz- Vanitas- Stillleben mit Nautiluspokal versus Three Doors Down- Seventeen days
6.Praktische Arbeit
6.1 Skizze
6.2 Interpretation der Gegenstände
6.3 Optimistische Interpretation
6.4 Pessimistische Interpretation
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, die kunsthistorische Entwicklung der Gattung Stillleben, insbesondere des Vanitas-Stilllebens, zu analysieren und deren symbolische Bedeutung in verschiedenen Epochen sowie ihre heutige Rezeption in zeitgenössischer Kunst und Popkultur zu untersuchen.
- Geschichte und Entwicklung der Bildgattung Stillleben
- Symbolik und Bedeutung des Vanitas-Stilllebens
- Der Einfluss gesellschaftlicher Phänomene auf die Kunst
- Vergleichende Analyse von klassischer Malerei und zeitgenössischen Medien
- Interpretation eigener praktischer künstlerischer Arbeiten
Auszug aus dem Buch
4.1 Definition von Vanitas
Bei dieser Textpassage handelt es sich um das Lied „vorbei“, dass von der deutschen Dark-Black Metal Band „Nocte Obducta“ geschrieben wurde. In diesem Lied rücken Gedanken über den Tod, das Leid und die Vergänglichkeit des Lebens in den Vordergrund. Dies sind Elemente aus dem früheren Vanitas- Gedanken, der sich vor mehreren hunderten von Jahren entwickelte. Das Lied „vorbei“ ist eine moderne Wiedergabe dieses antiken Gedankengutes.
Vanitas kommt aus dem lateinischen und bedeutet so viel wie „Eitelkeit“ aber auch „wertlos“ oder „vergänglich“. Das Vanitas- Stillleben ist eine besondere Form der Stilllebenmalerei und entwickelte sich im Barock zu einer selbständigen und wichtigen Untergattung. Das Prinzip der Stilllebenmalerei war zwar das Gleiche, aber im Vordergrund stand jetzt nicht nur die naturgetreue Darstellung, sondern auch die sinnbildliche Bedeutung der verwendeten Gegenstände. Da zu den leblosen Gegenständen zusätzliche Symbole der Vergänglichkeit hinzugefügt wurden, kam es zu dieser neuen sinnbildlichen Bedeutung, die in fast jedem Stillleben- Kunstwerk im Barock zu finden ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Bildgattungen: Überblick über die historische Herkunft verschiedener Bildgattungen aus der Kirchenkunst und deren spezifische Charakteristika.
2. Das Stillleben: Definition des Begriffs sowie Darstellung der zeitlichen Entwicklung vom antiken Ursprung bis hin zur modernen Fotografie.
3. Untergattungen von Stillleben: Vorstellung spezifischer Ausprägungen wie Blumen-, Früchte-, Jagd- und Marktstillleben als eigenständige Motive.
4. Vanitas- Stillleben: Detaillierte Analyse der Vanitas-Symbolik, ihrer geschichtlichen Hintergründe, religiösen Einflüsse und der typischen Bildgegenstände.
5. Spätere Entwicklung des Vanitas und zeitgenössische Umsätzung: Betrachtung der Wandlung des Vanitas-Gedankens in der Gegenwart, inklusive Analysen von Kunstwerken von Damien Hirst sowie Album-Covern der Metalszene.
6. Praktische Arbeit: Dokumentation und Interpretation der eigenen kreativen Auseinandersetzung mit dem Thema anhand von Skizzen und Fotos.
Schlüsselwörter
Stillleben, Vanitas, Vergänglichkeit, Memento Mori, Symbolik, Barock, Kunstgeschichte, Malerei, Damien Hirst, Dark Metal, Fotografie, Reichtum, Tod, Allegorie, Bildgattung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Fachbereichsarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Gattung des Stilllebens, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Vanitas-Stillleben und dessen symbolischer Bedeutung von der Barockzeit bis in die Gegenwart liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentral sind die kunsthistorische Einordnung der Bildgattungen, die Analyse religiöser und philosophischer Symbole der Vergänglichkeit sowie die Übertragung dieser Motive auf moderne Medien wie CD-Cover und zeitgenössische Kunst.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Transformation der Vanitas-Symbolik aufzuzeigen und zu verstehen, wie Künstler verschiedener Epochen die Sterblichkeit und Eitelkeit des Lebens in ihren Werken visuell interpretieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche zur Kunstgeschichte, der Analyse von Kunstwerken (Ekphrasis) sowie einem eigenständigen praktischen Teil mit fotografischer Bildinterpretation.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Gattungsgeschichte, die tiefgehende Definition und Symbolik des Vanitas-Stilllebens, die Betrachtung zeitgenössischer künstlerischer Positionen und eine praktische Arbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Stillleben, Vanitas, Vergänglichkeit, Memento Mori, Symbolik, Barock und zeitgenössische Kunst charakterisiert.
Warum bezieht die Arbeit auch Metal-Musik mit ein?
Da Metal-Genres wie Dark- und Blackmetal explizit mit Themen wie Tod und Vergänglichkeit arbeiten, nutzt die Autorin Album-Cover als aktuelle Beispiele für die Fortführung barocker Vanitas-Traditionen.
Welche Rolle spielt der Künstler Damien Hirst?
Damien Hirst dient als Beispiel für eine zeitgenössische Auseinandersetzung mit dem Vanitas-Gedanken, wobei seine provokanten Werke die moderne Relevanz der Vergänglichkeit unterstreichen.
Wie wurde die praktische Arbeit methodisch angegangen?
Die Autorin erstellte Stillleben-Fotos und interpretierte diese anschließend sowohl in einer optimistischen als auch in einer pessimistischen Variante, um die Deutungsvielfalt der verwendeten Symbole aufzuzeigen.
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- Tina Halbeisen (Author), 2012, Stillleben. Die Magie der Dinge, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268786