Das Integrierte Eingangssemester Primarstufe (IEP) ist ein Bestandteil des erziehungswissenschaftlichen Studiums und ermöglicht den Studierenden einen ersten Einblick in die Arbeit eines Lehrers. Es umfasst die Hospitation im Unterricht und ein begleitendes Seminar. Ich habe das IEP in meinem dritten Semester an der Eigenherd-Schule in Kleinmachnow in einer dritten Klasse absolviert.
Zu Beginn meines IEP-Berichts werde ich meine Hospitationsschule in Kleinmachnow vorstellen. Meine Beobachtungsschwerpunkte werde ich dann im ersten Teil auf die mögliche kombinierte Lernschwäche (Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens bzw. der Rechtschreibung und der Grundrechenarten) meines Beobachtungskindes legen. Es soll herausgefunden werden, ob das Lernverhalten von Maila als Lernschwäche definiert werden kann, wie stark diese ausgeprägt ist und ob es mögliche Ursachen für ihr Lernverhalten gibt. Im zweiten Teil werde ich dann auf das Sozial- und Lernverhalten meiner Beobachtungsklasse, insbesondere auf den Frontalunterricht, eingehen.
Am Ende des Berichts widme ich mich meinen persönlichen Schlussfolgerungen und den Konsequenzen für mein weiteres Studium.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Schule
2.1 Profil der Schule
2.2 Ausstattung
2.3 Einzugsgebiet
3 Auswertung der Beobachtungsschwerpunkte
3.1 Lern- und Sozialverhalten in der Grundschulklasse allgemein
3.2 Charakterisierung des beobachteten Kindes
3.2.1 Lernverhalten des Beobachtungskindes
3.2.1.1 Kombinierte Schulleistungsstörung – ein theoretischer Ansatz
3.2.1.2 Kombinierte Schulleistungsstörung – mögliche Maßnahmen
3.2.2 Sozialverhalten des Beobachtungskindes
3.2.3 Mögliche Ursachen für das Lern- und Sozialverhalten
3.3 Das Unterrichtsgeschehen und die Interaktion im Klassenzimmer
4 Persönliche Schlussfolgerung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit im Rahmen des Integrierten Eingangssemesters Primarstufe (IEP) verfolgt das Ziel, einen Einblick in den Lehrerberuf durch gezielte Hospitation zu gewinnen. Dabei steht die individuelle Analyse einer Schülerin mit potenzieller kombinierter Schulleistungsstörung sowie die allgemeine Betrachtung des Unterrichtsgeschehens, insbesondere des Frontalunterrichts, im Fokus der Forschungsbeobachtung.
- Schulprofil, Ausstattung und soziales Umfeld der Hospitationsschule
- Analyse des Lern- und Sozialverhaltens einer Schülerin in einer leistungsstarken Klasse
- Theoretische Auseinandersetzung mit kombinierter Schulleistungsstörung und Förderstrategien
- Methodische Reflexion des Frontalunterrichts als gängige Unterrichtsform
- Persönliche Schlussfolgerungen zur Professionalisierung im Lehrberuf
Auszug aus dem Buch
3.2.1.1 Kombinierte Schulleistungsstörung – ein theoretischer Ansatz
Ob es sich in M.s Fall um eine kombinierte Schulleistungsstörung nach ICD-10 handelt, ist schwer zu sagen und kann im Folgenden nur theoretisch erarbeitet werden. Definiert wird die kombinatorische Schulleistungsstörung „durch gravierende Schwierigkeiten sowohl beim Erlernen des Lesens bzw. der Rechtschreibung als auch des Rechnens (Grundrechenarten)“. (vgl. Lauth 2004, S. 55) Ein Zusammenhang besteht auch zwischen den Leistungen in Mathematik und im Lesen und Rechtschreiben. Kinder wie M., die in beiden Fächern eine Leistung unter dem Durchschnitt aufweisen haben in vielen Fällen auch Probleme in anderen Bereichen. (vgl. Gasteiger Klicpera/Klicpera 2007, S. 104-105)
Anzeichen einer Lesestörung im Fall von M. sind unter anderem ihre „sehr langsame oder je nach Textart deutlich unterschiedliche Lesegeschwindigkeit“ sowie ihr „stockendes Lesen ohne sinnhafte Betonung“. (vgl. Fleischmann/Rolletschek 2003. S. 107) M.s Rechtschreibstörung äußert sich durch Anzeichen wie Regelfehler wie zum Beispiel in der Groß- und Kleinschreibung und der Verwechslung von Buchstaben im Wort. Ihre Rechenschwäche zeigt sich vor allem daran, dass es ihr schwer fällt, Längenmaße richtig einzuschätzen und dass sie enorme Schwierigkeiten beim Erlernen der Grundrechenarten hat.
Es kann passieren, dass Kinder im Laufe ihrer Schulzeit, mit einer kombinierten Schulleistungsstörung, zunehmend größere Lernrückstände aufbauen, zum Beispiel durch den Mangel an Grundrechenarten oder unzureichender Grammatikkenntnisse. Das Kind selbst schraubt seine Erwartungen immer weiter runter und glaubt selbst nicht mehr daran, dass es den Anforderungen gewachsen ist, bzw. dass es die Aufgaben im Unterricht angemessen lösen kann. (vgl. Lauth 2004, S. 57)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Integrierte Eingangssemester Primarstufe (IEP) ein und umreißt die methodische Herangehensweise der Hospitation an einer Grundschule.
2 Schule: Dieses Kapitel beschreibt das Profil der Hospitationsschule, deren Ausstattung sowie das sozioökonomische Einzugsgebiet.
3 Auswertung der Beobachtungsschwerpunkte: Der Hauptteil analysiert das Lern- und Sozialverhalten der Klasse und fokussiert sich detailliert auf ein beobachtetes Kind sowie die angewandte Methode des Frontalunterrichts.
4 Persönliche Schlussfolgerung: Der Autor reflektiert die Hospitationserfahrungen und die Anforderungen des Lehrerberufs in der heutigen Zeit.
Schlüsselwörter
Hospitation, Grundschule, kombinierte Schulleistungsstörung, Frontalunterricht, Lehrerberuf, Lernverhalten, Sozialverhalten, Diagnostik, Differenzierung, Förderung, Schulleistung, Bildungsniveau, Schülertypen, Unterrichtsmethodik, Schulpraxis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert Erfahrungen aus einem Integrierten Eingangssemester (IEP), wobei der Schwerpunkt auf der Beobachtung einer speziellen Schülerin und der Analyse des vorherrschenden Frontalunterrichts liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentral sind die schulischen Rahmenbedingungen, die Einzelfallbeobachtung einer Schülerin mit Lernschwierigkeiten, theoretische Hintergründe zu Lernstörungen und die Reflexion von Unterrichtsmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Hospitation?
Ziel ist es, einen praktischen Einblick in den Lehrerberuf zu erhalten und das eigene professionelle Rollenverständnis durch wissenschaftliche Beobachtung und Reflexion zu schärfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden qualitative Methoden wie Hospitationsprotokolle, Experteninterviews (mit der Klassenlehrerin und der Schulleitung) sowie individuelle Lernstandanalysen angewandt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Beschreibung der Lernumgebung, die detaillierte Charakterisierung eines beobachteten Kindes mit ihren spezifischen Defiziten sowie die kritische Auseinandersetzung mit der Methode des lehrgangsförmigen Frontalunterrichts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Hospitation, Schulleistungsstörung, Frontalunterricht, individuelle Förderung und die Reflexion des Lehreralltags bestimmt.
Wie geht das beobachtete Kind mit seinen Lernschwierigkeiten um?
Das Kind zeigt oft Vermeidungsstrategien wie Träumereien, Verweigerung bei Überforderung oder das Suchen von körperlicher Nähe, anstatt sich aktiv den Aufgaben zu stellen.
Wie bewertet der Autor den in der Schule praktizierten Frontalunterricht?
Der Autor erkennt zwar die Effektivität für die Wissensvermittlung in einer großen Gruppe an, kritisiert jedoch die mangelnde Individualisierung und die Tendenz zur Vernachlässigung der sozialen Kompetenzen der Lernenden.
- Arbeit zitieren
- Christin Kuschka (Autor:in), 2013, Praktikumsbericht zum IEP (3. Klasse Grundschule), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269033