Der Übergang ins Jugendalter. Die Rolle der Peers


Ausarbeitung, 2014
14 Seiten, Note: ohne Benotung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsklärung
2.1 Was sind Peers?
2.2 Eltern-Kind-Beziehung vs. Kind-Peer-Beziehung

3 Die Rolle der Peers
3.1 Entwicklungsfunktionen
3.1.1 Soziale Kompetenzen
3.1.2 Identitätsfindung
3.1.3 Ablösung von den Eltern
3.2 Risiken von Beziehungen zu Peers
3.2.1 Soziale Isolation
3.2.2 Gruppendruck

4 Rolle der Eltern bei Peer-Beziehungen der Kinder

5 Zusammenfassung / Fazit

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

„Eltern befürchten den möglichen negativen Einfluss der Peers auf ihre Kinder“. (vgl. Flammer/Alsaker 2002, S. 198) So hört man oft die Aussage, dass sich die Schulleistungen der Kinder aufgrund der `falschen Freunde´ verschlechtert haben, oder die Jugendlichen abgerutscht sind, weil ihre Clique normbrechende Verhaltensweisen aufzeigen. Hierbei stellt sich allerdings die Frage, ob sich Jugendliche mit ähnlichen Verhaltensweisen zusammen tun, oder ob der Einfluss der Peers so stark ist, dass sie die Jugendlichen von ihrem ursprünglichen Verhalten abbringen können. Um dieser Frage nach dem Einfluss und der Rolle der Peergroup auf Jugendliche in der Adoleszenz nachzugehen, soll in der folgenden Arbeit zunächst der Begriff „Peer“ genauer betrachtet werden und der Unterschied zwischen der Beziehung zu Gleichaltrigen und der Beziehung zu Eltern dargestellt werden. Anschließend werden sowohl die positiven als auch die negativen Einflüsse von Peergroups beleuchtet, um abschließend ein Fazit über wichtige Voraussetzungen für eine gut gelingende Peerbeziehung schließen zu können.

2 Begriffsklärung

2.1 Was sind Peers?

Als Peers werden in der Fachliteratur die Gruppen der Gleichaltrigen bezeichnet, die bestimmte Wertvorstellungen und Normen miteinander teilen. Sie unterstützen den Jugendlichen bei der sozialen Orientierung und können individuelle Verhaltensweisen des Einzelnen prägen. Im Jugendalter gewinnt die Gruppe der Peers an zunehmender Bedeutung für die Jugendlichen. Die Zeit mit Freunden wird wichtiger und damit beginnt ein Prozess, indem sich der Jugendliche allmählich vom Elternhaus ablöst. In der Peergruppe findet er neue Bezugspersonen, die den Ablösungsprozess stützen und ihm zugleich neue Formen von Beziehungen ermöglichen. Die Gleichaltrigen gewährleisten in den Beziehungen Momente von Gleichheit und Souveränität. Diese Gleichheit verlangt Toleranz und Akzeptanz von Unterschieden in der Gruppe, das Anrecht auf Durchsetzung eigener Anliegen und generell Gerechtigkeit. Außerdem bietet die Gruppe Möglichkeiten zur Selbstdarstellung und stärkt das Durchsetzungsvermögen bei der Verwirklichung eigener Ziele. (vgl. Grob/Jaschinski 2003, S. 66) Die Peergruppe kann dem Einzelnen also helfen, den Weg zur Autonomie hin zu erleichtern und sie kann ihm beim Übergang von der Kernfamilie zur eigenen Partnerschaft und Intimität begleiten.

Die Peers lassen sich in vier Arten von Jugendgruppen einteilen: in Freundschaften, Cliquen, Crowds und jugendliche Subkulturen. Im Folgenden sollen diese vier Gruppen näher erklärt und beschrieben werden.

Als Freundschaft wird die enge Verbindung zwischen zwei Jugendlichen, meist gleichen Geschlechts, bezeichnet. „Freundschaften sind im Jugendalter stabiler als erste romantische Beziehungen.“ (vgl. Grob/Jaschinski 2003, S. 67) Die Grundlage von Freundschaften sind neben gemeinsamen Aktivitäten auch gleiche Interessen, Einstellungen und Ziele. Das zentralste Merkmal von Freundschaften ist jedoch die gegenseitige Zuneigung die die Jugendlichen miteinander verbindet. Im Vergleich mit lockeren Bekanntschaften sind Freundschaften durch mehr Zuverlässigkeit, Vertrauen, Intimität und Offenheit gekennzeichnet. (vgl. Grob/Jaschinski 2003, S. 67)

Als Cliquen bezeichnet man Gruppen, die aus ca. vier bis sechs miteinander bekannten Jugendlichen bestehen. Wie bei den Freundschaften auch, zeichnen sich Cliquen durch gemeinsame regelmäßige Aktivitäten aus. Die Jugendlichen dieser Gruppe sind sich in vielen Punkten ähnlich (eine bestimmte Herkunft) oder weisen gemeinsame Interessen, wie zum Beispiel einen ähnlichen Musikgeschmack, auf. (vgl. Grob/Jaschinski 2003, S. 68-70)

Die Gruppe der Crowds bezeichnet eine größere Ansammlung von Gleichaltrigen, die zwei oder mehrere Cliquen umfassen. Durch Außenstehende werden sie meist anhand bestimmter einheitlicher Merkmale (zum Beispiel Kleidung, Frisur, Verhalten oder politische Einstellung) kategorisiert und zusammengefasst. (vgl. Grob/Jaschinski 2003, S. 70)

Damit sind bestimmte Vorstellungen über die Verhaltensweisen und den sozialen Status des Jugendlichen verbunden, da die crowds in eine informelle Statushierarchie geordnet werden können. Der Jugendliche hat auf diese Zuschreibung nur begrenzt Einfluß, das Etikett deckt sich keineswegs immer mit den eigenen Vorstellungen und kann gravierende Auswirkungen auf das soziale Leben haben (Ablehnung, andere meiden den sozialen Kontakt, Hänselein, etc.). (vgl. Schilling 2002, S. 10)

Zu dieser Art von Gruppe zählen zum Beispiel Grufties und Hippies. Die Zugehörigkeit zu dieser Jugendgruppe kann dem Einzelnen eine vorläufige Identität geben und bietet ihm somit eine Richtlinie für das eigene Denken und Handeln. Gegebene Regeln und Werte die innerhalb der Gruppe existieren, können sich von den gesellschaftlichen Normen unterscheiden, aber nur selten widersprechen sie diesen auch. (vgl. Grob/Jaschinski 2003, S. 70)

Im Gegensatz zu den Crowds, die den Normen der Gesellschaft eher selten widersprechen, weichen die Jugendlichen der Subkultur mit ihren Werten, Normen und Verhaltensweisen von der Kultur und Gesllschaft ab. Dabei sind die Abweichungen so groß, dass sie eine Gegenposition zum vorherrschenden System darstellen. Jugendliche dieser Gruppe versuchen sich ihre eigene soziale Umwelt zu schaffen, in der sie sich der Kontrolle der Erwachsenen entziehen können und eigene ritualisierte Verhaltensweisen, Auffassungen und bestimmte Kleidungsstile entwickeln können. Die Gruppe der jugendlichen Subkultur stabilisiert das Selbstwertgefühl des Einzelnen und bietet ihm Identifikationsmöglichkeiten und eine Bestätigung der Selbstdarstellung. (vgl. Grob/Jaschinski 2003, S. 70) Diese kann die Identitätsentwicklung des Jugendlichen unterstützen.

2.2 Eltern-Kind-Beziehung vs. Kind-Peer-Beziehung

Die Unterschiede zwischen den zwei Beziehungen Eltern-Kind und Kind-Peer liegt in den ausdrücklichen und auch unausgesprochenen Regeln und Gesetzen. Die Eltern-Kind-Beziehung ist eine Verbindung, die biologisch bestimmt ist. Das bedeutet, dass diese Art von Beziehung nicht gekündigt werden kann. Aber auch rechtlich ist diese Verbindung verankert. Das bedeutet, dass Eltern ein staatlich geregelter Erziehungsauftrag zugewiesen wird. Sie sind also ihrem Kind gegenüber zur Erziehung verpflichtet. (vgl. Grob/Jaschinski 2003, S. 66-67)

Im Gegensatz hierzu basieren Kinder-Peer-Beziehungen auf freiwilligen Entscheidungen. Die Beziehung unter Freunden unterliegt einem ständigen Kündigungsrisiko, das bedeutet, die Jugendlichen müssen sich gegenüber ihren Gleichaltrigen immer wieder neu als Freund bewähren. Im Vergleich zu den Eltern-Kind-Beziehungen spielen bei den Kinder-Peer-Beziehungen Hierarchien keine Rolle, denn sie sind charakterisiert durch Gleichheit und Souveränität. (vgl. Grob/Jaschinski 2003, S. 66-67)

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Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Der Übergang ins Jugendalter. Die Rolle der Peers
Hochschule
Universität Potsdam
Note
ohne Benotung
Autor
Jahr
2014
Seiten
14
Katalognummer
V269035
ISBN (eBook)
9783656599869
ISBN (Buch)
9783656599852
Dateigröße
358 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
übergang, jugendalter, rolle, peers
Arbeit zitieren
Christin Kuschka (Autor), 2014, Der Übergang ins Jugendalter. Die Rolle der Peers, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269035

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