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Ursachen und Auswirkungen des Zweibundes von 1879

Die deutsch-russische Entfremdung und die russisch-französische Annäherung

Título: Ursachen und Auswirkungen des Zweibundes von 1879

Trabajo Escrito , 2013 , 24 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Eric Buchmann (Autor)

Historia de Alemania - Historia contemporánea
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Als am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal von Versailles der preußische König zum Deutschen Kaiser Wilhelm I. ausgerufen wurde, ahnten die Anwesenden wohl, welch großes Ereignis dies nun bedeutete. Mit der Kaiserproklamation ging nicht mehr und nicht weniger als eine der größten Mächteverschiebungen in der Geschichte Europas einher. Das Schauspiel, das sich im Spiegelsaal ereignete, war nicht nur der Abschluss jener „deutschen Revolution“, von der der Führer der konservativen Opposition im britischen Unterhaus, Benjamin Disraeli, sprach, sondern es war zugleich der Beginn einer ebenso kräftigen Umwälzung in der europäischen Diplomatie. Das Ziel des neuen Reichskanzlers, Otto von Bismarck, war es, das neue Reich, sein persönliches Werk, zu erhalten, „dass es der Deutschen Nation gegeben sein werde, unter dem Wahrzeichen ihrer alten Herrlichkeit das Vaterland einer segensreichen Zukunft entgegenzuführen.“ Dies sollte fortan nicht mehr durch „Blut und Eisen“ geschehen, sondern durch Bündnisse und Einbettung in ein Mächtegleichgewicht. „So ist zu keiner anderen Zeit Politik getrieben worden, nie vorher, nie nachher. Es war europäische Politik mit dem einen Zweck der Erhaltung des Friedens.“ Es war eine Politik, die von Berlin ausging. So fügte sich der erste Kanzler der Deutschen nicht nur als ihr Reichsgründer in die Geschichte ein, sondern auch als verklärter Friedenspolitiker, der es schaffte, in diesem komplizierten Europa Ordnung zu schaffen und den Großmächten das neue Reich erträglich zu machen. Einzig Frankreich blieb Feind, Erbfeind. Der Raub von Elsass und Lothringen, den Bismarck zu verantworten hatte, blieb ein Trauma für die Nachbarn im Westen. Ansonsten, so die Legende, vermochte es Bismarck, alle anderen Nationen an Deutschland zu binden. Erst seine Nachfolger zerstörten dieses Bündniswerk, indem sie zuerst Russland verloren, anschließend Großbritannien. [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Bismarcks Außenpolitik in den 1870er Jahren

1.1 Europas diplomatische „Stunde Null“ – 1871

1.2 Die Phase der „nervösen Unruhe“ – 1871 bis 1875

1.3 Die „orientalische Krise“ – 1875 bis 1878

2. Bismarck – der „ehrliche Verräter“?

2.1 Der Berliner Kongress 1878 – des Verrats erster Teil

2.2 Deutsch- Russische Entfremdung 1878/79

2.3 Der Zweibund 1879 – des Verrats zweiter Teil

2.4 Französisch- Russische Annäherung

3. Ausblick und Einordnung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die These, dass die Entfremdung zwischen dem Deutschen Reich und Russland bereits in der zweiten Hälfte der 1870er Jahre begann und durch den Berliner Kongress sowie den Zweibund von 1879 maßgeblich forciert wurde. Ziel ist es aufzuzeigen, wie dieser Prozess den Weg für die spätere russisch-französische Annäherung ebnete und somit eine wesentliche Komponente der langfristigen machtpolitischen Verschiebungen darstellt, die in den Ersten Weltkrieg mündeten.

  • Bismarcks außenpolitische Strategien nach der Reichsgründung 1871.
  • Die Auswirkungen der orientalischen Krise auf das deutsch-russische Verhältnis.
  • Die diplomatische Rolle Deutschlands während des Berliner Kongresses 1878.
  • Die Genese und Folgen des Zweibundes von 1879.
  • Die sukzessive Annäherung zwischen dem Russischen Kaiserreich und Frankreich.

Auszug aus dem Buch

2.3 Der Zweibund 1879 – des Verrats zweiter Teil

Schon seit längerem reifte in Bismarck der Plan, ein engeres Bündnis mit Österreich- Ungarn einzugehen, nicht nur aufgrund der Gemeinsamkeiten beider Länder, sondern auch um einer Koalition gegen Deutschland, die womöglich Österreich mit einschloss, vorzubeugen, „jener bedrohlichen Tripelalliance aus dem 7jährigen Krieg“65. Doch war seine Hoffnung bisher, auch Russland in ein solches Bündnis einzubeziehen. Ein Konflikt mit ihm, gar ein Krieg erschien dem Kanzler als „größtes Übel“66. Diese Hoffnung erwies sich angesichts der Situation in Russland als vergebens. Deutschland und Russland waren 1879 weiter von einem Bündnis entfernt, als je zuvor.

Der Reichskanzler ergriff schließlich die Initiative zur „gesicherten Anlehnung mit Österreich“67, wie er selbst in einer Denkschrift an Kaiser Wilhelm I. vom 31. August 1879 schrieb. Zumindest Österreich wäre damit als deutscher Bundesgenosse vorerst gesichert. Doch die Strategie Bismarcks ging weiter. Bis zu seiner Entlassung hielt er unverbrüchlich an der Koalition mit Russland fest, er bezog es stets in sein Denken mit ein. Auch dieser Zweibund mit Österreich sollte nur ein Zwischenschritt sein für ein größeres Bündnis unter Einschluss Moskaus. Bismarcks Kalkül war, durch den Zweibund den Russen ihre eigene, selbstverschuldete Isolation vor Augen zu führen. Andererseits wollte Bismarck den Russen auch zu verstehen geben, dass, wenn sie ihre Isolation durchbrechen wollten, Deutschland jederzeit als Koalitionspartner zur Verfügung stehe. Dies war seine Strategie, eine komplizierte freilich, auch deshalb, weil sie sehr Kompliziertes leisten musste. Er wollte Russland mit dem Rücken zur Wand stellen, um ihm ein Bündnis mit Deutschland quasi aufzudrängeln. Bereits im Kissinger Diktat 1877 schrieb er, das Ziel der deutschen Außenpolitik sei es, „der Anlass für Russland [...] unseres Bündnisses zu bedürfen“68, sowie „die Beziehungen zwischen Russland und Österreich, welche es beiden schwierig machen, die antideutsche Konspiration gegen uns gemeinsam herzustellen“69.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Hinführung zur Fragestellung über die zunehmende Distanz zwischen Deutschland und Russland ab den 1870er Jahren und die Rolle Bismarcks als Friedenspolitiker.

1. Bismarcks Außenpolitik in den 1870er Jahren: Analyse der diplomatischen Neuausrichtung nach 1871, geprägt durch die Phase der „nervösen Unruhe“ und die orientalische Krise.

1.1 Europas diplomatische „Stunde Null“ – 1871: Betrachtung der neuen machtpolitischen Konstellation in Europa nach der Reichsgründung.

1.2 Die Phase der „nervösen Unruhe“ – 1871 bis 1875: Untersuchung der unsteten deutsch-russischen Beziehungen und der Auswirkungen der Krise von 1875.

1.3 Die „orientalische Krise“ – 1875 bis 1878: Erörterung der Auswirkungen der Balkan-Konflikte auf das europäische Mächtegleichgewicht.

2. Bismarck – der „ehrliche Verräter“?: Kritische Auseinandersetzung mit der Rolle Bismarcks als Vermittler und den daraus resultierenden Entfremdungsprozessen.

2.1 Der Berliner Kongress 1878 – des Verrats erster Teil: Analyse des Kongresses als Zäsur, die Russland isolierte und das Vertrauensverhältnis nachhaltig beschädigte.

2.2 Deutsch- Russische Entfremdung 1878/79: Darstellung der wachsenden antideutschen Ressentiments in Russland und des wirtschaftspolitischen Wandels unter Bismarck.

2.3 Der Zweibund 1879 – des Verrats zweiter Teil: Untersuchung der Motive für den Abschluss des Bündnisses mit Österreich-Ungarn und dessen diplomatische Folgen.

2.4 Französisch- Russische Annäherung: Nachzeichnung der wachsenden Gemeinsamkeiten zwischen Paris und Sankt Petersburg als Reaktion auf die deutsche Bündnispolitik.

3. Ausblick und Einordnung: Abschließende Bewertung des Zweibundes als Schicksalsbündnis und Vorbote kommender globaler Konflikte.

Schlüsselwörter

Bismarck, Außenpolitik, Zweibund, Berliner Kongress, Russland, Österreich-Ungarn, diplomatische Krise, Bündnispolitik, deutsch-russische Entfremdung, französisch-russische Annäherung, Panslawismus, Mächtegleichgewicht, Reichsgründung, Krieg-in-Sicht-Krise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Veränderungen in der europäischen Außenpolitik unter Otto von Bismarck in den 1870er Jahren, mit besonderem Fokus auf die Entfremdung zwischen Deutschland und Russland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Bündnispolitik des Deutschen Reiches, die Auswirkungen der orientalischen Krise auf dem Balkan sowie die Verschiebung der machtpolitischen Kräfteverhältnisse in Europa.

Welches Ziel verfolgt der Autor?

Der Autor möchte belegen, dass die russisch-französische Annäherung kein isoliertes Ereignis war, sondern das Ergebnis eines über Jahre hinweg schwelenden Misstrauens gegenüber der deutschen Außenpolitik.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Untersuchung basiert auf einer historischen Analyse unter Einbeziehung primär- und sekundärliterarischer Quellen, insbesondere der Korrespondenzen und der diplomatischen Chroniken jener Ära.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Phasen der deutsch-russischen Entfremdung detailliert betrachtet, beginnend mit der Krise von 1875 bis hin zum Abschluss des Zweibundes 1879 und der zunehmenden Annäherung Russlands an Frankreich.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Bismarck-Ära, diplomatische Isolation, Balkan-Krise, Zweibund, machtpolitische Neukonstellation, internationale Beziehungen.

Welche Bedeutung maß der Zar dem Brief an Kaiser Wilhelm I. bei?

Der Brief von 1879, oft als „Ohrfeigenbrief“ bezeichnet, drückte die tiefe Enttäuschung des Zaren über das, was er als Verrat an den russisch-deutschen Beziehungen und die Hinwendung Bismarcks zu Österreich empfand, aus.

Inwiefern beeinflusste das Bündnis mit Österreich die spätere Entwicklung?

Der Zweibund stellte sich rückblickend als ein Schicksalsbündnis dar, das trotz seines ursprünglich provisorischen Charakters die starre Bündnislandschaft festigte, die schließlich in die Katastrophe des Ersten Weltkriegs führte.

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Detalles

Título
Ursachen und Auswirkungen des Zweibundes von 1879
Subtítulo
Die deutsch-russische Entfremdung und die russisch-französische Annäherung
Universidad
University of Leipzig  (Historisches Seminar)
Curso
Außenpolitik des Deutschen Reiches von 1871 bis 1914
Calificación
1,3
Autor
Eric Buchmann (Autor)
Año de publicación
2013
Páginas
24
No. de catálogo
V269091
ISBN (Ebook)
9783656601685
ISBN (Libro)
9783656601661
Idioma
Alemán
Etiqueta
ursachen auswirkungen zweibundes entfremdung annäherung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Eric Buchmann (Autor), 2013, Ursachen und Auswirkungen des Zweibundes von 1879, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269091
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