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Macht, Diskurs und Religion: westliche Hegemonie und die Transformation des Buddhismus in Thailand

Eine Kritik an der Definition von Buddhismus

Título: Macht, Diskurs und Religion: westliche Hegemonie und die Transformation des Buddhismus in Thailand

Tesis de Máster , 2013 , 73 Páginas , Calificación: 1,6

Autor:in: Jan Andrejkovits (Autor)

Estudios de Asia del Sur y Sureste Asiático
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Vorstellungen von „Religion“, wie die von „Buddhismus“, entstehen vor allem in gesellschaftlichen Diskursen. Diese Diskurse sind zeitlich wie räumlich in bestimmte soziale Kontexte eingebettet, wobei sie quer durch die verschiedenen Ebenen des globalen, regionalen und lokalen entsprechend der jeweils vorhandenen Machtverhältnisse von vielen verschiedenen sozialen Machtpositionen aus unterschiedlich wirken und dabei verschiedene Bedürfnisse und Interessen zum Ausdruck bringen. So wurde im Diskurs des 19. Jahrhunderts der Begriff „Religion“ in Europa neu bestimmt und den protestantisch geprägten Vorstellungen einer neuen urbanen bürgerlichen Machtelite angepasst und gleichzeitig durch den Kolonialismus auf die verschiedenen Glaubensformen der Welt hegemonial übertragen. Aus dem kolonialen Aufeinandertreffen von christlichen Missionaren und westlichen Wissenschaftlern einerseits und asiatischen Buddhisten andererseits entstand im 19. und 20. Jahrhundert eine neue Interpretationsform von Buddhismus. Buddhismus wurde anhand gesammelter und übersetzter historischer Texte mit dem Christentum verglichen und dabei als eine universale Religion bestimmt und definiert. Bei dieser neuen Bestimmung wurde dem Buddhismus eine authentische Identität durch eine Reihe von grundsätzlichen Eigenschaften zugeschrieben. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte der Buddhismus analog zu anderen Weltreligionen seine gesammelten und bestimmten Grundlagentexte, seine Gebote und grundlegenden Prinzipien, seine internationale Konferenzen und eigene universale heilige Stätten. Dabei wurde authentischer Buddhismus weniger in den vielfältigen Überlieferungen und religiösen Praktiken der lebenden Buddhisten Asiens gesucht und gefunden, sondern hauptsächlich in den Ausgaben der buddhistischen Manuskripte, Übersetzungen und Interpretationen der westlichen Orientalisten. Die westlichen Kolonialmächte konnten somit den Diskurs zum Buddhismus auf globaler Ebene kontrollieren und dabei mit ihrem Selbstverständnis und ihren ideologischen und sprachlichen Dimensionen bestimmen. Doch gab es in diesem Diskurs auch vielfältige Wechselwirkungen, und es waren vor allem die asiatischen Eliten selbst, die wie in Thailand buddhistische Reformen zur Artikulation ihrer Interessen gestalteten und gebrauchten.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Macht, Diskurs und Religion

3. Westliche Hegemonie und die Definition von Buddhismus

4. Buddhistische Tradition in Südostasien

5. Die Transformation des Buddhismus in Thailand

5.1 Mongkut und die Thammayutnikai

5.2 Die Reformen unter Chulalongkorn

6. Buddhistische Reform und lokale Praxis in Thailand

6.1 Die Vermittlung buddhistischer Texte: der Dhammapada

6.2 Das Übernatürliche im Thai Buddhismus

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie westliche hegemoniale Vorstellungen von Buddhismus als Weltreligion im 19. und frühen 20. Jahrhundert mit lokalen thailändischen religiösen Praxen interagierten. Dabei wird analysiert, inwiefern staatliche Reformen in Thailand dazu dienten, den Buddhismus zu modernisieren und als Instrument zur Legitimation monarchischer Herrschaft sowie nationaler Identitätsbildung zu nutzen, während die tatsächliche populäre Glaubenspraxis der Bevölkerung weitgehend von diesen normativen Vorgaben abwich.

  • Die diskursive Konstruktion von Buddhismus durch westliche Orientalisten und Kolonialmächte.
  • Die Transformation des thailändischen Buddhismus durch das Königshaus zur Stärkung der Staatsmacht.
  • Die Rolle der Thammayutnikai-Schule im Prozess der religiösen und bildungspolitischen Reformen.
  • Das Spannungsverhältnis zwischen staatlich verordneter Normativität und gelebter populärer religiöser Praxis.
  • Die Bedeutung von lokalen Überlieferungen, Legenden und "übernatürlichen" Elementen im Alltag thailändischer Buddhisten.

Auszug aus dem Buch

3. Westliche Hegemonie und die Definition von Buddhismus

Weltreligionen waren in den Vorstellungen des Westens im 17. Jahrhundert nur das Christentum, das Judentum und der Islam. Weitere beobachtete Glaubensformen wurden allgemein als Paganismus, Heidentum bezeichnet. Durch neue Erfahrungen der westlichen Kolonialisten in Asien und die Sammlung und Inbesitznahme lokaler religiöser Texte, die durch vergleichende Studien in den akademischen Zentren der Kolonialmächte ausgewertet und interpretiert wurden, ermittelten und bestimmten westliche Orientalisten weitere Religionen, die sie als Hinduismus, Konfuzianismus, Daoismus, Shintoismus, Sikhismus und Buddhismus bezeichneten und voneinander abgrenzend definierten.

Die europäische Bestimmung des Buddhismus als Asien übergreifende Tradition begann erst zu Ende des 18. Jahrhunderts. So gab es vor dem 19. Jahrhundert kaum die Vorstellung von einer ausgeprägten buddhistischen Identität mit entsprechender geographischer Ausdehnung, und in der europäischen Wahrnehmung asiatischer Kulturen überwogen die Eindrücke aus verschiedenen Studien zum Konfuzianismus und Hinduismus. Zwar waren buddhistische Phänomene einigen westlichen Missionaren und Handelsreisenden schon seit langem bekannt, doch gaben diese ihre Beobachtungen und Erfahrungen üblicherweise in einer christlichen Terminologie wieder.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet anhand von Beispielen die Diskrepanz zwischen staatlich propagierter, normativer Buddhismus-Präsentation und der tatsächlichen, vielfältigen religiösen Alltagspraxis der Menschen in Thailand.

2. Macht, Diskurs und Religion: Dieses Kapitel legt den theoretischen Rahmen dar, indem es Religion als ein durch gesellschaftliche Machtverhältnisse und Diskurse konstruiertes Phänomen betrachtet, das zur Legitimation sozialer Ordnung dient.

3. Westliche Hegemonie und die Definition von Buddhismus: Hier wird analysiert, wie westliche Orientalisten im 19. Jahrhundert den Buddhismus als rationale Weltreligion nach dem Vorbild des protestantischen Christentums konstruierten und definierten.

4. Buddhistische Tradition in Südostasien: Das Kapitel beschreibt, dass die Vorstellung einer einheitlichen Weltreligion historisch nicht in asiatischen Sprachen verankert war, sondern vielmehr aus einer Vielfalt lokaler Schulen und Praktiken bestand.

5. Die Transformation des Buddhismus in Thailand: Es wird dargelegt, wie die siamesische Elite im Kontext kolonialen Drucks Reformen initiierte, um den Staat zu zentralisieren und den Buddhismus als nationale Identität zu instrumentalisieren.

6. Buddhistische Reform und lokale Praxis in Thailand: Das Kapitel untersucht die Widersprüche zwischen den staatlich verordneten formalen Reformen und der anhaltenden lokalen Praxis, insbesondere bei der Vermittlung von Texten und dem Umgang mit dem "Übernatürlichen".

7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Religion ein durch Diskurse und Machtverhältnisse wandelbarer Begriff ist, dessen staatliche Definition in Thailand oft nur eine dünne Schicht über der vielfältigen und lebendigen populären Glaubenspraxis bildet.

Schlüsselwörter

Buddhismus, Thailand, Macht, Diskurs, Hegemonie, Religion, Transformation, Thammayutnikai, Kolonialismus, Moderne, Dhammapada, Lokale Praxis, Identität, Staat, Mongkut

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie der Buddhismus in Thailand durch westliche Einflüsse und staatliche Reformen seit dem 19. Jahrhundert transformiert wurde, um als Instrument nationaler Identität und Herrschaftslegitimation zu dienen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Machtverhältnis zwischen kolonialem Diskurs und lokaler Praxis, die Entstehung der "Weltreligion" Buddhismus als westliches Konstrukt und die Reformbemühungen der siamesischen Monarchie.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Kritik an der westlichen Definition von Buddhismus zu schärfen und aufzuzeigen, dass Buddhismus in Thailand vor allem eine dynamische, lokale soziale Praxis und kein statisches, normatives System ist.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer diskursanalytischen Methode, gestützt durch die Theorien von Denkern wie Michel Foucault, Pierre Bourdieu und Martin Riesebrodt, um die Konstruktion von Religion zu hinterfragen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Transformation des thailändischen Buddhismus, die Rolle der Reformbewegung Thammayutnikai, die Rolle von König Mongkut und Chulalongkorn sowie die Widersprüche bei der Vermittlung buddhistischer Texte und Geisterglaube.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Macht, Diskurs, Hegemonie, Transformation, lokale Praxis und Identitätsbildung charakterisiert.

Wie reagierten die thailändischen Eliten auf westliche Einflüsse?

Die Eliten adaptierten westliche Ideen selektiv, um den thailändischen Staat zu modernisieren und als zivilisiert (siwilai) anerkannt zu werden, während sie gleichzeitig ihre traditionelle Herrschaft und moralische Ordnung bewahrten.

Warum blieb die Wirksamkeit staatlicher Reformen begrenzt?

Obwohl die Reformen institutionell erfolgreich waren, blieb die tägliche religiöse Praxis eines Großteils der Bevölkerung von diesen elitären, normativen Veränderungen weitgehend unberührt und folgte weiterhin traditionellen, pragmatischen Bedürfnissen.

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Detalles

Título
Macht, Diskurs und Religion: westliche Hegemonie und die Transformation des Buddhismus in Thailand
Subtítulo
Eine Kritik an der Definition von Buddhismus
Universidad
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Asien- und Afrikawissenschaften)
Calificación
1,6
Autor
Jan Andrejkovits (Autor)
Año de publicación
2013
Páginas
73
No. de catálogo
V269139
ISBN (Ebook)
9783656601593
ISBN (Libro)
9783656601609
Idioma
Alemán
Etiqueta
macht diskurs religion hegemonie transformation buddhismus thailand eine kritik definition
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jan Andrejkovits (Autor), 2013, Macht, Diskurs und Religion: westliche Hegemonie und die Transformation des Buddhismus in Thailand, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269139
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