In dieser Arbeit wird überprüft unter welchen Voraussetzungen der § 35 b EStG auf rein nationale Fälle anwendbar ist und ob das Ziel, der Vermeidung einer Doppelbesteuerung mit Erbschaftsteuer und Einkommenssteuer, erreicht wird bzw. in welchem Ausmaß dies gelingt.
Inhaltsverzeichnis
A. Problemstellung
B. Voraussetzungen der Anwendung des § 35b EStG
B.1 Zu begünstigende Einkünfte
B.2 Erwerb von Todes wegen
B.3 Begünstigungszeitraum
B.4 Antrag und Antragsberechtigung
C. Versagung der Ermäßigung nach § 35 b S. 3 EStG
D. Überprüfung der Zielerreichung
D.1 Gegenstand der Ermäßigung
D.2 Ermittlung des Ermäßigungssatzes
D.3 Beispiel zur Anwendung des § 35 b EStG
E. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, unter welchen Voraussetzungen § 35b EStG auf nationale Erbfälle anwendbar ist und inwieweit diese Regelung das Ziel erreicht, eine Doppelbelastung durch Einkommen- und Erbschaftsteuer zu vermeiden oder abzumildern.
- Analyse der gesetzlichen Voraussetzungen für die Anwendung des § 35b EStG.
- Untersuchung der Problematik der Doppelbesteuerung bei Erwerben von Todes wegen.
- Kritische Würdigung der Ermittlung des Ermäßigungssatzes und der Berücksichtigung von Freibeträgen.
- Diskussion von Abgrenzungsfragen, wie beispielsweise zur Abgeltungssteuer oder zu Körperschaften.
- Bewertung der Wirksamkeit der Vorschrift anhand praxisorientierter Berechnungsbeispiele.
Auszug aus dem Buch
D.3 Beispiel zur Anwendung des § 35 b EStG
Folgendes Beispiel soll zur Veranschaulichung der Anwendung des § 35 b EStG dienen. Zur Vereinfachung und Verdeutlichung der Zielerreichung werden der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer sowie §§ 16,17 EStG nicht beachtet.
Der 35 jährige Sohn erwirbt von Todes wegen das Vermögen seines Vaters. Das Vermögen hat einen erbschaftsteuerlichen Wert von 1.000.000 €. Der Buchwert hingegen beläuft sich auf 500.000 €. Im darauffolgenden Jahr veräußert der Sohn das durch den Erbfall erlangte Vermögen und erzielt einen Veräußerungserlös von 1.000.000 €. §§ 13a, 13 b EStG sind nicht anzuwenden, da das Vermögen zu mehr als 50% aus Verwaltungsvermögen besteht.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Problemstellung: Das Kapitel erläutert die Entstehung einer Doppelbelastung durch Einkommen- und Erbschaftsteuer im nationalen Bereich aufgrund des erbschaftsteuerlichen Stichtagsprinzips.
B. Voraussetzungen der Anwendung des § 35b EStG: Hier werden die tatbestandlichen Anforderungen, wie zu begünstigende Einkünfte, der Erwerb von Todes wegen, der Begünstigungszeitraum sowie Antragsformalitäten definiert.
C. Versagung der Ermäßigung nach § 35 b S. 3 EStG: Dieses Kapitel behandelt die Ausschlussgründe für die Steuerermäßigung, insbesondere wenn die Erbschaftsteuer bereits als Sonderausgabe abziehbar ist.
D. Überprüfung der Zielerreichung: Dieser Teil analysiert die Berechnungsmethodik der Ermäßigung und prüft mittels Praxisbeispielen, ob die gesetzliche Intention der Vermeidung von Doppelbesteuerung erfolgreich umgesetzt wird.
E. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass § 35b EStG keine vollständige Vermeidung der Doppelbelastung bewirkt, sondern lediglich eine Abmilderung darstellt, und schlägt notwendige Reformen vor.
Schlüsselwörter
§ 35b EStG, Doppelbesteuerung, Erbschaftsteuer, Einkommensteuer, Erwerb von Todes wegen, Steuerermäßigung, Begünstigungszeitraum, Stille Reserven, Freibeträge, Ermäßigungssatz, Steuerbelastung, Nachlassverbindlichkeit, Abgeltungssteuer, Erbfall, Steuerpflicht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der steuerlichen Problematik, wenn Vermögen sowohl der Erbschaftsteuer als auch der Einkommensteuer unterliegt, und prüft die Wirksamkeit von § 35b EStG als Korrekturinstrument.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen die Voraussetzungen für die Anwendbarkeit der Norm, die Berechnung des Ermäßigungssatzes sowie die kritische Abgrenzung zu anderen Steuerarten und Sonderausgabenabzügen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu evaluieren, ob § 35b EStG das Ziel einer vollständigen Vermeidung der Doppelbesteuerung erreicht oder ob die Regelung lediglich eine Teilentlastung bewirkt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine steuerrechtliche Untersuchung, die auf der Analyse von Gesetzestexten, aktueller Rechtsprechung sowie der einschlägigen Fachliteratur und praxisnahen Rechenbeispielen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Voraussetzungen der Anwendung (inkl. Abgrenzungsfragen), Ausschlussgründe für die Ermäßigung sowie die rechnerische Überprüfung der Zielerreichung in der Praxis.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?
Zentrale Begriffe sind Doppelbesteuerung, § 35b EStG, Erbschaftsteuer, Einkommensteuer, Freibeträge, Steuerermäßigung und das Stichtagsprinzip.
Wie wirkt sich die Berücksichtigung von Freibeträgen auf die Ermäßigung aus?
Die Arbeit zeigt auf, dass der Einbezug von Freibeträgen in die Berechnung des Prozentsatzes dazu führt, dass die Doppelbelastung nicht vollständig neutralisiert wird, was kritisch gesehen wird.
Gilt § 35b EStG auch für Körperschaften?
Nein, die Anwendung auf das Körperschaftsteuerrecht ist nach Ansicht des BFH ausgeschlossen, da § 35b EStG eine spezifische Ermäßigungsvorschrift ist, auf die im KStG nicht verwiesen wird.
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- Lisa Landerer (Author), 2012, Vermeidung einer Doppelbesteuerung duch § 35 b EStG, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269182