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Dramentheoretische Aspekte in Wolfgang Borchert: "Draußen vor der Tür"

Titel: Dramentheoretische Aspekte in Wolfgang Borchert: "Draußen vor der Tür"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 22 Seiten , Note: 3,0

Autor:in: Federico Sirna (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Literatur, Werke
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Arbeit wird zunächst die Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte des Werkes dargestellt. In einem weiteren Schritt soll das Drama „Draußen vor der Tür“ aus dramentheoretischer Sichtweise betrachtet und analysiert werden. Hierbei liegt das Hauptaugenmerk auf der strukturell-inhaltlichen Ebene, auf der sich daraus ergebenden Dramenform und auf der verwendeten Sprache bzw. dem Stil. Damit soll versucht werden, anhand dramentheoretischer Paramater - wie beispielsweise der ‚Episierung‘ und der ‚Lyrisierung‘ des Dramas - festzustellen, inwiefern sich Borcherts Stück vom klassischen Dramenmodell abwendet, es Szondis Theorie des modernen Dramas entspricht und warum Borchert diese Abwandlung vorgenommen haben könnte. Abschließend soll in einem interpretatorischen Ansatz die Frage diskutiert werden, ob und inwiefern sich die Hauptfigur Beckmann im Verlauf des Dramas entwickelt bzw. einem inneren Wandel unterliegt, da dieser Prozess von den bereits angesprochenen dramentheoretischen Parametern entscheidend determiniert wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte

3. Dramentheoretische Analyse

3.1. Struktur und Inhalt

3.2. Dramenform

3.3. Figurenrede, Sprache und Stil

4. Die Entwicklung Beckmanns

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Wolfgang Borcherts Werk „Draußen vor der Tür“ unter dramentheoretischen Gesichtspunkten. Dabei wird analysiert, inwiefern das Stück von klassischen Dramenmodellen abweicht, den Theorien des modernen Dramas von Peter Szondi entspricht und wie sich die Hauptfigur Beckmann im Verlauf der Handlung entwickelt.

  • Strukturelle und inhaltliche Analyse des Dramas
  • Untersuchung der Dramenform und Abkehr vom klassischen Modell
  • Analyse von Sprache, Stil und rhetorischen Mitteln
  • Betrachtung der psychologischen Entwicklung Beckmanns
  • Einordnung des Werkes in die Theorie des modernen Dramas nach Szondi

Auszug aus dem Buch

3.1. Struktur und Inhalt

Schon Titel und Untertitel des Dramas „Draußen vor der Tür. Ein Stück, das kein Theater spielen und kein Publikum sehen will“ sind in zweierlei Hinsicht aufschlussreich. Einerseits verweist die besondere Bezeichnung auf die doppelte Kommunikationsstruktur des Dramas an sich. Dem fiktionalen Geschehen des inneren Kommunikationssystems auf der Bühne steht ein äußerer, realer Zuschauerraum gegenüber. Andererseits wird bereits durch den Titel eine eindeutige Medienreferenz verdeutlicht: Borcherts Stück ist als Hörspiel konzipiert worden und eben nicht als Drama, das zur theatralischen Aufführung gedacht war.

Nikolaus Gatter interpretiert das ‚Stück‘ als Subjekt und ‚Theater‘ und ‚Publikum‘ als Objekte des Satzes. Das Stück als textuelle Einheit erlangt damit Autonomie in der Dynamik des äußeren Kommunikationssystems. In diesem Fall würde die gewohnte wirkungsästhetische, theatralische Vermittlung sabotiert werden und stattdessen die Wirklichkeit des Geschehenen in den Mittelpunkt gerückt werden. Des Weiteren lässt sich dieses konzeptionelle Verhältnis des ‚Drinnen‘ gegenüber dem ‚Draußen‘ auch auf der inhaltlichen Ebene des Dramas noch einige Male feststellen.

Im Personenregister finden sich Charakterisierungen der dramatis personae. Hier werden auch eindeutig nicht sichtbare, psychische Dispositionen der Protagonisten erläutert und damit Grundlagen für das weitere Verständnis der Handlung geschaffen. Diese Personenbeschreibungen sind jedoch untypisch und sprengen den Rahmen des klassischen Dramas, da sie weder als gängige explizite noch implizite Figurencharakterisierung aufgefasst werden können. Es handelt sich dabei eindeutig um eine Episierung des Dramas.

Borcherts Drama folgt nicht dem klassischen 5-Akt-Schema, sondern ist in fünf Szenen unterteilt. Diesen Szenen sind eine Vorbemerkung, ein Vorspiel und ein Traum vorangestellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Werk von Wolfgang Borchert, die historische Einbettung nach 1945 und die Problemstellung der Arbeit bezüglich der Abweichung vom klassischen Drama.

2. Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte: Darstellung des biografischen Hintergrunds Borcherts und der kontroversen Aufnahme des Stücks als Hörspiel und Theaterstück in der Nachkriegszeit.

3. Dramentheoretische Analyse: Umfassende Untersuchung der Struktur, der Dramenform sowie der sprachlichen Gestaltung unter Einbezug der Theorien von Peter Szondi.

4. Die Entwicklung Beckmanns: Analyse der psychologischen Verfassung und des inneren Wandels der Hauptfigur Beckmann im Kontext seiner Suche nach Akzeptanz in der Gesellschaft.

5. Fazit: Zusammenführung der Analyseergebnisse und Bestätigung, dass die formalen Abweichungen notwendige Instrumente Borcherts zur Darstellung der modernen menschlichen Existenzkrise sind.

Schlüsselwörter

Wolfgang Borchert, Draußen vor der Tür, Nachkriegsliteratur, Stationendrama, Dramentheorie, Peter Szondi, Beckmann, Episierung, Kommunikationslosigkeit, Stunde Null, Metadrama, Moderne, Kriegsheimkehrer, Sprache, Dramenform.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit Wolfgang Borcherts Drama „Draußen vor der Tür“ und dessen formaler sowie inhaltlicher Analyse, um zu untersuchen, wie Borchert mit den Traditionen des klassischen Dramas bricht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Struktur des Werkes, die Rolle der Sprache, die Entwicklung der Hauptfigur Beckmann und die Einordnung in die zeitgenössische Dramentheorie.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Gründe für Borcherts bewusste Abweichung vom klassischen Dramenmodell aufzudecken und zu zeigen, wie er damit die chaotischen Bedingungen der Nachkriegszeit abbildet.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Analyse stützt sich auf die Theorie des modernen Dramas nach Peter Szondi, um Begriffe wie Episierung, Lyrisierung und Stationendrama auf Borcherts Werk anzuwenden.

Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte strukturelle Analyse, die Untersuchung der Dramenform als Stationendrama sowie eine sprachwissenschaftliche Betrachtung des Stils und der Figurenrede.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Stationendrama, Episierung, Kommunikationslosigkeit, Metadrama und die Stunde Null nach 1945.

Warum wird Beckmann in der Arbeit nicht als klassisch tragische Figur gesehen?

Da sein Sturz bereits vor Beginn des Dramas stattgefunden hat und er in der Gegenwart keine Katharsis durch einen reinigenden Tod erfährt, wird er eher als Opfer gesellschaftlicher Gleichgültigkeit dargestellt.

Welche Bedeutung kommt der Gasmaskenbrille für die Interpretation der Figur zu?

Die Brille dient als zentrales Symbol für die traumatischen Kriegserfahrungen, die Beckmann nicht ablegen kann und die ihn von seiner Umwelt isolieren.

Inwiefern hat das Stück metadramatische Züge?

Borchert reflektiert durch Beckmanns Monologe über das Wesen von Kunst, Wahrheit und das Leben selbst, wobei das Drama die eigene Form und Darstellung hinterfragt.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Dramentheoretische Aspekte in Wolfgang Borchert: "Draußen vor der Tür"
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
3,0
Autor
Federico Sirna (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
22
Katalognummer
V269198
ISBN (eBook)
9783656602194
ISBN (Buch)
9783656602149
Sprache
Deutsch
Schlagworte
dramentheoretische aspekte wolfgang borchert draußen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Federico Sirna (Autor:in), 2013, Dramentheoretische Aspekte in Wolfgang Borchert: "Draußen vor der Tür", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269198
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Leseprobe aus  22  Seiten
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