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Der Roman Berlin Alexanderplatz von Alfred Döblin und seine Verfilmung im Jahre 1931

Eine vergleichende Analyse anhand der Figur Miezes

Title: Der Roman Berlin Alexanderplatz von Alfred Döblin und seine Verfilmung im Jahre 1931

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Julia Mülling (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Literaturverfilmungen rufen bereits seit der frühen Zeit des Films stets heftige Reaktionen, Kritik und Skepsis hervor. Literatursprache und Bildsprache werden in ihren Wirkungen gegeneinander abgewogen und die Übersetzbarkeit literarischer Werke im Film wird bestritten oder befürwortet. Alfred Döblins Haltung gegenüber der neuen Erscheinung des Kinos war durchaus zwiespältig, doch reizte ihn die Möglichkeit, über das neue Medium die breite Volksmasse zu erreichen. Sein 1929 verfasster Roman Berlin Alexanderplatz drängte sich daher mit seiner „filmischen Schreibweise“ geradezu auf, Vorlage für eine, im Stile des im Jahre 1927 entstandenen Films Sinfonie der Großstadt gehaltene, Literaturverfilmung zu werden. Doch die drastische Vereinfachung und die Transformation des Romans in die konventionelle Form des Films veranlassten zeitgenössische Kritiker bei Erscheinung des Films Berlin Alexanderplatz von Phil Jutzi im Jahre 1931 zu teils heftigen Bemängelungen und genereller Ablehnung.
Angesichts dieser Problematik stellen sich demnach die Fragen, welche Elemente der Transformation diese Simplifikation bedingen und welche Folgen diese für die Handlung der Geschichte nach sich ziehen. Die vorliegende Arbeit soll sich daher mit der Darstellung Miezes und ihrer Beziehungen zu Franz Biberkopf und Reinhold in dem Roman Berlin Alexanderplatz von Alfred Döblin und seiner filmischen Adaption von Phil Jutzi beschäftigen. So soll exemplarisch für die durch die Verfilmung entstandenen Veränderungen anhand einer vergleichenden Analyse ermittelt werden, inwiefern die Figur in der filmischen Adaption von der literarischen Darstellung abweicht und wie sich dies auf das Geschehen und den Inhalt auswirkt.
Dem Erkenntnisinteresse gemäß ist die Arbeit in drei Hauptkapitel gegliedert. Nach einer Darstellung der Haltung Alfred Döblins gegenüber den Massenmedien Hörspiel und Film, soll genauer auf den Roman Berlin Alexanderplatz mit seiner Montagetechnik und der filmischen Realisierung des Stoffes eingegangen werden. Exemplarisch an einer Analyse der Darstellung Miezes sollen in einem weiteren Schritt diese Veränderungen nachvollzogen werden. Schließlich werden in einem Fazit die Ergebnisse zusammengefasst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Alfred Döblin und die Massenmedien Hörspiel und Film

2.1. Von der filmischen Schreibweise zu der Verwandlung des Textes und Phil Jutzis Literaturverfilmung Berlin Alexanderplatz

4.1 Liebe und Verlangen – Die Ambivalenz in der Figur der Mieze in dem Roman Berlin Alexanderplatz

4.2 Die idealisierte Gestalt Miezes - Eine „Niveausenkung“ in dem Film Berlin Alexanderplatz?

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand einer vergleichenden Analyse der Figur Mieze, inwiefern die filmische Adaption von Phil Jutzi aus dem Jahr 1931 von der literarischen Vorlage Alfred Döblins abweicht und welche Auswirkungen diese Transformationen auf die inhaltliche Tiefe der Geschichte haben.

  • Alfred Döblins medienästhetische Haltung gegenüber Film und Rundfunk
  • Die literarische Montagetechnik und "filmische Schreibweise" im Roman
  • Die Ambivalenz und Idealisierung der Figur Mieze im Roman
  • Die Reduktion des Erzählprofils und die "Niveausenkung" in der Verfilmung

Auszug aus dem Buch

4.1 Liebe und Verlangen – Die Ambivalenz in der Figur der Mieze in dem Roman Berlin Alexanderplatz

Die Einführung der beiden Frauen Eva und Mieze im sechsten Buch tragen Entscheidendes zur Entwicklung der Romanhandlung bei. Eva, eine frühere geliebte Biberkopfs und seine treuste Freundin, stellt ihm seine neue Geliebte Mieze vor, die zu seiner wichtigsten Partnerin und zur weiblichen Hauptfigur des Romans wird. Die Begegnung mit Mieze markiert, angesichts Biberkopfs früheren zahlreichen Bekanntschaften, einen Wendepunkt in der Handlung, da dessen Faszination, die in der Einmaligkeit eines Glücksgefühls im Zusammenleben mit Mieze begründet ist, Biberkopf unvermittelt zu monogamer Beziehung veranlasst.

Die schlagertextähnliche Beschreibung Miezes wirkt trivial und plakativ, weist jedoch das Grundschema einer Liebesthematik auf, indem die Darstellung der Verliebtheit die spätere dauerhafte Beziehung zwischen Biberkopf und Mieze antizipiert. So wird die Aufmerksamkeit des Lesers von der Großstadterzählung zu der Liebesbeziehung gelenkt.

Die Figurendarstellung Miezes und ihre unwiderstehliche Anziehungskraft gegenüber Biberkopf wird wesentlich durch ihr weißes Kleid bedingt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die kritische Auseinandersetzung mit Literaturverfilmungen dar und skizziert das Forschungsziel, die Veränderung der Figur Mieze durch den Vergleich von Roman und Film zu untersuchen.

2. Alfred Döblin und die Massenmedien Hörspiel und Film: Das Kapitel analysiert Döblins zwiespältiges Verhältnis zu neuen Medien und seine Überzeugung, dass ein "veränderter Autor" notwendig ist, um die Möglichkeiten des Films für die Masse zu nutzen.

2.1. Von der filmischen Schreibweise zu der Verwandlung des Textes und Phil Jutzis Literaturverfilmung Berlin Alexanderplatz: Hier wird die "filmische Schreibweise" des Romans als komplexe Collage aus verschiedenen Quellen erläutert und die filmische Umsetzung durch Phil Jutzi kritisch hinterfragt.

4.1 Liebe und Verlangen – Die Ambivalenz in der Figur der Mieze in dem Roman Berlin Alexanderplatz: Dieses Kapitel zeigt auf, wie durch Symbolik und innere Monologe eine Ambivalenz in Miezes Charakter konstruiert wird, die zwei konkurrierende Liebeskonzepte widerspiegelt.

4.2 Die idealisierte Gestalt Miezes - Eine „Niveausenkung“ in dem Film Berlin Alexanderplatz?: Das Kapitel untersucht, wie der Film die Komplexität der literarischen Vorlage zugunsten einer linearen Erzählung und einer idealisierten, engelsgleichen Darstellung Miezes reduziert.

5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der Film zwar die "Niveausenkung" als Mittel zur Massenkommunikation einsetzt, dabei jedoch die tiefgründige soziale Problematik des Romans zugunsten einer einfacheren Ganoven-Geschichte verliert.

Schlüsselwörter

Alfred Döblin, Berlin Alexanderplatz, Literaturverfilmung, Phil Jutzi, Mieze, Franz Biberkopf, Montagetechnik, Filmtheorie, Adaption, Medienästhetik, Liebeskonzepte, Niveausenkung, Weimarer Republik, Erzähltheorie, Intertextualität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Unterschiede zwischen Alfred Döblins Roman "Berlin Alexanderplatz" und der gleichnamigen Verfilmung von Phil Jutzi aus dem Jahr 1931, mit einem Fokus auf die Figur der Mieze.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Untersuchung behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die medienästhetische Haltung Döblins, die Transformationsprozesse von Literatur zu Film sowie die unterschiedliche Darstellung weiblicher Figuren und Liebeskonzepte.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu ermitteln, inwiefern die filmische Adaption den Bedeutungsumfang der literarischen Figur Mieze reduziert und welche Konsequenzen diese Vereinfachung für den Handlungsverlauf und das Verständnis der Geschichte hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es wird eine vergleichende Analyse zwischen dem literarischen Quellentext (Roman) und der filmischen Umsetzung durchgeführt, gestützt auf filmtheoretische und erzähltheoretische Ansätze.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil der Analyse im Fokus?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die detaillierte Untersuchung der Figur Mieze, ihre symbolische Aufladung im Roman (z.B. das "weiße Kleid") und ihre reduzierte, idealisierte Darstellung im Film.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Literaturverfilmung, Montagetechnik, Medienästhetik, Niveausenkung, Ambivalenz und Adaption.

Wie unterscheidet sich die Darstellung Miezes zwischen Roman und Film?

Während Mieze im Roman als ambivalente Figur zwischen aufopfernder Liebe und erotischer Begierde zu Reinhold dargestellt wird, reduziert der Film sie auf die Rolle einer rein idealisierten, unschuldigen Partnerin.

Warum wird im Film die Prostitution Miezes nicht explizit thematisiert?

Der Film verzichtet auf diese inhaltliche Ebene, um das Bild der "engelsgleichen Frau" für das Massenpublikum aufrechtzuerhalten und eine lineare Erzählstruktur zu wahren, was als "Niveausenkung" interpretiert wird.

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Details

Title
Der Roman Berlin Alexanderplatz von Alfred Döblin und seine Verfilmung im Jahre 1931
Subtitle
Eine vergleichende Analyse anhand der Figur Miezes
College
Free University of Berlin
Grade
1,0
Author
Julia Mülling (Author)
Publication Year
2013
Pages
25
Catalog Number
V269228
ISBN (eBook)
9783656602507
ISBN (Book)
9783656602477
Language
German
Tags
Filmanalyse Vergleich Filmgeschichte Alfred Döblin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Mülling (Author), 2013, Der Roman Berlin Alexanderplatz von Alfred Döblin und seine Verfilmung im Jahre 1931, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269228
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