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Wer bin ich? Die Identitätsproblematik Kleistscher Charaktere auf dem Hintergrund der Geschlechterrollenverständnisse des 18. Jahrhunderts.

Titre: Wer bin ich? Die Identitätsproblematik Kleistscher Charaktere auf dem Hintergrund der Geschlechterrollenverständnisse des 18. Jahrhunderts.

Mémoire de Maîtrise , 2010 , 96 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Alexander Scherb (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Das Herausfallen der Protagonisten aus dem Geschlechter-Rollen-Verständnisses des 18. Jahrhunderts ist bei Heinrich von Kleist nicht nur die Regel, sondern Methode. Doch was wollte der Schriftsteller damit aussagen? Dieses Buch beschäftigt sich mit den Motiven und Gedanken einer der wohl umstrittensten Literaten des 18. und 19. Jahrhunderts.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Kleists Familien

II.1.) Die Marquise von O....

II.1.1) Herr von G....

II.1.1.a) Der Soldat Herr von G....

II.1.1.b) Der Ökonom Herr von G....

II.1.1.c) Weitere untypische Rollen des Herrn von G....

II.1.1.d) Ergebnis

II.1.2.) Frau von G....

II.1.2.a) Frau von G.... als emotionale Frau

II.1.2.b) Frau von G.... als Familienoberhaupt

II.1.3.) Die Marquise

II.1.3.a) Die rollentypische Tochter

II.1.3.b) Julietta als emanzipierte Frau

II.1.3.c) Ergebnis

II.2.) Der Findling

II.2.1.) Antonio Piachi

II.2.1.a) Piachis permissiver Charakter

II.2.1.b) Der Geschäftsmann Piachi

II.2.1.c) Piachis Ausbrüche

II.2.1.d) Ergebnis

II.2.2) Elvire Piachi

II.2.2.a) Die fehlende Liebe Elvires

II.2.2.b) Die unausgefüllte Rolle der Hausmutter

II.2.2.c) Ergebnis

II.2.3) Nicolo Piachi

II.2.3.a) Nicolos Verhältnis zu Antonio Piachi

II.2.3.b) Nicolos Verhältnis zu Elvire

II.2.3.c) Ergebnis

II.3.) Vergleich der Familien

III. Kleists Frauen

III.1.) Die Verlobung in St. Domingo: Toni Bertrand

III.1.a) Toni als Tochter

III.1.b) Tonis Emanzipation

III.1.c) Ergebnis

III.2.) Penthesilea

III.2.a) Die Amazone Penthesilea

III.2.b) Die liebende Penthesilea

III.2.c) Ergebnis

IV. Kleists Männer

IV.1.) Die Verlobung in St. Domingo: Gustav von der Ried

IV.1.a) Gustavs militaristische Rolle

IV.1.b) Gustavs fehlende Souveränität

IV.1.c) Ergebnis

IV.2.) Michael Kohlhaas: Michael Kohlhaas

IV.2.a) Weitere Rollen des Michael Kohlhaas

IV.2.b) Der entrechtete Bürger Kohlhaas

IV.2.c) Ergebnis

V. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Magisterarbeit analysiert die Identitätsproblematik von Charakteren in ausgewählten Werken von Heinrich von Kleist vor dem Hintergrund der Geschlechterrollenverständnisse des 18. Jahrhunderts, insbesondere im Hinblick auf philosophische Ansätze von Fichte und Kant.

  • Analyse der Kleistschen Familienmodelle und ihrer inneren Struktur.
  • Untersuchung der Identitätskonflikte bei weiblichen Protagonistinnen.
  • Betrachtung der männlichen Rollenbilder und deren Scheitern an gesellschaftlichen Erwartungen.
  • Gegenüberstellung von Vernunft und Leidenschaft in den Werken.
  • Einordnung der Kleistschen Literatur im Kontext der zeitgenössischen Strömungen und Philosophie.

Auszug aus dem Buch

I. Einleitung

Johann Wolfgang Goethe wird bis zum heutigen Zeitpunkt zu den wichtigsten und einflussreichsten Schriftstellern nicht nur der deutschen, sondern der Weltliteratur gezählt. Werke wie „Götz von Berlichingen“ oder „Die Leiden des jungen Werther“ und nicht zuletzt auch „Faust“ zeigen wie durchformt und niveauvoll Literatur sein kann. Goethe dominierte mehrere Literatur-Epochen und erdachte zusammen mit Friedrich Schiller die Weimarer Klassik. Umso bemerkenswerter sind diejenigen Schriftsteller, die aus dem gewaltigen Schatten dieses Literaten heraustreten und die Literatuwelt mit ganz eigenen, nicht minder anspruchsvollen Werken bereichern konnten. Heinrich von Kleist gehört zu diesen Schriftstellern. Bei vielen seiner Zeitgenossen verpönt, hatte er zu Lebzeiten einen schweren Stand. Kaum eines seiner Werke hatte den gewünschten Erfolg, so dass er in ständiger Armut leben musste.

In seinen Werken bricht Kleist mit damaligen Normen und zeigt immer wieder innerlich gespaltene Charaktere. So zerrissen diese waren, so zerrissen war auch Kleist. Dies zeigt, nicht zuletzt, sein Suizid im Jahre 1811. Er war Zeit seines Lebens ein Mann zwischen den Lagern. Weder lässt er sich in die Romantik, noch in die Weimarer Klassik oder Aufklärung einordnen. So unbefriedigend seine Erfolgslosigkeit für Kleist zu Lebzeiten gewesen sein mag, bot sein außergewöhnlicher Stil für Schriftsteller und Wissenschaftler der nachfolgenden Epochen doch immer Stoff zu regem Gedankenaustausch. Der Fundus an Sekundärliteratur ist schier unermesslich und noch immer finden Wissenschaftler neue Punkte und Herangehensweise an seine Werke. Kleist war und ist also ein Schriftsteller, der die Gemüter bewegt und gerade dies macht sein Œuvre so interessant. Werke wie „Der zerbrochene Krug“ oder „Penthesilea“ galten als „Unfug“ oder gar „krankhaft“. Goethe bemerkte zu Kleists Tod 1811: „Mir erregte dieser Dichter, bei dem reinsten Vorsatz einer aufrichtigen Teilnahme, immer Schauder und Abscheu, wie ein von der Natur schon inten-

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Identitätsproblematik von Kleists Figuren ein und setzt sie in den Kontext der Philosophie des 18. Jahrhunderts.

II. Kleists Familien: Dieses Kapitel analysiert das traditionelle Familienbild des 18. Jahrhunderts und untersucht, wie Kleist dieses durch seine Erzählungen kritisch hinterfragt.

III. Kleists Frauen: Hier werden die Identitätsprobleme weiblicher Charaktere am Beispiel von "Die Verlobung in St. Domingo" und "Penthesilea" detailliert betrachtet.

IV. Kleists Männer: Dieses Kapitel widmet sich den männlichen Protagonisten und prüft, inwiefern sie den gesellschaftlichen Erwartungen als Familienväter, Ehemänner oder Ökonomen gerecht werden.

V. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und verdeutlicht, dass Kleists Charaktere durch die vorgegebenen Rollenkonzepte scheitern.

Schlüsselwörter

Heinrich von Kleist, Identitätsproblematik, Geschlechterrollen, 18. Jahrhundert, Fichte, Kant, Familie, Emanzipation, Rollenkonflikt, Literaturanalyse, Vernunft, Leidenschaft, Machtverhältnisse, Gesellschaftsnormen, Familienmodell

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Identitätskrisen von Kleists Charakteren in seinen literarischen Werken und setzt diese in Bezug zu den damals vorherrschenden Geschlechterrollen und gesellschaftlichen Normen des 18. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Felder sind die Analyse von Kleistschen Familienmodellen, die Auseinandersetzung mit männlichen und weiblichen Identitätskonflikten sowie die Verknüpfung dieser literarischen Darstellung mit zeitgenössischen philosophischen Strömungen wie denen von Fichte und Kant.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Kleist durch seine Charaktere die Zerrissenheit und das Scheitern von Individuen darstellt, die den starren gesellschaftlichen Rollenvorgaben ihrer Zeit unterliegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die die Werke unter dem Aspekt der Identitäts- und Rollentheorie untersucht, gestützt durch die Einbeziehung zeitgenössischer philosophischer Texte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden detailliert verschiedene Werke Kleists (darunter "Die Marquise von O....", "Der Findling", "Die Verlobung in St. Domingo", "Penthesilea" und "Michael Kohlhaas") analysiert, um die spezifischen Identitätsproblematiken von Männern, Frauen und Familienstrukturen herauszuarbeiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Identitätsproblematik, Geschlechterrollen, Kleist, Emanzipation, Familienmodell und Rollenkonflikt.

Welche Bedeutung hat das "Scheitern" in den analysierten Werken?

Das Scheitern ist laut der Arbeit konstitutiv für Kleists Figuren, da diese durch die gesellschaftlichen Erwartungen (z.B. als Vater oder emanzipierte Frau) in Rollen gedrängt werden, die sie nicht erfüllen können, was zu inneren Konflikten und oft tragischen Ausgängen führt.

Wie unterscheidet sich die Darstellung von Mann und Frau bei Kleist laut der Analyse?

Die Arbeit zeigt, dass während bei Frauen oft das Streben nach Emanzipation zu Konflikten mit der Gesellschaft führt, bei Männern das Unvermögen, mehrere gesellschaftliche Rollen (z.B. Ökonom, Soldat, Familienvater) gleichzeitig auszufüllen, zu Identitätsverlust und oft gewaltsamen Ausbrüchen führt.

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Résumé des informations

Titre
Wer bin ich? Die Identitätsproblematik Kleistscher Charaktere auf dem Hintergrund der Geschlechterrollenverständnisse des 18. Jahrhunderts.
Université
University of Wuppertal
Note
2,0
Auteur
Alexander Scherb (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
96
N° de catalogue
V269270
ISBN (ebook)
9783656597346
ISBN (Livre)
9783656597322
Langue
allemand
mots-clé
identitätsproblematik kleistscher charaktere hintergrund geschlechterrollenverständnisse jahrhunderts
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Alexander Scherb (Auteur), 2010, Wer bin ich? Die Identitätsproblematik Kleistscher Charaktere auf dem Hintergrund der Geschlechterrollenverständnisse des 18. Jahrhunderts., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269270
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Extrait de  96  pages
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