Viele Unternehmen investieren Unsummen in das Image ihrer Marke. Gespart wird bei den Produktionsbedingungen und die Folge sind katastrophale und menschenunwürdige Arbeitsverhältnisse, Armut und die Verletzung von Menschenrechten. In Europa müssen Unternehmen heute wesentlich strengere ökologische und soziale Auflagen erfüllen als in südlicheren Ländern. Viele dieser multinationalen Unternehmen verlagern ihre gesamten Produktionsstandorte daher in Gebiete mit niedrigeren Standards. Damit wird das Umweltproblem in ärmere Länder exportiert. Viele Betroffene wissen sehr wohl, dass sie ihr Elend der Profitgier westlicher Firmen zu verdanken haben. In aktuellen Berichten findet man Boykottaufrufe gegen Firmen, die von der Ausbeutung von Menschen profitieren. Diese Boykotte zerstören oft nur Arbeitsplätze, ändern aber meist nichts an der Misere. Bereits in den Niedrigstlohnländern hat sich eine Standortkonkurrenz entwickelt, und das Argument lautet: Würde man den Mindestlohn hinaufsetzten, könnte man nicht mehr konkurrieren. Die Macht für Veränderungen liegt also „nur“ bei den Konsumenten. Im Folgenden möchte ich auf die Thematik der Kinderarbeit Zwangsarbeit, der Ausbeutung von Menschen und Ressourcen eingehen. Als Beispiel habe ich den Fall der Burma Pipeline herangezogen, um diese und andere Missstände aufzuzeigen. Ist Profit durch Ausbeutung der einzige Weg, um die Gewinne zu maximieren? Diese Arbeit soll dazu dienen, die Methoden der multinationalen Konzerne kritisch zu betrachten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kinderarbeit
3. Zwangsarbeit und Sklaverei
4. Ausbeutung von Arbeitern und Ressourcen
5. Die Burma Pipeline
5.1. Ziele und Eckdaten
5.2. Verlauf der Pipeline
5.3. UNOCAL & TOTAL – Wohltäter oder Ausbeuter?
5.3.1. Positive „Absichten“
5.3.2. Die Kehrseite der Medaille
5.3.2.1. Ignorierung berechtigter Aufrufe zur Enthüllung
5.3.2.2. Unterstützung des SLORC Regimes
5.3.3.3. Missbräuche in Verbindung mit der Sicherung des Pipeline Projekts
5.3.3.4. Zwangsarbeit
5.3.3.5. Zwangsumsiedelungen und Verdrängung der Einwohner
5.3.3.6. Umweltverschmutzung und Drogenhandel
5.3.3. Free Burma Coalition
6. Conclusio
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Methoden multinationaler Konzerne im Kontext von Globalisierungsprozessen und Internationalisierungsstrategien, wobei insbesondere die Frage nach der ethischen Vertretbarkeit von Profitmaximierung durch Ausbeutung beleuchtet wird.
- Phänomene der Kinderarbeit weltweit
- Aktuelle Formen von Zwangsarbeit und Sklaverei
- Strukturelle Ausbeutung von Arbeitskräften und natürlichen Ressourcen
- Fallanalyse des Projekts „Burma Pipeline“
- Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure und Protestbewegungen
Auszug aus dem Buch
5.3.3.3. Missbräuche in Verbindung mit der Sicherung des Pipeline Projekts
Die betroffenen Unternehmen haben Verträge mit dem Regime abgeschlossen, das für die Sicherung des YADANA Projekts aufkommt. Folglich hat die Burmesische Armee systematischen Menschenrechtsmissbrauch betrieben, um die vertragliche Verantwortung gegenüber UNOCAL und TOTAL zu erfüllen.
Missbräuche, wie Mord, Folter, Vergewaltigung und Erpressung, haben durch die „Pipeline Sicherheitskräfte“ seit dem Start des YADANA Projekts dramatisch zugenommen. Nicht nur die Soldaten und die Bewohner wussten um die Rolle der Unternehmungen in Bezug auf die Menschenrechtsverletzungen bescheid. Auch das Konsortium um das Projekt YADANA wusste darüber bescheid. Das Konsortium wurde von seinen eigenen Beratern darauf hingewiesen, dass es aufgrund der Genehmigung die SLORC-Truppen die Über- und Bewachung der Pipeline vornehmen zu lassen, zu Menschenrechtsverletzungen kommen wird und es schon dazu gekommen sei.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung der Problematik globaler Produktionsverlagerungen und kritische Einleitung in die Thematik der Ausbeutung.
2. Kinderarbeit: Statistische Analyse der weltweiten Verbreitung von Kinderarbeit und deren sektoraler Verteilung.
3. Zwangsarbeit und Sklaverei: Untersuchung der fortdauernden Existenz moderner Sklaverei in verschiedenen Wirtschaftsbereichen.
4. Ausbeutung von Arbeitern und Ressourcen: Diskussion der ökonomischen Hintergründe und der Machtverhältnisse zwischen multinationalen Konzernen und Entwicklungsländern.
5. Die Burma Pipeline: Detaillierte Fallstudie über die Realisierung, die negativen Auswirkungen und die Gegenbewegungen zum YADANA-Projekt.
6. Conclusio: Fazit zur Macht multinationaler Konzerne und dem Stellenwert ethischer Verantwortung gegenüber reinem Profit.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Internationalisierungsstrategien, Ausbeutung, Kinderarbeit, Zwangsarbeit, Sklaverei, Burma Pipeline, YADANA, Menschenrechtsverletzungen, UNOCAL, TOTAL, SLORC, Free Burma Coalition, Profitmaximierung, Nachhaltigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch, wie multinationale Konzerne im Zuge der Globalisierung durch Verlagerung von Produktionsstandorten soziale und ökologische Standards umgehen, um ihre Gewinne zu maximieren.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit konzentriert sich auf die Themenbereiche Kinderarbeit, moderne Sklaverei, den Raubbau an natürlichen Ressourcen sowie die Auswirkungen ausländischer Direktinvestitionen auf die Menschenrechtslage in Entwicklungsländern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Methoden internationaler Unternehmen zu hinterfragen und zu prüfen, ob die Maximierung von Profiten zwangsläufig mit der Ausbeutung von Menschen und Umwelt verbunden ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse sowie eine detaillierte Fallstudie (Case Study) des Pipeline-Projekts YADANA in Myanmar, gestützt durch Berichte von Nichtregierungsorganisationen und wirtschaftsgeschichtliche Quellen.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil befasst sich nach der theoretischen Einordnung mit der spezifischen Fallstudie der Burma Pipeline, wobei sowohl die unternehmerischen Zielsetzungen als auch die daraus resultierenden negativen Auswirkungen wie Zwangsarbeit und Vertreibung beleuchtet werden.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Zentrale Begriffe sind Globalisierung, Menschenrechtsverletzungen, multinationale Konzerne, Burma Pipeline, soziale Verantwortung und internationale Solidarität.
Welche Rolle spielt das SLORC-Regime im Kontext der Burma Pipeline?
Das SLORC-Regime fungierte als lokaler Partner und Sicherheitsgarant für das Pipeline-Projekt, wobei die Armee durch den Schutz der Pipeline systematische Menschenrechtsverletzungen legitimierte und finanzierte.
Was war die Funktion der „Free Burma Coalition“?
Die Koalition diente als internationale Plattform, um durch Konsumboykotte, Druck auf Aktionäre und gezielte Öffentlichkeitsarbeit den finanziellen Zufluss zum SLORC-Regime zu unterbinden und demokratische Kräfte zu stärken.
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- Mag. Markus Ch. Kleinbichler (Author), 2004, Globalisierungsprozesse und Internationalisierungsstrategien - "Profit durch Ausbeutung?", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26928