Die Untersuchung erfolgt in zwei Teilen. Im ersten Teil wird zunächst die in der Literatur zu findende Theorie der Kapitalmärkte behandelt. Im nächsten Schritt werden die gesetzlichen Regelungen zu Investmentfonds und die verschiedenen Arten der Fonds dargelegt. Des Weiteren wird auf die verschiedenen Managementstile, deren Instrumente und Strategie eingegangen. Im zweiten Teil der Arbeit kommt die eigene Forschungsleistung in Form einer empirischen Untersuchung zum Tragen. Es wird ein Vergleich zwischen der aktiven und passiven Investmentstrategie auf unterschiedlichen Aktien-märkten aufgestellt. Als Vertreter der aktiven Investmentstrategie wurde das Anlageinstrument Aktienfonds gewählt und als passives Instrument der zugrundeliegende Vergleichsindex. Dabei wird zum einen die Performance von Aktienfonds mit Anlagefokus Deutschland, mit dem Deutschen Aktienindex (DAX) verglichen. Für den ja-panischen Markt werden Aktienfonds Anlagefokus Japan, mit dem Nikkei 225 verglichen. Der osteuropäische Markt wird durch einen Vergleich von Aktienfonds mit Anlagefokus Osteuropa und dem Morgan Stanley Capital International (MSCI) Emerging Markets Eastern Europe Index untersucht. Auf dem österreichischen Markt wird den Aktienfonds, der Austrian Traded Index (ATX) gegenübergestellt. Der Performancevergleich umfasst einen Zeitraum von einem, drei, fünf und zehn Jahren. Abschließend werden die Ergebnisse ausgewertet und mit den theoretischen Kapitalmarktmodellen verglichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung und Zielsetzung
1.2. Vorgehensweise
2. Theoretische Grundlagen der Kapitalmärkte
2.1. Die Portfoliotheorie
2.2. Die Effizienzmarkthypothese
2.3. Das Capital Asset Pricing Model (CAPM)
2.4. Das Stiglitz-Grossman Modell
3. Investmentfonds
3.1. Gesetzliche Regelungen
3.2. Arten von Investmentfonds
4. Managementstile
4.1. Aktives Management
4.1.1. aktive Analagestrategien
4.1.2. Probleme der aktiven Strategie
4.2. Passives Management
4.2.1. Ziele
4.2.2. Instrumente
4.2.3. Probleme der passiven Strategie
5. Bisherige Studien zu aktiven Investmentstrategien
6. Eigene Forschungsleistung
6.1. Performancemaßstab
6.2. Auswahl der Fonds
6.3. Performancevergleich – deutscher Aktienmarkt
6.4. Performancevergleich – japanischer Aktienmarkt
6.5. Performancevergleich – osteuropäischer Aktienmarkt
6.6. Performancevergleich – österreichischer Aktienmarkt
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Projektarbeit besteht darin, die Effizienz aktiver Investmentstrategien gegenüber passiven Ansätzen auf verschiedenen Kapitalmärkten zu evaluieren, um zu prüfen, ob auf ineffizienteren Märkten tatsächlich Überrenditen durch aktives Fondsmanagement erzielt werden können.
- Analyse der theoretischen Grundlagen der Kapitalmärkte und der Effizienzmarkthypothese.
- Untersuchung rechtlicher Rahmenbedingungen und Struktur von Investmentfonds.
- Differenzierung und Bewertung von aktiven versus passiven Managementstilen.
- Empirischer Leistungsvergleich von Aktienfonds in verschiedenen Marktregionen (Deutschland, Japan, Osteuropa, Österreich).
- Kritische Würdigung der Bedeutung von Marktineffizienzen für das aktive Fondsmanagement.
Auszug aus dem Buch
2.4. Das Stiglitz-Grossman Modell
In Ihrer Arbeit von 1980 argumentieren Stiglitz und Grossman, dass ein Gleichgewicht zwischen informierten und uninformierten Anlegern, im Zusammenhang mit den Beziehungen zwischen Rendite, asymmetrischer Informationsverteilung und Markteffizienz bestehe. Sie konstruierten ein Modell, indem die Beschaffung von Informationen mit Kosten verbunden ist. Die zusätzlichen Kosten, welche die informierten Anleger aufbringen müssen, werden durch die Möglichkeit eine höhere Rendite erzielen zu können, kompensiert.
Diese Überrendite wird als Alpha (α) bezeichnet. Stiglitz und Grossman argumentieren, dass aufgrund der Tatsache, dass die Beschaffung von Informationen Kosten verursacht, der Preis eines Wertpapiers nicht alle verfügbaren Informationen wiederspiegeln kann. Wäre dies der Fall, würden diejenigen die Geld für die Erlangung der Information ausgeben, nicht mehr durch die Möglichkeit der Erzielung eines α entschädigt und somit würde sich niemand mehr Informationen beschaffen. Die Schlussfolgerung daraus, dass es keine vollkommen effiziente Märkte geben kann wurde von ihnen mathematisch belegt.
Die Idee mit der sich diese Projektarbeit beschäftigt, ist die Annahme: Je ineffizienter ein Markt und je größer die Kosten für die Informationsbeschaffung sind, desto größer ist der Unterschied hinsichtlich der Rendite zwischen informierten und uniformierten Investoren. In dieser Arbeit werden die informierten Investoren durch Aktienfonds repräsentiert und die uniformierten durch den Referenzindex. Das theoretische Modell von Stiglitz und Grossman besagt also, dass auf weniger effizienten Märkten die Performance von aktiv gemanagten Investments größer ist, als auf effizienteren Märkten. Diese Theorie wird in Kapitel 6 überprüft.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der passiven Investmentstrategien ein und definiert die Zielsetzung sowie die Vorgehensweise der empirischen Untersuchung.
2. Theoretische Grundlagen der Kapitalmärkte: Es werden zentrale Theorien wie die Portfoliotheorie, die Effizienzmarkthypothese und das CAPM erläutert, um das theoretische Fundament für den Performancevergleich zu bilden.
3. Investmentfonds: Dieser Abschnitt beschreibt die gesetzlichen Rahmenbedingungen, insbesondere das neue Kapitalanlagegesetzbuch, und klassifiziert die verschiedenen Arten von Investmentfonds.
4. Managementstile: Hier erfolgt eine Abgrenzung zwischen aktivem und passivem Management, wobei Strategien, Ziele und spezifische Probleme beider Ansätze dargestellt werden.
5. Bisherige Studien zu aktiven Investmentstrategien: Ein Überblick über wissenschaftliche Untersuchungen, die sich mit der Performance von aktiv gemanagten Fonds im Vergleich zu Benchmarks auseinandersetzen.
6. Eigene Forschungsleistung: Das Kernkapitel der Arbeit, das die Performance von Aktienfonds in vier verschiedenen Marktregionen empirisch auswertet und mit den jeweiligen Referenzindizes vergleicht.
7. Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengeführt und mit der eingangs vorgestellten Theorie des Stiglitz-Grossman Modells in Verbindung gebracht, um abschließende Empfehlungen für die Praxis zu geben.
Schlüsselwörter
Aktive Investmentstrategien, Passive Investmentstrategien, Aktienfonds, ETFs, Kapitalmarkt, Effizienzmarkthypothese, Performancevergleich, Stiglitz-Grossman Modell, Benchmark, Alpha, Informationsineffizienz, Portfoliotheorie, KAGB, Marktvergleich, Anlagestrategie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, ob aktive Investmentstrategien in Form von Aktienfonds eine dauerhafte Outperformance gegenüber passiven Vergleichsindizes erzielen können und inwiefern der Grad der Markteffizienz hierbei eine Rolle spielt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die moderne Kapitalmarkttheorie, die rechtlichen Aspekte des Fondsmanagements sowie der empirische Performancevergleich von aktiv versus passiv gemanagten Anlagen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Ziel ist es zu ermitteln, ob auf weniger effizienten Märkten, wie Osteuropa, ein höheres Potenzial für aktive Manager besteht, den Markt zu schlagen, im Vergleich zu hoch effizienten Märkten wie Deutschland oder Japan.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine empirische Untersuchung durchgeführt, bei der die Wertentwicklung von Aktienfonds mit den jeweiligen Vergleichsindizes über ein-, drei-, fünf- und zehnjährige Zeiträume unter Anwendung der BVI-Methode analysiert wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich nach der theoretischen Einbettung vor allem mit der detaillierten empirischen Auswertung der Fondsperformance in den spezifischen Märkten Deutschland, Japan, Osteuropa und Österreich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind unter anderem Aktienfonds, ETFs, Effizienzmarkthypothese, Alpha, Outperformance und Kapitalmarktineffizienz.
Warum spielt das Stiglitz-Grossman Modell eine so wichtige Rolle für diese Untersuchung?
Es dient als theoretische Rechtfertigung für die Hypothese, dass auf Märkten mit höheren Informationskosten und Ineffizienzen aktive Manager durch Informationsvorsprünge eine höhere Rendite erzielen können.
Was ist das Ergebnis bezüglich des osteuropäischen Marktes?
Die Untersuchung bestätigt, dass Aktienfonds in diesem weniger effizienten Markt eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit aufweisen, ihre Benchmark langfristig zu übertreffen, als dies in entwickelten Märkten der Fall ist.
- Quote paper
- Christoph Fies (Author), 2013, Aktive und passive Investmentstrategien auf unterschiedlichen Kapitalmärkten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269295