Das Gleichnis "Die Sturmstillung" (4. Klasse)


Unterrichtsentwurf, 2012
16 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Sachanalyse
1.1 Text der Perikope
1.2 Strukturanalyse
1.3 Formgeschichte
1.4 Symbolik
1.5 Interpretation des Textes im theologischen Gesamtrahmen
1.6 Synoptischer Vergleich
1.6.1 Interpretation der mt. Parallele
1.6.2 Interpretation der lk. Parallele

2. Bedingungsanalyse
2.1 Allgemeine Form
2.2 Kognitive Kompetenzen
2.3 Metho1dische, emotionale und soziale Kompetenzen
2.4 Religiöse Kompetenzen

3. Didaktische Analyse
3.1 Bezug zum Bildungsplan
3.2 Einbettung in die Unterrichtseinheit
3.3 Bedeutung für die Schülerinnen und Schüler
3.4 Zugänge zum Thema
3.5 Kompetenzen, die gefördert werden sollen
3.6 Stundenziele

4. Unterrichtstabelle

5. Literaturverzeichnis

6. Anhang:

Die Erzählung

Arbeitsblatt

Arbeitsblatt Lösungen

Abschlusslied 16

1. Sachanalyse

1.1 Text der Perikope

Die Stillung des Seesturms ( Mk 4, 35-41)

„ Und am Abend desselben Tages sprach er zu ihnen: Lasst uns hinüberfahren.

Und sie ließen das Volk gehen und nahmen ihn mit, wie er im Boot war, und es waren noch andere Boote bei ihm.

Und es erhob sich ein großer Windwirbel und die Wellen schlugen in das Boot, sodass das Boot schon voll wurde.

Und er war hinten Im Boot und schlief auf einem Kissen. Und sie weckten ihn auf und sprachen zu ihm: Meister, fragst du nichts danach, dass wir umkommen?

Und er stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweige und verstumme! Und der Wind legte sich und es entstand eine große Stille.

Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben?

Sie aber fürchteten sich sehr und sprachen untereinander: Wer ist der? Auch Wind und Meer sind ihm gehorsam!

1.2 Strukturanalyse

Im Folgenden ist eine ausformulierte Gliederung verfasst.

Der Aufbau der Textstelle Mk 4, 35-41 wird von einem dominierendem Mittelteil bestimmt: den Bericht des plötzlich aufkommenden Seesturms, den hierauf folgenden aufgeregten Reaktionen der Jünger und dem wiederum plötzlichen Ende des Sturms durch Jesus ( Mk 4, 37-39).

Die Funktion der Mittelteil rahmenden Abschnitte ( Mk 4, 35-36 und Mk 4, 40-41) ist zum einen die einführende Vorbereitung des bald folgenden Geschehens im Sinne einer Exposition und andererseits abschließend eine Art Auswertung des Geschehens, angeführt an den unterschiedlichen Reaktionen auf das Geschehen.

In der Textstelle Mk 4, 35-36 beginnt die Vorbereitung des Geschehens (Exposition) durch den Befehl von Jesus an seine Jünger über den See zu fahren ( Mk 4, 35) und die Befolgung dieses Befehls durch die Jünger ( Mk 4, 36).

Jesus und seine Jünger in dem Boot auf dem See stellen die Ausgangssituation für das folgende Geschehen dar.

Nachdem diese Ausgangssituation bekannt gemacht ist wird im folgendem Abschnitt Mk 4, 37-39 sofort von dem weiteren Verlauf der bestimmenden Ereignisse, nämlich dem aufkommendem Sturm ( Mk 4, 37) und den aus dem Sturm entstehenden Konsequenzen für die im Boot sitzenden Personen, berichtet. Die Reaktion, die der Sturm hervorruft, zuerst die Nichtreaktion von Jesus und dann die Reaktion der aufgeregten Jünger ist in Mk 4, 38 dargestellt.

In Mk 4, 39 erwacht Jesus durch die Reaktion der Jünger und führt das Ende des Sturms herbei, indem er die Natur bedroht, welche seinem Befehl befolgt. Mit dieser Textstelle schließt das eigentliche Geschehen ab.

Es folgt sozusagen die Auswertung der vorherigen Handlung ( Mk 4, 37-39) in Mk 4, 40-41 und die Wirkung, die das Geschehen bei den beteiligten Personen hervorruft: Jesus reagiert mit Zorn auf das Verhalten der Jünger während des Sturms und stellt den Jüngern eine rhetorische Frage.[1] Auf das Wunder von Jesus reagieren die Jünger mit Furcht und Unverständnis, was durch eine Frage der Jünger an sich selbst dargestellt wird.

1.3 Formgeschichte

In diesem Kapitel habe ich die Gattung unserer Bibelstelle bestimmt.

Die vormarkinische Überlieferung ähnelt einer Wundergeschichte. Wie in der Gliederung beschrieben gliedert sich die Wundergeschichte in:

- Exposition,
- Vorbereitung,
- Durchführung,
- Demonstration

- Reaktion der Beteiligten, dem so genannten Chorschluss

Die Exposition findet in den ersten beiden Versen statt, in der die Zeit, am Abend desselben Tages, der Ort, im Boot, und die Personen, Jesus und seine Jünger, beschrieben werden.

Vers 37 und 38 gehören zur Vorbereitung, in der die Notsituation entsteht, der Sturm kommt auf und das Boot droht unter zu gehen. Zudem wird hier die Kontroverse zu dem Sturm beschrieben und zwar, dass Jesus schläft und die Jünger ihn wecken, um nach seiner Hilfe zu fragen.

In Vers 39a geschieht das eigentliche Wunder, denn Jesus stillt hier den Sturm. Im zweiten Teil dieses Verses ist die Demonstration aufzufinden, denn der Wind legt sich nach den Worten Jesu und die Notsituation ist gelöst.

Der Chorschluss findet in Vers 41 statt, in dem die Reaktion der Jünger, Furcht und Unverständnis, aufgezeigt werden.

Dieser Aufbau lässt sich bei der vormarkinischen Überlieferung nachweisen und weißt somit auf eine Wundergeschichte hin. Da es sich hier jedoch um kein Wunder handelt, dass Jesus an Menschen vollzieht, sondern es um ein Wunder bezüglich der Natur geht, nennt man solch ein Wunder auch Naturwunder.

1.4 Symbolik

In diesem Kapitel soll ein Begriff in Bezug auf seine Bedeutung analysiert werden.

Ich habe mich für den Begriff „ Meer“ entschieden und werde diesen zum einen geographisch und zum anderen als Schöpfungsmacht Gottes, betrachten.

In der Bibel werden das Mittelmeer, das Rote Meer, das Tote Meer, das Galiläische Meer und der Persische Golf angeführt. In unserer Bibelstelle befinden sich die Jünger und Jesus auf dem Galiläischen Meer, welches bekannt für plötzliche Fallwinde ist und somit große Stürme hervorrufen kann.

In der Bibel wird das Meer oftmals als eine Chaosmacht bezeichnet, welche die Menschen und dessen Leben ständig bedroht. Im Alten Testament ist oft die Rede von JHWHs Kampf gegen das Meer.

In unserem Bibelauszug ist das Meer somit eine dämonische Todesmacht und kann mit Auszügen aus dem Alten Testament beschrieben werden, in denen das Meer einem Meeresungeheuer gleichgestellt wird.[2]

1.5 Interpretation des Textes im theologischen Gesamtrahmen

Mit seinem Evangelium versucht Markus die Menschen zu belehren und zu starken Glauben zu bringen. Markus baut dieses Evangelium so auf, dass für die Jünger Schritt für Schritt verständlicher und klarer wird, wer Jesus ist. Die Reaktion der Jünger ist jedoch immer wieder Unglaube und Erstaunen.

Unsere Bibelstelle sollten den Glauben der Menschen damals und sicher auch heute stärken und ihnen bewusst machen, dass Gott für jeden Menschen da ist, wenn er für den Menschen selbst das Wichtigste ist.

Am Anfang des Evangeliums von Markus wissen die Jünger also noch nicht, wer Jesus ist und das dieser der Messias ist, von dem alle Menschen reden. Unser Bibelauszug steht am Anfang des Evangeliums, sodass auch die Jünger noch nicht wissen, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Der Glaube der Jünger ist noch jung, ist also noch nicht vollends entwickelt.

[...]


[1] Vgl. Brox, N. u.a. (Hg.): Evangelisch- Katholischer Kommentar zum Neuen Testament (EKK). S. 1947.

[2] Vgl. Betz, Art. Meer, in: L-Z. S. 892.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Das Gleichnis "Die Sturmstillung" (4. Klasse)
Hochschule
Universität Bielefeld
Note
1,7
Autor
Jahr
2012
Seiten
16
Katalognummer
V269452
ISBN (eBook)
9783656606260
ISBN (Buch)
9783656606185
Dateigröße
473 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gleichnis, sturmstillung, klasse
Arbeit zitieren
Rebecca Rosenthal (Autor), 2012, Das Gleichnis "Die Sturmstillung" (4. Klasse), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269452

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