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Konsistenz und Widerspruch in den Werken Carl Schmitts der Weimarer Zeit und des Dritten Reiches

Title: Konsistenz und Widerspruch in den Werken Carl Schmitts der Weimarer Zeit und des Dritten Reiches

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Bernhard Güntner (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Zu den schillerndsten und umstrittensten Persönlichkeiten der deutschen Rechtsgeschichte gehört mit Sicherheit Carl Schmitt. Einerseits wird er von Vielen als Verfasser viel gelesenen Klassikern gewürdigt. Seine scharfe Kritik des Liberalismus und Parlamentarismus in seinen Werken aus der Zeit der Weimarer Republik wird auch heute noch geschätzt. Andererseits geriet er aber durch seine Kooperation mit der NS-Führung und seine Unterstützung der NSDAP-Ideologie während des Dritten Reiches in Verruf.

In dieser Arbeit wird der Frage nachgegangen, ob und in welchen Bereichen Schmitts Werke nach der Machtergreifung Hitlers in Widerspruch stehen zu seinen zuvor vertretenen Überzeugungen, oder ob seine Unterstützung des Nationalsozialismus nur eine logische Fortsetzung seiner vorangegangenen Theorien darstellt. Dazu werden Schmitts politische Positionen aus der Zeit der Weimarer Republik sowie des Dritten Reiches dargelegt und verglichen. Dabei ist zu beachten, dass es Ende des Jahres 1936 zu einem Bruch zwischen der NS-Führung und Schmitt kam, weshalb sich diese Betrachtung auf seine bis zum Jahr 1936 entstandenen Werke beschränkt.

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Inhaltsverzeichnis

I. Carl Schmitts Umstrittenheit

II. Vergleich der Theorien Schmitts in der Weimarer Zeit und 1933-36

1. Theorien Carl Schmitts bis 1933

1. Schmitts Demokratieverständnis

2. Kritik des Parlamentarismus

3. Reichspräsident als „Hüter der Verfassung“

4. Auffassung von Souveränität

5. Mythos des Nationalen

6. Schmitts „Begriff des Politischen“

7. Prinzip der gleichen Chance

2. Theorien Carl Schmitts von 1933 bis 1936

1. Dreigliederung in Staat, Bewegung und Volk

2. Rechtsprechung im Zeichen des Nationalsozialismus

3. Rechtfertigung des „Röhm-Putsches“

4. Antisemitische Agitation

3. Vergleich der beiden Perioden

1. Homogenität im NS-Staat

2. Mythos des Nationalsozialismus

3. Gültigkeit der Verfassung

4. Freund/Feind-Unterscheidung im NS-Staat

5. Antisemitismus

III. Konsistenz der Theorien Schmitts

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das politische und rechtswissenschaftliche Werk von Carl Schmitt während der Weimarer Republik und der ersten Jahre des Dritten Reiches. Ziel ist es, zu analysieren, ob Schmitts Unterstützung für den Nationalsozialismus als logische Fortführung seiner früheren Theorien betrachtet werden kann oder in einem fundamentalen Widerspruch zu seinen vor 1933 vertretenen Überzeugungen steht.

  • Politische Theorie des Parlamentarismus und der Demokratie in der Weimarer Zeit.
  • Die Rolle des Reichspräsidenten und das Konzept des Ausnahmezustands.
  • Der "Begriff des Politischen" und die Freund/Feind-Unterscheidung.
  • Rechtsauffassung und Staatsverständnis im nationalsozialistischen System.
  • Der Einfluss antisemitischer Agitation in Schmitts Spätwerk der 1930er Jahre.

Auszug aus dem Buch

1. Schmitts Demokratieverständnis

Um Carl Schmitts politische Theorien und Überzeugungen nachvollziehen zu können, ist es wichtig, seine Definitionen von Begriffen zu kennen, welche wir heute als selbstverständlich gegeben ansehen. Seine Vorstellung der Bedeutung von „Demokratie“ unterscheidet sich fundamental von den heute Geläufigen. Heutzutage werden die Begriffe Demokratie und Parlamentarismus als eng verwandt betrachtet oder gar synonym verwendet. Carl Schmitt sieht hier jedoch keine notwendige Verbindung und betont stattdessen für die Demokratie die Wichtigkeit der Homogenität eines Staates und der Identität von Regierenden und Regierten.

In „Die geistesgeschichtliche Lage des heutigen Parlamentarismus“ nennt Schmitt als Bedingung für die Existenz einer Demokratie die nationale „Homogenität“ eines Staates. Er versteht darunter jedoch nicht die angeborene Gleichheit aller Menschen wie es heute Art. 3 GG festschreibt, sondern eine nur innerhalb des Staates geschaffene politische Homogenität, die auch die „Ausscheidung und Vernichtung des Heterogenen“ erfordere. Als Beispiele hierfür nennt er die Aussiedlung von bestimmten Bevölkerungsgruppen. Die Annahme einer prinzipiellen politischen Gleichheit aller Menschen hält Schmitt für falsch. Dies verkenne die Ungleichheit vieler Gruppen und Gebiete und wäre letztendlich „begrifflich und praktisch nichtssagend“, da es bedingungslos für alle gelten müsse und es somit keine Abgrenzung zu irgendeiner Ungleichheit geben könne. Dagegen sei es sinnvoll, dass innerhalb der demokratischen Staaten eine jeweils national homogene Bevölkerung existiere, aus der Fremde ferngehalten werden müssten.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Carl Schmitts Umstrittenheit: Eine Einleitung in die ambivalente Rezeption von Schmitts Werk als bedeutender Rechtsdenker einerseits und Unterstützer der NS-Ideologie andererseits.

II. Vergleich der Theorien Schmitts in der Weimarer Zeit und 1933-36: Eine detaillierte Gegenüberstellung seiner theoretischen Konzepte wie Demokratie, Souveränität und Parlamentarismus vor und nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten.

III. Konsistenz der Theorien Schmitts: Ein Fazit, das Schmitts Verhalten als situativ variierte Weiterentwicklung seiner frühen Thesen interpretiert, auch wenn diese im Nationalsozialismus eine radikale und fatale Auslegung erfuhren.

Schlüsselwörter

Carl Schmitt, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Politische Theorie, Demokratieverständnis, Parlamentarismuskritik, Ausnahmezustand, Souveränität, Freund/Feind-Unterscheidung, Homogenität, Führergedanke, Antisemitismus, Rechtsphilosophie, Ermächtigungsgesetz, Totaler Staat.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Konsistenz der politischen und staatsrechtlichen Theorien Carl Schmitts beim Übergang von der Weimarer Republik zum Dritten Reich.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Kritik am liberalen Parlamentarismus, der Definition des Politischen, dem Konzept des Souveräns und der ideologischen Anpassung an den Nationalsozialismus.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Es wird untersucht, ob Schmitts Unterstützung der NSDAP eine logische Konsequenz seiner vorangegangenen Theorien war oder einen Bruch mit diesen darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine komparative Analyse von Schmitts Schriften aus der Zeit vor und nach 1933 durch und zieht dabei einschlägige wissenschaftliche Sekundärliteratur zur Interpretation heran.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Weimarer Zeit, die theoretischen Anpassungen nach 1933 und einen direkten Vergleich von Themen wie Staatslegitimität und Antisemitismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie Rechtsstaat, Ausnahmezustand, Politische Einheit, Artgleichheit und der Freund/Feind-Dichotomie.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Reichspräsidenten in Schmitts Weimarer Denken?

Schmitt sah im Reichspräsidenten einen neutralen "Hüter der Verfassung", der durch seine direkte Legitimation durch das Volk eine stabilisierende Instanz gegen den instabilen Parteienstaat bilden sollte.

Warum rechtfertigte Schmitt den sogenannten "Röhm-Putsch"?

Schmitt legitimierte die Morde als Akt eines Souveräns in einer Notstandssituation, da für ihn der Wille des Führers die höchste Rechtsquelle darstellte und außerhalb juristischer Kontrolle stand.

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Details

Title
Konsistenz und Widerspruch in den Werken Carl Schmitts der Weimarer Zeit und des Dritten Reiches
College
University of Passau
Course
Hauptseminar: Carl Schmitt: Kritik des politischen und ökonomischen Liberalismus
Grade
1,0
Author
Bernhard Güntner (Author)
Publication Year
2010
Pages
26
Catalog Number
V269504
ISBN (eBook)
9783656606314
ISBN (Book)
9783656606307
Language
German
Tags
Politik Carl Schmitt Weimar Nationalsozialismus Staatsrecht Parlamentarismus Liberalismus Totalitarismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bernhard Güntner (Author), 2010, Konsistenz und Widerspruch in den Werken Carl Schmitts der Weimarer Zeit und des Dritten Reiches, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269504
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