Die Erbschaftssteuerreform 2008


Ausarbeitung, 2013

11 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Betriebsvermögensbewertung

3. Erbfall

4. Erbschaftssteuerreform

5. Kritik

6. Rechenbeispiel

Literaturverzeichnis

Internet

1. Einführung

Die Erbschaftssteuer ist eine Erlebnisfallsteuer, dies bedeutet vereinfacht nur wer erbt, zahlt sie. Dabei werden die Erben je nach Beziehungsverhältnis zum Erblasser nach §15 Abs. 1 ErbStG[1] wie folgt in drei Steuerklassen eingeteilt:

I: Ehegatten, Lebenspartner, Kinder, Stiefkinder, Eltern, Großeltern,
II: Eltern, Großeltern (wenn nicht in Steuerklasse I), Geschwister, Nichten/Neffen, Schiegerkinder, Schwiegereltern, geschiedene Ehepartner
III: alle weiteren Personen

§ 16 Abs. 1 ErbStG setzt dabei bestimmte Freibeträge, die steuerfrei bleiben:

1. Ehegatten/Lebenspartner: 500.000 €;
2. Kind/Stiefkind: 400.000 €;
3. Kind eines verstorbenen Kindes/Stiefkindes: 400.000 €;
4. Kind eines lebenden Kindes/Stiefkindes: 200.000 €;
5. sonstige Person aus Steuerklasse I: 100.000 €;
6. Person aus Steuerklasse II oder III: 20.000 €

§ 19 Abs. 1 ErbStG gibt die Steuersätze an, welche für Vermögen oberhalb des Freibetrages gelten. Tabelle 1. liefert hierfür einen Überblick über die Steuersätze (Stand Januar 2013). Mit steigenden Vermögen sinkt zugleich der Steuersatz.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Steuersätze nach § 19 Abs. 1 ErbStG.

2. Betriebsvermögensbewertung

Um die Höhe der Erbschaftssteuer zu ermitteln, muss der Wert des Betriebsvermögens erfasst werden. Dabei bildet jedes Unternehmen für sich eine wirtschaftliche Einheit. Es werden nicht die einzelnen Werte der Anlagegüter oder Teilbetriebe berechnet, sondern das Unternehmen als Ganzes. Zum Betriebsvermögen gehört alles, welches auch eine einkommenssteuerliche Relevanz besitzt. Nach § 96 BewG wird dabei nicht zwischen gewerblichen und freiberuflichen Unternehmen (wie z.B. Arztpraxen, Steuerberatern, etc.) unterschieden. Bei beiden erfolgt die Bewertung gleich.

Nach § 11 BewG werden verschiedene Bewertungsmöglichkeiten vorgegeben:

1. Die Ableitung des Werts aus Verkäufen unter fremden Dritten. Diese Methode ist eher unüblich und wird daher nur selten angewandt
2. Ein Gutachten oder ähnliches ermittelt den Wert des Unternehmens. Dieses Gutachten wird vom Steuerpflichtigen, beziehungsweise in seinem Auftrag, erstellt. Allerdings ist das Finanzamt nicht an dieses Gutachten gebunden. Daher ist dieses Verfahren unter Umständen für den Steuerpflichtigen risikobehaftet
3. Die am häufigsten genutzte Methode ist die Berechnung des Werts nach den §§ 199 - 203 BewG, das sogenannte vereinfachte Ertragswertverfahren.

Vereinfachtes Ertragswertverfahren:

Die Berechnung des Ertragswertes erfolgt in mehreren Schritten.

1. Zunächst erfolgt die Bildung eines durchschnittlichen Jahresertrages. Die Ausgangswerte sind Gewinne im Sinne des § 4 Abs. 1 und 3 EStG
2. Anschließend werden die Jahreserträge durch Hinzurechnungen ergänzt (§ 202 Abs. 1 Nr. 1 BewG), dies sind unter anderen: Investitionsabzugsbeträge, Sonderabschreibungen, Abschreibungen auf den Firmenwert, einmalige Veräußerungsverluste, außerordentliche Aufwendungen und der Ertragssteueraufwand
3. Danach werden Abrechnungen vorgenommen (§ 202 Abs. 1 Nr. 2 BewG) wie z.B. einmalige Veräußerungsgewinne, außerordentliche Erträge, Erträge aus der Erstattung von Ertragsteuern, diverse andere Beträge und ein angemessener Unternehmerlohn. Strittig ist dabei oft die Frage nach der Höhe eines angemessenen Unternehmerlohns. Dieser wird vom Finanzamt nach der Vergütung eines nichtbeteiligten Geschäftsführers bestimmt
4. Von den bereinigten Betriebsergebnissen wird dann ein pauschaler Ertragssteueraufwand von jeweils 30 % abgezogen. Aus den so ermittelten Betriebsergebnissen der letzten 3 Jahre wird dann ein Durchschnitt berechnet
5. Der Durchschnittsbetrag wird durch einen Basiszins kapitalisiert. Dieser Zinssatz wird einmal jährlich jeweils zum ersten Börsentag des Jahres durch die Bundesbank festgesetzt und beträgt seit dem 2. Januar 2013 2,04 %. Hinzu wird ein pauschalierter Zuschlag von 4,5 % addiert
6. Zum Schluss wird daraus ein reziproker Wert (1: (Basiszins + 4,5%) *100) berechnet.[2]

[...]


[1] Gesetze stammen, wenn nicht anders erwähnt aus: www.gesetze-im-internet.de (BMJ)

[2] Eine Beispielrechnung befindet sich im Anhang.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Die Erbschaftssteuerreform 2008
Hochschule
Fachhochschule Kiel
Veranstaltung
Steuer- und Wirtschaftsrecht
Note
2,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
11
Katalognummer
V269543
ISBN (eBook)
9783656606833
ISBN (Buch)
9783656624820
Dateigröße
466 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Steuerrecht, Erbschaftssteuer, Erbschaftssteuerreform, Wirtschaftsrecht, Erbschaft
Arbeit zitieren
M.A. Martin Kirchner (Autor), 2013, Die Erbschaftssteuerreform 2008, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269543

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