„If something cannot go on forever, it will stop“
Zitat Herbert Stein
Die Geschichte der Weltwirtschaft ist von vielen Staatskrisen geprägt.
Diese Krisen spiegelten sich in der Vergangenheit in zahlreichen Währungskrisen und Inflationen wider. Kernursache war oftmals die Fähigkeit
der Zentralbanken zur Schaffung von Geld. Diese wurde in einigen Fällen
fehlgenutzt und zur Finanzierung von Gütern genutzt. Die natürliche
Selbstregulierung der Kapitalmärkte wurde außer Kraft gesetzt. Aus Krisen lernte die Ökonomie und vergab den Zentralbanken ein eng gefasstes
Aufgabenfeld. Dieses besteht darin, ein wertstabiles Zahlungsmittel bereitzustellen.
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In jüngster Zeit kam es im Eurosystem zu einer Staatsschuldenkrise. Betroffene Staaten in Europa wurden in dieser Zeit durch die Geldpolitik der
EZB unterstützt. Da die EZB noch sehr jung ist, istihre Entwicklung noch
nicht abgeschlossen. Es treten an vielen Stellen Verbesserungsvorschläge auf.
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So weisen einige Ökonomen, unter anderem der Präsident des
Münchener ifo-Instituts Hans-Werner Sinn, in zahlreichen Schriften auf
einen Posten in der Bundesbankbilanz hin, der in der Höhe eigentlich gar
nicht vorkommen sollte: den Target2-Saldo. Dieser Saldo ist das Ergebnis
einer Verrechnungsweise bei grenzüberschreitenden Zahlungen im Eurosystem.
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Diese Seminararbeit befasst sich mit dem Zustandekommen der Target2 -Salden im Euroraum. In einem ersten Schritt soll in Kapitel 2 mit dem
geschichtliche Hintergrund der Entstehung der Target2-Salden sowie
deren Funktionsweise ein grundlegendes Verständnis zu diesem Thema
vermittelt werden. Kapitel 3 befasst sich zunächst mit der Begriffserklärung der Zahlungsbilanzen. Im Weiteren werden Leistungsbilanzdefizite in
Bezug zu Target2-Salden gesetzt. Die Wirkung einer Kapitalflucht wird
ebenfalls in Bezug zu den Salden gesetzt. Im vierten Kapitel werden mögliche Probleme und Risiken dieser Salden auf die Staaten im Euroraum
aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
TABELLENVERZEICHNIS
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
FORMELVERZEICHNIS
1 EINLEITUNG
2 DAS TARGET-SYSTEM IM EURORAUM
2.1 Entstehungsgeschichte der Target Salden
2.2 Funktionsweise Target2
3 ZAHLUNGSBILANZFINANZIERUNG SÜDLICHER LÄNDER
3.1 Zahlungsbilanz
3.1.1 Definition Leistungsbilanz
3.1.2 Definition Kapitalbilanz
3.2 Zahlungsbilanzfinanzierung durch das Eurosystem
3.2.1 Erhöhung der Target2-Salden durch Interbankenkrise
3.2.2 Erhöhung der Target2-Salden durch Kapitalflucht
4 GEFAHR UND PROBLEMATIK DER TARGET SALDEN
4.1 Verwischung Kapital- und Geldmarkt
4.2 Fälligkeit und Haftung
5 FAZIT
LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Target2-Saldo?
Ein Target2-Saldo ist das Ergebnis der Verrechnungsweise bei grenzüberschreitenden Zahlungen zwischen den nationalen Zentralbanken im Eurosystem.
Wie entstehen hohe Target-Salden?
Sie entstehen vor allem durch Leistungsbilanzdefizite, Interbankenkrisen und Kapitalflucht, wenn Geld von einem Land in ein anderes (z. B. nach Deutschland) transferiert wird, ohne dass ein privater Kapitalrückfluss stattfindet.
Welche Rolle spielt die Zahlungsbilanz dabei?
Die Zahlungsbilanz erfasst alle wirtschaftlichen Transaktionen zwischen In- und Ausländern. Target-Salden fungieren hierbei als Ausgleichsposten, wenn die Kapitalbilanz das Leistungsbilanzdefizit nicht deckt.
Welche Risiken bergen Target-Salden für die Bundesbank?
Kritiker wie Hans-Werner Sinn weisen auf Haftungsrisiken hin, die entstehen könnten, wenn das Eurosystem zerbricht oder Staaten zahlungsunfähig werden.
Was ist das Target-System im Euroraum?
Es ist das Echtzeit-Brutto-Zahlungsverkehrssystem des Eurosystems, über das Banken und Zentralbanken große Transaktionen in Euro sicher und schnell abwickeln.
- Citar trabajo
- Regina Kroczek (Autor), 2013, Die Entstehung der Target-Salden im Euroraum, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269548