Die gegenwärtige postkoloniale Literatur wird vor allem von Autorinnen/ Autoren mit einem islamischen Hintergrund geprägt.
In der Vergangenheit schrieb diese Gruppe in der Rahmenkonstellation 'center - periphery' aus der Perspektive der Migration über das Leben von Moslems im Westen. Dennoch war es aufgrund aktueller Entwicklungen nur eine Frage der Zeit bis der Handlungsort wieder in die Heimatländer verlegt wurde, um von hier die zentralen Begriffe des Romans wie plot oder character development neu zu akzentuieren.
Es war in diesem Zusammenhang besonders die Autorengruppe die zur neueren Entwicklung der 'Pakistani Fiction' gezählt werden müssen, die hier am innovativsten waren und sind und neben Pakistan vor allem Afghanistan als Handlungsort heraushoben, um hier menschliche Schicksale an Krieg und Terror zu binden und zu reflektieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Der Stellenwert pakistanischer Autoren im gegenwärtigen englischen Roman
3. Khaled Hosseini The Kite Runner (2003)
4. Nadeem Aslam The Wasted Vigil (2008)
5. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die wissenschaftliche Arbeit untersucht die Darstellung von Islam, Krieg und Terror im gegenwärtigen englischsprachigen Roman, mit einem spezifischen Fokus auf Afghanistan und pakistanische Autoren. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diese Literatur gesellschaftspolitische Realitäten reflektiert und das westliche Verständnis von Identität, Migration und globalen Machtstrukturen durch die Rückkehr religiöser Parameter kritisch hinterfragt.
- Rolle des Islams als literarischer Parameter in der postkolonialen Literatur.
- Analyse der 'migrant condition' und der Verlagerung des Handlungsorts zurück in die Heimatländer.
- Die literarische Verarbeitung von Krieg, Terror und Trauma in 'Post 9/11 Literature'.
- Untersuchung der Romane 'The Kite Runner' und 'The Wasted Vigil' hinsichtlich ihrer Identitätsproblematik.
Auszug aus dem Buch
3. Khaled Hosseini The Kite Runner (2003)
Hosseinis Roman The Kite Runner kann insgesamt als Spiegelbild der Konstellation Islam - Westen angesehen werden, auch weil er sich inhaltlich und geographisch in diesem Rahmen bewegt und von hier seine thematische Stärke bezieht. Letztere handelt von Erwachsenwerden, der immigrant experience und dem American Dream. Die hier angelegte strukturelle Polarität wird von zwei Entwicklungen flankiert. Die eine beschreibt die Geschichte Afghanistans in den letzten 40 Jahren und skizziert die politischen Verhältnisse um die Monarchie, die Einflussnahme des Kommunismus unter sowjetischer Besatzung sowie das Terrorregime der Taliban. Die andere verweist auf die Besetzung durch die USA und ihre Verbündeten im Zuge der Ereignisse vom 11. September 2001.
Der Einfluss dieser beiden Pole auf Erzählstrang und Charakteranalyse wird schon zu Beginn des Romans deutlich, der im Dezember 2001 einsetzt und rückblickend in das Jahr 1975 zurückgeht, um in diesem zeitlichen Rahmen die Geschichte von Amir, Hassan und ihrer Heimat Afghanistan zu erzählen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Der Autor führt in die Entwicklung des gegenwärtigen englischen Romans ein, der durch Autoren mit islamischen Wurzeln und die Rückkehr der Religion als erzählerischem Parameter geprägt ist.
2. Der Stellenwert pakistanischer Autoren im gegenwärtigen englischen Roman: Dieses Kapitel beleuchtet die postkoloniale Literaturtheorie und die literarische Auseinandersetzung mit Identität, Macht und dem Einfluss des Islams auf die moderne Erzählweise.
3. Khaled Hosseini The Kite Runner (2003): Eine Analyse des Romans als Spiegelbild der Konstellation zwischen Islam und Westen, die Themen wie Verlust kindlicher Unschuld und Trauma vor dem Hintergrund der afghanischen Geschichte untersucht.
4. Nadeem Aslam The Wasted Vigil (2008): Dieses Kapitel betrachtet den Roman als Teil der 'Pakistani Fiction' und analysiert, wie das Werk existenzielle Fragen von Terror, Krieg und menschlichem Leid in einem afghanischen Mikrokosmos verhandelt.
5. Ausblick: Der Autor resümiert die literarische Bedeutung dieser Werke für die 'Post 9/11 Literature' und verdeutlicht die universelle Botschaft gegen die Sinnlosigkeit von Krieg und Gewalt.
Schlüsselwörter
Postkoloniale Literatur, Islam, Afghanistan, Pakistanische Autoren, Identität, Migration, Krieg, Terror, Trauma, Hybridität, Religion, Globalisierung, The Kite Runner, The Wasted Vigil, Diaspora.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie zeitgenössische englischsprachige Romane von Autoren mit islamischem Hintergrund Themen wie Islam, Krieg und Terror verarbeiten und welche Rolle dabei der Schauplatz Afghanistan spielt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen postkoloniale Identität, die Verarbeitung von Traumata, die Bedeutung der Religion in der Erzählung und die kritische Reflektion des westlichen Imperialismus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie diese Literatur eine neue Perspektive auf globale Konflikte bietet und das Identitätsverständnis von Migranten in einer postkolonialen Welt neu verhandelt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die postkoloniale Theorieansätze nutzt, um narrative Strategien und Charakterentwicklungen in den ausgewählten Romanen zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen der postkolonialen Literatur dargelegt und eine detaillierte Analyse der Romane 'The Kite Runner' von Khaled Hosseini und 'The Wasted Vigil' von Nadeem Aslam vorgenommen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind postkoloniale Literatur, Identität, Hybridität, Krieg, Religion und die Diaspora-Erfahrung.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Islams in den untersuchten Werken?
Der Autor sieht den Islam als ein neues, treibendes Element, das nicht nur als bloße Reaktion auf den Kolonialismus dient, sondern als Mittel zur Charakteranalyse und zum Protest gegen westliche Deutungshoheit fungiert.
Warum spielt das Haus in Nadeem Aslams 'The Wasted Vigil' eine besondere Rolle?
Das Haus dient als ein Mikrokosmos, in dem die Lebensgeschichten von drei Personen aus unterschiedlichen Nationen zusammengeführt werden, um historische und globale Konflikte auf lokaler Ebene greifbar zu machen.
- Citation du texte
- Matthias Dickert (Auteur), 2014, Islam, Krieg und Terror: Afghanistan im gegenwärtigen englischsprachigen Roman, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269558