Waldbrände und ihre ökologischen und ökonomischen Konsequenzen in mediterranen Ökosystemen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2011

23 Seiten, Note: 1,30


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ökologische Einordnung der Winterfeuchten Subtropen
2.1 Klima
2.2 Vegetation
2.3 Böden

3 Grundlagen zur Feuerökologie
3.1 Voraussetzungen für Vegetationsbrände
3.2 Ursachen von Vegetationsbränden
3.2.1 Natürliche Ursachen
3.2.2 Anthropogene Ursachen
3.3 Häufigkeit und jahreszeitliche Verteilung von Vegetationsbränden
3.4 Arten von Vegetationsbränden

4 Auswirkungen von Vegetationsbränden
4.1 Sozio-ökonomische Auswirkungen
4.2 Ökologische Auswirkungen
4.2.1 Auswirkungen auf die Atmosphäre
4.2.2 Auswirkungen auf die Vegetation
4.2.3 Auswirkungen auf die Böden

5 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Nahezu jedes Jahr berichten die Medien über ausgedehnte und meist verheerende Wald- und Buschbrände während der sommerlichen Trockenperiode, die sich im Mittelmeerraum, in Kalifornien oder in Australien ereignen. Nicht nur die Vegetation ganzer Landstriche, sondern auch Menschenleben fallen dem Feuer zum Opfer, wenn Siedlungsgebiete betroffen sind. Mit der Verbrennung pflanzlicher Biomasse sind zudem auch globale, klimawirksame Prozesse auf engste Weise verknüpft, was in Anbetracht der aktuellen Diskussion um die globale Erderwärmung ebenfalls mitberücksichtigt werden sollte. Andererseits trägt das Feuer als abiotischer Faktor von Ökosystemen seit dem Auftreten der ersten Landpflanzen zur Mosaikbildung, zur Artenvielfalt und zur Verjüngung von Vegetationsgesellschaften bei.

Den Einstieg in das Thema stellt die ökologische Einordnung der Winterfeuchten Subtropen dar, indem nach einer räumlichen Einordnung der Ökozone auf wichtige charakteristische Merkmale, wie das Klima, die Vegetation und die Böden, eingegangen wird. Im Hauptteil der Arbeit erfolgt eine Einführung in die Feuerökologie in mediterranen Ökosystemen, wobei besonderes Augenmerk auf die Voraussetzungen für Vegetationsbrände, die natürlichen und anthropogenen Ursachen sowie die Häufigkeit, die jahreszeitliche Verteilung und die verschiedenen Arten der Vegetationsbrände gelegt wird. Darauf aufbauend erfolgt im nächsten Kapitel eine Evaluierung der Waldbrände aus sozio-ökonomischer und ökologischer Sicht, wobei der Fokus wiederum auf die Auswirkungen auf das Klima, die Vegetation und die Böden fällt. Abschließend wird in Anbetracht der ökonomischen und ökologischen Auswirkungen von Vegetationsbränden bei besonderer Berücksichtigung des anthropogenen Einflusses ein Fazit gezogen.

Das Ziel der Arbeit ist die Schaffung einer Übersicht über grundlegende ökologische Verhältnisse der mediterranen Ökosysteme, in denen der Einfluss des Feuers einen wichtigen Bestandteil der natürlichen Vegetationsdynamik bildet.

2 Ökologische Einordnung der Winterfeuchten Subtropen

Bei erster Betrachtung impliziert die Rede von mediterranen Ökosystemen, dass es sich um eine räumliche Beschränkung auf den Mittelmeerraum handelt, was jedoch nicht ganz zutrifft. Vielmehr handelt es sich dabei um die Ökozone der Winterfeuchten Subtropen, zu der der Mittelmeerraum als größtes Teilgebiet mit einer Fläche von über 50 % neben Kalifornien, Chile, Südafrika und Südwest-Australien zählt (Zech/Hintermaier-Erhard 2002:50). Wie der Abb. 1 zu entnehmen ist, stellt die Ökozone der Winterfeuchten Subtropen keinen ökozonalen Gürtel dar, sondern ist in fünf isolierte Teilgebiete aufgeteilt, die sich jeweils an den (Süd-)Westseiten der Kontinente zwischen ca. 30° und 40° geographischer Breite befinden (Schultz 2001:86). Im Mittelmeerraum erreichen die Winterfeuchten Subtropen mit 45° geographischer Breite ihr polnächstes Vorkommen, bleiben dort aber auch grundsätzlich küstennah (Schultz 2002:185). Mit einer Gesamtfläche von ca. 2,5 Mio. km2, was einem Anteil von 1,7 % der Festlandsfläche entspricht, bilden die Winterfeuchten Subtropen die kleinste der Ökozonen (Schultz 2001:86).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Die Lage der Winterfeuchten Subtropen (Rother 1991:403)

2.1 Klima

Wie der Name der Winterfeuchten Subtropen bereits suggeriert, konzentriert sich in dieser Ökozone der Niederschlag auf das Winterhalbjahr, während die Sommer durch aride Verhältnisse gekennzeichnet sind, was das auffälligste klimatische Kennzeichen darstellt (Schultz 2001:86). Genetisch kommen diese gegensätzlichen hygrischen Jahreszeiten dadurch zustande, dass die Winterfeuchten Subtropen im Sommer im Einflussbereich der subtropisch-randtropischen Hochdruckgebiete liegen, was zu trockenen und heißen Sommern mit hoher Einstrahlung und langer Sonnenscheindauer führt (Rother 1991:403). Im Winter hingegen kommt es zu einer Verschiebung der Strahlungs- und Luftdruckgürtel, womit sich durch den Einfluss der Westwinddrift die klimatischen Verhältnisse der Feuchten Mittelbreiten durchsetzen und es somit zu zyklonalen Niederschlägen kommt (Schultz 2002:185). Wie auch aus Abb. 2 ersichtlich wird, liegen die mittleren Monatstemperaturen im Sommer während eines Zeitraumes von mindestens vier Monaten zwischen 18 °C und 20 °C (Zech/Hintermaier-Erhard 2002:50). Die Wintermonate sind ingesamt als niederschlagsreich, aber mit einer Temperatur von über 5 °C im kältesten Monat als relativ mild zu bezeichnen (Zech/Hintermaier-Erhard 2002:50). Die jährliche Niederschlagsmenge schwankt zwischen 350 und 800 mm und steigt in der Regel polwärts an (Zech/Hintermaier-Erhard 2002:50). Kaltlufteinbrüche im Winter führen zwar zu gelegentlichen Frösten, jedoch nicht zu längeren Frostperioden (Schultz 2002:185). Niedrige Temperaturen im Winter gelten daher nicht als übermäßig limitierender Faktor für das Pflanzenwachstum, vielmehr stellt der Sommer mit der eingeschränkten Wasserverfügbarkeit die eigentliche Stresszeit dar (Schultz 2002:186). Wichtig ist ebenfalls, dass das größte Wärme- und Feuchteangebot im jahreszeitlichen Verlauf nicht zusammenfallen (Rother 1991:403).

Polwärts verläuft die Grenze der Winterfeuchten Subtropen zu den Feuchten Mittelbreiten dort, wo das Pflanzenwachstum im Sommer keinen deutlichen hygrischen Einschränkungen unterliegt (Schultz 2002:185). Äquatorwärtig enden die Winterfeuchten Subtropen hingegen dann, wenn die Anzahl der ariden Monate das halbe Jahr übersteigt und die jährlichen Niederschlagsmengen auf unter 300 - 350 mm fallen (Schultz 2002:186).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Ausgewählte Klimadiagramme von Stationen der Winterfeuchten Subtropen (eigene Darstellung nach Klimadiagramme 2011)

2.2 Vegetation

Allgemein lässt sich zur Vegetation der Winterfeuchten Subtropen festhalten, dass die Biodiversität in allen Teilgebieten relativ hoch ausfällt und viele endemische Arten ansässig sind (Schultz 2002:188). So weist z.B. das südafrikanische Teilgebiet mit über 6.000 vorkommenden Gefäßpflanzenarten die höchste Biodiversität pro Fläche auf, was in etwa der dreifachen Anzahl von Arten auf vergleichbaren Flächen des tropischen Regenwaldes entspricht (Schultz 2002:188). Für Kalifornien als Teilgebiet der Winterfeuchten Subtropen wird eine Artenzahl von 5.000, für Südwest-Australien eine Artenzahl von 8.000 und für den Mittelmeerraum eine Artenzahl von 18.000 - 25.000, von der nahezu die Hälfte endemisch ist, angegeben (Schultz 2002:188).

Als natürliche Vegetation der Winterfeuchten Subtropen kann der 10 - 15 m hohe immergrüne Hartlaubwald mit einer Unterschicht aus Sträuchern und Kräutern angesehen werden (Zech/Hintermaier-Erhard 2002:50), der im westlichen Mediterranraum haupt- sächlich aus Steineichen- und Korkeichenwäldern, im östlichen Mediterranraum durch Kermeseichenwäldern und in Teilgebieten auf der Nordhalbkugel auch aus Kiefernwäldern zusammengesetzt wird (Schultz 2002:189). Durch den Eingriff des Menschen über mehrere Jahrtausende hinweg, wie z.B. durch Feuer, Entwaldung und Überweidung, ist jedoch der natürliche immergrüne Hartlaubwald vielerorts zu sekundären Hartlaub-Strauch- formationen, die unter der Bezeichnung Matorral zusammengefasst werden, degradiert (Schultz 2002:189), sodass diese Formationen heutzutage das Landschaftsbild der Winterfeuchten Subtropen prägen. Das ursprüngliche Verbreitungsareal der Hartlaubwälder kann allerdings trotz der Verdrängung durch die kulturlandschaftliche Nutzung durch erhaltene Einzelvorkommen nachgewiesen werden (Rother 1991:404). In Abb. 3 werden die einzelnen Degradationsstufen des Hartlaubwaldes ersichtlich. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wird allerdings lediglich auf die Degradationsstufen des hochwüchsigen und des niederwüchsigen Mattoral eingegangen (Schultz 2002:190). Der hochwüchsige Mattoral, die Macchie, hat eine Höhe von mindestens einem halben bis hin zu wenigen Metern und setzt sich aus „einer Vielzahl von ziemlich dicht stehenden Straucharten, die gelegentlich von kleinen Bäumen überragt werden“ (Schultz 2002:189) zusammen. Der niederwüchsige Mattoral, die Garrigue, kann bei extremer Ausprägung „einen dichten bis lückigen Bestand aus bis zu kniehohen Chamaephyten, zwischen denen insbesondere Zwiebel- und Knollengeophyten vertreten sind“ (Schultz 2002:189), ausbilden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Schematische Übersicht über die Degradations- und Regenerationsstadien der mediterranen Wälder (Müller-Hohenstein 1991:413)

[...]

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Waldbrände und ihre ökologischen und ökonomischen Konsequenzen in mediterranen Ökosystemen
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Geographisches Institut)
Veranstaltung
Hauptseminar „Mensch-Umwelt Probleme in ausgewählten Regionen der Erde“
Note
1,30
Autor
Jahr
2011
Seiten
23
Katalognummer
V269579
ISBN (eBook)
9783656607168
ISBN (Buch)
9783656607151
Dateigröße
863 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
waldbrände, konsequenzen, ökosystemen
Arbeit zitieren
Dimitri Falk (Autor:in), 2011, Waldbrände und ihre ökologischen und ökonomischen Konsequenzen in mediterranen Ökosystemen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269579

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