In Platon „Symposion (gemeinsames, geselliges Trinken)“ halten einige Männer, vor allem die
Dichter Agathon und Aristophanes und Sokrates, aus der Athener Oberschicht Reden auf den
Eros. Die Rede des Sokrates, welche die Rede der Priesterin Diotima wiedergibt, bildet dabei
zunächst den Schluss. Doch dann kommt der betrunkene Alkibiades mit anderen Zechgenossen
und Flötenmädchen herein und lobt Sokrates in einer Rede. Die zentrale Stelle ist die Lobrede
Sokrates auf Eros.
Diotima ist die einzige weibliche Figur, die in einem platonischen Dialog zu Wort kommt. Sie
tritt aber nicht direkt auf, denn an dem Symposion, nimmt sie nicht teil. Sokrates berichtet von
einem Gespräch, in dem ihn Diotima über den Eros belehrt und ihn von ihrer Sichtweise
überzeugt. Sie war eine grosse Seherin und er hatte sie besucht, um ihre Weisheit zu empfangen,
als sie sich eine Weile in Athen aufhielt. Im Symposion rühmt er ihre Weisheit. Er gibt ihre
Äusserungen in direkter Rede wieder und identifiziert sich mit dem Inhalt, statt eine eigene
Theorie vorzutragen. Die Diotima-Rede bildet den philosophischen Höhepunkt des Gastmahls.
In seiner Wiedergabe des Gesprächs mit Diotima (Symposion 201d-212c) schildert Sokrates
zuerst das Wesen des Eros, dann sein Wirken. Dabei tritt er ihr gegenüber als Schüler auf. Indem
sie Fragen stellt, die ihm zu Erkenntnissen verhelfen sollen, übernimmt sie die maieutische Rolle,
die er sonst selbst in Platons Dialogen gegenüber seinen Gesprächspartnern spielt. Wo er
zugeben muss, keine Antwort zu wissen, enthüllt sie ihm die Wahrheit.
Inhaltsverzeichnis
1. Teil Ausschnitt aus dem Symposion
Einleitung zum Symposion
Übersetzung
Grammatik- und Worterklärungen
Persönliche Interpretation
Aufbau des Abschnitts
2. Teil Ausschnitt aus Theiatetos (Ein Exkurs im Dialog)
Übersetzung
Grammatik- und Worterklärungen
Persönliche Interpretation
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Definition und die Bedingungen des menschlichen Glücks in den platonischen Dialogen Symposion und Theiatetos, mit einem besonderen Fokus auf die Rolle der Gerechtigkeit und der Transzendenz.
- Analyse des Eros-Begriffs im Symposion als Streben nach dem Guten und dem Glück.
- Untersuchung der Gerechtigkeit als göttliches Handlungsprinzip im Theiatetos.
- Kontrastierung von irdischem Streben und göttlicher Angleichung (homoiôsis theôi).
- Interpretation der maieutischen Rollenverteilung zwischen Sokrates und Diotima.
- Diskussion der Bedeutung von transzendentem Glück gegenüber irdischen Gütern.
Auszug aus dem Buch
Aufbau des Abschnitts
Es findet ein Dialog zwischen Sokrates und Diotima statt, der einseitig verläuft, indem ausnahmsweise Sokrates der Fragende und nicht der Antwortende ist. Das typische Frage- und Antwortspiel bleibt aber bestehen. Sokrates schlüpft in die Rolle von Diotima. Sie muss eine grosse Weise gewesen sein.
Was ist die Ursache der Liebe (Eros) zum Guten? Die Liebe zum Guten ist, dass man Glück erfährt. Und das tun ohne Ausnahme alle Menschen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Teil Ausschnitt aus dem Symposion: Dieser Abschnitt analysiert das Streben nach dem Guten als zentrales Motiv menschlichen Handelns, wobei das Glück als das letztendliche Ziel der Liebe definiert wird.
2. Teil Ausschnitt aus Theiatetos (Ein Exkurs im Dialog): Hier wird die Rolle der Gerechtigkeit und die Angleichung an das Göttliche als Voraussetzung für ein glückliches Leben im Kontext des platonischen Denkens beleuchtet.
Schlüsselwörter
Platon, Symposion, Theiatetos, Glück, Eudaimonie, Eros, Gerechtigkeit, Sokrates, Diotima, Transzendenz, Handlungsprinzip, homoiôsis theôi, Erkenntnis, Philosophie, Tugend.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Bestimmung von Glück in den Werken Platons, speziell wie dieses im Symposion und im Theiatetos thematisiert wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die Verbindung von Liebe und Glück im Symposion sowie die Verknüpfung von Gerechtigkeit, Erkenntnis und göttlicher Angleichung im Theiatetos.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie Platon das Glück von äußeren Gütern löst und in ein transzendentes, durch Tugend und Gerechtigkeit geprägtes System einbettet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die philologische Textanalyse, die Untersuchung von Grammatik- und Worterklärungen sowie die philosophische Interpretation ausgewählter Dialogausschnitte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in zwei Teile, die jeweils den Text, eine Übersetzung, linguistische Erläuterungen und eine persönliche philosophische Interpretation der behandelten Passagen enthalten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Platon, Eudaimonie, Eros, Gerechtigkeit, Transzendenz und homoiôsis theôi charakterisiert.
Warum spielt die Figur der Diotima eine besondere Rolle im Symposion?
Diotima ist die einzige weibliche Figur in Platons Dialogen, die als Lehrmeisterin des Sokrates fungiert und ihn durch ihre maieutische Fragen-Technik zur Wahrheit führt.
Wie unterscheidet sich das Glücksverständnis im Theiatetos vom Symposion?
Während im Symposion die Liebe (Eros) das Streben nach dem Guten als Glücksbringer betont, liegt der Schwerpunkt im Theiatetos auf der notwendigen Gerechtigkeit und der Abkehr vom irdischen Unrecht hin zur göttlichen Vollkommenheit.
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- Lic. theol. Adrian Baumgartner (Author), 2012, Eine Definition von Glück im Symposion und im Theiatetos von Platon, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269692