Ich stütze mich bei meinen Gedanken auf das einleitende Kapitel und auf spätere Erwähnungen von Altären.
Altäre, allgemein und symbolisch gesehen, sind etwas Heiliges oder auf ihnen befindet sich etwas Heiliges. Vico Giambattista geht bei diesem Bildnis auch von dieser Idee aus. Er braucht den Begriff Altar jedoch symbolisch für die wahre respektive die natürliche Religion. So wie er dieses Thema immer wieder generell benutzt, merkt man jedoch, dass er damit die ideale Religion, nämlich das Christentum mit den jüdischen Wurzeln, meint. Daher auch die besondere Stellung der Hebräer als Mitbegründer des Christentums. Wenn Vico etwas heilig ist, dann die christliche Religion und deren Wurzeln.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Insbesondere folgenden Fragestellungen habe ich untersucht
2.1 Wo ist das Heilige bei Vico?
2.2 Welche Heiligkeit meint Vico?
2.3 Was ist ihm heilig?
3. Wer ist für ihn heilig?
4. Stellung und Aussage des Altars im Bild und in Vicos Geschichtsphilosophie
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die symbolische und philosophische Bedeutung des Altars im Denken von Giambattista Vico. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie Vico den Altar als zentrales Element für die Konstituierung von Religion, Ehe, Moral und politischer Ordnung innerhalb der menschlichen Gesellschaft interpretiert und welche Rolle die göttliche Vorsehung dabei einnimmt.
- Die symbolische Funktion des Altars als Fundament für Religion und Kultur
- Die Bedeutung der Ehe und sozialen Ordnung für das menschliche Zusammenleben
- Die Interpretation der Hierarchie der Religionen aus christlicher Perspektive
- Die Rolle der Etymologie und Sprache als Quelle für Vicos Erkenntnistheorie
- Das Verhältnis von Führung (Adel) und Religion innerhalb einer Gesellschaft
Auszug aus dem Buch
Stellung und Aussage des Altars im Bild und in Vicos Geschichtsphilosophie
Altäre stellen vermutlich für Vico das Symbol für Religion und das Heilige dar. Bei der Erläuterung des Bildes erwähnt er diese mehrere Male. Später erneut einige Male.
Am Anfang aller Altäre, also vor aller organisierten Religion, galten die bebauten Felder als Grundbausteine der zivilen, geordneten Bevölkerung, die Grundlage für eine Religion bzw. für einen Altar. Vico spielt hier sicher auch auf die griechische Göttin Vesta (Göttin und Hüterin des Feuers und von Heim und Herd) und Demeter/Ceres an, der als Urmuttergöttin das Ackerfeld zugeordnet war. Demeter galt als Göttin der Fruchtbarkeit und des Anbaus. Wasser, Feuer und Korn waren die hauptsächlichen Elemente der römischen Religionsrituale. Diese Symbole fasst er zusammen als Ursymbole der Religion und als Brutstätte von Religionen.
Eigentlich waren die ersten Altäre Opferstätten für Gaben für Gottheiten. Vico hat den Gedanken des Opfers nicht speziell, nur als Voraussetzung für die richtigen Orakelinterpretationen erwähnt. Es geht ihm um etwas anderes. Ich denke, dass er das Symbol der Altäre generell als Symbol für die verschiedensten Religion gebraucht.
Hinzu kommt die Funktion der Beerdigungsstätten, die er als „Landnahme“ identifiziert und somit als das Ende der Nomadengesellschaft und damit der Beginn der Sesshaftigkeit bezeichnet. Der Anfang der Gesellschaft, wie wir sie heute kennen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Der Autor führt in die Thematik der Altäre bei Giambattista Vico ein und erläutert die symbolische Verknüpfung mit der wahren, natürlichen Religion sowie dem Christentum.
Insbesondere folgenden Fragestellungen habe ich untersucht: In diesem Abschnitt werden zentrale Forschungsfragen zur Definition des Heiligen bei Vico sowie zur Rolle der Religion in seinem philosophischen System aufgeworfen.
Wer ist für ihn heilig?: Dieser Teil analysiert Vicos Klassendenken und die Rolle der adligen Führungsschicht unter der Prämisse der religiösen Bindung.
Stellung und Aussage des Altars im Bild und in Vicos Geschichtsphilosophie: Eine tiefgehende Analyse der Altarsymbolik im Kontext der Vorsehung, der Sesshaftigkeit, der griechischen Gottheiten und der etymologischen Herleitung der Begriffe.
Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass für Vico die Ehe und Religion als konstitutive Merkmale der menschlichen Gesellschaft fungieren und der Altar ein zentrales Symbol dieses Weltbildes darstellt.
Schlüsselwörter
Giambattista Vico, Altar, Religion, Geschichtsphilosophie, Vorsehung, Ehe, Moral, soziale Ordnung, christliche Tradition, Symbolik, Etymologie, Sesshaftigkeit, Zivilgesellschaft, Adel, Mythen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Essay primär?
Die Arbeit analysiert die symbolische Bedeutung des Altars im Werk von Giambattista Vico und untersucht, wie dieser als Grundbaustein für Religion, Moral und gesellschaftliche Ordnung fungiert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Schwerpunkten gehören das Konzept der Vorsehung, die Entstehung der Zivilgesellschaft aus der Sesshaftigkeit sowie die Bedeutung von Ehe und christlicher Moral.
Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, Vicos Verständnis von Religion und deren konstitutive Funktion für die menschliche Gesellschaft durch die Interpretation des Altarsymbols zu entschlüsseln.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor stützt sich auf eine hermeneutische Textanalyse, die Vicos eigenes Bildnis sowie dessen etymologische Argumentationen kritisch hinterfragt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Stellung des Altars in Vicos Geschichtsphilosophie, der Rolle der antiken Mythen und der Verbindung von sozialer Hierarchie und religiöser Praxis.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Giambattista Vico, Altarsymbolik, Vorsehung, Sesshaftigkeit, christliche Tugenden und soziale Ordnung.
Wie interpretiert Vico die Rolle der Altäre im Kontext der Sesshaftigkeit?
Vico identifiziert Altäre und Beerdigungsstätten als Symbole der Landnahme, die das Ende des Nomadentums und den Beginn der zivilen, geordneten Gesellschaft markieren.
Welche Bedeutung misst Vico der Etymologie im Zusammenhang mit dem Altar bei?
Vico leitet aus der Wortverwandtschaft von "ara" (Altar) und "arare" (pflügen) ab, dass die Ackerbaukultur und die damit verbundene Religion eng miteinander verknüpft sind.
Warum hält der Autor Vicos Erkenntnistheorie für "wackelig"?
Der Autor kritisiert, dass Vicos etymologische Herleitungen und die Annahme einer rein offenbarten Weisheit in der Sprache nicht immer logisch nachvollziehbar oder wissenschaftlich belegbar sind.
- Arbeit zitieren
- Lic. theol. Adrian Baumgartner (Autor:in), 2011, Giambattista Vico und die Altäre, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269700