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Bertolt Brechts Entwürfe zur Theorie eines episch-dialektischen Theaters im 'wissenschaftlichen Zeitalter'

Título: Bertolt Brechts Entwürfe zur Theorie eines episch-dialektischen Theaters im 'wissenschaftlichen Zeitalter'

Estudio Científico , 2014 , 24 Páginas

Autor:in: Hans-Georg Wendland (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Bereits in jungen Jahren beginnt Bertolt Brecht, sich mit zeitgenössischer Dramatik und Schauspielkunst zu beschäftigen. Schon zu seiner Augsburger Zeit (1919 - 1921), während er im Freundeskreis seine Texte vorträgt und sich an Stoffen und Projekten versucht, die nur wenig Erfolg bringen, macht er durch seine im Augsburger "Volkswillen" (Tageszeitung der USPD) veröffentlichten Theaterkritiken auf sich aufmerksam und erregt durch seine provozierenden Kommentierungen des Augsburger Theaterlebens den Unmut von Theaterleitung, Schauspielern und Publikum. In München (1921 - 1924) erlebt er mit seinem frühen revolutionskritischen Stück "Trommeln in der Nacht" (1922) - basierend auf dem zeitgeschichtlichen Ereignis des Berliner Januar-Aufstands von 1919 und daher ursprünglich von ihm "Spartakus" genannt - seinen ersten durchschlagenden Erfolg als Stückeschreiber. Er richtet den für ihn typisch gewordenen desillusionierten Blick auf die zeitgenössische Gesellschaft und macht kein Hehl aus seiner Abneigung gegenüber ideologisch geprägtem Denken und idealistischen Wunschutopien. Hier zeichnet sich bereits die Tendenz ab, die Erwartungen des Publikums an ein auf der Bühne inszeniertes Illusionstheater zu durchkreuzen und Elemente der Verfremdung einzusetzen, mit denen er die Zuschauer zum Nachdenken und zur Stellungnahme herausfordern will. Aber erst in Berlin (1924 - 1933) entwickelt er sich unter dem Einfluss des Regisseurs und Leiters des Proletarischen Theaters Erwin Piscator mit Werken wie "Mann ist Mann" (1926) "Dreigroschenoper" (1928) und "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" (1930) und als Mitarbeiter von Max Reinhardt am Deutschen Theater zum erfolgreichen Dramatiker. Mit zahlreichen Veröffentlichungen wird er darüberhinaus zu einem der führenden Kritiker des herrschenden Kulturbetriebs und der etablierten Literatur dieser Tage.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitender Überblick

2. Grundzüge des episch-dialektischen Theaters

2.1. Materialistische Geschichtsauffassung auf marxistischer Grundlage

2.2. Theaterkritik in "Der Messingkauf" (1937 - 1951): Das alte und das neue Theater

2.3. "Kleines Organon für das Theater" (1948): Eine Ästhetik des episch-dialektischen Theaters im "wissenschaftlichen Zeitalter"

2.4. Ausgewählte thematische Schwerpunkte des episch-dialektischen Theaters

3. Typische Strukturelemente im Brechtschen Drama: Eine Zusammenfassung

Zielsetzung und zentrale Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und den theoretischen Grundpfeilern des episch-dialektischen Theaters von Bertolt Brecht. Das Hauptziel der Analyse besteht darin, Brechts theatertheoretische Konzepte, insbesondere die Rolle des Marxismus, die Methode der Verfremdung sowie das Ziel des "eingreifenden Denkens", im Kontext eines "wissenschaftlichen Zeitalters" kritisch zu beleuchten und ihre Bedeutung für eine gesellschaftsverändernde Dramatik herauszuarbeiten.

  • Die marxistische Philosophie als theoretisches Fundament von Brechts Theatertheorie.
  • Die Funktion der Methode der Verfremdung (V-Effekt) zur Durchbrechung des klassischen Einfühlungstheaters.
  • Der "Akt des Zeigens" und die neue Rolle des Schauspielers als Demonstrator.
  • Das Konzept der "Fabel" als Herzstück einer dialektischen Theaterstruktur.
  • Der Übergang vom klassischen Drama zum offenen, diskursiven Theater der Zukunft.

Auszug aus dem Buch

Funktion der Verfremdung

"Verfremdung" ist also eine Methode, Veränderbarkeit bewusst und praktizierbar zu machen und bildet damit einen Gegenpol zur aristotelischen Einfühlungsdramatik:

Was ist Verfremdung?

Einen Vorgang oder Charakter verfremden heißt zunächst einfach, dem Vorgang oder Charakter das Selbstverständliche, Bekannte, Einleuchtende zu nehmen und über ihn Staunen und Neugierde zu erzeugen. ... [...] Verfremden heißt also Historisieren, heißt Vorgänge und Personen als historisch, also als vergänglich darstellen. Dasselbe kann natürlich auch mit Zeitgenossen geschehen, auch ihre Haltungen können als zeitgebunden, historisch, vergänglich dargestellt werden.

Was ist damit gewonnen? Damit ist gewonnen, daß der Zuschauer die Menschen auf der Bühne nicht mehr als ganz unänderbare, unbeeinflußbare, ihrem Schicksal hilflos ausgelieferte dargestellt sieht. Er sieht: dieser Mensch ist so und so, weil die Verhältnisse so und so sind. Und die Verhältnisse sind so und so, weil der Mensch so und so ist. Er ist aber nicht nur so vorstellbar, wie er ist, sondern auch anders, so wie er sein könnte, und auch die Verhältnisse sind anders vorstellbar, als sie sind.

("Über eine nichtaristotelische Dramatik", in: GW 15, 301 f.)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitender Überblick: Dieser Abschnitt zeichnet Brechts Werdegang vom jungen Kritiker und Dramatiker bis hin zum Berliner Erfolgsschriftsteller nach und skizziert die frühe Entwicklung seiner Ablehnung gegenüber bürgerlichen Illusionstheatertraditionen.

2. Grundzüge des episch-dialektischen Theaters: Hier werden die theoretischen Säulen von Brechts Theaterarbeit beleuchtet, wobei der Fokus auf der Verbindung von marxistischer Gesellschaftsanalyse und theatralischer Praxis liegt.

2.1. Materialistische Geschichtsauffassung auf marxistischer Grundlage: Dieses Kapitel erläutert, wie Brecht Geschichte als veränderbaren Prozess begreift und den Begriff des "eingreifenden Denkens" als Werkzeug für gesellschaftliche Transformation einführt.

2.2. Theaterkritik in "Der Messingkauf" (1937 - 1951): Das alte und das neue Theater: Der Autor untersucht Brechts dialogisches Werk als ein Diskussionsforum, das das "alte" Illusionstheater dem "neuen" wissenschaftlichen Theater gegenüberstellt.

2.3. "Kleines Organon für das Theater" (1948): Eine Ästhetik des episch-dialektischen Theaters im "wissenschaftlichen Zeitalter": Dieses Kapitel analysiert das "Kleine Organon" als bilanzierende Zusammenfassung von Brechts Theatertheorie, die Unterhaltung und Belehrung als komplementäre Funktionen der Kunst vereint.

2.4. Ausgewählte thematische Schwerpunkte des episch-dialektischen Theaters: Eine Zusammenstellung zentraler Begriffe wie Neugier, Wissenschaftlichkeit und das Verhältnis von Denken und Fühlen, die Brechts Theaterkonzept in verschiedenen Facetten beleuchten.

3. Typische Strukturelemente im Brechtschen Drama: eine Zusammenfassung: Abschließend werden die formalen Unterschiede zwischen der geschlossenen, aristotelischen Dramaturgie und der offenen, diskursiven Form des Brechtschen Theaters systematisch gegenübergestellt.

Schlüsselwörter

Bertolt Brecht, episches Theater, dialektisches Theater, Verfremdungseffekt, Historisierung, marxistische Gesellschaftstheorie, eingreifendes Denken, Kleines Organon, Der Messingkauf, Einfühlungstheater, Dramaturgie, Klassenkampf, Theatertheorie, V-Effekt, revolutionäre Kunst.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theatertheoretischen Entwürfe von Bertolt Brecht mit dem Ziel, seine Vision eines episch-dialektischen Theaters im Kontext des 20. Jahrhunderts verständlich zu machen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen die Verbindung von Kunst und Wissenschaft, die Rolle des Zuschauers als aktiver Gestalter und die Überwindung des bürgerlichen Illusionstheaters durch den Marxismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Brecht das Theater als Instrument für "eingreifendes Denken" und gesellschaftliche Veränderung konzipiert hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung folgt einer systematischen Analyse von Brechts zentralen theoretischen Schriften, insbesondere dem "Messingkauf" und dem "Kleinen Organon", sowie der Sekundärliteratur zu seiner Dramaturgie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den theoretischen Fundamenten des Theaters, dem Diskurs über das "alte" und "neue" Theater sowie der praktischen Anwendung von Verfremdungseffekten zur Distanzierung des Publikums.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Verfremdung, dialektisches Theater, eingreifendes Denken, Historisierung und die marxistische Gesellschaftskritik definieren.

Warum lehnt Brecht das traditionelle Einfühlungstheater ab?

Brecht lehnt das Einfühlungstheater ab, weil er der Ansicht ist, dass es den Zuschauer in eine passive Trance versetzt und ihn davon abhält, die gesellschaftlichen Verhältnisse kritisch zu hinterfragen.

Was bedeutet der Begriff des "Akt des Zeigens" beim Schauspieler?

Der "Akt des Zeigens" ist eine Technik, bei der der Schauspieler eine kritische Distanz zu seiner Figur bewahrt, anstatt vollständig in ihr aufzugehen, um dem Publikum die Künstlichkeit und Veränderbarkeit der Situation vor Augen zu führen.

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Detalles

Título
Bertolt Brechts Entwürfe zur Theorie eines episch-dialektischen Theaters im 'wissenschaftlichen Zeitalter'
Universidad
University of Hannover  (Philosophische Fakultät)
Autor
Hans-Georg Wendland (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
24
No. de catálogo
V269708
ISBN (Ebook)
9783656609292
ISBN (Libro)
9783656697015
Idioma
Alemán
Etiqueta
bertolt brechts entwürfe theorie theaters zeitalter
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Hans-Georg Wendland (Autor), 2014, Bertolt Brechts Entwürfe zur Theorie eines episch-dialektischen Theaters im 'wissenschaftlichen Zeitalter', Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269708
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