Das Thema der Migration und die damit einhergehende Problematik einer gelingenden Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in eine ihnen fremde Gesellschaft sind Themen, die in der heutigen globalisierten Welt unumgänglich geworden sind. Die Frage, wie Menschen mit Migrationshintergrund eine erfolgreichere Integration in die Gesellschaft und somit eine Chancengleichheit, ermöglicht werden kann, ist auch im Einwanderungsland Deutschland ein essentielles sozialpolitisches Thema. In meiner Arbeit möchte ich mich darauf konzentrieren, wie es Menschen mit Migrationshintergrund durch Bildung gelingt, integriert zu werden. Da „Integration“ ein weites Begriffsfeld ist und es zu weit greifen würde, zu untersuchen, ob Bildung zur Integration in allen Bereichen des Lebens führt, habe ich den Fokus meiner Hausarbeit durch meine Fragestellung „Bildung – Der Schlüssel für die Integration von Migranten?“ darauf gelegt, inwiefern Menschen mit Migrationshintergrund durch Bildung Zugänge zu Ausbildungsplätzen und somit gleichwertige Chancen zum beruflichen und ökonomischen Erfolg erlangen. Hierbei soll untersucht werden, ob Migranten, welche die gleichen Schulabschlüsse wie Menschen ohne Migrationshintergrund haben, auch die gleichen Chancen zur beruflichen Integration haben und wie hoch die Erwerbstätigenquote ausgebildeter Menschen mit Migrationshintergrund im Gegensatz zu jener der ausgebildeter Menschen ohne Migrationshintergrund ist. Zuvor werde ich untersuchen, welche Bildungszugänge Migranten haben und welche Ungleichheiten sich im Schulsystem ergeben.
Zum klareren Verständnis der behandelten Themenbereiche sollen zunächst die Begriffe der Migration und der Integration definiert werden und ein Abriss der Geschichte der Migration in Deutschland in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg gezeichnet werden.
Weiterhin werde ich später noch die Begriffe der Bildung und der sozialen Ungleichheit definieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Migration
2.1 Definition des Begriffes „Migration“
2.2 Die Geschichte der Migration in Deutschland nach 1945
3. Definition des Begriffes „Integration“
4. Definition des Begriffes „Soziale Ungleichheit“
5. Bildung – Der Schlüssel für die Integration von Migranten?
5.1 Definition des Begriffes „Bildung“
5.2 Ungleichheiten der Bildungschancen für Migranten
5.3 Integration durch Bildung?
5.4 Soziologische Erklärungsansätze für die Ausgrenzung, Benachteiligung und ungleichen Chancen für Migranten im deutschen Bildungssystem
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Fragestellung, ob Bildung als effektiver Schlüssel zur erfolgreichen Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in die deutsche Gesellschaft dienen kann. Dabei wird insbesondere beleuchtet, inwieweit Bildungszugänge und -abschlüsse tatsächlich gleichwertige berufliche und ökonomische Chancen eröffnen, oder ob strukturelle Barrieren und Stigmatisierungsprozesse bestehen bleiben.
- Historische Entwicklung der Migration in Deutschland nach 1945
- Theoretische Grundlagen zu Integration und sozialer Ungleichheit
- Analyse der Bildungschancen von Menschen mit Migrationshintergrund
- Soziologische Erklärungsmodelle für Bildungsbenachteiligung
- Stigmatisierungsprozesse auf dem Arbeitsmarkt
Auszug aus dem Buch
Soziologische Erklärungsansätze für die Ausgrenzung, Benachteiligung und ungleichen Chancen für Migranten im deutschen Bildungssystem
Im Folgenden Abschnitt wird versucht, soziologische Erklärungen der Nachteile von Migranten im Schulbereich zu finden/darzustellen.
Ein Erklärungsansatz, die Kulturdefizit-These besagt, dass die Nachteile der Kinder mit Migrationshintergrund schon vor dem Beginn der Bildungskarriere bestehen und kulturell bedingt sind. Gemäß dieser These haben Schüler und Schülerinnen mit Migrationshintergrund Defizite „[...]hinsichtlich dessen […] was als ‚Normalausstattung‘ an Verhaltensweisen, Kenntnissen und Fähigkeiten [vorausgesetzt wird] …, die ein Kind oder ein Jugendlicher eines bestimmten Entwicklungsstandes in die Institutionen der Bildung und Erziehung mitbringe“ (Diefenbach 2004:231).
Laut der Kulturdefizit-These können diese Defizite beispielsweise traditionelle und wenig moderne Einstellungen dem Lernen und der Bildung gegenüber sein, weshalb die Schüler und Schülerinnen mit Migrationshintergrund geringes Interesse, Motivation und Engagement für die Schule aufbringen. Diese These beinhaltet auch die Annahme, dass Familien mit Migrationshintergrund ein „anderes“ Bildungsverständnis und verhalten haben, welches mit „dem Grad kultureller Übereinstimmung bzw. Distanz zwischen Herkunfts- und Aufnahmeland verbunden ist“. So wird Eltern mit Migrationshintergrund oft unterstellt, sie brächten der deutschen Schule Misstrauen entgegen, weshalb auch ihre Kinder diese Ablehnung und Skepsis teilten und sich deshalb nur unzureichend an die Gegebenheiten und Anforderungen deutscher Schulen anpassten (vgl. Becker 2011:13f.).
Eine weitere Erklärung für die Nachteile von Migranten ist die sogenannte humankapitaltheoretische Erklärung, die besagt, dass Eltern mit Migrationshintergrund weniger in die Sozialisation, Erziehung und Vorbereitung auf die Schule und Ausbildung investieren als Eltern der deutschen Kinder. Laut dieser Erklärung mangele es den Kindern mit Migrationshintergrund gegenüber deutschen Kindern an „Humankapital“, welches relevant ist, um die Schullaufbahn in Deutschland erfolgreich zu absolvieren. Als „Humankapital“ werden alle Investitionen in die Erziehung und Ausbildung eines Menschen bezeichnet „und die ihm monetäre oder nichtmonetäre Erträge bringen“ (vgl. Diefenbach 2004:234).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund ein und definiert die zentrale Fragestellung zur Rolle von Bildung für berufliche und ökonomische Chancengleichheit.
2. Migration: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Migration und gibt einen historischen Abriss der Einwanderungsgeschichte in Deutschland nach 1945, einschließlich der Gastarbeiter-Ära.
3. Definition des Begriffes „Integration“: Es werden verschiedene sozialwissenschaftliche Sichtweisen auf den Integrationsbegriff diskutiert, um die Schwierigkeit einer einheitlichen Definition zu verdeutlichen.
4. Definition des Begriffes „Soziale Ungleichheit“: Dieses Kapitel erläutert, wie soziale Ungleichheit definiert ist und wie sie durch die ungleiche Verteilung wertvoller gesellschaftlicher Güter die Chancen von Individuen beeinflusst.
5. Bildung – Der Schlüssel für die Integration von Migranten?: Dieser Hauptteil analysiert den Bildungsbegriff, untersucht die tatsächlichen Nachteile von Migranten im Bildungssystem und diskutiert soziologische Erklärungsansätze für diese Benachteiligungen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Kernergebnisse der Untersuchung zusammen und stellt fest, dass Bildung zwar ein wichtiger Faktor ist, aber für eine gelingende Integration aufgrund weiterer Hürden wie Stigmatisierung allein nicht ausreicht.
Schlüsselwörter
Migration, Integration, Bildung, soziale Ungleichheit, Migrationshintergrund, Bildungschancen, Humankapital, Stigmatisierung, Gastarbeiter, Chancengleichheit, Arbeitsmarkt, Bildungsbenachteiligung, Diskriminierung, Schulerfolg, Sozialisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, welchen Einfluss Bildung auf die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in die deutsche Gesellschaft und insbesondere in das Arbeitsleben hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Migration, Integration und sozialer Ungleichheit sowie die spezifische Analyse von Bildungschancen und soziologischen Erklärungsmodellen für Bildungsbenachteiligungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob Bildung tatsächlich als Schlüssel zur Integration fungiert und ob gleichwertige Bildung bei Migranten zu gleichen beruflichen Chancen führt wie bei Einheimischen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender sozialwissenschaftlicher Theorien, empirischer Befunde und Statistiken, um die Zusammenhänge zwischen Bildungsabschluss, sozialer Herkunft und Arbeitsmarkterfolg zu beleuchten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Definitionen vor allem die Benachteiligungen von Schülern mit Migrationshintergrund im Schulsystem sowie institutionelle Diskriminierungs- und Stigmatisierungsprozesse analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Migration, Integration, Bildungschancen, soziale Ungleichheit, Humankapitaltheorie, Diskriminierung und der Prozess der Stigmatisierung.
Welche Rolle spielt die „Kulturdefizit-These“ in der Argumentation?
Sie dient als einer der soziologischen Erklärungsansätze, der darauf abzielt zu erklären, warum Kinder mit Migrationshintergrund bereits zu Beginn der Bildungskarriere Nachteile erfahren, wobei hierbei kulturelle Distanz und familiäre Einstellungen eine Rolle spielen.
Was versteht man in dieser Arbeit unter „Humankapital“?
Humankapital umfasst alle Investitionen in die Erziehung und Ausbildung eines Individuums, die darauf abzielen, monetäre oder nichtmonetäre Erträge zu erwirtschaften und so den Bildungserfolg zu begünstigen.
Warum reicht Bildung laut Fazit oft nicht für eine gelingende Integration aus?
Das Fazit kommt zu dem Schluss, dass trotz hoher Bildungsqualifikationen Diskriminierungsprozesse und Stigmatisierung auf dem Arbeitsmarkt verhindern, dass Menschen mit Migrationshintergrund dieselben Erfolgschancen wie Einheimische genießen.
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- Petra Fischer (Author), 2012, Bildung. Der Schlüssel für die Integration von Migranten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269724