Finanzierungstheorien bieten theoretische Erklärungen für finanzwirtschaftliche Fragestellungen und bilden die Grundlage für Finanzierungsmodelle. Es gibt eine Vielzahl an Ansätzen und aufgrund neuer Erkenntnisse entwickeln sich bestehende Theorien weiter oder neue Ideen entstehen.
Ein derartiges Ereignis kann die aktuelle europäische Staatsschuldenkrise sein. Denn besonders Krisen sind häufig Auslöser neuer Entwicklungen. Diese Arbeit stellt deshalb die Frage, welche Auswirkung die europäische Staatsschuldenkrise auf die neoklassischen Finanzierungstheorien hat.
Dabei begrenzt sich die Arbeit auf das auf dem einwertigen Ansatz basierende Dean-Modell und die Kapitalmarktheorien Portfolio Theorie, Capital Asset Pricing Modell (CAPM) und Abitrage Pricing Modell (APM). Diese Abgrenzung erfolgt aufgrund der theoretischen und praktischen Relevanz. Darüber hinaus repräsentieren die Modelle die unterschiedlichen Ansätze neoklassischer Finanzierungstheorien.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Einleitung in die Thematik
1.2 Aufbau
2 Neoklassische Finanzierungstheorien
2.1 Einordnung der neoklassischen Finanzierungstheorien
2.2 Dean Modell
2.3 Portfoliotheorie
2.4 Capital Asset Pricing Model
2.5 Abitrage Pricing Modell
3 Auswirkung der Europäischen Staatsschuldenkrise
3.1 Definition
3.2 Allgemeine Auswirkungen auf die neoklassischen Finanzierungstheorien
3.3 Auswirkung auf die Gültigkeit des Dean-Modell
3.4 Auswirkung auf die Gültigkeit der Portfoliotheorie
3.5 Auswirkung auf die Gültigkeit des Capital Asset Pricing Model
3.6 Auswirkung auf die Gültigkeit des Abitrage Pricing Modell
4 Kritische Würdigung
4.1 Begriff Staatsschuldenkrise
4.2 Europäischer Fokus
4.3 Andauernde Entwicklungen
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die europäische Staatsschuldenkrise die Gültigkeit etablierter neoklassischer Finanzierungstheorien beeinflusst und infrage stellt.
- Analyse neoklassischer Finanzierungstheorien (Dean-Modell, Portfoliotheorie, CAPM, APM)
- Definition und Kontextualisierung der europäischen Staatsschuldenkrise
- Untersuchung der theoretischen Auswirkungen der Krise auf die Modellannahmen
- Kritische Würdigung der praktischen Relevanz und Modellgrenzen in Krisenzeiten
Auszug aus dem Buch
3.4 Auswirkung auf die Gültigkeit der Portfoliotheorie
Trotz der europäischen Staatssschuldenkrise werden Anlagen auch weiterhin auf mehrere Wertpapiere diversifiziert. Die Rendite E(Rp) eines Portfolio, welches zu einem Teil (x1) aus dem Wertpapier 1 und zu einem anderem Teil (x2) aus dem Wertpapier 2 besteht, lässt sich weiterhin durch folgende Funktion definieren:
E(Rp) = x1 * E(R1) + (1 – x1) * E(R2).
Die Varianz (Var(Rp)), Standardabweichung und Korrelation (cov) definiert dementsprechend das Risiko (ⱷ) eines Portfolios:
ωp² = x1 * ω² + (1 – x)² * ω² + 2x1 * (1 – x1) * cov(R1,R2).
Durch die politische Unsicherheit wird die Position vertreten werden, dass das systematische Risiko zugenommen hat. Dennoch können das Minimum-Varianz-Portfolio (MVP) und das effiziente Randportfolio lokalisiert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz von Finanzierungstheorien und Einführung in die Fragestellung bezüglich der Auswirkungen der Staatsschuldenkrise.
2 Neoklassische Finanzierungstheorien: Systematische Einordnung und Erläuterung der Modelle Dean-Modell, Portfoliotheorie, CAPM und APM.
3 Auswirkung der Europäischen Staatsschuldenkrise: Detaillierte Untersuchung, wie die Krise die Annahmen und Gültigkeit der im zweiten Kapitel eingeführten Modelle beeinflusst.
4 Kritische Würdigung: Reflektion über die Begrifflichkeit der Staatsschuldenkrise, den europäischen Fokus und die Problematik einer abschließenden Debatte bei andauernden Krisen.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Modellaussagekraft sowie Ausblick auf weiterführende Fragestellungen zur Bedeutung einer risikofreien Anlage.
Schlüsselwörter
Staatsschuldenkrise, Neoklassische Finanzierungstheorien, Portfoliotheorie, CAPM, Arbitrage Pricing Modell, Dean-Modell, Kapitalmarkt, Risikofreie Anlage, Diversifikation, Markteffizienz, Eurozone, Systematisches Risiko, Tobin-Separation, Finanzierung, Investition.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der europäischen Staatsschuldenkrise auf die theoretische Gültigkeit klassischer Finanzierungsmodelle.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die neoklassischen Finanzierungstheorien und deren Anpassung oder Schwächung durch die aktuellen wirtschaftspolitischen Verwerfungen in der Eurozone.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob die Annahmen der behandelten Finanzierungsmodelle unter den Bedingungen der Staatsschuldenkrise weiterhin ihre Gültigkeit behalten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Modellbetrachtung der neoklassischen Ansätze sowie der kritischen Auseinandersetzung mit aktueller Fachliteratur zur Krise.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die spezifischen Auswirkungen der Krise auf die Gültigkeit des Dean-Modells, der Portfoliotheorie, des CAPM und des APM.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Staatsschuldenkrise, Kapitalmarkttheorien, Risikofaktoren und Markteffizienz.
Warum wird das Dean-Modell als weniger stark betroffen eingestuft als andere Modelle?
Da das Dean-Modell nicht zwingend auf der Annahme eines vollkommenen Kapitalmarktes basiert, bleibt es von einigen krisenbedingten Marktstörungen unberührt.
Warum stellt das Fehlen einer risikofreien Anlage für das CAPM ein zentrales Problem dar?
Ohne eine risikofreie Anlage kann die Kapitalmarktlinie nicht bestimmt werden, was die Tobin-Separation unmöglich macht und die Aussagekraft des CAPM erheblich schwächt.
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- Jens Christoph Parker (Author), 2012, Auswirkungen der europäischen Staatsschuldenkrise auf die Gültigkeit der neoklassischen Finanzierungstheorien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269783