„Die Brandung“ ist ein Roman Martin Walsers, der an die Novelle „Ein fliehendes Pferd“ anknüpft.
Diese Arbeit vergleicht den Beginn und das Ende des Romans "Die Brandung" von Martin Walser mit der Novelle "Ein fliehendes Pferd". Außerdem werden die Elemente des modernen Romans aus beiden Erzählungen herausgearbeitet.
Inhaltsverzeichnis
1. Vergleich des Romanbeginns und des Romanendes von „Die Brandung“ mit der Novelle „Das fliehende Pferd“ von Martin Walser
2. Charakterisierung des modernen Romans in „Die Brandung“ und „Ein fliehendes Pferd“
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die strukturellen und inhaltlichen Parallelen zwischen Martin Walsers Roman „Die Brandung“ und der Novelle „Ein fliehendes Pferd“, wobei insbesondere das erzählerische Prinzip des Aufgreifens des Romanbeginns am Ende des Werkes als Mittel zur strukturellen Abrundung untersucht wird. Dabei wird erörtert, inwiefern beide Texte Merkmale des modernen Romans aufweisen und welche Rolle die Kommunikation in den Beziehungen der Protagonisten spielt.
- Strukturelle Analyse der Romananfänge und -enden
- Kommunikationsdynamik in den Beziehungen von Helmut Halm
- Merkmale und Gestaltungsmittel des modernen Romans
- Darstellung des Anti-Helden und gesellschaftlicher Leistungsdruck
- Funktion des offenen Endes und der Identitätskrise
Auszug aus dem Buch
Vergleich des Romanbeginns und des Romanendes von „Die Brandung“ mit der Novelle „Das fliehende Pferd“ von Martin Walser
„Die Brandung“ ist ein Roman Martin Walsers, der an die Novelle „Ein fliehendes Pferd“ anknüpft. Zu Beginn des Romans steht Helmut Halm, der Protagonist beider Erzählungen, vor dem Spiegel und reflektiert über einen Anruf aus Kalifornien. Ein ehemaliger Freund und Bekannter bietet Helmut die Möglichkeit einer Gastprofessur für das Herbstsemester in Kalifornien an, da ihm ein Dozent fehle. Der Freund Halms, Rainer Mersjohann aus Tübingen, will dadurch die Freundschaft auffrischen, die mittlerweile fast eingeschlafen ist. Helmut bittet um Bedenkzeit von 48 Stunden und sagt, er müssen noch mit seiner Frau darüber sprechen.
Der Roman „Die Brandung“ endet mit einem Gespräch Halms mit Sabine, seiner Frau. Zunächst folgt eine Art Schlagabtausch von Ja´s, wonach Helmut seiner Frau die Geschehnisse erklären will. Hierbei beginnt er mit der zu Beginn des Romans beschriebenen Situation vor dem Spiegel.
Zugleich fällt eine Parallele zu Beginn und Ende der Novelle „Ein fliehendes Pferd“ auf: Auch in der Novelle entschließt sich Helmut seiner Frau die Geschehnisse aus seiner Sicht zu erzählen und zu erläutern, wobei er den ersten Satz der Novelle aufgreift: „Also bitte, sagte er. Es war so: Plötzlich drängte Sabine aus dem Strom der Promenierenden hinaus und ging auf ein Tischchen zu, an dem noch niemand saß“ (Ein fliehendes Pferd, S.15), was dem ersten Satz der Novell genau entspricht (vgl. S.9). In „Die Brandung“ wird der erste Satz zwar nicht exakt wiedergegeben, jedoch bezieht sich Helmut klar auf diesen: „Er fing an mit den zweiten Ferientag, als er im Bad vor dem Spiegel stand, das Rasieren hinter sich hatte, aber nicht aufhören konnte, sein Gesicht mit einer unauflösbaren Mischung aus Mißgunst und Genuß zu betrachten“ (Die Brandung, S.319). Der erste Satz des Romans ist hier wortgetreu wiedergegeben, da auch Helmuts Aussage mit indirekter Rede wiedergegeben wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vergleich des Romanbeginns und des Romanendes von „Die Brandung“ mit der Novelle „Das fliehende Pferd“ von Martin Walser: Das Kapitel legt dar, wie Walser durch die Spiegelung des Romanbeginns am Ende der Werke eine strukturelle Geschlossenheit erzeugt und dabei die Kommunikationsversuche der Protagonisten ins Zentrum stellt.
2. Charakterisierung des modernen Romans in „Die Brandung“ und „Ein fliehendes Pferd“: In diesem Teil werden Merkmale der Moderne wie die personale Erzählhaltung, der Fokus auf den Innenraum der Figuren, der Einsatz von Rückblenden und die Darstellung des depotenzierten Anti-Helden herausgearbeitet.
Schlüsselwörter
Martin Walser, Die Brandung, Ein fliehendes Pferd, Helmut Halm, moderner Roman, Struktur, Kommunikationsversuch, Anti-Held, Leistungsdruck, Identitätskrise, Erzähltechnik, Innenperspektive, offenes Ende, Literaturanalyse, gesellschaftliche Verhältnisse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht die strukturellen Ähnlichkeiten und erzählerischen Gemeinsamkeiten zwischen Martin Walsers Roman „Die Brandung“ und seiner Novelle „Ein fliehendes Pferd“.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die erzählerische Struktur durch das Aufgreifen des Beginns am Ende, die Kommunikationsproblematik in der Ehe von Helmut Halm sowie die Gestaltungsmittel des modernen Romans.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Walser durch das strukturelle Element des zyklischen Erzählens die Beziehungsproblematik seiner Charaktere unterstreicht und dabei moderne literarische Gattungsmerkmale einsetzt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär auf der Textinterpretation, dem Vergleich von Textstellen und der Einordnung der Werke in die Gattung des modernen Romans basiert.
Was umfasst der Hauptteil der Analyse?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des strukturellen Aufbaus der Romananfänge und -enden sowie die Analyse der für den modernen Roman typischen Gestaltungsmittel wie personale Erzählweise und Heldenkritik.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie moderne Erzähltechnik, Identitätskrise, gesellschaftlicher Leistungsdruck und kommunikative Resignation der Protagonisten geprägt.
Warum spielt die Spiegel-Szene eine so zentrale Rolle für die Analyse?
Die Szene dient als Fixpunkt für die zirkuläre Erzählstruktur, da der Protagonist Helmut Halm an diesen Moment der Ausgangslage zurückkehrt, um seine Erlebnisse für seine Frau aufzuarbeiten.
Wie unterscheidet sich die Kommunikation am Ende der beiden Werke?
Während in „Ein fliehendes Pferd“ noch eine gewisse Zärtlichkeit zwischen den Ehepartnern spürbar ist, wirkt der Dialog in „Die Brandung“ aufgrund des vorangegangenen Ehebruchs deutlich resignierter und weniger vertraut.
Welche Rolle spielt das offene Ende für die moderne Romanform?
Das offene Ende entzieht sich einer endgültigen Auflösung und soll den Leser stattdessen zur Reflexion über die dargestellten Beziehungs- und Gesellschaftsprobleme anregen.
Wie wird der „Anti-Held“ in diesen Texten definiert?
Der Anti-Held wird als eine Figur charakterisiert, die unter dem Leistungsdruck der Gesellschaft leidet, sich in Scheinidentitäten flüchtet und unfähig ist, eine geordnete Welt oder einen festen Lebenssinn zu finden.
- Citar trabajo
- Madleen Wendt (Autor), 2011, Vergleich des Romanbeginns und des Romanendes von „Die Brandung“ mit der Novelle „Das fliehende Pferd“ von Martin Walser, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269882