Die fortschreitende Modernisierung der Welt umfasst sämtliche Teilbereiche
gesellschaftlichen Lebens – Wissenschaft, Technologie, Gesellschaft. Auch der Krieg,
als gesellschaftliches Phänomen, hat eine Weiterentwicklung vollzogen.
Bei der Auseinandersetzung mit dem Begriff des Krieges gilt die Definition des
Militärtheoretikers Clausewitz als Ausgangspunkt:
„Der Krieg ist also ein Akt der Gewalt, um den Gegner zur Erfüllung unseres
Willens zu zwingen.“
Mit der Definition Clausewitz‘ geht die Vorstellung einher, dass Krieg prinzipiell nur
zwischen Staaten stattfindet, da diese die einzigen Akteure sind, die einen legitimen
Anspruch auf Gewaltausübung besitzen. Mit den staatlich verfassten Akteuren geht
auch eine gewisse Verrechtlichung einher: Krieg beginnt mit einer Kriegserklärung und
endet z.B. mit der Kapitulation eines Kriegsteilnehmers. So findet eine eindeutige
Abgrenzung von Krieg und Frieden statt. Eine weitere Trennungslinie lässt sich im
Hinblick auf die Bevölkerung der Kriegsteilnehmer ziehen. Es wird unterschieden
zwischen Kombattanten (z.B. Soldaten) und Nicht-Kombattanten (z.B.
Zivilbevölkerung).
Die dargestellte Sichtweise stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist aus heutiger
Perspektive nicht mehr in der Lage, sämtliche Formen des Krieges abzubilden, da sich
die modernen Ausprägungen des Krieges einem „grundlegende[n] Wandel“ vollzogen
haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Klassische Kriege versus neue Kriege
2. Entwicklung der medialen Berichterstattung im Krieg
3. Anwendungsbeispiel: Irak-Krieg (2003)
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Wechselverhältnis zwischen Politik, Militär und Medien unter der Bedingung moderner kriegerischer Auseinandersetzungen. Im Zentrum steht die Analyse, inwieweit Medien als Instrument zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung und zur Legitimierung von Kriegshandlungen instrumentalisiert werden, wobei der Irak-Krieg von 2003 als zentrales Fallbeispiel dient.
- Wandel des Kriegsbegriffs von klassischen zu "neuen Kriegen"
- Historische Entwicklung der Kriegsberichterstattung
- Instrumentalisierung der Medien durch politische Akteure
- Rolle des "Embedded Journalism" im Irak-Krieg
- Mediale Einflussnahme auf die öffentliche Akzeptanz von Kriegen
Auszug aus dem Buch
3. Anwendungsbeispiel: Irak-Krieg (2003)
Entsprechend der Sichtweise der Medien als 4. Gewalt im Staat, kommt selbigen der gesellschaftliche Auftrag einer freien Presse zu, die den Bürger mit möglichst objektiven Informationen versorgen soll, damit dieser am Meinungsbildungsprozess teilhaben kann. Durch die divergierenden Interessen von Politik und Militär und Medien kommt es zu einem „Beziehungsdreieck [aus] Medien, Krieg und Politik“, das durchaus Konfliktpotential birgt.
Am Beispiel des Irak-Krieges 2003 lässt sich darstellen, wie politische Akteure, besonders bei der Vorbereitung eines neuen Krieges, Medien zu ihren Zwecken instrumentalisieren.
Um ihrer gesellschaftlichen Aufgabe, die Bevölkerung zu Informieren, nachzukommen, müssen Medienvertreter aus der Fülle tagespolitischer Nachrichten eine Auswahl treffen. Durch die Auswahl bestimmter Themen beeinflussen Medien in hohem Maße die gesellschaftliche Aufmerksamkeit, die diesen Themen zu Teil wird. Durch die bewusste Fokussierung auf eine Nachricht, oder auch die bewusste Ignorierung einer anderen Nachricht, können Medien auf die Akzeptanz bzw. Ablehnung der Bevölkerung gegenüber kriegerischer Maßnahmen Einfluss nehmen. Das Prinzip des Agenda-Settings kann besonders in westlich-geprägten ‚Mediendemokratien‘ als entscheidendes Mittel für die politische Durchsetzung eines Krieges angesehen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Klassische Kriege versus neue Kriege: Dieses Kapitel erläutert den Wandel des Kriegsbegriffs von einer staatlich verfassten, rechtlich geregelten Gewaltanwendung hin zu asymmetrischen, privatisierten Konflikten unter Beteiligung nicht-staatlicher Akteure.
2. Entwicklung der medialen Berichterstattung im Krieg: Hier wird die historische Evolution des Kriegsjournalismus skizziert, von den Anfängen der Kriegsberichterstattung bis hin zur bewussten Instrumentalisierung der Medien zu Propagandazwecken in den Weltkriegen.
3. Anwendungsbeispiel: Irak-Krieg (2003): Dieses Kapitel analysiert das Beziehungsdreieck zwischen Medien, Politik und Militär am Beispiel des Irak-Krieges, wobei insbesondere Agenda-Setting, Framing und das Konzept des "embedded journalism" untersucht werden.
4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Risiken für die Unabhängigkeit der Medien zusammen und reflektiert, wie die Instrumentalisierung der Medien im Irak-Krieg die demokratische Kontrollfunktion untergraben hat.
Schlüsselwörter
Irak-Krieg, Medien, Politik, Militär, Kriegsberichterstattung, Neue Kriege, Instrumentalisierung, Agenda-Setting, Framing, Embedded Journalism, Propagandapparate, Massenmedien, Öffentliche Meinung, Demokratie, Konfliktpotenzial.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Medien in modernen Konflikten und untersucht, wie diese als Instrumente der Kriegführung und zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung eingesetzt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind der Wandel vom klassischen zum "neuen Krieg", die Entwicklung der Kriegsberichterstattung, die mediale Instrumentalisierung durch die Politik und die ethischen Herausforderungen des Journalismus im Kriegskontext.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, das Wechselverhältnis zwischen Politik, Militär und Medien zu beleuchten und aufzuzeigen, wie Medien während des Irak-Krieges 2003 genutzt wurden, um einen Kriegseintritt zu legitimieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse der kriegswissenschaftlichen und medienkritischen Literatur sowie auf eine deskriptive Untersuchung des Fallbeispiels Irak-Krieg.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung der Berichterstattung, die Mechanismen der Agenda-Setzung und Framing-Strategien sowie die Auswirkungen des Programms für "embedded journalists".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Kriegsberichterstattung, Instrumentalisierung, Irak-Krieg, Agenda-Setting und Embedded Journalism charakterisiert.
Warum wird der Irak-Krieg als "Netzwerk-Krieg" bezeichnet?
Die Bezeichnung resultiert aus der umfassenden Nutzung von Online-Netzwerken und einer modernen, vernetzten Kommunikation, die den Irak-Krieg 2003 zu einem spezifischen Medienereignis machte.
Welche kritischen Aspekte werden zum "embedded journalism" genannt?
Kritiker bemängeln, dass durch die Nähe der Journalisten zum Militär die Objektivität verloren geht und zwangsläufig nur eine einseitige, militärkonforme Berichterstattung erfolgen kann.
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- Moritz Sehn (Author), 2014, Medien als Kriegswaffe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269940