Aufgrund des wirtschaftsstrukturellen Wandels in Deutschland - weg von einer Industriegesellschaft, hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft – sind zahlreiche industriell genutzte Flächen freigesetzt worden. Gewerbliche Brachflächen stellen für die Kommunen einen städtebaulichen Missstand dar, da durch die fehlende Nutzung Steuerausfälle entstehen und das Erscheinungsbild des jeweiligen Standorts beeinträchtigt wird. Aus immobilienwirtschaftlicher Sicht beinhalten diese Brachflächen ein hohes Nutzungspotenzial, da eine Revitalisierung dieser Flächen oft kostengünstiger ist als ein Neubau. In vielen Fällen befinden sich die Brachflächen in attraktiver Innenstadtlage und weisen eine gute Infrastruktur auf. Allerdings ist die Revitalisierung von Brachflächen auch mit gewissen Risiken verbunden. So können rechtliche Bestimmungen (Baurecht, Denkmalschutz, Umweltschutz etc.) oder auch immobilienwirtschaftliche Risiken (z.B. zu geringe Nachfrage) die finanzielle Tragfähigkeit eines Revitalisierungsprojektes gefährden.
In der vorliegenden Arbeit soll nun untersucht werden, welche Konzepte es für die Folgenutzung von Brachflächen gibt und welche Chancen und Risiken mit derartigen Projekten verbunden sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Folgenutzungskonzepte für Brachflächen
2.1 Definitionen
2.1.1 Definition von Brachflächen
2.1.2 Definition Redevelopment, Flächenrecycling und Revitalisierung
2.2 Entstehung von Brachflächen
2.3 Typologisierung von Brachflächen
2.4 Brachflächen als Chance und Missstand der Kommunen
2.5 Folgenutzungsansätze
2.5.1 Formen der Folgenutzung
2.5.2 Konkrete Nutzungsmöglichkeiten
2.5.3 Hemmnisse und Risiken der Folgenutzung
2.5.3.1 Physische Altlasten
2.5.3.2 Immobilienwirtschaftliche Risiken
2.5.3.3 Denkmalschutzbestimmungen
2.5.3.4 Rechtliche Verfahren der Folgenutzung
2.5.3.5 Mentale Altlasten
2.5.3.6 Räumliche Inkongruenz zwischen Brachflächenangebot und -nachfrage
2.5.4 Träger der Folgenutzung
3. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Potenziale, die mit der Folgenutzung gewerblicher Brachflächen in Deutschland verbunden sind. Das primäre Ziel besteht darin, verschiedene Revitalisierungskonzepte zu analysieren sowie die damit einhergehenden Chancen für Kommunen und die immobilienwirtschaftlichen Risiken kritisch zu bewerten.
- Definition und Typologisierung von Brachflächen
- Ursachen für das Entstehen industrieller und gewerblicher Brachflächen
- Analyse der Folgenutzungsansätze (Instandsetzung, Sanierung, Neubau)
- Hemmnisse bei der Revitalisierung (Altlasten, Denkmalschutz, rechtliche Rahmenbedingungen)
- Trägermodelle für Folgenutzungsprojekte (Öffentlich-rechtlich, privat, Public-Private-Partnership)
Auszug aus dem Buch
2.5.3.1 Physische Altlasten
Ein Folgenutzungshemmnis stellen physische Altlasten dar. Dabei gehen von der Brachfläche Gefahren für die menschliche Gesundheit und die Umwelt aus. Die Kontaminierung des Grundstücks ist dabei häufig auf die eigentliche Produktion, auf die Lagerung von Produktionsabfällen oder auf Unfälle zurückzuführen. Nach Angaben des Bundesministeriums für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau sind in Deutschland durchschnittlich 4,5 Prozent des Gemeindesgebietes der deutschen Städte Altlastenverdachtsflächen. Dies entspricht etwa 244.000 Standorten, bei denen der Verdacht auf Kontamination besteht.
In Bezug auf Altlasten lässt sich zwischen Altablagerungen und Altstandorten differenzieren. Durch den Begriff „Altablagerungen“ werden verlassene oder stillgelegte Ablagerungsplätze verstanden, bei denen gewerbliche und industrielle Abfälle gelagert werden. Altstandorte sind dagegen Grundstücke, auf denen früher Industrie- und Gewerbebetriebe angesiedelt wurden. Dies ist in Abbildung 1 illustriert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt den wirtschaftsstrukturellen Wandel in Deutschland und die daraus resultierende Notwendigkeit, gewerbliche Brachflächen durch Revitalisierung einer neuen Nutzung zuzuführen.
2. Folgenutzungskonzepte für Brachflächen: Erläutert zentrale Begrifflichkeiten, die Entstehungsgeschichte und Typologie von Brachflächen, diskutiert Chancen und Hemmnisse der Reaktivierung sowie verschiedene Trägermodelle für entsprechende Projekte.
3. Resümee: Fasst die wesentlichen Erkenntnisse zu den verschiedenen Entwicklungspotenzialen von Brachflächen und den Möglichkeiten ihrer Folgenutzung durch kommunale und private Akteure zusammen.
Schlüsselwörter
Brachflächen, Revitalisierung, Flächenrecycling, Redevelopment, Folgenutzung, Altlasten, Denkmalschutz, Immobilienwirtschaft, Standortentwicklung, Kommunen, Public-Private-Partnership, Stadtentwicklung, gewerbliche Brachflächen, Grundstücksmanagement, Infrastruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik ungenutzter industrieller und gewerblicher Brachflächen in Deutschland und der Frage, wie diese Flächen durch verschiedene Konzepte wieder in den Wirtschaftskreislauf integriert werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Definition und Kategorisierung von Brachflächen, die Analyse der Ursachen ihres Leerstands, die Darstellung von Hemmnissen wie Altlasten oder rechtlichen Hürden sowie die Vorstellung von Modellen für die Projektträger.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Untersuchung von Strategien zur Brachflächen-Revitalisierung, um die städtebaulichen Missstände zu beheben und das immobilienwirtschaftliche Potenzial dieser Flächen unter Berücksichtigung der bestehenden Risiken zu heben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Quellenanalyse, die internationale Definitionen, Fachliteratur sowie rechtliche Grundlagen und Studien zur Stadt- und Immobilienentwicklung einbezieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Begrifflichkeiten, die Analyse der Entstehungsursachen und Typologien, die detaillierte Betrachtung von Folgenutzungsansätzen sowie die Auseinandersetzung mit spezifischen Hemmnissen und Trägermodellen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Revitalisierung, Brachflächen, Immobilienwirtschaft, Public-Private-Partnership, Altlasten, Stadtentwicklung und Flächenrecycling charakterisiert.
Warum ist die Unterscheidung zwischen „Altablagerungen“ und „Altstandorten“ relevant?
Die Unterscheidung ist für die Risikobewertung und die notwendigen Sanierungsmaßnahmen entscheidend, da sie Aufschluss darüber gibt, ob es sich um reine Müllablagerungsplätze oder um kontaminierte ehemalige Produktionsstandorte handelt.
Welche Strategien zur Revitalisierung werden Kommunen empfohlen?
Die Arbeit identifiziert verschiedene Strategien wie „Laufen lassen“, „Aktiv entwickeln“, „Vorbereiten“, „Warten“ und „Rückbau“, je nachdem, wie marktfähig die Fläche ist und wie hoch der notwendige staatliche Interventionsbedarf ausfällt.
- Quote paper
- Diplom-Soziologe / PR-Berater (DPRG) Tilmann Wörner (Author), 2012, Folgenutzung von Brachflächen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270062