Was ist das Geheimnis starker Menschen? Immer wieder gibt es erstaunliche Biographien von Kindern, die sich trotz teilweise katastrophaler Kindheit entgegen allen Prognosen zu glücklichen und gesunden Erwachsenen entwickeln. Sie verfügen von Kindesbeinen an über eine enorme psychische Widerstandskraft – über Resilienz.
Dieser Band gibt einen fundierten Einblick in das Konzept der kindlichen Resilienz. Er zeigt auf, wie Kinder mit belastenden Situationen umzugehen lernen, nach Traumata wieder ins Leben zurückfinden und sich zu starken und mutigen Persönlichkeiten entwickeln.
Aus dem Inhalt
Die Förderung von Resilienz: Ansätze der offenen Kinder- und Jugendarbeit und der Montessori-Pädagogik
Resilienz bei der Prävention von Störungen des Sozialverhaltens
Resilienz bei Trennung und Scheidung
Inhaltsverzeichnis
Stefanie Petschkuhn (2007): Inwieweit kann offene Kinder- und Jugendarbeit die Resilienzförderung unterstützen?
Einleitung
Offene Kinder- und Jugendarbeit
Resilienz
In wieweit kann offene Kinder- und Jugendarbeit die Resilienzförderung unterstützen?
Weiterführende Gedanken
Britta Wehen (2007): Wie man Kinder zu Stärke und Widerstandsfähigkeit befähigen kann. Möglichkeiten des Resilienzkonzeptes und der Montessori-Pädagogik
Einleitung
Risikoeinflüsse
Das Resilienzkonzept
Montessori-Pädagogik
Das Kind als aktiver Gestalter – Der innere Bauplan
Angela Schickler (2010): Die Bedeutung von Resilienz für die Prävention von Störungen des Sozialverhaltens im Kindes- und Jugendalter
Einleitung
Zur Psychopathologie der Störung des Sozialverhaltens
Grundlagen der Resilienz
Fragestellung
Resilienzförderung im Kontext der Prävention der Störung des Sozialverhaltens
Ziele, Ebenen und Strategien
Christopher Hahn (2012): Die Bedeutung einer feinfühligen Bezugsperson für die Resilienz eines Kindes bei Trennung und Scheidung
Einleitung
Das Bindungsverhalten von Kindern
Die Resilienz eines Kindes
Scheidung und Trennung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich dem Konzept der Resilienz bei Kindern und untersucht deren Bedeutung im pädagogischen Kontext sowie bei der Prävention von Verhaltensstörungen. Ziel ist es, protektive Faktoren zu identifizieren, die es Kindern ermöglichen, trotz belastender Lebensumstände wie Armut oder elterlicher Trennung eine gesunde Persönlichkeit zu entwickeln.
- Grundlagen des Resilienzbegriffs und der Resilienzforschung
- Risiko- und Schutzfaktoren in der kindlichen Entwicklung
- Möglichkeiten der Resilienzförderung durch pädagogische Ansätze
- Prävention von Verhaltensauffälligkeiten und Störungen des Sozialverhaltens
- Bedeutung sicherer Bindungen für die psychische Widerstandsfähigkeit
Auszug aus dem Buch
Die „Kauai- Längsschnittstudie“
Die Kauai- Studie gilt als sogenannte Pionierstudie der Resilienzforschung. Sie wurde von der Amerikanerin Emmy Werner und einer Forschungsgruppe um Ruth S. Smith durchgeführt (Fröhlich-Gildhoff & Rönnau-Böse 2009 S. 15). Veröffentlichungen hierzu gab es in den Jahren 1982, 1992, 2001; Werner 1993, 1995, 1999a, 1999b, 2000, 2001; Werner & Johnson 1999 (Wustmann 2009 S. 87). Zunächst beschäftigte sich die Studie systematisch mit Kindern, die sich trotz Risiken zu kompetenten Erwachsenen entwickelt hatten. Das wichtigste Ziel der Studie war, die Folgen von prä- und perinatalen Risikobedingungen auf lange Zeit hin zu untersuchen. Ebenso standen die Auswirkungen auf ungünstige Lebensumstände in der frühen Kindesentwicklung im Fokus (auf den Ebenen der Psyche, der Physis, der Kognition und auch der sozialen Aspekte) (Wustmann 2009 S. 87; Kipker 2008 S. 53). Konkret wurde die Frage nach den Risiko- und Schutzfaktoren, sowie auch nach den Vulnerabilitäts- und Resilienzfaktoren gestellt (Kipker 2008 S. 53).
Hierzu erfasste man den kompletten Geburtenjahrgang im Jahr 1955 auf der hawaiianischen Insel Kauai und begleitete ihn anschließend 40 Jahre lang (Fröhlich-Gildhoff & Rönnau-Böse 2009 S. 15; Kipker 2008 S. 53; Rönnau-Böse & Fröhlich-Gildhoff 2010 S. 14). Die Daten wurden zum Zeitpunkt im Geburtsalter, im 1., 2., 10., 18., 32. und 40. Lebensjahr erfasst) (Wustmann 2009 S. 87).
Die Stichprobe bestand aus 698 Personen. Erfragt wurde die Lebens- und Gesundheitssituation der Probanden (Rönnau-Böse & Fröhlich-Gildhoff 2010 S. 14).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Entwicklung der Resilienzforschung seit 1955 ein und erläutert die Relevanz der Ressourcenorientierung in Pädagogik und Psychologie.
Offene Kinder- und Jugendarbeit: Hier werden Definitionen und pädagogische Prinzipien der offenen Arbeit diskutiert sowie die geschichtliche Entwicklung und die Anforderungen an das Personal dargelegt.
Resilienz: Dieses Kapitel klärt den Begriff der Widerstandsfähigkeit, erläutert Risiko- und Schutzfaktoren und stellt verschiedene Resilienzmodelle zur Stärkung der kindlichen Entwicklung vor.
In wieweit kann offene Kinder- und Jugendarbeit die Resilienzförderung unterstützen?: Es wird untersucht, wie die offene Jugendarbeit durch subjektorientierte Ansätze als „Frühwarninstanz“ fungieren und Resilienz fördern kann.
Weiterführende Gedanken: Das Kapitel reflektiert die Problematik der Reichweite von Präventionsangeboten und betont die Notwendigkeit einer an aktuellen Bedürfnissen ausgerichteten Jugendarbeit.
Schlüsselwörter
Resilienz, Widerstandsfähigkeit, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, Kinder- und Jugendarbeit, Pädagogik, Prävention, psychische Gesundheit, Ressourcenorientierung, Kindesentwicklung, Selbstwirksamkeit, soziale Kompetenz, Bindung, Bindungstheorie, Störung des Sozialverhaltens.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit beleuchtet das Konzept der Resilienz, also die psychische Widerstandsfähigkeit von Kindern, und untersucht deren Möglichkeiten zur Prävention von Verhaltensstörungen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die Resilienzforschung, die pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Risiko- und Schutzfaktoren sowie verschiedene Konzepte der Prävention und Gesundheitsförderung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine stärkere Ressourcenorientierung und gezielte Förderung von Resilienzfaktoren bei Kindern belastende Lebensumstände abgefedert und Verhaltensstörungen vorgebeugt werden kann.
Welche wissenschaftlichen Ansätze finden Verwendung?
Die Arbeit basiert auf entwicklungspsychologischen Erkenntnissen, der Resilienzforschung sowie auf dem pädagogischen Konzept der subjektorientierten Arbeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen der Resilienz erarbeitet, Schutz- und Risikofaktoren im Kindesalter analysiert und praxisnahe Ansätze zur Förderung dieser Faktoren – etwa durch die Montessori-Pädagogik oder spezielle Trainings – vorgestellt.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Resilienz, Schutzfaktoren, Risiko, Prävention, pädagogische Förderung und Selbstwirksamkeit definiert.
Wie unterscheidet sich die Resilienzförderung in der Familie von der in anderen Kontexten?
Die Familie fungiert als primärer Schutzraum, in dem sich Bindungsmuster entwickeln, während Angebote außerhalb der Familie (wie Schule oder offene Jugendarbeit) kompensatorische Unterstützung bieten und soziale Netzwerke erweitern.
Warum ist das Konzept der Resilienz auch bei Scheidungskindern von Bedeutung?
Resilienz hilft Kindern, trotz der traumatischen Trennungserfahrungen Vertrauen und Bewältigungsstrategien zu entwickeln, wobei besonders feinfühlige Bezugspersonen als protektive Faktoren wirken.
- Arbeit zitieren
- Stefanie Petschkuhn (Autor:in), Britta Wehen (Autor:in), Angela Schickler (Autor:in), Christopher Hahn (Autor:in), 2014, Trotzdem stark! Resilienz bei Kindern fördern und stärken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270080