Die unabhängige und verschwiegene Berufsausübung der Steuerberater

Kritische Analyse und beispielhafte Darstellung


Seminararbeit, 2013

22 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Abkürzungsverzeichnis

II. Einleitung

III. Die unabhängige Berufsausübung der Steuerberater
A. Definition der Berufspflicht zur Unabhängigkeit
B. Folgen bei Vermögensverfall

IV. Die verschwiegene Berufsausübung der Steuerberater
A. Definition und Reichweite der Verschwiegenheitspflicht
B. Schutz der Verschwiegenheitspflicht durch gesetzliche Normen
C. Entbindung von der Verschwiegenheitspflicht
D. Folgen bei Verstoß gegen die Verschwiegenheitspflicht

V. Auswirkungen der Berufspflichten auf das Auftragsverhältnis zum Mandaten
A. Vermittlungstätigkeiten
B. Selbstanzeige
C. Interessenkollision
1. Mandanteninteressen contra Mandanteninteressen
a) Allgemein
b) Auskunftsanspruch der Gesellschafter
2. Mandanteninteressen contra Eigeninteressen des Steuerberaters
D. Tod des Mandanten

VI. Fazit

VII. Literaturverzeichnis

VIII. Verzeichnis der Urteile und Beschlüsse

IX. Verzeichnis der verwendeten Gesetze

I. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

II. Einleitung

Der Steuerberater unterliegt bei der Berufsausübung berufsrechtlichen Pflichten. Gemäß § 57 Abs. 1 StBerG haben Steuerberater und Steuerbevollmächtigte ihren Beruf unabhängig, eigenverantwortlich, gewissenhaft, verschwiegen und unter Verzicht auf berufswidrige Werbung auszuüben. Der Steuerberater steht nun vor dem Problem aus den Berufspflichten abzuleiten, wie er sich konkret verhalten muss, um die durch das Gesetz vorgegeben Pflichten einzuhalten.

Diese Seminararbeit bezieht sich auf die Berufspflichten der Unabhängigkeit und der Verschwiegenheit. Wesentliche Bedeutung haben diese Berufspflichten im Rahmen des Auftragsverhältnisses zum Mandanten, weshalb im Rahmen dieser Arbeit schwerpunktmäßig auf dieses Auftragsverhältnis eingegangen werden soll. Dabei soll schließlich ein Verhalten für den Steuerberater hergeleitet werden, welches die Einhaltung der Berufspflichten gewährleistet und nach Möglichkeit das Auftragsverhältnis nicht gefährdet.

Dabei stellt sich die Frage: Wie wirken sich die Berufspflichten der Unabhängigkeit und der Verschwiegenheit des Steuerberaters auf das Auftragsverhältnis zwischen dem Steuerberater und dem Mandanten aus?

Folglich ist zu definieren, was unter Unabhängigkeit und Verschwiegenheit zu verstehen ist, welches Verhalten zur Einhaltung erforderlich ist und wie sich dieses Verhalten auf das Auftragsverhältnis zwischen dem Steuerberater und dem Mandanten auswirken kann.

III. Die unabhängige Berufsausübung der Steuerberater

A. Definition der Berufspflicht zur Unabhängigkeit

Die in § 57 Abs. 1 StBerG geforderte Pflicht zur Unabhängigkeit des Steuerberaters findet ihre Konkretisierung in der BOStB. Gem. § 2 Abs. 2 BOStB muss ein Steuerberater seine Tätigkeit frei von sachfremden Einflüssen ausüben können und gem. § 2 Abs. 3 i.V.m. § 6 BOStB darf er dabei in keinem Interessenkonflikt stehen. [1] Der Steuerberater hat bei seiner Berufsausübung höchstpersönlich und weisungsunabhängig zu handeln, er hat seine wirtschaftliche Unabhängigkeit zu wahren und soll unabhängig von anderweitigen Eigen- und Fremdinteressen sein. [2] Er hat alles zu unterlassen, was auch nur im Ansatz seine Entscheidungsfreiheit gefährden könnte. [3]

Aus dem Auftragsverhältnis mit dem Mandanten als Auftraggeber ergibt sich eine gewisse Weisungsgebundenheit. Der Steuerberater hat darauf zu achten, dass er dabei seine Unabhängigkeit nicht gefährdet. Die Grenze liegt dort, wo der Auftraggeber vom Steuerberater ein Verhalten fordert, welches gegen das Gesetz oder die ihm obliegenden Berufspflichten verstößt. [4] Der Steuerberater muss nicht jeden Auftrag annehmen. Vielmehr hat er das Recht, Aufträge abzulehnen, die gegen seine innere Überzeugung sprechen. [5]

Die wirtschaftliche Unabhängigkeit soll dem Steuerberater seine berufliche Entscheidungsfreiheit erhalten. Geordnete und gesunde wirtschaftliche Verhältnisse sind eine Grundvoraussetzung für die pflichtgemäße Berufsausübung. Befindet sich der Steuerberater in einer finanziellen Notlage bzw. im Vermögensverfall, so besteht die Gefahr, dass er sich zu Handlungen gezwungen sieht, die sich mit einem von ihm geforderten pflichtgemäßen Verhalten nicht vereinbaren lassen. [6]

B. Folgen bei Vermögensverfall

Kann der Steuerberater keine geordneten und gesunden wirtschaftlichen Verhältnisse vorweisen, befindet er sich unter Umständen in den Vermögensverfall. Es besteht die Gefahr, dass der Steuerberater seine eigenen Interessen, nämlich die Verbesserung seiner eigenen wirtschaftlichen Verhältnisse, über die Interessen seiner Auftraggeber stellt. [7]

Nach § 46 Abs. 2 Nr. 4 StBerG wird der Vermögensverfall vermutet, wenn über das Vermögen des Steuerberaters das Insolvenzverfahren eröffnet wird oder wenn der Steuerberater „in das vom Vollstreckungsgericht zu führende Verzeichnis eingetragen ist“. Es ist dabei unerheblich, ob der Vermögensverfall seine Ursache im privaten oder im beruflichen Bereich hat. Die Vermutung des Vermögensverfalls bleibt bestehen, solange die Eintragung im Schuldnerverzeichnis besteht. [8]

Auch angespannte wirtschaftliche Verhältnisse, die noch nicht zum Vermögensverfall führen, können die berufliche Entscheidungsfreiheit gefährden und berufsrechtliche Maßnahmen nach sich ziehen. [9]

Überwacht wird die Einhaltung der Berufspflichten gem. § 76 StBerG durch die Steuerberaterkammer. Die berufsrechtliche Maßnahme laut § 46 Abs. 2 Nr. 4 StBerG bei Vermögensverfall ist der Widerruf der Bestellung zum Steuerberater.

Es kommt jedoch zu keinem Widerruf der Bestellung, wenn seine Unabhängigkeit gegenüber Dritten und dem Mandanten durch den Vermögensverfall nicht gefährdet wird. [10] Der Steuerberater hat nachzuweisen, dass die Interessen seiner Auftraggeber nicht durch den Vermögensverfall gefährdet werden, um den Widerruf abzuwenden. „Erforderlich ist ein auf die konkrete Situation des betroffenen Steuerberaters bezogener und glaubhafter Vortrag, aufgrund dessen mit hinreichender Gewissheit die Gefahr ausgeschlossen werden kann, dass der Steuerberater seine Berufspflichten unter dem Druck seiner desolaten Vermögenslage verletzen wird.“ [11]

Während des Widerrufverfahrens bleibt dem Steuerberater noch Zeit, wieder geordnete Vermögensverhältnisse herzustellen. Gelingt ihm dies, so muss das Widerrufsverfahren eingestellt werden. [12]

[...]


[1] Vgl. (Maxl, 2012) – Rdn.39

[2] Vgl. (Maxl, 2012) – Rdn.40 und (Mittelsteiner, 1997) S.3

[3] Vgl. (Meng, 1988) – S.334

[4] Vgl. (Meng, 1988) – S.334

[5] Vgl. (Maxl, 2012) – Rdn.34

[6] Vgl. (Meng, 1988) – S. 334

[7] Vgl. (Maxl, 2012) – Rdn.45

[8] Vgl. Finanzgericht Brandenburg 30.11.1995 – 2 K 50/95 StB

[9] Vgl. (Maxl, 2012) – Rdn.50 und Finanzgericht Brandenburg 30.11.1995 – 2 K 50/95 StB

[10] Vgl. LG Köln 22.12.1987 – 171 StL 34/87

[11] BFH 04.12.2007 – VII R 64/06

[12] Vgl. (Maxl, 2012) – Rdn.51

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Die unabhängige und verschwiegene Berufsausübung der Steuerberater
Untertitel
Kritische Analyse und beispielhafte Darstellung
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre)
Note
2,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
22
Katalognummer
V270082
ISBN (eBook)
9783656613084
ISBN (Buch)
9783656613039
Dateigröße
541 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Berufspflicht, Unabhängigkeit, Verschwiegenheit, Steuerberater, StGB, BOStB
Arbeit zitieren
Raphaela Fellinger (Autor), 2013, Die unabhängige und verschwiegene Berufsausübung der Steuerberater, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270082

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