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Das agrarsoziale Sicherungssystem in der BRD

Ein Vergleich des Systems mit den allgemeinen Sozialversicherungssystemen

Titre: Das agrarsoziale Sicherungssystem in der BRD

Mémoire (de fin d'études) , 2009 , 112 Pages

Autor:in: Diplom-Soziologin Univ. Henghui Huang (Auteur)

Sociologie - Système social et Structure sociale
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Das eigenständige agrarsoziale Sicherungssystem besteht aus vier Säulen: Unfallversicherung (LUV), Alterssicherung (AdL), Krankenversicherung (KdL) und Pflegeversicherung (PdL). Sie bieten bäuerlichen Unternehmern und ihren Familien einen so genannten umfassenden Versicherungsschutz vor Unfall, Krankheit, Invalidität, Pflege und Tod sowie eine Absicherung im Alter. Sie sind auf die spezifischen Bedürfnisse der bäuerlichen Bevölkerung zugeschnitten und haben Gemeinsamkeiten mit und Unterschiede zu den allgemeinen Sozialversicherungssystemen Deutschlands. In dieser Arbeit wird das agrarsoziale Sicherungssystem mit den allgemeinen Sozialversicherungssystemen verglichen, um die folgenden Fragestellungen zu beantworten:
1. Was sind die Besonderheiten des agrarsozialen Sicherungssystems?
2. Können die Unterschiede zwischen dem agrarsozialen Sicherungssystem und den allgemeinen Sozialversicherungssystemen zu sozialer Ungleichheit führen?
3. Welche wichtigen Probleme bestehen im agrarsozialen Sicherungssystem? Können die allgemeinen Sozialversicherungssysteme eine Anregung zur Verbesserung des agrarsozialen Sicherungssystems geben?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Forschungsinteresse und Fragestellungen

1.2 Aufbau der Arbeit und Methodisches Vorgehen

2. Grundlagen sozialer Sicherungssysteme

2.1 Soziale Ungleichheit und Ziele des Systems der sozialen Sicherung

2.2 Theorien der Einführung und Entwicklung der sozialen Sicherung

2.3 Esping-Andersens Typologie vom Wohlfahrtsregime

2.4 Gestaltungsprinzipien und –weisen von Systemen sozialer Sicherung

2.4.1 Kernprinzipien: Versicherung, Versorgung und Fürsorge

2.4.2 Organisationsformen sozialer Sicherungssysteme

2.4.3 Finanzierungsweisen und Finanzierungsverfahren

2.4.4 Arten der Leistungen

2.5 Allgemeine Wirkungen der sozialen Sicherung

3. Entwicklung der agrarsozialen Sicherung in der Bundesrepublik Deutschland

3.1 Strukturwandel, Notlage und die agrarsoziale Sicherung

3.2 Die landwirtschaftliche Unfallversicherung

3.3 Die Alterssicherung der Landwirte

3.4 Die Krankenversicherung der Landwirte

3.5 Die Pflegeversicherung der Landwirte

4. Systemvergleich

4.1 Landwirtschaftliche Unfallversicherung vs. Gesetzliche Unfallversicherung

4.1.1 Aufgaben, Mitglieder, Organisationen, Finanzierung und Leistungen

4.1.2 Zusammenfassung und Analyse

4.2 Alterssicherung der Landwirte vs. Gesetzliche Rentenversicherung

4.2.1 Aufgaben, Mitglieder, Organisationen, Finanzierung und Leistungen

4.2.2 Zusammenfassung und Analyse

4.3 Krankenversicherung der Landwirte vs. Gesetzliche Krankenversicherung

4.3.1 Aufgaben, Mitglieder, Organisationen, Finanzierung und Leistungen

4.3.2 Zusammenfassung und Analyse

4.4 Pflegeversicherung der Landwirte vs. Gesetzliche Pflegeversicherung

4.4.1 Aufgaben, Mitglieder, Organisationen, Finanzierung und Leistungen

4.4.2 Zusammenfassung und Analyse

5. Schluss

5.1 Beantwortung der Fragestellungen

5.2 Reflexion über die Arbeit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das eigenständige agrarsoziale Sicherungssystem in der Bundesrepublik Deutschland durch einen systematischen Vergleich mit den allgemeinen Sozialversicherungssystemen. Das primäre Ziel besteht darin, die Besonderheiten der agrarsozialen Sicherung herauszuarbeiten, mögliche soziale Ungleichheiten zu identifizieren und zu prüfen, ob die allgemeinen Sozialversicherungssysteme Ansätze zur Lösung bestehender Probleme im agrarsozialen Bereich liefern können.

  • Historische Entwicklung und Strukturwandel der deutschen Landwirtschaft.
  • Vergleichende Analyse von Organisation, Finanzierung und Leistungen der Sicherungssysteme.
  • Untersuchung der sozialen Gerechtigkeit und des Teilsicherungscharakters der agrarsozialen Sicherung.
  • Identifikation von Reformbedarf und Finanzierungsproblemen angesichts der demografischen Entwicklung.
  • Evaluierung von Integrationslösungen zwischen agrarsozialen und allgemeinen Sozialversicherungssystemen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Strukturwandel, Notlage und die agrarsoziale Sicherung

Zwischen 1950 und 1970 vollzog sich der Übergang zur Vollmechanisierung der Landwirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland (vgl. Wahl 2001: 180). Mehr und mehr menschliche und tierische Arbeitsleistungen wurden von Maschinen ergänzt bzw. ersetzt. Das führte zu einem außerordentlichen Wandel in der deutschen Landwirtschaft, der als Strukturwandel bezeichnet wird. Dieser Strukturwandel zeigt sich vor allem in den folgenden Bereichen:

– Verringerung der Zahl landwirtschaftlicher Arbeitskräfte und Betriebe. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Deutschland noch ein Agrarstaat. 38 % der deutschen Bevölkerung waren in der Land- und Forstwirtschaft sowie in der Fischerei erwerbstätig. Durch zunehmende Industrialisierung und Entwicklung des Dienstleistungssektors sank der Erwerbstätigen- anteil in der Landwirtschaft kontinuierlich, und zwar von 24 % am Anfang der 1950er Jahre auf gut 2 % am Anfang des 21. Jahrhunderts (vgl. DBV 2008: 15).

– Technischen Fortschritt und Produktivitätssteigerung. Im Prozess der Industrialisierung der Agrarwirtschaft kommen zunehmend produktionssteigernde Produktionsmittel (z.B. Mineraldünger, Fungizide, Herbizide) sowie Maschinen und technische Geräte (Melkmaschinen, Fütterungsanlagen, Traktoren usw.) zum Einsatz. Immer mehr technische Verfahren werden in der Agrarproduktion verwendet, z.B. computergesteuerte Fütterungsanlagen oder Hybridtechnik in der Pflanzenzüchtung.

– Kontinuierliche Vergrößerung der landwirtschaftlichen Betriebe. Einerseits führte der enorme Zuwachs der landwirtschaftlichen Produktion zu sinkenden oder stagnierenden Agrarpreisen (vgl. Klohn & Voth 2009: 45), andererseits stiegen die Preise für landwirtschaftliche Betriebsmittel (Düngemittel, Treibstoff, Futtermittel, etc.) immer wieder (vgl. Statistisches Bundesamt Deutschland 2009: URL). Dies hatte geringere Betriebseinkommen zur Folge und die Landwirte wurden gezwungen, entweder die Produktion bzw. den Gewinn durch Vergrößerung der landwirtschaftlichen Fläche zu steigern oder ihren landwirtschaftlichen Betrieb aufzugeben („Wachsen oder Weichen“).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themenstellung ein, benennt die Fragestellungen, erklärt das methodische Vorgehen und gibt einen Überblick über den Aufbau der Arbeit.

2. Grundlagen sozialer Sicherungssysteme: Dieses Kapitel schafft das theoretische Fundament, erläutert allgemeine Theorien der sozialen Sicherung, führt Fachbegriffe ein und stellt die Typologie von Esping-Andersen vor.

3. Entwicklung der agrarsozialen Sicherung in der Bundesrepublik Deutschland: Hier wird der historische Hintergrund, insbesondere der Strukturwandel der Landwirtschaft, sowie die Entstehung und Entwicklung der vier Säulen der agrarsozialen Sicherung dargestellt.

4. Systemvergleich: In diesem Hauptteil findet ein detaillierter Vergleich der agrarsozialen Sicherung mit den allgemeinen Sozialversicherungssystemen hinsichtlich Aufgaben, Personenkreis, Organisation und Finanzierung statt.

5. Schluss: Der Schlussteil beantwortet die zentralen Fragestellungen, reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und zeigt Grenzen sowie weiterführende Perspektiven auf.

Schlüsselwörter

Agrarsoziale Sicherung, Sozialversicherung, Strukturwandel, Landwirtschaft, soziale Gerechtigkeit, Wohlfahrtsstaat, Unfallversicherung, Alterssicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Finanzierung, Solidaritätsprinzip, Teilsicherung, Demografischer Wandel, Reformpolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das spezifische agrarsoziale Sicherungssystem in der Bundesrepublik Deutschland und setzt es in ein direktes Verhältnis zu den allgemeinen Sozialversicherungssystemen.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind der historische Strukturwandel der Landwirtschaft, die Funktionsweisen der vier Säulen der agrarsozialen Sicherung (Unfall-, Alters-, Kranken- und Pflegeversicherung) sowie deren finanzielle und strukturelle Unterschiede zu allgemeinen Systemen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich auf die Besonderheiten des agrarsozialen Systems, mögliche daraus resultierende soziale Ungleichheiten und die Frage, inwieweit allgemeine Systeme als Vorbild für notwendige Reformen dienen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Als Forschungsmethode wird die qualitative Inhaltsanalyse in Form einer Sekundäranalyse von wissenschaftlicher Fachliteratur sowie offiziellen Daten der Versicherungsträger genutzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung der agrarsozialen Entwicklung sowie einen detaillierten Systemvergleich, bei dem die vier Versicherungszweige in ihrer konkreten Ausgestaltung (Aufgaben, Finanzierung, Leistungen) gegenübergestellt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Untersuchung wird durch Begriffe wie Agrarsoziale Sicherung, Strukturwandel, soziale Gerechtigkeit und Teilsicherung charakterisiert.

Warum ist das agrarsoziale Sicherungssystem für Soziologen relevant, obwohl die Landwirtschaft nur noch einen kleinen Teil der Bevölkerung ausmacht?

Die Arbeit betont, dass agrarsoziale Sicherung nicht nur ökonomische und gesundheitliche Aspekte umfasst, sondern auch soziale Gerechtigkeit und den sozialen Frieden innerhalb der Gesellschaft sichert und somit von soziologischem Interesse bleibt.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor in Bezug auf die Integrationslösung?

Der Autor schlussfolgert, dass eine Integration des agrarsozialen Sicherungssystems in die allgemeinen Systeme, etwa bei der Unfallversicherung, ökonomische Vorteile bieten und die soziale Ungleichheit verringern könnte, wenngleich dies technisch und politisch anspruchsvoll ist.

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Résumé des informations

Titre
Das agrarsoziale Sicherungssystem in der BRD
Sous-titre
Ein Vergleich des Systems mit den allgemeinen Sozialversicherungssystemen
Université
LMU Munich  (Institut für Soziologie)
Cours
Diplomarbeit
Auteur
Diplom-Soziologin Univ. Henghui Huang (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
112
N° de catalogue
V270129
ISBN (ebook)
9783656610175
ISBN (Livre)
9783656609902
Langue
allemand
mots-clé
Das Agrarsoziale Sicherungssystem soziale Ungleichheit Sozialversicherungssysteme Bauern Landwirtschaft Versicherung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Diplom-Soziologin Univ. Henghui Huang (Auteur), 2009, Das agrarsoziale Sicherungssystem in der BRD, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270129
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