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Untersuchung der Personalpronomen im Keulaer Dialekt

Title: Untersuchung der Personalpronomen im Keulaer Dialekt

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 32 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Peter Cott (Author)

Speech Science / Linguistics
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Summary Excerpt Details

‚Mir und mich verwechsl‘ich nicht, das kommt bei mich nicht vor.‘ Diesen Ausspruch hat wohl nahezu jeder thüringischer Grundschüler in den ersten Jahren des Deutschunterrichts mindestens einmal gehört. Gerade im Nordthüringischen und im Niederdeutschen ist die Verwechslung dieser zwei Pronomina eine weit verbreitete sprachliche Erscheinung. Der oft bemühte Lehrspruch ist dabei keineswegs Anzeichen für das Unvermögen der Grundschüler, den Unterschied zwischen beiden Wörtern zu lernen. Sondern er verdeutlicht, dass, trotz eines immer weiter voranschreitenden Dialektschwundes und des größeren Einflusses der deutschen Standardsprache, die Mundart noch immer große Auswirkungen auf die Umgangssprache haben kann. Hier lassen sich beispielsweise sprachliche Relikte eines Einheitskasus erkennen, der in dieser Region einmal verwendet wurde und heute noch immer verursacht, dass der Dativ mitunter akkusativisch realisiert wird. Außerdem lässt sich am oben genannten Satz eine weitere Folge dialektaler Einflüsse erkennen, nämlich das Pronomen ‚ich‘ in Form eines Klitikons. Gemeint sind damit schwach beziehungsweise unbetonte Wörter, die sich an benachbarte Wörter ‚anlehnen‘, wie bei verwechsl’ich. Einer gewissen Ironie entbehrt es nicht, dass ein Satz, der eigentlich zur deutschen Hochsprache erziehen soll, selbst Beispiel für ein mundartliches Pronomen wird.
Gerade solche Aspekte waren es, die in mir die Frage aufwarfen, wie das Verhältnis von Hochsprache und Dialekt ist. [...]
Um das zu realisieren, erscheint es mir zunächst unabdingbar, den Dialekt als Untersuchungsgegenstand
zu charakterisieren und dabei die Termini ‚Dialekt‘ und ‚Standardsprache‘
zu erklären und voneinander zu unterscheiden. Ein nächster Schritt muss es dann sein, geeignetes
Material für die Erstellung eines Untersuchungskorpus zu suchen, kurz vorzustellen und
kritisch zu betrachten. Für notwendig erachte ich es auch, dass das Untersuchungsgebiet Keula
im sprachlichen Kontext des (nord)-thüringischen Dialektraumes und die derzeitige Situation
und Charakteristik der örtlichen Mundart skizziert wird. Innerhalb des Hauptteils dieser Arbeit sollen noch einmal die deutschen Personalpronomina
erklärt und definiert werden, bevor dann die eigentliche Pronomenuntersuchung beginnt.
Beispiele aus den Mundartdichtungen werde ich so angeben, wie sie auch in den analysierten
Quellen zu finden sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Dialekt als Untersuchungsgegenstand

3 Das Untersuchungsgebiet

3.1 Keula im Dialektgebiet Nordthüringen

3.2 Entwicklung und derzeitige Situation des Keulaer Dialekts

3.3 Allgemeine Charakterisierung der Untersuchungsmundart

4 Personalpronomen im Keulaer Dialekt

4.1 Das Personalpronomen

4.2 Grammatische Untersuchung

4.2.1 Personalpronomen im Keulaer Dialekt

4.2.2 Betonte, unbetonte und klitische Formen

5 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Personalpronomen im Dialekt des nordthüringischen Dorfes Keula. Ziel der Untersuchung ist es, die lautliche und grammatische Realisierung dieser Pronomina zu analysieren, mit der deutschen Standardsprache zu vergleichen und sprachgeschichtlich einzuordnen, wobei insbesondere die Rolle unbetonter und klitischer Formen beleuchtet wird.

  • Vergleichende Analyse von Dialekt und Standardsprache
  • Lautliche Realisierung der Personalpronomen
  • Bedeutung und Funktion von unbetonten und klitischen Formen
  • Einfluss des niederdeutschen Sprachraums auf den Keulaer Dialekt
  • Entwicklung des Dialekts im Kontext der thüringischen Sprachgeschichte

Auszug aus dem Buch

Dar Strom es wagg, meh hann kenn Liecht!

„Der Strom es wagg, meh hann kenn Liecht!“ So klungs im de Bennach-tensziet im Johre sowieso in unserem Darfe. Meh hotten in dan Novembertagen s erstemol Strom gegregen, das ganze Darf war hall erlicht, un ann jeder fraide sich äbber dise noube Ihnrichtung.

Die Petroleumslampen wannerden uffen Kannreck, un de Ölfunzel sowies Starinsliecht hotten ehre Schuldigkeit getonn, un gehorten nune dar Vergangenheit ahn.

Wie das nune so es, alles noube muß sich erscht ihnlabe un bewahre, so wars ah bie uns. As kamen ah nach manichmol Störungen ver un mieh hotten kein Liecht un saaßen im Dunkeln. Die Liete luffen dan domoligen Vertrauensmann s Huß iehn, dar wußte sich ah nich meh zu hallefen un gung in seiner Verzweifelung bin Bürgermeister, dar nischt iligeres zu tun, gabn Gemeineschrieber n Uftrag, so schall wie megelich anne Kaarten an de Ebberlandzentrale zu schrieben, domätt die uns ann Mongteur schicke sulln, dar dan Schaden wedder behub. Nabenbie, domols hotte dar Bürgermeister nach kein Telefon. Nach ann paar Taigen kamb eine Postkaarten ahn, do stand nur folgendes druff geschremm: „Siehe G. S. B. – Nr. 7, V 6.

Dar Bürgermeister hätt die Karten von hingene un vunn vorne betracht, ar kunnte s sich nicht entratsele, was dies alles bediete sull.

Dar Gemeineschrieber, an schlauer Kopp un an ifriger Kerchengänger, wann ar ah meistens drinne schluf, so kunnte ar aber jedes Kerchenlied unssewennig, saite mett einmol, Bürgermeister, ich hahs, langemol schnall dinn Gesankbuch har, das Kerchenlied vun letzten Sunntag warn in Sinn gekommen, jetzt weiß ich ah, was de Buchstaben bedieten.

Der Bürgermeister langte s Gesankbuch uss dar Kamoden. Der Gemeineschrieber schlugs uff, unger Nr. 7, Verssch 6, do schtett geschreben „Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit, un all Euer Klag’ und Weinen, verwandeln ganz in Freud. Er ist der helfen kann, haltet Eure Lampen fertig, er ist schon auf der Bahn!“

Dar Bürgermeister klatschte in Hänge un saite, das häste je großartig gemacht, do druff wärre ich nich gekommen!

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik dialektaler Einflüsse auf die Umgangssprache ein und skizziert die Zielsetzung sowie die Methodik der Untersuchung.

2 Dialekt als Untersuchungsgegenstand: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe wie Dialekt und Standardsprache definiert und das Verhältnis zwischen beiden erläutert.

3 Das Untersuchungsgebiet: Das Kapitel verortet Keula geografisch und sprachlich im nordthüringischen Raum und beschreibt die Entwicklung sowie die derzeitige Situation der Mundart.

4 Personalpronomen im Keulaer Dialekt: Das Hauptkapitel widmet sich der Definition, der grammatischen Untersuchung der Pronomina im Keulaer Dialekt sowie der Bedeutung von betonten, unbetonten und klitischen Formen.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf den thüringischen Dialektraum sowie die Problematik der Quellenanalyse.

Schlüsselwörter

Personalpronomen, Keula, Nordthüringisch, Dialekt, Mundart, Standardsprache, Klitika, Enklise, Sprachgeschichte, Lautverschiebung, Sprachwandel, thüringische Mundarten, Sprachvergleich, Grammatik, Einheitskasus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung der Personalpronomen in der Mundart des Ortes Keula im Vergleich zur deutschen Standardsprache.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten gehören die lautliche und grammatische Realisierung von Pronomina, der Sprachwandel durch den Einfluss der Standardsprache und die Analyse klitischer Sprachformen.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, die spezifischen Merkmale der Personalpronomen im Keulaer Dialekt herauszuarbeiten und diese in den Kontext der nordthüringischen Sprachgeschichte zu stellen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit gewählt?

Die Untersuchung basiert primär auf der Analyse von Mundartdichtungen, ergänzt durch Befragungen von Gewährspersonen sowie den Abgleich mit dialektologischen Fachwerken.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition der Personalpronomen, eine detaillierte grammatische Analyse der Formen im Keulaer Dialekt sowie eine Untersuchung betonter, unbetonter und klitischer Verwendungsweisen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Personalpronomen, Dialekt, Keula, Nordthüringisch, Sprachgeschichte, Klitika und der Einfluss des niederdeutschen Sprachraums.

Welche besondere Bedeutung haben klitische Formen in Keula?

Klitische Formen dienen im Dialekt der ökonomischen Verkürzung von Ausdrücken, indem sie sich phonologisch an Verben oder Konjunktionen anlehnen, wie dies in der Untersuchung ausführlich dargelegt wird.

Welche Schwierigkeiten ergaben sich bei der Quellenanalyse?

Die Analyse gestaltete sich aufgrund der Heterographie der Quellen, bei denen Lautung und Schriftbild oft divergieren, sowie der metrischen Bindung der Mundartgedichte als methodisch anspruchsvoll.

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Details

Title
Untersuchung der Personalpronomen im Keulaer Dialekt
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Germanistische Sprachwissenschaft)
Course
Grammatische Kategorien
Grade
1,0
Author
Peter Cott (Author)
Publication Year
2012
Pages
32
Catalog Number
V270132
ISBN (eBook)
9783656614975
ISBN (Book)
9783656614968
Language
German
Tags
Personalpronomen Grammatische Kategorien Dialekt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Peter Cott (Author), 2012, Untersuchung der Personalpronomen im Keulaer Dialekt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270132
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