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Verführerin oder Heilige? Die Frau in Gesellschaft und Literatur des Mittelalters

Titel: Verführerin oder Heilige? Die Frau in Gesellschaft und Literatur des Mittelalters

Fachbuch , 2014 , 162 Seiten

Autor:in: Christina Gieseler (Autor:in), Anna Dück (Autor:in), Elena Tresnak (Autor:in), Marion Luger (Autor:in), Claudine Massard (Autor:in)

Originalausgabe

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie war die Frau des Mittelalters? Ähnelte sie Eva oder Maria – der Verführerin oder der Heiligen? War sie eine rechtlose Ehefrau oder gar das zurückgezogene Burgfräulein, dessen romantisiertes Bild uns heute noch vor Augen steht? Ob in der mittelalterlichen Literatur oder der Gesellschaft, die Rolle der Frau bleibt verschwommen, mehrdeutig und vor allem von männlichen Autoren der Zeit geprägt.

Dieser Band beleuchtet die Rolle der Frau im mittelalterlichen Alltag ebenso wie ihre Darstellung in der vorherrschenden Literatur und gibt Auskunft über ihre rechtlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Pflichten und Privilegien.

Aus dem Inhalt:
Liebe und Ehe
Erziehung und Arbeit in der mittelalterlichen Stadt
Frauen als Autorinnen

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Christina Gieseler: Erziehung, Ausbildung und Arbeit von Mädchen und Frauen in den Städten des Hoch- und Spätmittelalters. Frauen aus Handwerk und Unterschicht

Einleitung

Allgemeine und konkrete Erziehungsziele in der Zeit des Hoch- und Spätmittelalters

Bildungsstand und -möglichkeiten für Frauen in Handwerkerkreisen und Unterschicht

Mädchenerziehung und Frauenbildung in der mittelalterlichen Stadt – Arbeit im weiblichen Lebenslauf

Schluss

Anna Dück: Liebe und Ehe im Mittelalter. Rechte, Riten und Realität

Einleitung

Eheschließung und Eheform

Eheleben

Die Kirche und die Ehe

Liebe und Ehe

Schluss

Marion Luger: „Stadt der Frauen“ – Frauen der Stadt. Christine de Pizans „Buch von der Stadt der Frauen“ und die Lebenswirklichkeit von Stadtbewohnerinnen im Spätmittelalter

Einleitung

Christine de Pizan: Das Buch von der Stadt der Frauen

Das Frauenbild

Ehe

Die Rechtsstellung der Stadbewohnerinnen

Erziehung und Bildung

Frauen im Erwerbsleben

Zusammenfassung

Dr. Elena Tresnak: Die Darstellung der Kriemhild-Figur im ‚Nibelungenlied‘: Entwicklungsprozess oder Rollenwechsel von der ‚höfischen Dame‘ zur ‚entmenschlichten Rächerin‘?

Einleitung

Die Darstellung der Kriemhild-Figur im ‚Nibelungenlied‘: Kriemhild im ersten Teil

Kriemhild im zweiten Teil

Schluss

Claudine Massard: Die Rolle der Frau in der Literatur des Mittelalters am Beispiel von Enite, der „surziere Cundry“ und Brunhild

Vorwort

Enite

Die „surziere Cundry“

Brunhild

Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die vielfältigen Facetten weiblicher Lebenswirklichkeit im Mittelalter, wobei der Fokus auf den Bereichen Erziehung, Ehe, Recht, Erwerbsleben und literarischer Rollendarstellung liegt. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen kirchlichen Normen, gesellschaftlichen Idealen und der tatsächlichen, oftmals prekären Lebenssituation von Frauen im Hoch- und Spätmittelalter aufzuzeigen.

  • Erziehungsziele und Bildungsmöglichkeiten für Mädchen
  • Liebe, Eheschließung und rechtlicher Status in der Ehe
  • Erwerbstätigkeit und wirtschaftliche Handlungsspielräume in Städten
  • Die Konstruktion weiblicher Identität und die Entwicklung literarischer Frauenfiguren
  • Einfluss der Kirche und patriarchaler Strukturen auf das Frauenbild

Auszug aus dem Buch

Die „rechte Ehe“

Eigentlich hätte es für die Kirche nahe gelegen, die Friedelehe, die die Zustimmung der Frau zu der Eheschließung forderte, zum allein legitimen Ehetyp zu erheben, doch es liegt an der christlichen Eheauffassung, dass sie dies nicht tat. Die Friedelehe wurde vielmehr zu Konkubinat und Unzucht abgewertet, denn sie begünstigte die Polygamie und war leicht aufzulösen. Nach Meyer war es auch die Gleichstellung von Mann und Frau in der Friedelehe, die den Aussagen der Bibel nach der Auffassung jener Zeit widersprach.166

Im Verlauf des 9. Jahrhunderts wurde die Muntehe zur allein gültigen Eheform erhoben. Alle Beziehungen außerhalb der Muntehe wurden als Konkubinat bezeichnet.167 Die Muntehe wurde die einzig „rechte Ehe“. Hieraus lässt sich auch der Wert erklären, den kirchliche Rechtsquellen auf die Einhaltung der bei der Muntehe üblichen Vorgänge, wie Verlobung und Trauung, legen.168

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es werden die Forschungsfragen zur Mädchenerziehung, Bildung und Arbeitswelt im Hoch- und Spätmittelalter definiert und der Fokus auf die Handwerkerschicht gelegt.

Allgemeine und konkrete Erziehungsziele in der Zeit des Hoch- und Spätmittelalters: Die Erziehung war primär religiös geprägt und zielte auf die Vorbereitung der Mädchen auf die Rolle als Hausfrau und Mutter ab.

Bildungsstand und -möglichkeiten für Frauen in Handwerkerkreisen und Unterschicht: Es wird die Entwicklung von städtischen Lese- und Schreibschulen sowie die Rolle privater Bildung für Mädchen beleuchtet.

Mädchenerziehung und Frauenbildung in der mittelalterlichen Stadt – Arbeit im weiblichen Lebenslauf: Dieser Abschnitt beschreibt die frühe Integration von Mädchen in Arbeitsprozesse und die Ausbildung im elterlichen Handwerk.

Schlüsselwörter

Mittelalter, Frauenarbeit, Mädchenerziehung, Eheschließung, Handwerk, städtische Gesellschaft, Bildungsgeschichte, Rolle der Frau, Patriarchat, Ehehindernisse, Geschlechterrollen, Wirtschaftsgeschichte, Rechtstellung, Konkubinat, Frauenzünfte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Publikation grundsätzlich?

Die Publikation befasst sich mit der Lebenswelt von Mädchen und Frauen im mittelalterlichen Europa, insbesondere in städtischen Kontexten, und analysiert ihre Bildungs-, Erwerbs- und Ehechancen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Ausbildung in verschiedenen Schichten, der rechtliche Status in der Ehe, die Rolle von Frauen im städtischen Wirtschaftsleben sowie deren Darstellung in der Literatur.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist die historische Rekonstruktion und Analyse der Erziehungsziele, der wirtschaftlichen Partizipation und der rechtlichen Bedingungen für Frauen im Hoch- und Spätmittelalter unter Berücksichtigung kirchlicher und gesellschaftlicher Normen.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zur Anwendung?

Es handelt sich um historische Analysen, die auf einer umfassenden Auswertung zeitgenössischer Quellen und Fachliteratur basieren, um die Lebenswirklichkeit der Frauen zu differenzieren.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte bilden den Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Erziehung und Arbeit, die Analyse rechtlicher Aspekte von Ehe und Eheschließung sowie die Betrachtung literarischer Frauenfiguren.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Mittelalter, Frauenarbeit, städtische Gesellschaft, Geschlechterrollen und die rechtliche sowie soziale Stellung der Frau.

Welche Rolle spielt die Kirche bei der Eheschließung?

Die Kirche übte zunehmend Einfluss auf das Eheschließungsrecht aus, forderte den Ehekonsens und legte Wert auf die Unauflöslichkeit der Ehe, auch wenn die Durchsetzung in der Praxis oft langwierig war.

Wird das Frauenbild im Nibelungenlied besonders hervorgehoben?

Ja, eine der Studien im Sammelband analysiert spezifisch die Figur der Kriemhild und ihren Wandlungsprozess von der höfischen Dame zur entmenschlichten Rächerin.

Ende der Leseprobe aus 162 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Verführerin oder Heilige? Die Frau in Gesellschaft und Literatur des Mittelalters
Autoren
Christina Gieseler (Autor:in), Anna Dück (Autor:in), Elena Tresnak (Autor:in), Marion Luger (Autor:in), Claudine Massard (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
162
Katalognummer
V270134
ISBN (eBook)
9783656608486
ISBN (Buch)
9783956871337
Sprache
Deutsch
Schlagworte
verführerin heilige frau gesellschaft literatur mittelalters
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christina Gieseler (Autor:in), Anna Dück (Autor:in), Elena Tresnak (Autor:in), Marion Luger (Autor:in), Claudine Massard (Autor:in), 2014, Verführerin oder Heilige? Die Frau in Gesellschaft und Literatur des Mittelalters, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270134
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