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Gesellschaftliche Gewalt und Geschlechterverhältnis in der Prosa Ingeborg Bachmanns

Die Fremddefinition von Weiblichkeit oder 'Der Zwang und die Unmöglichkeit für Frauen eins zu sein'

Título: Gesellschaftliche Gewalt und Geschlechterverhältnis in der Prosa Ingeborg Bachmanns

Tesis de Maestría , 1990 , 67 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Bettina Will (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Ingeborg Bachmann setzte sich in ihrer Prosa, vor allem in ihrem Todesarten-Projekt, mit der Fremddefiniton von Frauen aber auch mit allgemein wirksamen gesellschaftlichen Unterdrückungsmechanismen auseinander. Grundlagen der vorliegenden Untersuchung sind sowohl indeologiekritische wie feministische Sichtweisen, weil sich erst in der Zusammenschau dieser beiden Ansätze zeigen lässt, wie Ingeborg Bachmann vor allem in ihrem Roman einerseits herrschende Weiblichkeitsbilder entlarvt und andererseits die Möglichkeit ihrer Überwindung literarisch zu gestalten weiß. In einem Bogen von ihrer frühen Lyrik über poetologische Konzepte bis zu ihren zuletzt veröffentlichten Schriften wird sichtbar, welche Bedeutung Ingeborg Bachmann einem historischen Bewusstsein zuspricht, weil erst auf dieser Grundlage eine wirkliche Veränderung in Literatur und Gesellschaft möglich wird. Zentrale Quellentexte: Frühe Lyrik, Poetikvorlesungen, 'Unter Mördern und Irren', 'Ein Schritt nach Gomorrha', 'Requiem für Fanny Goldmann', 'Der Fall Franza', 'Malina'.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1. Fragestellung und Methode

1.2. Rezeption und Forschungsstand

2. GE-SCHICHTEN

2.1. Was war. Das bestehende Gestern. Das Geschichtsbewußtsein Ingeborg Bachmanns

2.2. Was sein wird. Utopie im Wort. Poetologische Ansätze

2.3. Was ist. In der Zeit. Kontinuität der Gewalt: Faschismus und Nachkriegsgesellschaft

3. „TODESARTEN“

3.1. Der Romanzyklus im Kontext

3.2. Krankheit und Tod als Motiv

3.3. Das Geschlechterverhältnis: Eine Form des Sterbens - DER FALL FRANZA

3.3.1. Formale und inhaltliche Struktur

3.4. Strategien

3.4.1. Herrschaft durch Sprache

3.4.1.1. Sprechen

3.4.1.2. Schrift

3.4.2. Macht der Geschichte

3.4.3. Gewalt in der Zeit

3.5. Opfer und Täter

4. DER ZWANG UND DIE UNMÖGLICHKEIT EINS ZU SEIN - MALINA

4.1. Formale und inhaltliche Struktur

4.1.1. Bewegtes Erzählen

4.1.2. Aufgelöste Figuren

4.2. Ich- Verhältnisse

4.2.1. Ich-Figur und Ivan

4.2.1.1. Sprache

4.2.1.2. Bewußtsein

4.2.1.3. Opfer - Täter

4.2.2. Ich-Figuren und Malina

4.2.3. Ich und Vater

4.3. Vor der Zukunft liegt die Zeit

4.3.1. Erinnerung und Geschichte

4.3.2. Träume

4.4. Abenteuer Utopia – Abschied und Leben

5. FÜR EIN MORGEN NACH DEM GESTERN

Ergebnisse

6. AUSBLICK

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Ingeborg Bachmann in ihrem literarischen Werk, insbesondere in der Prosa der "Todesarten", das Geschlechterverhältnis mit den Ursachen und Bedingungen des Faschismus sowie dessen Fortwirken in der Nachkriegsgesellschaft verknüpft.

  • Analyse des Geschichtsbewusstseins und poetologischer Ansätze Ingeborg Bachmanns
  • Untersuchung der strukturellen und symbolischen Gewalt in den Romanfragmenten und Werken
  • Reflexion über die Rolle von Sprache und Identitätsverlust als Herrschaftsinstrument
  • Erforschung des Zusammenhangs zwischen individueller Leidensgeschichte und gesellschaftlicher Totalität

Auszug aus dem Buch

3.4.1. Herrschaft durch Sprache

Die Zerstörung Franzas ist ein Prozeß, in dessen Verlauf sie von Jordan in und mit der Sprache ihrer Subjekthaftigkeit beraubt wird und damit ihre Identität verliert. Die zentrale Bedeutung von Sprache in diesem Zusammenhang besteht darin, daß Ingeborg Bachmann die Sprache als Motiv einsetzt, um die Zerstörung Franzas sichtbar werden zu lassen. In der Erzählung DREI WEGE ZUM SEE (II, 394ff) stellt die Protagonistin Elisabeth fest, „daß man die Menschen umbringt, wenn man ihnen das Sprechen abnimmt und damit das Erleben und Denken.“ (II, 448)

Sowohl für die Identitätsbildung wie -darstellung ist Sprache von zentraler Bedeutung. Die Grundvoraussetzung für die Bewahrung der eigenen Identität ist danach die Möglichkeit sie sprachlich auszudrücken:

„Die Identität, die ein Individuum aufrecht zu erhalten versucht, ist in besonderer Weise auf sprachliche Darstellung angewiesen, denn vor allem im Medium verbaler Kommunikation [...] findet die Diskussion der Situationsinterpretationen und die Auseinandersetzung über gegenseitige Erwartungen zwischen Interaktionspartnern statt, in der diese Identität sich zu behaupten sucht.“

Franzas Sprachlosigkeit ist ein Zeichen dafür, daß sie jegliche Ausdrucksmöglichkeiten verloren hat:

„Er hat mir meine Güter genommen. Mein Lachen, meine Zärtlichkeit, mein Freuenkönnen, mein Mitleiden, Helfenkönnen, meine Animalität, mein Strahlen, er hat jedes einzelne Aufkommen von all dem ausgetreten, bis es nicht mehr aufgekommen ist.“ (III, 413)

Ihr Zustand deutet sich schon mit Beginn der Handlung an. Ihr Bruder Martin kommentiert die Form Franzas Nachricht:

„ein Telegramm mußte es sein, einen Brief hätte sich nicht schreiben können.“ (III, 344)

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie Ingeborg Bachmann literarisch das Geschlechterverhältnis mit Faschismus und Nationalsozialismus in Verbindung bringt, und skizziert den Forschungsstand.

2. GE-SCHICHTEN: Dieses Kapitel erläutert Bachmanns Geschichtsbewusstsein, ihre poetologischen Ansätze und die Kontinuität der Gewalt von der NS-Zeit bis in die Gegenwart.

3. „TODESARTEN“: Es wird der Romanzyklus „Todesarten“ analysiert, wobei Krankheit und Tod als Motive sowie die subtile Gewalt in zwischenmenschlichen Beziehungen im Zentrum stehen.

4. DER ZWANG UND DIE UNMÖGLICHKEIT EINS ZU SEIN - MALINA: Eine tiefgehende Analyse des Romans „Malina“, die sich mit der Auflösung von Figuren, Ich-Verhältnissen und der Funktion von Träumen als Dokumentation von Machtstrukturen befasst.

5. FÜR EIN MORGEN NACH DEM GESTERN: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, insbesondere im Hinblick auf das "mörderische Prinzip" und die Möglichkeiten zur Überwindung von Herrschaftsstrukturen.

6. AUSBLICK: Ein kurzer Ausblick auf die literarischen Bezüge des Bachmannschen Werks und die anhaltende Relevanz der Untersuchung.

Schlüsselwörter

Ingeborg Bachmann, Todesarten, Faschismus, Geschlechterverhältnis, Malina, Der Fall Franza, patriarchale Herrschaftsstrukturen, Sprachkritik, Identität, Geschichtsbewusstsein, Gewalt, Subjektivität, Bewusstsein, NS-Vergangenheit, Literaturkritik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Magisterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Ingeborg Bachmann das Geschlechterverhältnis und die zugrunde liegenden patriarchalischen Strukturen in Verbindung mit den gewaltvollen Bedingungen des Faschismus und deren Fortwirken in der Nachkriegsgesellschaft literarisch darstellt.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Autorin?

Zentrale Themen sind die Kontinuität von Gewalt, die Rolle von Sprache als Herrschaftsinstrument, die Identitätsproblematik von Frauen sowie das komplexe Verhältnis zwischen dem "Ich" und gesellschaftlicher Geschichte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Ingeborg Bachmanns poetologische Ansprüche und ihre Auseinandersetzung mit Gewaltstrukturen zu ergründen und aufzuzeigen, wie sie diese Themen literarisch – etwa durch die "Geschichte im Ich" – begreifbar macht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf literarische Analysen der Werke „Unter Mördern und Irren“, „Der Fall Franza“ und „Malina“ sowie auf die Einbeziehung feministischer Literaturwissenschaft und faschismustheoretischer Ansätze.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Bachmanns Geschichtsbewusstsein, der Analyse der „Todesarten“ und eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Roman „Malina“, insbesondere der Ich-Spaltung und der Funktion des Traumkapitels.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind unter anderem patriarchale Herrschaft, Sprachlosigkeit, Identität, Opfer-Täter-Strukturen und die "Geschichte im Ich".

Warum wird der Roman „Malina“ als zentrales Werk betrachtet?

„Malina“ wird als Kulminationspunkt für die Darstellung psychosozialer Prozesse und der "inwendigen Schauplätze" gesehen, in denen die Zerstörung des Individuums durch ideologische Identitätsmuster deutlich wird.

Welche Rolle spielt die Vaterfigur in „Malina“?

Die Vaterfigur dient als Repräsentant gesellschaftlicher und ökonomischer Machtinstrumente, die darauf abzielen, das weibliche "Ich" auf spezifische Rollen zu reduzieren und patriarchale Strukturen in der Psyche zu verankern.

Final del extracto de 67 páginas  - subir

Detalles

Título
Gesellschaftliche Gewalt und Geschlechterverhältnis in der Prosa Ingeborg Bachmanns
Subtítulo
Die Fremddefinition von Weiblichkeit oder 'Der Zwang und die Unmöglichkeit für Frauen eins zu sein'
Universidad
University of Cologne
Calificación
1,7
Autor
Bettina Will (Autor)
Año de publicación
1990
Páginas
67
No. de catálogo
V270150
ISBN (Ebook)
9783656623557
ISBN (Libro)
9783656623540
Idioma
Alemán
Etiqueta
Ingeborg Bachmann; Prosa; Malina; Weiblichkeitsbilder; Erzählungen Todesarten Der Fall Franza
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Bettina Will (Autor), 1990, Gesellschaftliche Gewalt und Geschlechterverhältnis in der Prosa Ingeborg Bachmanns, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270150
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Extracto de  67  Páginas
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